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Jüdische Wochenschau · 1960-12-27 · 1839 (27.12.1960) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1839 (27.12.1960)
Date
1960-12-27
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German, Spanish
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Er handelte auf Befehl... /a JettuiHa J&UbettUi T. E. PUEYRREDON 1? izq No. 1839 BUENOS AIRES, MARTES 27 DE DICIEMBRE DE 1960 Año XXI, No Hay Porvenir Para Judíos Londres. — La oficina de información del Congreso Judio Mundial en esto ciudad divulgó una declaración hecha hace poco por el Dr, B. Frixner, dirígeme mapaísto de Israel, de la que diera cuento el periódico "Unser Worf de París, con moiivo de la situación de los judíos en Cuba, Según la fuente indicada, el Dr. Fnmer, después de una jira por varios países latinoamericanos, Cuba entre ellos, declaró que no había encontrado sin. lomas de antisemitismo en ese país, pero que la nacionalización ha hecho terribles estragos en la comunidad hebreo-cubana, al grado que está cayendo en un estado de indigencia. Pero la crisis podría aportar buenos resultados sí los judíos cubanos se decidiesen a emigrar a Israel. declaró el Dr. Primer. Y afirmando que ‘no hay porvenir para los judíos en Cuba", terminó por exhortarles a trasladarse al Estado Judío. Exhortó en este sentido especialmente a la juventud Jerusalem. — Eichmann wild auf „unschuldig” plädieren, jedoch die Taten zugeben, die ihm zur Last, gelegt werden wie Dr. Servatius mitteilte. bisher hat d«r Verteidiger nicht die Absicht, Belastungszeugen bei. zubringen, sondern wird zur gegebenen Zeit Dokumente verlegen Die Anklage gegen Eicbmann lautet auf Verbrechen gegen das jüdische Volk und die Menschlichkeit. Wie Servatius betont, leugnet Eichmann die Tat. Sachen nicht. Er ist dayon ..überzeugt”, dass er ..Befehle seiner Vorgesetzten ausgeführt und seine Pflicht erfüllt hat.” Eichmann leugnet, dass die Zahl der ermordeten Juden sechs MilJionen erreicht habe. Sie sei viel geringer, so behauptet er, und die beigebrachten Unterlagen würden dies erweisen. Dr. Servatius berichtete, Eichmann habe einen Auszug der Artikel gelesen, die sein Freund, der in. Argentinien lebende Willerti Sassen in „Life” veröffentlicht hat. Eichmann habe ihm erklärt, dass er Sassen seine Geschichte im Jahre 1955 in Buenos Aires „bei einem Glas Wein” erzählt, doch nicht die Seiten des Manuskripts abgezeichnet habe. Eichmann gibt zu, wie Servatius bemerkte, dass er dabei war als ein jüdisches Kind von den Nazis umgebracht wurde und die Juden in die Gaskammern getrieben wurden, aber er behauptet. dass einige, der in den ..Memoiren” geäusserten Meinungen von Sassen und nicht von ihm stammen. Sassen habe geschrieben, dass er gesagt habe, er „würde freudig in sein Grab springen, da er wisse, dass 6 Millionen Juden ihm vorangegangen sind.” Eichmann erklärt hierzu, er habe gesagt, als Deutschland den Krieg verlor, dass mindestens (?) 6 Millionen Feinde Deutschlands den Tod gefunden haben. ISRAEL SOLL KOSTEN ZAHLEN Jerusalem. — Dr. Servatius ersuchte die israelische Regierung. ihm 20.000 Dollar für seine Kosten der Verteidigung Eichmanns zu zahlen. Wie ein offizielles Communiqué besagt, wurde Servatius von Generalstaatsanwalt Gideon Hausner emp- WIE ICH ES SEHE Prozesse am laufenden Band von JEHUDA GOTTHEIMER i. Immer rollen Prozesse gegen ehemalige NS-Schinder, die sich während der VerfoL gungszeit der grausamsten Verbrechen schuldig gemacht ¡haben, am laufenden Band in der Bundesrepublik. Man muss, wenn man sich einen kleinen Ueberblick über diese Verfahren verschafft, den Eindruck gewinnen, dass es noch Jahrzehnte dauern müsste, sollten all die Schuldigen ihrem Richter und einem gerechten Urteil zugeführt werden. Diese Prozesse, die sich in ihrem Umfang zwar mitunter recht erheblich unterscheiden, in der behandelten Materie aber immer wieder die Scheuss- Uchkeiten eines entarteten Regimes wiedergeben, gewinnen im Angesicht des bevorstehenden Eichmann-Pro. zesses natürlich ein besonde. ires Interesse. Denn die in IDeutschland durchgeführten (Verfahren bilden die Be- Igleitmusik, die Grundlagen, ¡die Atmosphäre des Prozesses, der gegen den Organisator des Mordes, Adolf Eichmann, demnächst beginnen wird. Wie nicht anders zu erwarten, hat man sich sogar bei einem Verbrecher wie Eichmann nicht davor gescheut, die Schuldfrage aufzuwerfen und zu behaupten, dass Eiehmam auf „höheren Befehl” gehandelt habe. Hierzu kann man vorweg die psychologisch wenig interessante Feststellung treffen, dass die skrupellosesten Mörder ¡meist die grössten Feiglinge sind. Also auch Adolf Eichmann hat aufgehört, der Held, der starke Mann zu sein, als der er sich stets aufzuspielen pflegte, Abdel Nasser droht mit Krieg Kairo. — Präsident Gamal Abdel Nasser erklärte, es werde Krieg zwischen Israel und der Vereinigten Arabischen Republik geben, wenn die Israelis eine Atombombe herstellen. „In dem Augenblick, in dem wir sicher sein werden, dass Israel eine Atombombe baut”, warnte Nasser, „werden wir gegen Israel in den Krieg ziehen.” In einer Rede, die Nasser in Port Said hielt, nannte er Israel „unseren hauptsächlichsten Feind” und fügte hinzu, er sei bereit, den Preis der Neutralität zu zahlen, um zu seiner eigenen Atombombe zu gelangen. Der Fyhrer der VAR sagte voraus, „es werde der Tag kommen, an dem sie (die Israelis) es bedauern werden.” Der VAR-Präsident versicherte, die Nachrichten, dass Israel eine Atombombe herstellt, erwecken keine Furcht in der Vereinigten Arabischen Republik. Sein Land, so setzte er hinzu, habe im Jahre 1956 das Ultimatum der Engländer und Franzosen abgelehnt, die damals die Atombombe besessen haben. „Wenn sich Israel mit dem Imperialismus gegen unser Leben und unser Schicksal verbündet“, führte Nasser aus, „so werden wir nicht mit gekreuzten Armen verharren und darauf warten, uns in ein Flüchtlings-Volk zu verwandeln. Wir müssen unser Land retten und unseren Feind vernichten.’* Nasser definierte hierauf, was er unter „positiver Neutralität” verstehe, nämlich: „Wenn uns einer auf eine Wange schlägt, werden wir ihm an die Gurgel springen.“ solange er noch seine schwarze SS-Uniform trug ^und vom sicheren Port aus; andere, Millionen in den Tod! jagte. I Niemand hat behauptet dass ein Himmler oder Hey. drich, ein Gering, Goebbels 'oder sonstige NS-Grössen jemals persönlich die Mordwaffe gegen eines ihrer Opfer gerichtet haben würden. Nein, das hatten sie auch nicht nötig! Dennoch sind sie tausend- und millionenfach schuldig am Tod unschuldiger Menschen, da sie ihre SA- und SS.Trabanten, da sie elende Sklavenseelen gedungen, verpflichtet und aufgesetzt haben, die Massenmorde zu begehen. Im tibrigeh liegen gerade im Fall Eichmann genügend Informationen ' und Befehle vor, die von ihm gegeben worden sind, Instruktionen und Anordnungen, die deutlich erkennen lassen, welche Machtiunktionen er gehabt und in einer wie schändli. chen Weise er sie ausgenutzt hat. H. Vor kurzem wurde ein Albert Layer angeklagt, der in Hannover als Kaufmann lebt, in der rühmlosen Zeit des Dritten Reiches aber SS- Aufseher im KZ Gross Rosen (Niederschlesien) gewesen ist. Gross Rosen war ein übles Konzentrationslager, von dem aus auch Kommandi in die in der Nähe gelegenen Fabrikanlagen von Krupp geschickt wurden. Man sieht, dass diese KZ nicht nur dazu bestimmt gewesen sind, Terror und Schrecken, Tod und Vernichtung zu bringen, sondern auch eine „ökonomische Auf. gäbe” während des braunen Regimes lösen sollten: Sklavenarbeit für die Kriegsindustrie. Die Anklage gegen Layer lautete auf 14 Morde, einen Totschlag, 27 fahrlässige Tötungen, Beihilfe in 261 Fäl. len zum Mord. Und so etwas fangen, dem er miUeilte. er sei bereit, die Verteidigung zu übei nehmen, doch sei ihm dies nur möglich, wenn die Regierung Israels die Kosten und Honorare tragen würde. Dr. Servatius übergab Dr. Hausner ein Schreiben an Justizminister Pmchas Rosen, in dem er suseinandersetzt, er verfüge über keine Quellen zur Deckung seiner Kosten und brauche ausserdem einen Sekretär. Das Schreiben spricht von einer Erklärung, die Eichmann an. scheinend in Buenos Aires abgegeben hat, in der er sich bereit erklärt, vor einem Gericht zu erscheinen, wenn man ihm einen Verteidiger stellen würde. Der Generalstaatsanwalt versprach, den Fall zu prüfen und eine schnelle Antwort zu erteilen. (ITA); Israelisches Schiff in Guatemala Guatemala. — Der is- | raelische Frachter „Jehuda” lief den Hafen von Champerico an. Damit hat zum ersten Mal ein israelisches Schiff dieses Land besucht, nach dem die Z1M von jetzt ah monatlich eines ihrer Schiffe senden wird. Der israelische Botschafter Joshue Shai und Mitglieder der Botschaft erwarteten den Frachter bei seiner Einfahrt. (ITA) lebt als Kaufmann in einer Stadt, ruhig und unangefochten bis ztom Jahr 1960. Layer soll nach der Anklage zwei Häftlinge des KZ wegen angeblicher Disziplinwidrigkeiten in einen 100 Meter tiefen Steinbruch gestossen haben. Sieben Häftlinge sollen dadurch ums Leben gekommen sein, dass Layer ihre Mützen hinter die SS-Postenkette geworfen und seine unglücklichen Opfer veranlasst haben soll, ihre Mützen zurückzuholen. Dabei wurden sie dann von den Posten wegen Ueberschreitens der Postengrenze befehlsgemäss erschossenO). Immer ging es nach Befehl. Alle Befehle waren bereits so fein aufeinander abgestimmt, dass das Opfer des NS.Reiehes den Tod fand. Aber alle Schergen, die ihrer Gehorsamspflicht naehkarnen, um hieraus ihre persönlichen Vorteile zü ziehen, berufen sich heute auf jene Befehle, die nur möglich wurden, weil sich Verbrecher fanden, die sie ausführten. .. Aber Kaufmann Layer, der sich heute vielleicht auch mit einer Intensivierung des Osthandels beschäftigt, — wir wissen es nicht —, hat sich damals nicht gescheut, die grössten Barbareien auszuführen, Ihm wird zur Last gelegt, gemeinschaftlich mit zwei anderen SS-Kumpanen fünf russische Kriegsgefangene so lange mit Füssen getreten zu haben, bis sie tot gewesen sind... Einen Häft- M. ASHER Keine Zukunft fuer die Juden London. — Das hiesige Informationsbüro des Jüdischen Weltkongresses veröffentlichte eine Erklärung. die der Mapai-Führer aus Israel Dr. B. Frimer. vor kurzem über die Lage der Juden in Kuba abgegeben hatte. Ueber diese Eikläiung war von der pariser Zeitung „Unser Wort” beuchtet worden. Nach der angegebenen Quelle äusserte Dr, Fnmer nach einer Reise durch verschiedene lateinamerikanische Länder, darunter Kuba, er habe m diesem Land keine Anzeichen von Antisemitismus vorgefunden, doch die Nationalisierung hat unter der kubanischen jüdischen Gemeinde so grosse Schäden angerichtet, dass diese sich am Rande der Armut befindet. Die Krise könne jedoch gute Resultate zeitigen, wenn sich die kubanischen Juden entscbliesscn würden, nach Israel auszuwandern, so bemerkte Dr, Frimer. Und nachdem er festgestelit halte, dass „es für die Juden in Kuba keine Zukunft gibt”, schloss er mit der Aufforderung an sie, nach dem jüdischer Staat auszuwandern. Er wandte sich in diesem Sinne im besonderen an die Jugfend. M. ASHER ling, der in dem eletktrisch geladenen Zaun hing, hat Layer erschossen, wie von Zeugen erklärt wurde. Natürlich ist es heute sehr schwer, den geschlossenen Beweis für die Verbrechen dieses wie vieler anderen Schinder zu erbringen. Die Opfer sind tot, sie können nichts mehr darüber sagen, in welcher Weise sie geschunden und gemordet worden sind. Die überlebenden Lagerinsassen können mitunter auch nicht mehr mit der gewünschten Genauigkeit jede Einzelheit schildern. Hier liegt die grosse Chance der Verbrecher, sich zu verschanzen. Aber in den meisten Fällen ist es bisher doch gelungen, die hinreichenden Beweise beizubringen, die untrüglich die Schuld der Verantwortlichen erbracht haben. Die fahrlässigen Tötungen, die der Kaufmann Layer begangen hat, sollen durch Knüppelschläge, Fusstritte und Schläge mit einem Ochsenziemer geschehen sein. Warum diese Tötungsform als „fahrlässig” bezeichnet und demzufolge als eine weniger schwere Straftat betrachtet werden sollte, ist nicht einzusehen. Wer auf Menschen mit dem Ochsenziemer einschlägt, darf wohl damit rechnen, dass seine Opfer an den Folgen dieser Misshandlungen zugrunde gehen. Hinzukommt, dass dieser feine Herr die Zustände im Lager kannte und wusste, dass die Misshandelten nicht die Möglichkeit ärztlicher Betreuung gehabt haben und noch nicht einmal sachgemäss verbunden wurden. Dieses Vorgehen der gerichtlichen Behörden muss demzufolge befitmaend wirken. Die Anklage lautete ausserdem auch auf Beihilfe zum Mord. Man hat nicht mehr feststellen können, in w'elchen Fällen sich Layer schuldig gemacht hat. So hat man wenigstens das Mindestmass seiner Verantwortung angesetzt: Beihilfe zum Mord in 261 Fällen... III. Höherer Befehl und mangelndes Erinnerungsvermögen sind die beliebtesten Verteidigungsmittel der Naziverbrecher. Ausnahmswei. se tritt dann wieder ein Mann vor die Schranken der Gerichte, der wenigstens so viel Mut besitzt, um zu seinen Schandtaten zu stehen. Natürlich wendet er auch ein, auf Befehl gehandelt zu haben. Aber er sagt doch, dass er diese Verbrechen beging. Auch das ist sehr selten. Richter und Staatsanwälte, Polizei und Journalisten, alle, die mit solchen Prozessen von Amts wegen zu tun haben, mussten dieselben Erfahrungen machen und die gleichen Feststellungen treffen. Ein Beispiel hierfür war auch der Sachscnhausen.Prozess. Saehsenhausen war ei- (Schluss auf Seite 2) VON DER Jüdischen Wochenschau Unser Büro ist in der Zeit vom l. Januar bis 15- Januar nur für Eilfälle (Reklamationen, dringende Auskünfte, Anzeigen) geöffnet Wir bitten hfl., hiervon Kenntnis nehmen zu wollen.

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