Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1836 (16.12.1960)
- Date
- 1960-12-16
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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Twntcii, 1$ de Diciembre de 1SR0 U SEM A ITA ISRAELITA Año XXI. — No 183« — 5 Porträts zweier Rabbiner Kürzlich war der 70. Todestag des Rabüin-ers Manuel Joel und jührte sich zum 150. Mal der Geburtstag van Rabbiner Leopold Stein. Beide Männer gefrören zu den bedeutendsten religiösen Persön hebkeiien des 10 Jahrhunderts und werden heute — leider — nur noch selten erwähnt. Ihr Lobenswerte rechtfertigt jedoch mindestens ein Gedenken an sie anlässlich besonderer Erinnerungstage MMÖfif. JOEL Dieser Mb na stammt aus Birnbaum in Posen, wo er 1826zur Wett kam. Schon frühzeitig kam er nach Schwerin (Metel.), wo> sein Vater, Heymann Joel, als Rabbiner wirtete, und unter dessen Anleitung er sich bis zum 1*. Lebensjahr gründliche Kenntnis, e in biblicber, cailfnudiseher und rabfcriisischer Literatur erworben hatte- Auch weltlich gut vorbereitet, konnte der junge Jaet balddanach se ne Reifeprüfung am Gymnasium in Pbüen bestehen., um di»«» a<* der Berliner Universität ■ ptado! Ogis ehe Stadien zu treibe®. Daneben ging die jüdisch-wissenschaftliche Weiterbildung, die m* den Grossen jener Epoche, Leopold Zuriz und Michael Sachs, sehr gefördert wurde. CEüh» Rabbi nerhcehschafe gab es datmafcx tvjehnicht.) Im. Jahre 1353 promovierte Joet in Halle, machte »uehda» Sfa»fcsexa*nen, »m an höherem Schwlerv unterrichten zu können. Dach schon; ein Jahr später folgte er eirot Ruf an das in jenem Jahr begründete „Jüdische theologische Seminar“ in Breslau »ts Lehrer für eSe klassische» Sprachen, Der Retefor der Hoehschule, der bedeutende Rabbiner Zacharias- Frankei, erkennte je doch bald die hohe Begabung Joels für das Predigen und übertrug ihm das Predigecamt in der Seminarsynagoge sowie Vorlesungen über Homiletik. Nicht lange da Rach war Dr. Joel Dozent für Religio-nsph: lo,Sophie. ur d im Jahre 186Ü wählt? ihn die Breslauer Gemeinde zu ihrem Rabbiner. wo er 26 Jahre lang, bis zu seinem allzu frühen Ende, segensreich als ftteisorgzr und Kanzeireduer wirkte. Er ist es auch gewesen. der während des schwer-n Konflikts innerhalb der Gemeinde um dr Berufung Abrahams Geigers durch die Vornehmheit seiner Gesinnung vermittelnd einereifen konnte. Doch neben seiner rabbimächen Aktivität fand Manuel Joel tiuch Zeit, steh philosophischen Fragen zuzuwenden, ein Werk zur Sp-tnozai »rschui'. g und „Beiträge zur Geschichte uer Philosophie-’ zu schreiben. Ferner griif er in ¡k» Abwehrk-ampf gegen antij-nöisehe Behauptungen ein-, und sein „Gutachten über den Talmud" bildete einen Markstein dieser Arbeit. Als er,, erst 64 Jahre alt, am 3. November 1630 starb, trauerte» um ihn auch weite nichtjüdische Kreise der Stadt Breslau. LEOPOLD STEIN Durch eine Verfügung der bayrischen Regierung vom Jahre 1826 mussten fortan die Schüler der rabbinischen Schulen neben dem Talmud auch Deutsch lernen: für die Rabbineranstellung in einer Gemeinde wurde es nunmehr Zwang, Gymnasial und Universitätsbildung vorzuweisen. Dies war praktisch das Ende der Alt-Orthodoxie, die in Rabbinern des 18. Jahrhunderts ihre Stütze hatten, ehrwürdigen, talmundisch-hochgebildeten Menschen, die aber der neuen Zeit, die sich anbahnte, verständnislos gegen iiberstanden. Eine neue Rabbinergeneration wuchs heran-, erfüllt von jüdischer und weltlicher Bildung; zu ihr gehört Leopold Stein, der vor 150 Jahren, am 5. November 1810, zu Burgreppach in Unterfranken, als Sohn eines solchen altfrommen Rabbiners zur Welt kam. der aber schon das Gymnasium zu besuchen, hatte und sich zur Würzburger Universität durchkämpte. Mit 24 Jahren erhielt dieser junge Mensch, der seine jtaimudische Ausbildung der Fürth-er Jeschiwa verdankte, sein erstes Amt als Rabbiner Mcripw 484 L TE. 37-7845 der Landgemeinde Burg- Mnipü 982 TE. 31-0357 kundstadt, wo er ein ruhiges Leben führte, was die -rabbinischen Funktionen betraf für Hwrneii irad ihre Sohne und dia gas-ewnte Äuastafftraçj ixt fsiasrtägiicher Geachenäepaefeaagr ÍM«t Ihr Wäscheaussiaiie* au in Montevideo/Uru^uav Einzelnummer 40 Centesimos Jahresabono 25.— $ urug. AVISOS Sra. Ruth Neuländer Reconquista 227 Apt, 2 Tel. 90929 ARONOS — AVISOS — COBRANZA Sra, L. Löblowitz Paraguay 1164, piso t apt. 9 Distribuidor: KIOSK TUREK Constituyentes 1757 Tel. 42-640 aber daneben als Lyriker, ‘ Dramatiker und Essayist ei-! ne umfangreiche sehritfsteiler tac he Tätigkeit entfaltete. Sein Schauspiel „Die Hasm-anaeer1' fand im Jahre 1958 eine sehr erfolgreiche Uraufführung in Mannheim. Doch aus diesem ländlichen Idyll berief ihn, im Jahre 1844 die bedeutende Gemeinde Frankfurt a. M. zu ihrem Rabbiner. Es war die Epoche der gr-.-sse-n Rabbanersynoien und der religiösen Kämpfe, zu denen Stein ein-» vermittelnde Stellung bezog. In seinem klassischen Predigtwatk ..Koheiet*’ spie-gein sich jene ersten Frankfurter Jahre wieder. Leopold Stein muss ein spraehgeWaltiger Prediger gewesen sein, erfüllt von Reichtum der Gedanken und Schönheit des Ausdrucks. Als er im Jahre 18+6 Präsident der Frankfurter Rabbi nertogung war, dürfte die3 ein- Höhepunkt seiner Wirksamkeit gewesen sein. AD aber die dramatisch-bewegten Kämpfe der vierziger Jahre zur Katas.rophe führten, »ts sich eine ort'rr doxe Separat gemeinde \ruci dar ifaupt gemeinde absplctteTte, ' nahm er, der s-ih ursprüng- . liehmehr »ul Se.ten des sehr myss vollen Zacharias Frari- ]ke! gehaPerr hatte, einen ¡mehr reformatorisehera Staird- ^u-rakf ein-, nachdem auch ’ noch interne Konflikte mit dem Vorstand h nzu gekommen waren.! Im Jahre 188? schied Stein aus dem offizielle» Rabbineramt, um sehriftstefieriseb. frei schaffen zei könne». In der Folgezeit entstand sein grosses Werk „Die Schrift des Lebens“, ein. Buch voller .Enthusiasmus und Schönheit, ein wunderbares jüdisches Lebensbeken-nt» s. Ausserdem war er noch als Lehrer an einer von ihm geschaffenen Erziehungsanstalt tätig sowie a!s unabhängiger Rabbiner einer neuen von ihm begründeten „Westend-Unioo'-Gem» nefe“, für welche er ein neueszur Reform neigendes Gebetbuch einführte, dais »her (doch eine gewisse historische Struktur und Tradition bewahrte. Im Aller von 72 Job rem ist Leopold Stein-, 1882. doh i n gegangen-, und auch er wurde in weiteste®1 Schichten betrauert | Ctsri Witte I Touristen im Ist-»et ‘ Jerusalem. — Ben Giarion wandte sich an die Fremdenverkehrs . Industrie im Land mit dem Eruschen, die Touristen so zu behänd:!», dass sie zuriiekkehren. und sie nicht „a-uszubeuten”. Er sprach auf der Eröffnung des Touristen _ Kongresses undführte aus, wichtiger als dev ökonomische Wert des- Tourismus sei die Tatsache, dass Menschen das Land kenueniernen und mit der Ueberzeugung vom hohe» moralischen Wert Israels in ihre Länder heimreisen — (ITA) m\ Börse eingeder Berliner führt. Ununterbrochen schritt die Aufwärtsentwicklung weiter. Die Geschichte eines der bedeutendsten deutschen j Warenhau-sunternehmen, der i Kaufhof AG., geht zurück ¡bis zum Jahre 1879. da in j Im gleichen Jahr. 1914, als i» ¡Stralsund der Kaufmann iKöln, Hohe Strasse, kurz ■nach dem B»u eines moderinen Warenhauses in Düssel- ' darf, ein repräsentatives! Haus entstanden war, traf i ¡Leonhard Tietz ein Kurz-,; Weiss- und Woll waren gejschäft gründete. Fleiss.! Energie und kaufmännischer 'Weitblick Hessen aus dem die Firma ein unersetzlicher kleinen Anfang in verhält- > Verlust: der Gründer Leon- ■nismüssig kurzer Zeit eines der grössten Warenhausun- I ternehmen entstehen. Zweigniederlassungen werden ent. wickelt in Elberfeld (1889', 'Barmen und Koblenz (139ö;. *Kö!n und Remscheid (1891) und dann in Aachen, Mainz, ¡Düren, Düsseldorf. Eschwei- Ier und einige Fihaien in Köln. Das moderne Warenhaus entstand 190-2 durch Leonhard Tietz in Köln, damals eine Sensation — heute eine Selbstverständlichkeit. Die Entwicklung dieses Wirtschaftszweiges. Mess zahlreiche weitere Niedörlassur-gera zu, so in Bonn, Krefeld, May. len. Köln - Mülheim und ¡Kassel; das geschah in den' | Jahren 1901 bis 1*11. Durch 'ein derartig weitverzweigtes |Netz wurde eines möglich: ' die Verkaufspreise im Intercesse dar Käufer herabzuset- ' zen. Es ergaben; sieh daher Eigene Einkaufshäuser: in Berlin, für Konfektion, Wäsche, Schürzen, und. Pelz waren. in Chemnitz für Haf.dj schuhe. Strümpfe, Trikota- ¡gen. Teppiche und Gardinen-, j In der Mittedes ersten Jahrzehnts des 20. Jahrhunderts wandelte Tret-zdie Un-; ternehmen. die vordem in i Form von drei verschiedenen Kommandit - Gesellschaften j geführt wt>rd-en waren,, in- | eine Aktiengesellschaft mit einem Kapital von 1(> lifiltio nen Mark um. Zwei Jahre darauf, 190>7, wurde da« Aktienkapital auf 12.0 Millionen : Mark erhöht und 1909 die i Tietz-Aktienals erstes dseut- ¡sches Warenhaus-Papier aw ha-rd Tietz verstarb. Den ersten Weltkrieg und die Inflati-m mit alten Schwierigkeiten und Komplikationen konnte das sich immer mehr ausbreitemie Unternehmen so übersteft-en. dass weitere Emkaufshäuser fgeschaffen undausgebaut . werden mussten: in Offenj.baeh für Lederwaren und in ¡Köln für Schüttwaren. Klei- | derstoffe. B-aumwollwaren, Parfümerien, Wirtschaftsartikel, Lebemsmittel, Herrenartikel. Kurz-, Seiden- ' geruistil errichtet wurde, das der Kaufhof nun wieder 40 B'iiiafenin. 37 Städten. Die Gesamt verkaufst tach« beträgt heute etwa 220. vOÜ Quadratmeter, dü. Zahl der iesta tagest eilten Mitarbei-t.'?r ¡beläuft sich a-u-f mehr a/s ’25.600. Das Aktienkapital der 1954 in Katifho AG umgownn delten Firma oetnrgt .heute 1501 iVfitlionen DM, 1 Das Haus in Düsaeföbrf, 1895 vom Gründer Leooha-rd Tietz geschaffen, wuchs vtm ¡einem kleinen Textillad'-nm 'der Kaoerr.enstrasse rasJizu einem Haus mit vier Ves-; kaufsgeschossen utvd einer I Passage vi>n der Sch «nzwzur Klosterstrasse, Auer .auch dieser Verteau-fsratM-«, 1902 bezogen, erwies sieh sehr bald als zu gering: Die ¡Firma erwarb een neues 'Grundstück zwischen Kö*- jnigsallee und AUeestFa->se, ¡auf dem ein Gebäude it« Juli nd Spielw'»ren. Der grossen- Masse der Käuferschaft kam eine durchgreifende Ra-tionplisierung der AktiangesHlim A[>ciL 1909 eröffnet werden konnte. Nunmehr wurden auf der gleicher. Fläche noch vo-rhaim deRe schaff, die Errichtung weite- ¡Schäden beseitigt Bomben- und ein rer Verkaufsstätten und die dam-it zusammenbängenda Steigerung der Leistungsfähigkeit im Einkauf zugute. Anbau eröffnet, mit de ns das I ganze Unternehmen wieder! über eine Gesamtverteoufs- | fläche von 15.000 Qushirat- Ats die Firm» ihr 50>iährifmeter verfügt. Da sw** nicht ges Bestehen festlich begeben konnte, bestanden 43 Filialen s<ywLe 8 Einkaufs- und Fabrikationsstättea, in denen 14.469 Angestellte und Arbeiter bei einem Umsatz von 190 Millionen Mark, beschäftigt waren. Nachdem 1926 Betriebe in Lüdenscheid |,n-ur modern eing-nehtete tRäume für alle Waren, d*e I sin- Waren bausk unde v.erj langt, da ist eine Sel'b-ürbedienunasabteilung für Le- (bensmittel, die des Konsw- ' mernterk Herz erfreut, eueök nur wegen dem reichhaltige» ¡ Warenartgebot, sondern auch ¡Hilfe des Joint! New York. — Der Joint : hat in diesem Jahr fast 1220.009 J uden in 25- Ländern j unterstützt. Dies teilte der ¡Exekutiv-Sekretär A. Leavitt mit. Vt»n diesen- Juden ¡leben über 109.000 ioarabischen Länder», fast 66’090 in Israel und über 58.099 in Europa. Leavitt schätzt, dass .die USA-Juden bis Jahresende rund 16.350.000 Dollar , beigesteuert haben werde», d. h. etwas weniger als 8 % der im Jahre I960 vom Joint veraus- ■ für sein Hilfswerk New York. - Das Nationale Gesundheits-Institut der Vereinigten Staaten von Nordamerika hat Professor Leo Sachs vom Weizmann- Iris-ti-tut der Wissenschaftenin Rechowo-t 100 000 Dollar für seine Arbeit auf dem Gebiet der Krebsforschung zur Verfügung gestellt. Professor Sachs und seine Mitarbeiter teilten kürzlich mit, ihre letzten Forschungen hätten die Möglichkeit ergeben, dass die Krebskrankheit unier Umständen durch Virus- Infektion hervorgerufen werden kann. (ITA) ‘gabten Summe. (ITA) m Israel Jerusalem. — RJat Ayania ist mit Mmistetraog zum Geschäftsträger der Türkei i in Israel ern-arwivt wewden-, ¡was zuc Verbesserung der ¡Beziehungen zwischen den I beiden Ländern beitragen dürfte. Die kommcrzieliem Beziehungen haben sieh mit <fr-r Zeit schon ,te. (ITA) 1927 Geschäfte Mülheim Ruhr, bach. Rheydt, Siegen und Köln - Nippes gegründet. 1923 Einzelhandels _ Unternehmen in Siegen, Warm« und Darmstadt übernommen werden konnten, und trs Hanau, Hamöxn, Breslau. Glogau, Kleve, Frankfurt a. M und Köln-Kalk 1929 ut d ITiO NeueröfffTungen und 1939 31 weitere Eröffnttngen in Lud wigshafen, Offenbach und Köln und Erweiterungen einiger bestehendet Betriebe vor genommen, wurden. brach wie ein Blitz d e Machtergreifung der Nationalsozialisten herein. Am 11. Juli 1933 wurde die bisherige Firma Leonhard Tiet. AG umbenann-t in- Westdeutsche Kaufhof AG. Mit der politischen Umwälzung kam es zusehr vielen Schwierigkeiten, die s:ch- bis zur zwangsweisen Schliessung einiger Häuser ausweiteden- — aber die Substanz des soliden- Unternehmens vermochte dies altes nicht zu gefährde«. Der wirtschaftliche Aufstieg in der Bundesrepublik hat Kriegsschäden isst wieder aufgehott. Zäher Ati-fbao- .wille überwand die schwere» Verluste und 'zur Zeit b>shzt in Krefeld, jder Preisgestaltung, wegen M. Gladt- 'Ganz m^.xJern ist die Parte»»- löge für Autos,, in der 375 Wagen. Platz finden-, diezwei Stundenlang für 2 DM parken können, die beim Einkauf von Waren verrechnet werde«. ervger gestal. aster! AVÖA. J. B. Justo 4363 T. E. 59 - 9105 FUER ALLE FESTLICHE EITE» »EU EEOEFFNET LA CHAUX DE FONDS Grosse Auswahl ir> SCHMUCK UND UHREN aller Marken — Eigene Werkstatt für Reparaturen mit G .raniie. Geschemkarükel SUCRE 2377 TE.: 76-56« DAUNENDECKEN - GARDINEN IMPORT CHINTZ und VOILE BENNO DE LEVIE S R.L T E. 7«-4I5« NCfftt ECHEVERRIA 2242 1 Israel - Marken *• VIERERBLOCKS _ MARKEN MIT PLATTENNUM- MER - MARKEN MIT BAND - KOMPLETTE BOGEN (piattchz,) _ VOLL. STAENDKJE SAMMLUNGEN — WERTVOLLE AUSGABEN - ERSTE SERIE!► VORHANDEN - VERTRAUF.NSWUERDIGE BERATUNG ^Ifona» MORITZSON Guanacache 2351, dep. 2 .. MB. CABILDO .....