Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1837 (20.12.1960)
- Date
- 1960-12-20
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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KUNST Gespraech mit einem er Journalisten . Jüdiscl>«r Modeln hf! er3chien Ïd?‘tUng in ,im ***\ ff. DlasPota Ule sprachli. äPliische Ver- Zeitungeri 1 krael) kt Prozent 33.57 % 30.42 % 14.88 % 5.59% 4.72 % 3,32 % 7.70 % 100.00 % Prozent 14.07 % 3,76% 46,68 % 1,40 % 1.66% 24.59 % 10,34 % 100.00 % nsame Fragen dische Presse ■nalisten von 1. zu erörtern FRAENKEL und einer Lösung zuzuführen. Wer ist ein jüdischer Journalist? Die Definition darf keine zu komplizierte sein, und mau könnte sagen: ein jüdischer Journalist ist der, der über jüdische Angelegenheiten — in welcher Sprache auch immer — schreibt. Auch für Journalisten, die für nicht jüdische Zeitungen schreiben, soll Raum in einem Weitverband jüdischer Journalisten sein, im Falle sie sich als jüdische Journalisten betrachten. Ein Mitarbeiter einer nichtjüdischen Zeitung, der über die UN, Antisemitismus, Araber oder Diskriminierung schreibt- — wer könnte vermeiden, dass derartige Artikel oder Berichte nicht auch „zu jüdischen Angelegenheiten*- gehören? Diesbezügliche Bestimmungen werden mit der Zeit festgelegt werden. Professionelle Journalisten werden ordentliche Mitglieder, andere, die nicht allein, vom Journalismus ihr Haupteinkommen erhalten, werden als assoziierte Mit. glieder aufgenommen werden. Ein aktiver Weltverband könnte in kurzer Zeit einige Tausend ordentliche und assoziierte Mitglieder haben. Eine derartige Organisation würde eine neue. Farssell und Ragnar Ttaoursie tum nur die allerwichtigsten zu nennen). Thoursie allerdings — das darf man bekennen, ohne ihre übrigen Freunde zu kränken — fühlt Nelly Sachs sich wohl am meisten verbunden. ,.Was ihn besonders auszeiehnet, ist der doppelte Reichtum seiner Begabung — die visionäre Phantasie und der abkleidende Intellekt, der das feinste spinnwebdiinne Seelenmuster vibrierend nachzeichnet“ (Nelly Sachs); Thoursie ist ein Flüchtling, dem man die Flucht nicht ansieht, ein Dichter, der das Kopfüber der Welt mit einer erschreckenden Trockenheit notiert — Thoursie lebt als Soziologe —, auch er ist ein Mystiker der „heiligen Nüchternheit“, ein Mystiker der Dinge vor allem, ver_ wandt also René Char und mehr noch Francis Ponge, die mit jedem neuen Wort aufs neue bis hinter die Sintflut zucückgeht und die Reinheit des Anfangs zu erzwingen, die Reinheit des „am Anfang war das Wort“; sie machen die Dinge wieder wortlos, um sie dann neu zu benennen - - so auch Thoursie, und näher kann man Nelly Sachs gar nicht verwandt sein. „Anstelle von Heimat halte ich die Verwandlungen der Welt“, wer so mit Nelly Sachs sagen kann, ist ihr schon im Geiste verschwistert. ur.d Geschwister sind cs denn auch, die Nelly Sachs ¡m hohen Norden ehrten. als s e ihr ihren Preis verliehen, ihr damit für die Ehre dankten, mit der sie sie beschenkte, indem sie alle al« ihre Geschwister mit in ihr eigenes Wort, mit in die deutsche Sprache.-mit in ss sie eigenen necnen. doch zusampe 1949 (die isten Talente ren Lyrik in gleichen sie Feuer dem obwohl entverschiede-'en mit versuiie-;, sind beide in dem Sinheilige Nöck- Kafkas seeverwandt sie ■rling ® Naeimnisses zer- Ulelly Sachs1. Glaube hält vo man die ich 11®, weji noch Mardenen Lindenberg ausgin* nstler ist vor «zischen d!B und dem Un- ¡tellt“. konsh- , und fragt: ’der Dichter eser Welt Bechtsverstet witterten Ge- Nirgendwohin. achtlos, Jft® Randnier?»cn, ischblut »J . und Fluchtübe1 er, ■rsetzte: ■eichen rieren *** Ln rrf und 7 Risa schöpferische Kraft im jüdischen Leben und eine leuchtende Fackel zwischen Dia ♦'ora und Israel darstelleu. In Israel existiert ein starker Verband der Journalisten, aber in der Diaspora sind etwa 75 % der jüdischen Journalisten überhaupt nicht organisiert. In New York, Paris, Buenos Aires, London und in einigen anderen Städten gibt es zwar lokale Verbände der Journalisten, hauptsächlich der jiddischen Journalisten, aber die grosse Mehrheit ist nicht erfasst. Vor einigen Monaten wurden Verbände in Genf und in Brüssel gegründet. Ein Weltverband würde lokale Verbände beleben, ihnen Inhalt geben und neue in Ländern, wo noch keine da sind, schaffen. Ein Welt verband müsste in Israel oder anderswo ein Seminar zur Heranbildung von jungen Journalisten eröffnen. Es genügt nicht, eine gute Feder zu haben und ein Vielschreiber zu sein. In einem Seminar wird es seine Pflicht sein, sich jüdische Kenntnisse aneignen. Er müsste in der Gesamtheit der jüdischen Wissenschaften. in allen wichtigen Problemen Israels und der Dias, pera, der jüdischen Parteien und Organisationen bewandert sein. Ein Weitverband sollt« ein „Haus der jüdischen Presse“ eröffnen. Tausende Zeitungen, die seit 1678 gegründet wurden, stellten mit der Zeii ihr Erscheinen ein. Ausserdem hatten die Nazis die jüdischen Zeitungen mehrerer Länder vernichtet. Man müsste diese Zeitungen in einem „Haus der jüdischen Presse“ sammeln London hat ein „Colindaie“ und Israel soll ein ein „Haus der jüdischen Presse“ haben. Es sind Pläne vorhanden, um ein Institut zur Forschung und Förderung des jüdischen Journalismus zu eröffnen, um einen Hilfsfonds für notleidende Journalisten oder für ihre Witwen und Waisen zu gründen und um eine Zeitschrift „Der jüdische Journalist“ herauszugeben. Ein Weitverband wird ermutigen und wachen, dass im jüdischen Journalismus ein hoher Standard eingehalten werde. Abgesehen von professionellen Angelegenheiten wird ein Weltverband auch kulturelle Aufgaben übernehmen müssen, Journalisten müssten wirksamer im tagtäglichen jüdischen Leben auftreten. Insbesondere in den Ländern der Diaspora fehlen Mitarbeiter, um „Jiddischkeit“ zu stärken. Einst waren die jüdischen Journalisten In einer der Hauptstrassen Tel Avivs gibt es viele hübsche Läden. Buchhandlungen wechseln mit Modegeschäften arb. Hier reiht sich ein Künstlercafe an das andere. Die neun Monate lachende Sonne ladet zum Sitzen auf der Strasse ein Fröhliche, schwatzende Jugend, gesetztes Mittelalter... b;s über die Geisterstunde rrgt sich und flaniert die Menge. Aber auch' manche Gemäldegalerie. mancher geschmackvolle Bücheriadeu lockt mit Bücher ., Kunstgegenständen. Bildern. Etwas abseits des Trubels sitze ich in einer der kleinen Galerien und erfreue mich an Bildern, die trotz modernster Farben gegenständl.ch wirken. Samuel S. Zulkis, geboren 1895. lebte und studierte in Berlin u. a. bei A. Kampf Malerei, wandte sich später der Medizin, Philosophie und Kunstgeschichte zu unter Bode, Friedländer, Wölflin. 1933 wanderte er nach Palästina aus und lies sich zuerst als Kiefernehirurg nieder, gründete zusammen mit der wiener Malerin E, Herrmann eine Kunstschule, um sich seit 1948 ganz der Malerei zuzuwenden. Er machte seine Wohnung zu einem Studio, um hiesigen Malern und Malerinnen Gelegenheit zu Ausstellungen zu geben und gründete ein eigenes Studio. Erfolgreiche Ausstellungen ia New York in der berühmten Arts Galery machten ihn weit über seine neue Heimat bekannt, so auch in Schweden und anderen europäischen Staaten. 1956 folgte er einer Einladung der Wiener Kunstakademie, die ihn vergeblich ersuchte, doch sich wieder in Europa, d. h. Wien, niederzulassen. Hier zeigte er auch seine in -den letzten Jahren entstammest nur die Schöpfer von neuen Parteien und Otganisationen, nicht nur die Verkünder von neuen Ideen und Idealen, aber auch Lehrer und Kulturträger. Sie waren die Verteidiger jüdischer Rechte, der jiid-:schen Einheit. warnten vor drohende« Gefahren und bekämpften die Assimilation, Sie müssten es wieder werden und noch höher streben. Es genügt nicht, dass sie beim Schreibtisch sitzen und Artikel schreiben, sie mussten wieder aktiv und führend im jüdischen Leben eingreifen. Das jüdische Volk benötigt neue, produktive Kräfte, und diese zu erfassen, wird die Hauptaufgabe des Weltverbandes der jüdischen Journalisten sein. Gerschon Äcpron Preis Der Gerschon Agron Preis wird in Höhe von 1000 IL für den besten Artikel über Jerusalem ausgerichtet. Der Artikel muss zwischen September 1955 und November 1900 geschrieben worden sein. flOtZÎê inssf®’ Lars ihr eigenes Leben aufnahm. Die BARMIZWAH unseres Sohnes DANIEL EDUARDO findet s. G. w. am Schabbat, den 24. Dezember 1969, um 8 Uhr 39 in der Synagoge Bet Israel, Conde 1345. statt Fafeio PL?!; und Frau EUi geb. Lipka Buenos Aires, Carlos A. Löpez 3826 denen Bilder, 30 Oeigemälde. Und nun wollen wir den Künstler selbst sprechen lassen: „Paris, die Stadt, der Maler, ist von der g:genstandslosen Malerei zum Gegenständlichen zurüekgekehrt. Die grossen Galerien führen heute nicht mehr abstrakte Kunst wie sie Mathieu, das Haupt dieser Richtung, propagierte. Die Entwicklung der gegenstandslosen Kunst ist der Ausdruck eines absoluten Defaitismus, Die jetzt malende Jugend sieht keine Entwicklungsmögkchkeiten mehr in der abstrakten Kunst. Eine emotionell positive Einstellung tritt an die Stelle des früheren Ideals. Ich selbst bm positiv zum Leben eingestellt, ein Schüler des Philosophen Jaspers und bejahe das Leben." Diese Lebensphilosoph ia findet ihren Ausdruck in einer sehr gewählten eindrucksvollen Ausstellung, die wir jetzt zu sehen bekamen. Uns spricht die männliche Pinrelf'ihrung unterstützt von kräftigen Farben bei diesen Gemälden an. Nichts Gewollte-, nic'ts Krankhaftes. Wir sehen das alte, romantische Jaffa, bevor es modern wurde, die alten Viertel Jerusalems plastisch in Farben dargestellt, sodass wir meinen und wünschen, in diesen winkligen Gässchen herumzoschlendem. an diesen alten, jahrtauseodleatte« Haas: uou vot überzugehen Einem F lau.. enfkt können wir unsere bk*- wundsrung nicht versaget»; eine mit festen Stichen festgehaltene Frauengestalt ze.gt den geborenen Graph trer. Wir gehen rmt dem Gefühl heraus, einem gr->Saen Kim ,tler oegegnet zu setn und können nur wünschen jiid boff-n. dass in seinem „Studio 97", wie er sein Atelier nennt, junge Künstler aalt gesunden Empfindungen nerangezogen werden, fern aller krankhaften Empf .«düngen, wie sie oft der heutige« Jugend anhafte«. ESTER, Tel Aviv eck Institut sucht folgende Jahrgänge der Allgemeinen Zeitung des Judentums 58. Jahrgang. 1874 49. Jahrgang. 1885 50. Jahrgang. 1880 52. Jahrgang. 1888 55. Jahrgang... 1889 Wer diese Jahrgänge besitzt oder wer auch nur einen der genannten Bände hat, wird gebeten, der Redaktion der JÜEDISCHEN WOCHENSCHAU hiervon Mitteilung zu machen (Buenos Aires, Pueyrredon 2190, Tel.: 85-2615) PUBLIKATIONEN DBS IFO BAECK INSTITUTES SCHRIFTENREIHE WISSENSCHAFTLICHER ABHANDLUNG«! DES LEO BAECK INSTITUTES J. C7B. MOHR (PAUL SI8BECK1 TU EBINGEN 1 S. ADLER-RUDEL OSTJUDEN IN DEUTSCHLAND 1880 — 1940 ZUGLEICH EINE GESCHICHTE DER ORGANISATIONEN, DIE SIE BETREU¬ TEN, MIT EINEM GELEITWORT VON St EGE RIED MOSES Eine materiatreiche sozialpolitische Studie über dar W a« der Schicksal emei jüdtschen Gruppe im Schatten des Antisemitismus- und tweier Weltkriege. -*- l ERNST SIMON AUFBAU UNTERGANG JUEDISCHE ER W ACHSEN ENBILDUNO IM NATION Al^SOZiALiSTISCHEK DEUTSCHLAND ALS GEISTIGER WIDERSTAND Eine Darstellung de« einzigartigen Kampfes der deutscoee Juden uir Selbstbehauptung durch die Macht der Bildung angesicn»? Q6r drohenden Vernichtung durch physische Gewalt. -W- 3 MARGARETE SUSMAN Die geistige Gestalt Georg Simmels Eine Würdigung und Deutung des ailz-u wenig bekannten Gedankenguts des Metaphys,kers. Gesehichtsphilosophen und Soziologen — zugleich ein Denkmal der greisen Schülerin und Freundin für Simmel WERDE AUCH DU MITGLIED des Leo ßaeck-Instituts Anmeldungen im Büro der JÜEDISCHEN WOCHENSCHAU Pueyrredda tlüP. 1® Uq. («3 3513^