Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1838 (23.12.1960)
- Date
- 1960-12-23
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, 23 de Diciembre I960 LU SEMANA ISRAELITA Ano XXL — N». 1B3» — S n £ba% K>* i,,! G% >er pISespri>> « Pre,s. der Voft 2*^5 3«tiveo 0; A^í¡nie0( ier AMu es At>sel% 7 «« Mai. U™1&A ¿ t;Bl » Jtrisu,a dlen*Nfo. e“aG'®e¿ Abrabam jr ^a*, bei. senschaftij^ ^Miaiea-a, Stiftung, [¡jg »urfe “bilich zeba 1 vo®»att». îsensciiâftücbe í'wsehufl^ S^Söüwäriig ^isseoscflaftr stellt, írtem le Debergabe i -Dr, Alberto ninguez faa4 1 4« Afgenti, «ascbaftbehea m jen ■inl»escitlagB»b«- >reiTi Koppel* lina ****** ni «s It*** U»% 1>> Vor 20 Jahren in Karlsruhe Ich wohnte Ende 1940 bei der Familie einer Kollegin, die beim Israelitischen Wohlfahrtsbund — einer Abteilung der Jüdischen Gemeinde Ka rlsruhe — arbeitete. Der Vater der Kollegin war „Mmjatunann.“', Am Morgen des 22. Oktober 1940 gegen 7.30 Uhr kam ein Gestapobeamter an die Womiungstür und erklärte dem Oeffnetiden, dass die Familie das Haus nicht verlassen dürfte, bis sie weitere-Weisung bekäme. Ich hörte dies von meinem Zimmer aus und fragte-den Beamten, ob diese BG56 HEMDEN Aus -Deutschland, Nordamerika -und England .Weisung auch die Untermie: 'ter betreffe. Er antwortete, 'er habe nur Befehl, der Fa- ■inilie des Mieters dies zu be- Istelien. Daraufhin begab ich -mich sofort ins Gemeindejbüro. Unterwegs traf ich einige „Minjanmänner", die! mir erzählten, dass man kei- 'nen Gottesdienst abgehalten, 'sondern Weisung bekommen Ihabe, in die Wohnungen zu-! rückzugehen und dort zu j warten. j Nach etwa einer Stunde kam ein mir bekannter Geistapomann in Begleitung eines zweiten Beamten und erklärte uns, dass wir ihm die Kasse zu übergeben, un. sere eigenen Sachen zusammenzupacken, nach Hause zu gehen und dort zu bleiben hätten, bis wir weitere Weisung erhielten. Er ^zählte die Kasse, übernahm den Kassenschrank - Schlüssel- und schloss hinter uns;öas Büro ab, ohne uns eine Erklärung zu geben. Ich hatjtediesmal — zum Untersc-hied vom 10. November ten. Auch für zwei Tage Verpflegung sollte man mttnehmen. .. Auf dem Bahnhof hatte sich eine grosse Menschenmenge angesammelt. Wir harrten dort, auf dem Gepäck sitzend, der Dinge, die kommen mussten. Im Laufe des Tages kamen immer mehr Gruppen, bis, m.t Ausnahme der nicht Transportfähigen, die ganze Gemeinde, etwa 900 Seelen, versammelt war. Ich hörte, dass zwei Frauen versucht ¡hätten, dem Transport durch I Einnehmen von Gift zu-entgehen. Man brachte beide sofort ins Städtische Kran-- ikenhaus I KWG TBVX 1938* — das Büro zum letzten Mat-gesehen. Zu Hause begann ich einen kleinen Koffer mit wichtigsten Dingen zu packen. Je- ©asweltberühmte Sport- ^4er vermutete,- dass wir nach hemd, nicht zu -biii Polen -deportiert werden SM*1.$ i würden,- da wir daran dach- 1' DA CB. GM , [ten, dass etwa drei viertel Sporthemd, w-eiss, nicht zu j^hre zuvordie Stettiner Gebügelt» .$ 350.— meinde nach Lublin depor- PACRON , .langer Arm,-nicht■ zu hü ' geh».- - **75.- ENGLISCH BATIST federleicht .... $ 460,— -In Gesehenknackung &vMcn Ihr Wäscheausstatter I tiert worden war. I Nach weiteren 11/2 Stunden. kamen dieselben Gestapobeamten in die Wohnung. -Meine Kollegin musste in das Büro des Wohlfahrtsbundes gehen und ebenfalls die Kasse abergeben. Als sie zu- 1 rückkü«». erklxrte uns der Beamte, dass jede Person 100 Mark und 50 kg Gepäck mi-tnehmen dürfe: wer mehr Geld-zu Hause habe, müsse es abgeben. Die Beamten hatten* vorgedruckte Verträge bei sich. In diesen Ver- . Maipú 484 I. Maipú 982 tf ai Vßdr trägen wurde nur der- Betrag Tr'ii'iWM:ausgefiiUt’ den man anßab ‘ " j und welchen Wert die zurückgelassenen Sachen batt> M- Flamm unter Aufsicht I. Ehrw., der Rabbiner Dr. J. Fink und Dr. J. Oppenheimer CHASCOMUS — Córdoba 38 - ik l QUADER. VOM STRAND 3! |» ¿►ZIMMER. 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Alles stand vor dem Eisenbahnwagen, ¡kein Wort wurde gesprochen ¡Plötzlich ertönte-der Lauitsprecher, -und langsam und •I deutlich kam der Befehl: j „Juden des Bahnsteigs 1 zu-! rücktreten, da,s Gepäck zum ¡Gepäckwagen tragen.“ Wer ■nur einen Koupeekoffer hatte. durfte ihn ins Abteil mitnehmen. Wohl jeder glaubte, dass er das abgegebene Gepäck nie Wiedersehen werde aber es begleitete uns bis zu unserem Bestimmungsort. I Dann wieder der Lautsprecher: „Juden des Bahnsteiges 1 einsteigen!‘* Ich war j-stolz auf unsere Gemeinde, ‘ruhig und gelassen-stieg jeder ein. kein Wort, keine iTr ine fiel. Das war der Al» schied von einer Stadt, in der man gelebt, gearbeitet und gelitten hatte. | Im letzten Augenblick kam j in höchster Eite unser Gei meindevorsteher und seine Frau, Auch sie hatten den ¡Befehl erhalten, in ihrer [Wohnung auf weitere Wei | sung zu warten, doch hatte '■man sie vergessen. Als es Abend wurde und sie befürchteten, allein Zurückbleiben zu müssen, machten sie sich allein auf den Weg zum Bahnhof. Gespannt, mi 1 klopfendem Herzen, wartete« wir auf das Anriicken des Zuges. Welche Richtung wird er NEU EKOEFFNET LA CHAUX DE FONDS Grosse Auswahl in SCHMUCK UND UHREN aller Marken — Eigene Werksta.it fiir Reparaturen mit G .rantie. Geschenkartikel SUCRE 2377 TE.: 76.5603 Foto Kasjer AVDA. J. B. Justo 4363 T. E. 59 . 9105 FUER ALLE FESTLICHKEITEN nehmen? Fährt ar in Richtung Durlach — so ist es Polen; fährt er in Richtung Beiden . Baden. — so ist es der Süden. Wer, der nicht dabei war, kann diese Schreckenssekunden nachfühlen! Der Zug rückte an, vor und zurück unc fuhr — in Richtung Baden-Baden. Ein befreites Aufatmen ging trotz des ungewissen Zieles durch die Abteile. Den ersten Aufenthalt gab es, als wir nachts um 12 Uhr über den Rhein nach Mühlhausen kamen. Hier erhielten die inzwischen gewählten Obmänner der W.-ggons die Order, von jedem Einzelnen 100 RM einzusammeln und sie in Francs umzuwechseln. Gleiehzeitg ging pausenlos - der Lautsprecher: „Wer mehr als HW RM hat, wird erschlossen.“ Wir fuhren drei Tage und drei Nachte durch Frankreich, 'auf den Bahnhöfen stundenlang hin- und hergeschoben, bis ein freies Geleise zur Verfügung Stand. Kurz vor Ankunft an der Demarkationslinie zwischen dein besetzten und den -unbesetzten Teilen Frankreichs kam - der Befehl, die Fenster zu seblies- Ise«,- und die Vorhängevorzuziehen. Stunden Sassen-wir so, endlich ging der Zug weiter,-und wir wagte«-die Fenster koehzuziehen. Die SS-ßegleifcm-annscha ft hatte u»is verlassen, wir fuhren ohne sie weiter. Der -grösste Teil unserer Menschen war alt und krank denn man hatte auch die Altersheime geleert. D»e ra t uns reisenden Aetzte hatten viel Arbeit An manchen Stationen,- an denen wir hielten, wollten uns die Franzose« nicht einmal unsere Wasserflaschen füllen, sie verstanden nicht, dass wir arme vertriebene Menschen waren, für sie waren wir „Boches“. Am dritten Reisetag kamen wir in Oloron an, einer kleinen Bahnstation in Süd- /rankreicb Es regnete in Strömen Wir wurden ir» Lastwagen verfrachtet, wer Glück hatte, kam in einen gedeckten die übrigen aber bei strömendem Regen in offene Wagen. Wir landeten •im Läger von Gurs. Das Lager machte auf uns .einen furchtbaren Eindruck. Die Baracken wirkten s^hr niedrig, da die schrägen Dächer fast bis zum Boden reichten; sie waren ohne Fenster, nur mit kleinen Holzluken vesehen. Der Lehmboden -war zon dem 'schon lange anhaltenden Regen vollkommen aufgewe cht I und man versank bis zu den | Knien ein. | Im Lager war nichts für ¡die Menschenmenge vorbeireitet. die aus dem ganzen ■Land Baden und Pfalz zum! selben Zeitpunkt eintraf: ■ kein Strehsack. keine Decke : war vorhanden. Die Franzosen behaupteten, von diesem Transport überrascht worden m sein. Unsere Koffer wur- ¡den uns in O'.oron-. abgenommen: sie wurden zusammen transportiert, lagen tagelang |im Regen auf aufgeweichtem 'Boden unter-freien* ¡Himmel, und es war wieder Glückssache, wenn -einem der Kof- ■ fer zwar aufg weicht., aber -di>ch immerhin zugestellt; wurde. j So begann unsere Leidenszeit in Guts. Else fCotkowskr, Jerusalem Wieder eitft Nazi - verhaftet Hamburg. — Riehard:Baer, der letzte Kommandant -des Todeslagers Auschwitz, wurde hier -verhaftet. Er war Mitglied von Hitlers Elitegar de. (ITA) Bann und Wien verhandeln Bonn. Aus politiicheii Quelle»» verlautet, dass - über die Zahlung von Entschädigungen im- Januar 19»»1 zwischen den beiden Regierungen er neut verhandelt -werden soll. Die Verhandlungen wegen eines deutsche« Beitrags zu einen. ► öster. reichischen Entschädi gungs-Fonds für-die Na zi opfer in Oestei reich sind vor über einem Jahr unterbrochen worden, weil die deutsche Regie rung behauptet , dass Oesterreich mit Hitler zusammengearbeitet; bat und seine eigenen Wa«-»- opfer entschädige« muss 'Wie es "heisst, hat Deutschland-die Zahkmg einer Pauschal-Sotsebfcdigurtg von 250- MiMiomm Mark - «-»geboten. -HTA> Französischen Dementi Paris. — Die französischen Behörden von Algier h*»l>en in einem-offizicHeu Cemmu- Inique dementiert, dass Jude»» i bei den * kkrziiehen - »eakij sehen Unruhen wiis heben ¡gekommen seien 'Wie es heisst, soll eine-wnbefcimnte Zahl-von Jtrden bei-den Zu- »ammenstössen leicht 'verwundet worden-sein. HTA) Privatbank in Petach Tikwa Tel Aviv. — Als erste Pri-. vathank hat die Feuchtwangertoank in Petach Tikwa eine Niederlassung eröffnet. -— I1A-WZ) $ KA WIEDER VERKAEUFER — ALLE NEU AUSGA¬ BEN ZUM OFFIZIELLEN PREIS Agencia Filatélica cficial del Estado de Israel, VIAMONTE 550. f/B — Buenos Aire». Rep Argentina ^ZZZ2?^SmZ^Æ^7//2rV/77777r/727//////W///W///?7^W///T/m/77///m///% KAYi H ITH :=> c DIE BRUECKE ZWISCHEN UNS UND ISRAEL IST DIE BLAUE BUECHSE DES KKL