Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1836 (16.12.1960)
- Date
- 1960-12-16
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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#s* PS! FRANQUEOPA&ADO C«ncMita 908 c S a ô es < ö TARIFA REDUCIDA Confesión 1629 Año XXI. BUENOS AIRES, VIERNES 16 DE DICIEMBRE DE 1960 No. 1836 EL EJEMPLAR en Ioda la República 3, Buenos Aires PUEYRREDON 2190 19 Uq. T. E. 83 . 2613 Durch die grossen Welter- «¿gnisse fast unbemerkt hat sich kürzlich in der arabischem Welt eine Wendung ergeben, die nicht nur von ausserordentlicher Bedeutung für diese Zone, für die Araber selbst und auch für Israel sein kann, sondern, wenn sie sich folgerichtig «ntwickeln' sollte, auch für fflie ganze Welt ins Gewicht lallen würde. Trahsjordanien und Irak haben trotz der tiefgehenden - . Differenzen zwischen den beiden Ländern, angesichts der bestehenden Situation und in ganz richtiger Einschätzung der Lage im Mittleren Osten beschlossen, eine Annäherung zu versuchen, und das Endziel ist zweifellos die Schaffung eines starken und bedeutsamen Gegengewichts gegen den „Führer aller Araber?, Abdel Nasser. Schon ■ allein die Tatsache, dass Hussein von Transjordanien es für notwendig befunden hatte, in New York bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen persönlich aufzutreten, bewies, dass die Araber keineswegs gewillt waren, Nasser allein die internationale Bühne zu Überlassen, um dort im Namen aller arabischen Staaten aufzutreten-. Hussein war sich-aber darüber klar; dass Transjordaoien' allein nicht Imstande ist, das Gegengewicht zu der VAR zu bilden, ■ das notwendig sein wird, wenn man 'beweisen will. Nasser sei nicht der einzige Repräsentant der Araber. Da General Kassem in New York nicht ahwesend war, wurde Hussein, ohne diesen Tatbestand ausdrücklich erwähnt zu haben, zum Gegenspieler Nassers, und -sein Schachzug, gerade in efnem Augenblick, da die Versammlung noch tagte, die Annäherung an Irak bekannt zu geben, zeugt von politischem Weitblick. Es darf nicht vergessen werden, dass schliesslich die neue irakische Regierung, welche die Revolution in Bagdad durehgefiihrt hatte, dem haschc rniüschen Herrscherhaus, das zwei Throne besetzt hielt, einen tödlichen Die dritte Botschafterin Jerusalem. — Der dritte weibliche Botschafter in Israel, Francisca Hernandez Hall aus Guatemala wurde von Aussenminister Golda Meir empfangen, der sie ihre Beglaubigungs - Schreib-n überreicht.-. Frau Hall, die ihr Land bisher als diplomatische Repräsentantin vertrat, ist jetzt in den Botschafterrang erhoben worden. Ihre Kolleginnen sind Odette Carvalho aus Brasilien und Margaret Meagb«- aus Kanada HTA) Schlag versetzt hat und der Mord an König Feisal, dem Vetter Husseins, sicher nicht dazu angetan war, die persönliche' Sympathie des transjordanischen Königs für das gegenwärtige Regime in Bagdad zu stärken. Nasser aber ist bei seinen Aspirationen, der Führer aller Araber zu sein, nicht nur auf die Unterstützung seines eigenen Landes angewiesen. In alle« arabischen- Staaten gibt es Tausende von Anhängern Nassers. die in ihm schon deshalb den geeigneten Repräsentanten sehen, weil er der-stärkste Staatsmann zu sein scheint, den sie besitzen. Hussein war sich über diese Tatsache klar, als er einsah, dass nur alle anderen arabischen Staaten zusammen, als eine Einheit, die ebenfalls über Gewicht und Kraft verfügt, stark genug sein können, um Nasser entgegenzutreten. D^e einflussreichen nordamerikanischen Zeitungen' haben die Annäherung zwischen Transjordanien und Irak auch sofort in diesem Sinne interpretiert und darauf hingewiesen, dass der Libanon sich einer solchen Front durchaus anschliessen könnte, da er sich ja im Gründe von der ihn vollkommen umgebenden VAR (Syrien) ständig bedroht fühlt, auch wenn diese Bedrohung letzthin keineswegs mehr die Ausmasse hat, die einstmals vorhanden gewesen waren, bevor die Amerikaner im Libanon landeten. Saudiarabien ist bekanntlich seit längerer Zeit bereits Nasser gegenüber in eine starke Reserve gegangen. Aus der anfänglichen engen Freundschaft wurden durchaus kühle Beziehungen, die heute auf nur sehr wenigen Komponenten basieren. Man hört auch kaum von Kontakten zwischen den beiden ¡Regierungen. Der Bruch jzwischen der VAR und Pvrjsien tat das seinige, um den 'gegen Nasser ausgeriebteten ¡Mitteloef-Staaten einen starjken Bundesgenossen zu geben. der eher aus dem Zwang der Ereignisse, als aus eigener Neigung zu ihnen halten würde. Wieder einmal hat sich hier, diesmal im Irak, bewiesen, dass die objektiven Bedingungen eines Landes '■stärker sind als die subjektive Einstellung seiner Führer. Es ist kaum daran zu zweifeln, dass die heutigen Machthaber in Bagdad ursprünglich mindestens starke Sympathien für Nassers Regime gehabt haben. Die Auseinanderentwieklung erfolgte auf Grund der unausweichlichen Folgen der Gegensätze zwischen diesen Ländern, die nicht aufgrund des Regimes, sondern durch viele andere feststehende Begriffe und Tatsachen geprägt werden, die stärker jsind als das Regime selbst. Die Wiedererweckung der I Achse Bagdad-Amman ist ¡für Nasser ein ausserordentlich bedrohliches Zeichen 'am arabischen Himmel. | Israel und die Einstellung ¡zum jüdischen Staat seitens ■ beider arabischer Fronten ¡sind in diese Entwicklung ¡bisher kaum einzuschliessen. Es ist uns nur möglich, uns j vorzustellen, wie die Kluft ¡zwischen den beiden Gegen- , polen unter den Arabern 'oder sogar möglicherweise zwischen jedem einzelnen arabischen Staat und seinen Nachbarn aussehen, wie tief sie sich gestalten würde, wenn nicht die Gemeinsamkeit der Gegnerschaft zu Israel ein einziges oftmals allerdings sehr schwaches Band um all die arabischen Staaten Sehlingen würde Das bedeutet aber keineswegs, dass Israel rnit diesen Entwicklungen nichts zu tun habe oder das Geschehen an seinen Grenzen es nichts anginge. Trotz des von den Arabern errichteten dichten „Vorhanges" entlang der israelischen Grenzen — der nur für Infiltranten., Fedayin und ähnliche „Aktivisten’’ (mit Ausnahme der Schmuggler) hin und wieder gelüftet wird, bleibt die Tatsache bestehen, dass Israel in dieser Zone liegt und von allen Vorgängen betroffen werden muss. Die Erkenntnis des König Hussein, dass er, über alle Ressentiments und gefüblsmässigen Momente hinweg, mit Irak zu einem Verständnis gelangen muss, da die Lage dies erfordert, muss auch vom israelischen Standpunkt aus als positives Zeichen gewertet weiden. In demselben Augenblick, da die aiabischen Herrscher beginnen werden, die Realität vor ihre Träume und Gefühle, vor Ressentiments und j Rachegedanken zu stellen, (besteht die Möglichkeit und verstärkl sich die Hoffnung, dass sie der. Anerkennung der Realität und der nicht mehr zu ändernden, unverrückbaren Tatsache des Bestehens Israels ihre Aufmerksamkeit zuwenden und daraus die entsprechenden Schlüsse ziehen dürften Eine Erklaerung Goldmanns Jeiusaiem. •— Das Ueberemkommen, nach dem Ben Gurion vor dem Zionistenkongress im Namen der Regierung sprechen wild (ohne die Zionistische Organisation anzugieifen), wurde von. Dr Goldmann als „ein Sieg des gesunden Menschen Verstandes" bezeichnet. In einer Pressekonferenz; die durch Rundfunk übertragen wurde, erklärte GoJdmann-: „Da ich niemals gezweifelt habe, dass der Ministerpräsident ein guter Zionist ist, so war es nicht schwer, ihn davon'zu überzeugen, dass er sich in seiner Ansprache auf Fragen der jüdischen Erziehung in der Diaspora und Probleme der Alija beschränken solle. Dies dürfte als ei*i Beitrag zu den Debatten und dem Fortscbiitt des Kongresses beitragen.” Goidmann wies jedoch eneigisch die Vorwürfe Ben Gurions zurück, dass die Zionistische Organisation sichin die Alija einmische „Es trifft zu", führte er aus, „-dass es der Zionistischen Organisation, im Verein mit anderen Organisationen gelungen ist, eine Million Juden nach Israel zu bringen. Das ist ein grosses Werk, Aber solange wir mit der Masseneinwanderung beschäftigt waren, haben wir ¿ie freie Welt vernachlässigt. Jetzt, da die Masseneinwande-ung abfiaut, ist der Augenblick gekommen, die Einwanderung aus den freien Ländern zu fördern.” (ITA) UNIFORMGESETZ IN OESTERREICH Antisemitismus in Mittelafrika London. — Antisemitische Flugblätter wurden in Durban (Mittelafrika) an Autos und Schaufenster geklebt, wie jetzt hier bekannt wurde. Die Flugblätter enthielten eine „vertrauliche Mitteilung an alle Juden”, die von einem gewissen Ray Rttdman unterzeichnet war. Wien. — Seit der Hakenkreuz-Schmieraktion und der Auflösung zahlreicher neonazistischer Jugendverbände, bereitete das Innenministerium den Entwurf eines Gesetzes vor. das die Bildung rechtsradikaler Gruppen erschweren sollte. Ein Teil dieses Entwurfes; befasst sich auch mit dem Tragen uniformähnlicher Kleidungsstücke durch geschlossene Gruppen. Das Innenministerium hat den Entwurf dieses Gesetzes einigen Gremien zur Stellungnahme zugeleitet. Der österreichische Arbeiterkammertag beantragte jetzt verschiedene Verschärfungen zu diesem Entwurf. Zweck dieser Verschärfung ist, eine Regenerierung der Nazitradition zu verhindern. Die Arbeiterkammer wendet sich nicht nur gegen das Tragen von Uniformen, sondern auch gegen das Tragen einzelner Kleidungsstücke zu demonstrativen Zwecken, Es wird daran erinnert, dass in den Anfängen -der Ein brauner Fleck auf der Weste Die CDU hat den ehemaligen SS- Obersturmfiihrer Theodor Oberländer kürzlich durch einen sozusagen symbolischen Triumphbogen „voll rehabilitiert” in die Spitzenreihe ihrer Prominenten zurückkehren lassen. Und in gewissen Zeitungen wird diese moralische Wiederauferstehung des „tiefbraunen Nazis”, wie ihn der Bundeskanzler selbst bezeichnet hatte, gefeiert, als ob man einen Märtyrer vom Kreuze gelöst hätte, vom Hakenkreuze, versteht sich, an das man ihn gegen jedes Recht und gegen jede Billigkeit angenagelt hatte. Und weshalb dieses Fahnenschwen- '•en und Glockenläuten? Weil die Justizbehörde in Bonn das Verfahren ge. gen Oberländer in Sachen der Lemberger Judenmassaker des Bataillons „Nachtigall” eingestellt hat. Nehmen wir einmal als erwiesen an, dass Oberländer an den Bartholomäusnächten von Lemberg nicht beteiligt gewesen ist. Macht däs etwa aus Theodor Oberländer einen Chorvon Kurt Kaiser-Blueth knaben in bliitenweissem Unschuldshemd? — Löscht das sein verbissenes Wirken im Dienste des NS-Verbrecher-Regimes aus, macht das seine hervortretende propagandistische Tätigkeit für die Zwangsgermanisierung des slawischen Ostens mit all ihren fürchterlichen Folgen ungeschehen? — Macht das die erbärmlichen antisemitischen Aeusserungen des Obeisturmführer Oberländer ungesagt und unge. schrieben? Mit und ohne Lemberg — dieser Oberländer mit einer so abscheulichen Vergangenheit, an der der Geruch der braunen Menschen-Schlachthalle untilgbar haftet, war nicht nur eine Schande für das ganze Kabinett, in dessen Reihen er als Vertriebenenminister als Gleicher untei Gleichen amtierte, sondern auch eine Schande für die tragende Staatspartei der demokratischen deutschen Bundesrepu. biik. Wenn man von Oberländers Ministerschaft zum Glück in der Vergangenheit sprechen kann, so gehört seine Mitgliedschaft in der CDU leider noch der Gegenwart an. — Wenn ihn die Christlich-Demokratische Union schon nicht aus ihren Reihen wirft, so sollte sie ihn zum mindestens in aller Diskretion im letzten Winkel der Garderobe ablegen. Dass sie ihn so indezent feiert und geradezu demonstrativ auf die Mitgliedschaft dieses „Tiefbraunen” hinweist, zeigt, wie wenig Tiefgang tP® Demokratie im neuen Deutschland auch hat. Wie kann man eine Gesinii tig =-:ir; Hrlich ernst nehmen, die; j ei; ¡.;i die Elementargrundsätze des :•;'w jtischen Takts zu beherrschen sehe, nt?! Oberländer ist gewiss kein Rehabilitierter und noch viel weniger ein „Märtyrer”. Er bleibt ein „tiefbrauner” Bonze aus Deutschlands Schmach, vollster Zeit, der zu allem Ueberfluss noch nicht einmal ehrlich umgelernt haben dürfte. nationalsozialistischen Bewegung in Oesterreich die illegalen Gruppen demonstrativ weisse Stutzen, schwarze Hosen oder auch gleich« Binden getragen haben. Angesichts der Aktivität von Soldatenverbänden verschiedener Art, euch , von Verbänden der SS und Studentenverbindungen, die erst unlängst an. Manifestationen im Geist der verbotenen nationalsozialistischen Partei teilgenommen , haben, sei eine besondere Wachsamkeit am Platze Nur duich. ein« Verschärfung der Bestimmungen soll nach Meinung der Arbeiterkammer neonazistischen Gruppen ein Wiederauflebenerschwert odei unmöglich gemacht werden. (IPN).r ■" Passagierschiff aus Frankreich Tel Aviv. — Die israelische Schiffahrtsgesellschaft ZIM hat mit der französischen Werft Chantiers einen Vertrag über-den Bau eines Passagierschiffes von 22 000 Tonnen abgeschlossen. Der Dampfer soll im ersten Halbjahr 1963 geliefert werden und auf der Linie New York — Haifa zum Einsatz kommen. Er wird 1,100 Passagiere befördern können. Die Kosten werden auf 36 Millionen Israel-Pfund veranschlagt. (ITA) Registro de la Propiedad intelectual No. 656.635 Impreso eu la Imnrenta POLIGLOTA — Corrientes 3114 40 Jahre Histadrut Tel Aviv. — Das 40. Jubiläum der Histadrut begann mit einem Marsch von 4.000 Fackelträgern durch die Strassen von Tel Aviv. Der Generalsekretär der Histadrut, Pinchas Lavon, erwartete die Ankunft des Umzuges in der Nähe des Sitzes der Organisation. Hunderte von Feiern fanden bei dieser Gelegenheit statt. An der grössten Veranstaltung in Tel Aviv nahm Staatspräsident Ben Zwi teil. (ITA)