Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1834 (9.12.1960)
- Date
- 1960-12-09
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Vientes, 0 de Diciembre de lttt LA S K M A ET A. *8 Ä. A E L I! T A Ane XKÏ. «- lie IÔ*4 — fc Als sich kürzlich etwa 200 Jüdische Männer und Frauen, Fachleute und interessierte Laien, haupt-, nebetiuud ehrenamtlich Tätige, im Rahmen der 15 „Annual Overseas Conference” des „American Jomt Distribution Conunitt.ee' (AJDC) in der europäischen Stadt der internationalen L trafen, ging es. geographisch gesehen, nicht nur um d e je 500 000 Juden auf dem westeuropäischen ICont.nent und in den Mosletnländern. Die Berichte und Eiörterunge« betrafen beispielsweise auch Not und Hilfe in Polen, Südamerika und Israel. Und vom Sachlichen und Fachlichen her standen nicht allein Fragen und Massnahmen der Wohlfahrtspflege im engeren Sinn zur Debatte. Vielmehr galten diese auch einmal Problemen des jüdischen Schul- und Erziehungswesens. der „öffentlichen Beziehungen” und, am Rande, der Wiedergutmachung sowie, zum andern, einem allgemeinen Gedanken- und Erfahrungsaustausch zwischen den Repräsentanten jüdischer Gemeinden in Westeuropa. Insoweit stellte de diesjährige Joint-Konferenz ausdrücklich auch die erste Versammlung europäischer jüdischer Gemeinschaften dar. 14 Länder waren vertreten. Betrachtet unter Aspekten der reichen, unvermeidlich übervollen Tagesordnung der vertretenen Länder 120 oder mehr) und der verschiedenen (fortlaufend übersetzten) Sprachen, war es wie eine Rechenschaft ablegende Schau über Leben, Entwicklung und Problematik jüdischer Existenz in grossen Teilen der Welt, not- ' wcndigerwei.se mehr dem zusammenfassenden Rückblick gewidmet als auf Beschlüsse abgestellt. Dennoch erbrachte die Diskussion in vier, „workshops” genannten Arbeitskreisen (Jugendpflege, Altersfürsorge: jüdisches Erziehungs - Wesen; Wohlfahrtspflege) manche, allgemein wertvolle Anregungen, die dem Plenum vorgel.g£ und an die Geschäftsführung und die Länderdirektoren weitergegeberi wurden. In die Leitung der Konferenz, die vom Joint-Vorsitzenden Edward M M. Warburg (New York), begrüsst wurde, teilten sich Charles H. Jordan (Geng). der Generaldirektor des AJDC, Jules Jefroykin (Paris) und Moses A. Leavitt (New York), der Exekutiv-Vizepräsident der Organisation; die Hauplast fiel dem ortsansässigen und (mit seinen Vertretern Samuel L. Haber und Herbert Katzki) für die Vorberetung der Tagung verantwortlichen Jordan zu. PRIORITÄTEN Die Berichte über die Gesamtsituation die unvorstellbaren sozialen Bedingungen und die inneren und äusseren Schwierigkeiten, unter denen ein erheblicher Prozentsatz der Juden in den der Stabilität entbehrenden nordafrikanischen Ländern wie Marokko, Algier und Tunis aufwächst und lebt, d. h. vegetiert, mussten nachdenklich stimmen, so sehr, dass mancher vom Schicksal wieder begünstigte Europäer hätte auf den Gedanken kommen können, auf jegliche Joint-Hilfe, direkte und indirekte, zugunsten notlei dender Juden und jüdischer Einrichtungen in diesen Teilen der Welt verzichten zu sollen. Nach einer knappen sachkundigen und abgewogenen Allgemein-Uebersicht, die. auch die Lage der Juden im Iran einschliessend, von Katzki gegeben wurde, gingen Dorothy Beers und Stanley Abramovitch, hauptamtliche Fachberater für Kinderfürsorge bzw, Erziehungs- und Schulwesen m der Genfer Zentrale, lebendig, ja drastisch ins einzelne Es wäre wünschenswert, dass ihre wesentlichen Feststellungen einer breiteren jüdischen Oeffentlichkeit zugänglich gemacht würden. von Dr. E. G. LOWENTHAL URUGUAY FERIEN Hotel „La Boya“, Las Toscas;; Unter NEUER LEITUNG von E. Klein und S. Berkovitz^ VOLLSTAENDIG RENOVIERT — WARMWASSER STRENG 1 t£? 2 UNTER AUFSICHT DES RABBINERS J. WIESEL Kinder werden auch ohne Elk rn angenommen. Rechtzeitige Bestellungen erbeten. Auskunft unter Tel. Montevideo: 8-41-13, Soriano 785 p. 33 Jüdische Wochenschau m Einzeinummer 40 Centesimos Jahresabono 25.— $ urug. AVISOS Reconquista 227 Apt 2 Tel. 90929 ARONOS — AVISOS — COBRANZA Sra. L. Loblowitz Paraguay 1164, piso 2, apt. 9 Distribuidor: KIOSK TUREK Constituyentes 1757 Tel 42-640 |weil es nicht genügt, iw Gedächtnis Sätze festzuhalien. jwie „Wohi.ur.gs- und Nah- ¡rungsmitteinot. dem Mangel an Schulen und Arbeit, dem schlechten Gesund he tszustand kann man nicht .eil masse' beikommen' oder ,.Es ¡ist nötig, die Juden in diesen Ländern dem Lebensstandard des 20 Jahrhunderts nahezubringen1'. Abgesehen vom Iran. sprechen hier Ziffern eine Spruche, die selbst wenn der Joint;wie betont wurde mehr als : 100.000 Personen . erre cht ", jd. h. am Leben erhält, die! jüdische Wett aufhorchen lassen sollte. Das Programm der Tagung war überwiegend von Sach- 'gebieter und Fachfragen her aufgezogen. Diesem ¡Grundsatz folgter die Ausführungen über Lage und Aufgabe in den Moslemländern. Der allgemein besonders aufschiussreicne Bericht den Dr. Akivah Kohane (AJDC, Genf) aufgrund regelmässigei Besuche in Polen über Schicksa. und Zukunft der schätzungsweise 30.000 Juden in diesem Land gab, konzentrierte sich vor a lern auf den Inhalt, d e Form und den Umfang dessen, was der Joir.i dort leistet, bzw. da er keine ständige Vertretung uhterhält, auf den Weg über das zentrale polnische jüdische Hijfscornite wieder seit wenigen Jahren tun kann. Stichworte dafür sind; Hilfe für Rückkehrer aus Russland UnteiStützung von Alten. Kranken und Invaliden, Betreuung von Kndern, Förderung der Fachau b1 düng (durch ORT' und von Studenten Auswarde erhilfe, Erhaltung von Synagogen. Beschaffung von Gebetbüchern. j In der Anssprache nahmen jauch der Direktor der World ' ORT Union. Max A. Brande; (Genf), und der j. eiter ¿es United HIAS Service, James P, Rice (New York) das Wort. Beide Organisationen sind mit dem AJDC eng verbunden. ' In der Plenarsitzung, die, wie es offiziell hiess, der „Community Interpretation“ gewidmet war und in Wirklichkeit die Frage nach der Nutzbarmachung der allgemeine und der jüdischen Presse für öffentliche Beziehungen1', für ein intensiveres Bekanntmaeheti mit sozialen und kulturellen Aufgaben der jüdischen Gemeinden. Gemeinschaften, Organisationen und Institutionen zum Gegenstand hatten, referierten Joan Stiebei (London) und Dr. E. G Löwenthal (.London 'Frankfurt a M.) während in der Diskussion mit jüdischer Gem ■•'"»ehaftsarbeit in Belgien Jugoslawien Griechenland. Frankreich, Italien und Holland vertraute Tagungsteilnehmer, insbesondere Julien Samuel (Paris) gewisse Erfahrungen mitteitten und Anregungen gaben LEHREN AUS DER WIEDERGUTMACHUNG Selbstverständlich sollten intensivere, bessere „öffentliche Beziehungen" auch und nicht zuletzt ein Instrument für alles das sein, was mit der Aufbringung von Mitteln im eigenen Kreis zusammenhängt. Der Gesichts Punkt der Selbsterhallung, der Wieder-Selbst Unterhaltung im europäischen jüdi scheu Gemeind ebereich, wenn einmal, in wen'gen Jahren schon, dei Zufluss von Claims Conference-Geldern nachlässt und aufhört, kam auch am Ei d* der teils nüchtern berichtenden, teils in die Zukunft weisenden grundsätzlichen Bemerkungen zur Geltung, di« Saul Kagan (New York, der Generalsekretär der ..Conference on Jew.sn Material Claims against Gennany“!(C. C.>. im Rahmen der dritten Vollsitzung machte: nachdem er eire Art Miniaturgeschichte der sozialen, kultureller und jur skschen Hilfstäugkeit zugunsten verfolgt gewesener jüdischer .Menschen und zugunsten der | Wiederingangsetzung jüdischer Einrichtungen vor allem in Eurupa skizzier t und dabei auf die engt Zusam- ■ menarbeit zwischen CC und AJDC hingewiesen hatte, I richtete er ar d'e Versammlung den Appell, dass bisher ¡gewährte CC-Geldei eine ei-!gene, örtliche Mittelauf - ¡bringung in den Gemeinden 'zur Folge haben müssten, j zumal AJDC-Mittel mehr und mehr ausserhalb Europas benötigt würden Fr betonte die Notwendigkeit der Mitarbeit neuer führender Persönlichkeiten. die imstande sind, die Grundlage zukünftiger Mittelbescha ffung zu verbreitern. Kagaas emphatischem Referat waren zwei uicht minder gut informierende Beirichte vorangegangen: einen, erstattet von Henry Levy ¡(Buenos Aires), dem AJDC-! Direktor für Süllamerika, ergänzte Kagan insofern, als er die (zeitlich begie: zttn) (CC-Leistungen zu Gunsten i jüdischer Nazi-Verfolgter in neun südamerikanischen Ländern illustrierte, und ein .anderer, der, entworfen vor, Jerome J. Jacobson (General jCounsel, AJDC, Genfi und in dessen Abwesenheit verlesen von Dämel Lack (AJDC, Genf) einet' mit Ziffern, juristisch - politischen ¡Gesichtspunkten und die Organisationen betreffenden technischen Ar gaben versehenen Ueberblick über neuere Entwicklungen auf dem I Gesamtgebiet der Rückerstattung und Entschädigung bot. Am Ausgang dieses Sitzungstages führte der Weg jv.om verstandesmässigen Auf- Lehmen vieler nüchterner |Faktoren zum gefühlsmässigen Erleben von Not und | Rehabilitierung älterer ¡Menschen der Film „Forsake ¡me not“, eine ausserordentlich bewegende Darstellung von Sinn und Geist des vom Joint getragenen Malben- Werks in Israel: Louis D. ¡Horwiiz. AJDC-Direktoc fite Israel und Generaldirektor von Malben, sprach erläuternde, einführende Worte, j ZUKUENFTIGE GESTAL¬ TUNG DER ARBEIT , Die eingangs erwähnten , vier Arbeitsgemeinschaften | halten je einen vollen, mit ¡Referaten, Berichten und Gedankenaustausch angefüll. ¡teil Arbeitstag hinter sich, bevor sie zu gewissen Vorschlägen gelangen und diese : der Vollsitzung unterbreiten ¡konnten Die Berichterstattung (Altersfürsorge; Notar Dr. E. Spiel, Amsterdam.; Jugendpflege: Professor Ch Pereiman, Brüssel: Wohlfahrtspflege: Edga Abravanel, Paris; Erziehungswesen: i Rabbiner Dr. Eüo R. Toaff, iRom, und Dr. Vidal Mo:Lano, Paris) waren überein- 'stimmend der Auffassung, dass allenthalben ein ungewöhnlich fii'nlbate/ Mangel an ausgebildetem Fachpersonal (Fürsorger, Lehrer, usw.) besteht; es müssten genügend Mittel bereitgestellt und attraktive Wege (Stipendien Seminare, Kurse) gefunden werden, um ¡dem Zustand abzuhelfen. weil von uer Lösung dieser entsche.derd wichtigen Grundfragt viel für die Durchführung von Arbeiten und Pläner abhär.ge. Einig war man sich grundsätzlich auch darin, dass die koordi- |nierende Tätigkeit des Joint auf diesen Gebieten fortgesetzt, sogar wem möglich!fiir bestimmte Fragen ein ' Ständiges Verbmclungsbüro errichtet werden solle, j Unabhängig von solchen Ideen uno Anregungen wurden die Bemühungen um die Festigung der „Ständ gen Konferenz für europäische i jüdische Gemeindedienste'', ¡die — zwischen den Gemein- | devorsitzenden — dem regel- | massigen Austauscn von In- | formationen und Erfahrungen von Gedanken und Fragen auf den verschiedenen ¡Gebieten jüdischer Gemeindearbeit dienen soll, fortgej setzt. Es wurde u. a. be- ■schlossen, diesem seit etwa I Jahresfrist in loset Form ¡bestehenden, seitdem in europäischen Städten mehrfach zusammengetietenen Gremi- .um durch Schaffung einer Satzung eine festere Ges'alt zu geben, die Verbindung mit dem AJDC zu intensi- | vieren und das von diesem : herausgegebene, bisher in sieben Ausgaben vorliegende hektographierte Bulletin „Exchange” (Austausch) auszubauen und in engli .scher, französischer und in 'deutscher Sprache erscheinen zu lassen. Astorre Mayer,, Mailand, hat den Vorsitz dieser Institution inne: ihr gehören bisher Vertreter jüdischer Gemeinden von 11 .europäischen Ländern an. 'ein buch UEBER ¡DEN JOINT | Am Schluss der Konferenz sprach bei einem Bankett, neben anderen, der an der Tagung als Gast teilnehmende nichtjüdische amerinanische historische Autor Herbert Agar: sein neuestes Werk „The Sav ng Rem.,yt‘ (New York und London. 19601, den Mitarbeitern des IaJDC gewidmet war r-catzeitig zur Eröft'.ung der Konferenz herau.sgekommen. .Es stellt keine offizielle Ge- |schichte des Joim dar, sondern zeichnet d'e vom AJDC in den 46 Jahren seines Bestehens geie.Ster» Hilfs-, Rettungs- und Wiederauf- 'bauarbeit nach, solide, lebendig und verstand« svolt, ¡immer vom Einzelvorgang, 'einem jüdischen Schicksais- | sch ag ausgehend m t dem ¡Schwergewicht auf der Zeit •ab 1939. Dieses Buci, aas bestes Materia1 voll au-gejschöplt und die tatkräftige I Unterstützung durch Prösi- 'dium und Geschäftsführung , des Joint gefunden hat. ist ,e*ne gute wertvolle Eigänjzung vorhandener einschlägiger Literatur (wie der ßiijeher von Mark Wisch-Rz-r js 4.. Norman Bentwich. Leo;W Schwarz und Tartakower Grossmann). NACHKLAENGE Genf, mit seinen weniger als 200.000 Einwohnern eine kleine Grosstadt, ist neuie der Sitz von nahezu 50 internationalen Organisationen. Das Uebersee-Büro des AJDC, eine Von ihnen, gehört und passt in oiese zwischenstaatliche Atmosphäre, in der die Fäden oer Welt zusammenlaufen, sich Menschen begegnen una Interessen und Ideen sich kreuzen. E/ie 15. Uebersee-Jahreskonferenz des Joint war ganz Ausdruck dieser Erscheinung. Beschlüsse stanoen nicht i.m Vordergrund. Es wu'den auch keine fein redigierten Entschiiessur.gen gefasst. Entscheidend war die Begegnung von Menschen aus aller Weit. Ihnen lag daran, sozusagen einen gemeinsamen Ner.ner zu finden. der so wichtig und so richtunggebend für jede Planung ist, mag sie auf lange oder nur auf kurze Zeit bemessen sein Campaña Unida pro Israel COMITE CENTROEUROPEO SARMIENTO 2376. 3. St. Tel.; 47-3320 AB 1. DEZEMBER 1960: NEUE ARBEITSZEIT: Montag bis Donnerstag 12—19,30 Uhr Freitag 12—18,30 Uhr WIE LIEGEN DIE FEIERTAGE? Dienstag, den 13. Dezember Mittwoch, den 14, Dezember Donnerstag, den 15. Dezember Dienstag, den 20. Dezember Mittwoch, den 21, Dezember Mittwoch, den 1. Februar 1961 Mittwoch, den 1. März 19G Donnerstag, den 2. März Freitag, den 31. März Sonnabend, den 1. April Sonntag, den 2/April Freitag, den 7. April Sonnabend, den 8. April Freitag, den 21. April Erew Chanuka 1. Tag Chanuka 2. Tag Chanuka 7. Tag Chanuka 8. Tag Chanuka Chamischa Asar B’Schwat (Neujahrsfest der Bäume) Fasten Esther Purim Erew Pessach 1, Tag Pessach 2. Tag Pessach 7, Tag Pessach 8. Tag Pessach Yom haätzmaut (Unabhängigkeitstag Israels)