Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1835 (13.12.1960)
- Date
- 1960-12-13
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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.PUEYRREDON / 2190 — 1’ iaq. Ha, Jkwuuta ysh&eüia T. E. 8? - 2 S 1 3 Año XXI. BUENOS AIRES MARTES 13 DE DICIEMBRE DE 1960 No, 1835 Die arabische Abteilung des Israel-Rundfunks Kol ls- . lael erhält im Monat rund 25 bis 30 Briefe aus den arabischen Ländern. Dies ist der greifbare Beweis für die Beliebtheit seiner Sendungen in den Israel feindlichen Nachbarländern, ln Transjordanien, im Libanon und auch in Syrien vernimmt man die Stimme Israels beinahe auf jedem Schritt. Aus den Lautsprechern der Cafés in Amman. Bethlehem oder in der Altstadt von Jerusalem ¡kann man. das Kol Israel- Programm hören, und wenn man mit dem Taxi von Beirut nach Damaskus fährt, so kann es einem wohl passieren, dass der Chauffeur ebenso oft die Uébertragung aus Israel wie aus Kairo ©der Bagdad einstellt. Ein weiterer Beweis für von ELIAHU SALPETER die Bedeutung, die man Israels arabischen Rundfunksendungen beimisst, ist die Reaktion der arabischen Stationen. Die arabischen Sprecher setzen sich nicht nur mit den israelischen Nachrichten auseinander und kommentieren sie. Die Tatsache. dass Kairos „Stimme der Araber” es fiir nötig hält, zumindest ein Mal wöchentlich ein Programm zu senden, um den israelischen Sprecher zu widerlegen, ist eigentlich eimgewisses Kompliment. Aber die arabischen Sendestationen imitieren auch die israelischen Programme. Als Kol Israel vor einigen Wochen eine Sendung „Wahrheit gegen Lüge” begann, übertrug einige Wochen später Radio Kairo ein Programm unter dem gleichen Titel, und kürzlich war aus Bagdad eine Sendung mit dem Molto „Lügen im Spiegel der Wahrheit” zu hören. Sehr populär ist ein Kommentar über Kol Israel von Abu Nabbil, einem arabischen Flüchtling, der aus Gaza nach Israel floh und jetzt als „Ein Flüchtling zu Flüchtlingen” spricht. Hier tat Radio Kairo etwas sehr Einfaches. Es stellte nämlich einen falschen Abu Nabbil vor das Mikrophon, nannte die Sendung ebenfalls ,.Ein Flüchtling zu Flüchtlingen” und überträgt die Plauderei des vermeintlichen Nabbil zur selben Zeit, in der der wirkliche Abu Nabbil über Kol Israel spricht. Die Araber lauschen aus WIE ICH ES SEHE IDas Wunder des Glaubens von JEHUDA GOTTHEIMER Die Geschichte Im Jahre 167 v.d.g.Z., so führt der Historiker Simon Dubnow aus, bot Judäa das Bild völliger Zerrüttung. Jerusalem war von vielen seiner Einwohner verlassen und ganz in der Gewalt der Griechen und der hellenistisch gesinnten Juden aus der Partei des Menelaus (des Hohepriesters). In der Burg Akra befand sich eine starke eyrische Besatzung, während im entweihten Tempel der .Zeuskultus geübt wurde. Und dann folgt die Geschichte des Makkabäergeschlechtes, des alten Priesters Mattathias ben Jochanan aus der Familie der Hasmonäer und seiner fünf Söhne: Jochanan, Simon, Juda, Jonathan und Eleasar. Hierbei handelt es sich nicht um eine Legende aus einer traumversunkenen Zeit, sondern aus einer Epoche, in der die allgemeine Geschichtsschreibung schon blühte, die mit den wissenschaftlichen Methoden zu arbeiten pflegte, die seit den Zeiten des Herodot und seines berühmten Werkes über den peloponesischen Krieg angewandt worden ist. Die Geschichte der Makkabäer rollte bereits in einem Zeitpunkt ab, wo man nicht mehr auf Sagen oder „vorzeitliche” Berichte angewiesen ist, ganz abgesehen davon, dass sich viel ältere Darstellungen der Bibel als historisch richtig wiedergegeben und wahr durch die moderne Forschung bestätigten Ueber diese Zeit berichtet der berühmte jüdische Historiker Josephus Fiavius, dessen Werke sich — abgesehen von einigen späteren Interpolationen christlicher Wissenschaftler — als sichere Quelle erwiesen haben, dessen Darstellungskunst den jungen Friedrich Schiller in seinen Bann zog und dessen Sachkenntnis allen späteren Epochen ein Bild der von ihm beschriebenen Zeitabschnitte vermittelte, das bis heute lebendig geblieben ist. Weiter besitzen wir die sogenannte apokryphische Literatur, vor a'nem die beiden Makkabäer-Bücher, die keinen Eingang mehr in den biblischen Kanon gefunden Eichmann-Prozess im März Paris. — Tn einer Erklärung zum Eichmann-Prozess üusserte Generals!aatsanwait Hausner, er sei von Dr. Servatius bisher nicht ersucht werden, die Gerichtsverhandlungen auf ein späteres Datum zu verlegen. „Wenn wir keine offizielle Benachrichtung von Dr Servatius erhalten, so wird der Prozess wie angekündigt im März beginnen', versicherte Dr. Hausner. Wie Dr. Hausner feiner rnilteilto, hat die Ehefrau des Eichmann nicht um eirj Zusammentreffen mit ihrem Mann ersucht. Der erste Schritt hierzu wäre die Beantragung eines israelischen Visums, und ein solcher Antrag sei nicht eingelnufen. Die Liste der Zeugen sei noch nicht aufgestcllt winden, doch bestehe die Möglichkeit, dass Joel Brand, der Held der ..Operation Nacht und Nebel” darin einge.-cnlo-scn werde. „Wir prüfen noch diese Möglichkeit”, erklärte Hausner. (TTAl haben, deren historische Zuverlässigkeit aber ausser Zweifel steht. Wahrscheinlich hat auch Flavius Josephus seine Kenntnisse zu einem guten Teil aus diesen beiden Makkabäerb'ucher ge. schöpft.; Jedenfalls wissen wir, dass die Hellenisierung des kleinen Judäa zum Regierungsprogramm des Antiochus Epiphanes gehörte, der alle Völker und Stämme seines Reiches dem Zeuskultus zufiihrte. Wir wissen ferner, dass nur die Judäer diesen Hellenisierungs-Massnahmen Widerstand entgegensetzten, nicht alle, aber ein nicht unerheblicher Teil; zu den Patrioten, die den Glauben, die Kultur und die Tradition ihrer Väter nicht preisgeben wollten, gehörten die Hasmonäer in der Bergstadt Modein, die das Zeichen zur offenen Rebellion gegen die fremden Eindringlinge geben sollten. Dem ersten Urheber der sich entfaltenden Volksbewegung, dem Priester Mattathias, war es nicht vergönnt, den Triumph seiner Vorstellungen und den Sieg der Juden über die Hellenisten zu erleben. In seinem Sohn Juda Makkabi war dem Volk, das sich Jahrhunderte hindurch nicht mehr im Waffenhandwerk geübt hatte, ein grosser Feldherr entstanden. Der Kampf der Makkabäer um das Recht eines kleinen Volkes, seinen geistigen, religiösen, kulturellen und nationalen Ideen gemäss zu leben, wurde das Beispiel für viere spätere Befreiungsbewegungen, Die geheime Quelle dos fast nicht vorstellbaren Löwenmutes, mit dem Juda Makkabi gekämpft hat, — so fiihn wiederum Dubnow aus. — war jene nationale und religiöse Begeisterung, die den „heldenmütigen Befreiern aller vielen Gründen der Stimme des Israel-Rundfunks. Besonders in Aegypten hören die Behörden die Uebertragung mit. weil sie wissen wollen, welche Information das Volk erreicht, aber auch um Israels Sendungen zu stören. Es ist natürlich äusserst wichtig, dass tausende Araber den Nachrichten aus Israel zuhören, die ihre einzige objektive Informationsquelle über die Vorgänge in ihren ejgenen Ländern sind, denn sie sind sich im klaren darüber, dass ihre eigenen Radiostationen die Ereignisse in ihrem betreffenden Land in -rosigen Farben malen und die Vorfälle in den anderen Araberländern ihren Zwecken entsprechend verzerren. Die arabischen Sprecher gebrauchten noch vor einigen Jahren, wenn sie Politiker anderer arabischer Länder charakterisieren wollten, Kraftausdrücke wie „Schwein”, „Idiot” u, dergl., doch jetzt befleissigen sie sich einer gewählteren Ausdrucksweise um nicht von der Sprache abzustechen, die Kol Israel führt. In Israel ist man sich natürlich bewusst, dass nicht alle Hörer in arabischen Ländern mit den politischen Zielen der israelischen Regierung und der Darstellung der Lage in Israel übereinstimmen. Aber man glaubt, dass die Araber eine ruhige Berichterstattung in dem París. — Una proiesla confia Ja aceten del gobierno libio de clausurar Ja escuela judía diiigida por la Alliance Israéliíe Urdverselie en Trípoli. tete hecha por las organizaciones judías en una caria dirigida a la conferencia que sesiona aciuaímenfe de la '.li'E&CO. La proiesla íué enviada por el consejo consuiiive de las organ-izaciine-s judías, que tiene slalus consultante ante la UNESCO. El consejo está infegiado por representantes de la Alliance. la Anglo Jewísh Associaticn y el American Jewísh Conramillee. Según la proiesla. el gobierno libio repentinamente clausuró la escuela de la Alliance Israéliíe Universeile en abril ppdo. "sin precia notificación y sin dar razón alguna. La escuela existía desde hace 70 años. La protesta nota que la escuela ha rendido grandes servicios a la población judía de Trípoli. Libia es miembro de la Liga Arate. En la carta se solicita que sea llevada a la atención no sólo do los delegados de la UNESCO, sino también a la oei secretario general de la UN. HANIJA MEIER Paris. — Ein Protest gegen das Vorgehen der libyschen Regierung, die die jüdische, von der Alliance Israélite Universelle geleitete Schule in Tripolis geschlossen hat, wurde von den jüdischen Organisationen in einem an die gegenwärtig in der UNESCO tagende Konferenz gerichteten Schreiben erhoben. Der Protest wurde vom Beratenden Ausschuss jüdischer Organisationen präsentrert. der beratenden Status vor der UNESCO besitzt. Der Ausschuss besteht aus Vertretern der Alliance, der Anglo Jewish Association und dem American Jewish Commrttee. Wie es in dem Protest: heisst, hat die libysche Regierung im vergangenen April plötzlich die Schule der Alliance Israélite Universelle „ohne vorherige Benachriehtigung” und ohne irgendeine Angabe von Gründen geschlossen. Die Schule bestand seit 70 Jahren. Der Protest stelR fest, dass die Schule der jüdi- N) sehen Bevölkerung von Libyen grosse Dienste erwiesen hat, Libyen ist Mitglied der Arabischen Liga. In dem Schreiben wird ersucht, dass die Massnahme nicht nur zur Kenntnis der UNESCO-Delegierten sondern auch des UN-Generalsektetärs gebiacht werden solle HANNA MEIER Trubel der arabischen Propaganda und Gegenpropaganda zu schätzen wissen. Kol Israel ist nur eine „kleine Stimme“ unter een arabischen Rundfunk - Stationen. Die Stationen im Mittelosten senden insgesamt 550 Stunden in der Woche, während Israels arabisches Programm auf 50 Stunden in der Woche beschränkt ist, was in der Hauptsache auf finanzielle Schwierigkeiten zurtickzuf ¡ihren ist. Zeiten schon oft den Sieg verliehen hat. Es ist die Macht des Geistes, die Spannkraft der sittlichen Entrüstung und der Durst nach Freiheit, die einer kleinen Schar begeisterter Kämpfer den Sieg über ein Heer verhasster Unterdrükker verleihen, denen nur die rohe physische Kraft, ohne sittlichen Antrieb, zur Verfügung steht.“ n. Das Vorbild Das jüdische Volk hat in seiner langen Geschichte viele Heiden — auch Kriegshelden — hervorgebracht, von denen die Bibel berichtet, Männer und Frauen, die für das Lebensrecht und die Zukunft ihres Volkes gekämpft haben. Hierin unterscheidet sich die Frühgeschichte unseres Volkes nicht sonderlich von der Entwicklung anderer Nationen. Die geographische Lage des Landes, das wir als Palästina zu bezeichnen gewohnt sind, brachte es mit sich, dass dem Volk nur kurze Zeiten einer relativen Ruhe gegönnt waren. Auch die Geschichte der Könige ist eine Geschichte ununterbrochener Kriege um die Existenz und den physischen Bestand des oder der Reiche und ihrer Menschen. Die Makkabäer blieben aber in langen Jahrlumd.-r- . ten das Vorbild eines Ge-; schlechtes, das um der geij stigen und religiösen Ueber- ' Zeugungen ihrer Gemeinschaft willen in ein^n Krieg zog, der, aussichtslos erscheinen musste, dennoch aber kraft der Begeisterung und der Ueberzeugungstreue der Makkabäer gewonnen wurde. Der Sieg war ein doppelter: die äussere Freiheit wurde erkämpft, Juden wurden wieder von Juden beherrscht, die jüdischen Gesetze galten und die Formen des Volkslebens wurden w iederhergestellt. Wichtiger und — historisch gesehen — bleibender war der zweite Triumph, den die Makkabäer davon getragen haben: der Ansturm des Hellenismus als geistige Bewegung wurde abgewehrt, und alles, was wir heute als Judentum bezeichnen, blieb für die Jahrtausende erhalten. Nach der erfolgreich bestandenen Begegnung zwischen Judentum und Hellenismus wurden die späteren Jahrhunderte dadurch charakterisiert. dass sich die Juden einem neuen, permanenten Ansturm einer grossen Kultur gegen übersahen, die zwar verschiedene Entwicklungsphasen durchmachmachte. immer aber den Totalitätsanspruch erhob und deswegen unter verschiedenen religiösen, geistigen'und politischen Voraussetzungen stets die Juden als Gegner und als Fremdkörper empfunden haben. Diese lange Geschichtsepoche hat das jüdische Volk in unseren Tagen — ebenfalls erfolgreich — abgeschlossen. Es handelte sich um die Begegnung mit dem Christentum und der christlich-europäischen Kultur. Es kann nicht weiter erstaunen, dass alle, Juden wie Nichtjuden, die an eine Restauration des jüdischen Volkes und Landes dachten und sich für solche Bestrebungen einsetzten, immer wieder an das Beispiel der Makkabäer erinnerten Hatten doch die Makkabäer den Hellenismus als geistige Bewegung überwunden und dadurch die jüdische Ideenwelt über die Jahrtausende gerettet, gleichzeitig aber die jüdische Nation al. einen le- (Schluss auf Seite 2) Hilfe für junge Nationen Jerusalem. — Die technischen Kenntnisse, die sieh Israel bei der Hilfe für unterentwickelte Völker erworben hat, werden jetzt in Ghana auf die Probe gestellt werden und mit denen der Sowjetunion konkurrieren müssen, da dieses afrikanische Land jetzt mit den Russen einen Vertrag für die Schaffung von Versuehsfarnien in der ghanesischen Küstenzone unterzeichnet hat. Die Regierung Ghanas schloss einen ähnlichen Vertrag mit Israel, das ungefähr die gleiche Zahl derartiger Farmen einrichten wird. Es ist mit Sicherheit anzunehmen, dass zwischen den Technikern beider Länder ein Konkurrenzkampf entbrennen wird, um i unter Beweis zu stellen, wer die besten Resultate bei landwirtschaftlichen Ausbeute, der Schulung von i Landwirten in Ausbildungskursen, etc. erzielt. (ITA) 'V I