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Jüdische Wochenschau · 1960-12-09 · 1834 (9.12.1960) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1834 (9.12.1960)
Date
1960-12-09
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German, Spanish
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7~°: /a Jeauata J&uæâia Año XXI. BUENOS AIRES, VIERNES 9 DE DICIEMBRE DE 1960 No, 1834 Washington. — Staatspräsident Jizchak Ben Zwi hat angeregt, die arabischen Flüchtlinge als gegen die Juden ausgetauscht zu betrachten, die aus mohammedanischen Ländern ausgewiesen und in Israel wieder angesiedelt wurden. Diesen Vorschlag machte Ben Zwi in einem Interview mit Agnes F. Meyer, der Korrespondentin der Washington Post. Frau Meyer ist eine angesehene Journalistin und Mitbesitzerin der Zeitung. Sie weilt gegenwärtig auf Einladung der Histadrut in Israel. Ben Zwi verwies darauf, dass Israel über eine halbe Million Juden aus den mohammedanischen Ländern aufgenommen hat. Da nur annähernd eine halbe Million Araber das Land verlassen haben, so sei dies ein Bevölkerungs-Austausch, wie Ben Zwi ausiiihrte. Er nannte Frau Meyer die folgenden Ziliern für die jüdische Einwanderung nach Israel aus mohammedanischen Ländern: 50.000 aus Jemen, 150 000 aus Irak, 200.000 aus Nordafrika, 35.000 aus Aegypten, einige Tausende aus Syrien und Libanon und viele Tausende aus anderen nichtarabischen musulroanischen Ländern. Der Präsident unterstrich, dass Israel in Zukunft die Einwanderung von rund 300.000 jüdischen Immigranten aus diesen Ländern erwartet. Hier erwähnte Ben Zwi, dass schon früher d«r friedliche Austausch von Bevölkerungen stattgefunden habe. nämlich im Jahre 1923-24 zwischen den Türken und Griechen, als annähernd anderthalb Millionen Griechen aus der Türkei und Anatolien nach Griechenland zurückkehrten und im Austausch dafür ca. eine Million Türken aus Griechenland in die Türkei zog. Dies geschah mit Unterstützung des Völkerbundes. Ben Zwi fügte hinzu, Pakistan und Indien seien ein Beispiel für Länder, die ihren eigenen Bevölkerungs-Austausch von über 15 Millionen Menschen organisiert hätten. „Wenn diese Dinge von den Regierungen der USA, Kanada, England etc. gebilligt werden, so könnte die Frage der arabischen Flüchtlinge auch auf diese Weise gelöst werden, dass man weder die arabischen Flüchtlinge nach Israel noch die Juden nach Irak zuriickschickt.” Er fügte hinzu, die einzige Lösung bestehe darin, das „die Araber die Notwendigkeit anerkennen, die arabischen Flüchtlinge in den betreffenden Ländern ebenso anzusiedeln, wie die jüdischen Flüchtlinge aus den arabischen Ländern in Israel absorbiert wurden.” Die UN müssten verstehen, so betonte Ben Zwi, dass dies die einzige Lösung darslellt. „Das wüide natürlich bedeuten, dass die UN finanzielle Hilfe leisten müssten, um die arabischen Flüchtlinge anzusiedeln”, setzte er hinzu. „Israel wird selbstverständlich bereit sein, den auf ihn entfallenden Tejl zu tragen. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass Israel schwebende Forderungen im Namen der jüdischen Flüchtlinge zu stellen hat, welche ihre ganze Habe in den arabischen Ländern zuriickias- WIE ICH ES SEHE M ►♦♦A4 Hinter den roten Kulissen von JEHUDA GOTTHEIMER Einen Monat hindurch berieten die höchsten kommunistischen Führer der roten ¡Welt. Spärlich waren die Informationen, die in die Aussenwelt drangen, sodass es wohl äussesrst schwierig sein dürfte, sich ein zuverlässiges Bild von dem Ablauf der Diskussionen zu machen. Gelegentlich wurden Differenzen mitgeteilt, die zwischen den russischen ■und chinesischen Standpunkten vorhanden seien, aber die Nachrichten hierüber waren ebenfalls unzureichend; im .übrigen war es seit langem ¡bekannt, dass zwischen Moskau and Peking erhebliche Meinungsverschiedenheiten vorhanden sind, die sich vor allem auf die Haltung des Ostblocks zur westlichen Welt beziehen. Lange hatte man sich dagegen gesträubt, Einzelheiten über die bestehenden Spannungen zwischen Sowjetrussen lAd Chinesen zuzugeben. Denn diese Meinungsverschiedenheiten bestehen seit geraumer Zeit und sind nicht etwa erst im Verlaufe der Tagung aufgetreten, an der die Delegationen von 81 Staaten teilgenommen hai denen Frontenbildungen erben. Das am Ende der Kon- I forderlich sein würde, ferenz herausgegebene Comj Der wesentliche Streitmunique ist dürftig. In recht |Punkt zwischen den beiden allgemeinen Worten wird I rivalisierenden Brüdern war von der herzlichen Atmo- — wenn man den offiziellen Sphäre gesprochen, in der Berichten folgen will — die Einstellung Ben Gurion und Goldmann Jerusalem. — Ministerpräsident Ben Gurion und Dr. Nachum Goldmann trafen zum dritten Mal zusammen, um die Beziehungen zwischen der Israelischen Regierung und der Jewish Agency klarzustellen. Diese Unterhaltungen sollen dazu dienen, das Programm für den 25. Zionistischen Weltkongress vorzubereiten, der hier am 27. Dej zember eröffnet wird — 1 (ITA) | die Beratungen vor sich ge gangen sind. Die Debatten spielten sich auf den „unbeweglichen Fundamenten des Marxismus-Leninismus und des proletarischen Internationalismus” ab. Man habe Í die vorhandenen Probleme auch der auf der Konferenz vertretenen kommunistischen Parteien westlicher Länder besprochen und die Richtlinien für den Kampf um die gemeinsamen Ziele niedergelegt: Frieden, Demokratie, nationale Unabhängigkeit und Sozialismus. Selbstverständlich musste diese Konferenz, die hinter verschlossenen Türen stattfand, das Interesse und die Aufmerksamkeit der ganzen Welt hervorrufen, weil von der Entwicklung im östlichen Lager manche Wege der westlichen Front bestimmt werden, zumal durch die Wahl eines neuen amerikanischen Präsidenten auch eine neue westliche Orientierung erwartet werden muss. Ihre besondere Note erhielt die kommunistische Konferenz — und das Interesse der westlichen Welt — durch di« Debatten zwischen den Russen und ihren mächtigen Verbündeten, den Chinesen, über die nur geringe Informationen vorliegen. Die grosse Frage der nächsten Zukunft dürfte in diesem Spannungsverhältnis heranreifen, das seit Jahren besteht, im Augenblick jedoch iiberbrückt werden konnte, wenn man den Berichten aus Moskau glauben will. Eine Lösung wurde allerdings ¡nicht gefunden, weil hierzu | eine umwälzende politische Neuorientierung der vorhanzur westlichen, der sogenannten „kapitalistischen” Weit. Während die Chinesen der Auffassung sind, dass eine kriegerische Auseinandersetzung mit der kapitalistischen Welt nicht vermeidbar ist, hält der oberste Sowjetführer Nikita Krutschew an seiner These der friedlichen Koexistenz der kommunistischen und der kapitalistischen Welt fest,wobei Krutschew gleichzeitig seiner Ueberzeugung Ausdruck verleiht, dass der Kommunismus dem Kapitalismus so gewaltig überlegen sei, dass er ihn auch ohne Krieg überwinden wird. Diese „Streitfrage” zwischen den beiden kommunistischen Grossmächten erinnert ein wenig an das Schicksal von Gefangenen, die liquidiert werden sollen. Die Frage ist nur, ob man sie aushungern oder sofort erschiessen sollte. So sind sich die kommunistischen Zwingherren über das Schicksal der kapitalistischen Welt sen mussten.” Die „Washington Post” bemerkt hierzu: „Obgleich der Vorschlag, die arabischen Flüchtlinge in den arabischen Ländern einzugliedern, schon vor längerer Zeit von Israel gemacht worden ist, so hat doch det Vergleich, de Präsident Ben Zwi zwische den Zahlen der arabische! und jüdischen Flüchtling! zieht, dieser Diskussion neu es Interesse verliehen,” durchaus einig: sie mus: verschwinden. Krutschew meint, dass diese Welt dem nächst zugrunde geht, sodas: es überflüssig ist, nech wei tere Anstrengungen zu ma chen und einen recht ge Jährlichen Krieg zu führen Zwar spricht Krutschew nicht von den gewaltiger Gefahren, die durch die Entfesselung der Atome entstehen würden. Aber er brauchl wohl hierüber nicht zu sprechen, denn selbst er dürft« keinen Zweifel daran haben dass ein Atomkrieg nichl nur eine Seite vernichten sondern auch der anderer erhebliche Schäden zufüger würde. Deswegen plädierl Krutschew für die friedliche Koexistenz zwischen dem .lebensvollen*’ Kommunismuss und dem „todkranken" Kapitalismus, dessen Ende abzusehen ist. , Die Chinesen wollen von Koexistenz nichts wissen. Sie treten ganz offen für Krieg ein, der sich in erster Linie gegen die Amerikaner richten soll. W ahrscheinlich handelt es sich bei der chi¬ T Ablehnende Antwort Israels Jerusalem — Israel teilte den Vertretern der Westmächte mit, dass es nicht in der Lage sei, die Vorschläge für eine „Lösung des Problems der arabischen Flüchtlinge” anzunehmen, die die arabische Delegation in den UN gemacht hat. Die Araber regten die Ernennung eines Treuhänders für das angeblich in Israel von den Flüchtlingen zurückgelassene Eigentum sowie die Erweiterung des jetzigen, aus drei Mitgliedern bestehenden Comités der Ausgleichskommission für Palästina an. Frau Golda Meir teilte diesen Entschluss ihrer Regierung sowohl dem Botschafter der Vereinigten Staaaucl1 <*em Botschafter Grossbritanniens mit_ UTA) A LOS JUMOS DE EE. UU. Nueva YoTk. — Menajem Beguin, miembro de la tnessei y jefe del partido Jerui, instó a la judeidad norteamericana a fin de que recaude 1.51/0,000 dólares para que el gobierno isralí pueda erigir un nuevo hospital para enfermos mentales, a reemplazar el actualmente ubicado en la fortaleza-cárcel de Acó. El dirigente de la Jerut propuso que la íoríaleza sea transformada en monumenio nacional para conmemorar la liberación de los encarcelados efectuada por el Irgun Tzvaí Leumi el 4 de mayo de 1947. — Hablando en un acto en el Carnegie Hall el sr. Bcgüin dijo que la historia de la liberación jsraelí era grande en la ficción pero más grande aun en la realidad. La alocución marcó el ccmienzo de una gira de discursos de Beguin en todo el país con el lema "Exodus, ficción y realidad”, Beguin rindió tributo a todr-s los combatientes por la libertad de la Haganá, Falmaj, Irgún Tzvaí Leumi, l.eji y Majal. BERBERT FBANKENSTEIN New York. — Menachem Begin, Knesset Mitglied und Chef der Cheiut, forderte die noidumerihanische Judenheit auf, 1.500.000 Dollar aufzuoringen, damit die israelische Regierung ein neues Hospital für Geisteskranke bauen kann, um die heute im Festungsgefängnis von Akko gelegene Anstalt zu ersetzen. Der Führer der Cherut schlug vor, man solle die Feslung in ein nationales Denkmal umwandcln, um der Befreiung der Gefangenen zu gedenken die der Irgun Zwi Leumi am 4. Mai 1947 vollbrachte. Begin sprach auf einer Veranstaltung in der Carnegie Hall. Er äusserte, die Geschichte der Befreiung Israels sei gross in der Liteiaiur aber noch grösser in Wirklichkeit, Die Ansprache war der Beginn einer Tournée durch das ganze Land, auf der Begin über das Thema, „Exodus, Literatur und Wirklichkeit” sprechen wird. Begin zollte allen Freiheitskämpfern der Hagana, Palmaeh, des ligun Zwi Leumi, Lechi und Machal seinen Tribut. PIERBERT FRANKENSTETN nesischen Angriffslust nur um einen antiamerikanischen Revanchefeldzug, der sich nicht gegen die anderen Länder richten würde, die mit den Amerikanern alliiert oder auf andere Weise mit der amerikanischen, kapitalistischen Welt verbunden sind. In ihren Proklamationen werden niemals oder selten Attacken gegen die Engländer ausgeführt, die sich in relativ guten Beziehungen mit dem roten China befinden. Es sieht also durchaus so aus, dasss hier private Rechnungen beglichen werden sollen, wofür man sogar bei der Betrachtung verschiedener politischer Faktoren und Einstellungen ein gewisses Verständnis aufbringen könnte. Das chinesisch - russische Spannungsverhältnis und die künftige politische Haltung Chinas sind Fragen von weltweiter Bedeutung, über die niemand zur Tagesordnung hinwegschreiten kann. Eine Ueberfülle von Problemen drängen sich auf, die beantwortet werden sollen, wenn man begreifen will, was wirklich hinter den roten Kulissen geschieht. Erstaunt blicken alle Völker nach China, keineswegs nur der Westen. Aus dem Chaos wurde durch die Kommunisten in wenigen Jahren eine Grossmacht aufgebaut. In einem atemberaubenden Tempo wird der Prozess der, Industrialisierung vorwärtsgetrieben. In wenigen Jahren, vielleicht in zehn oder gar nur fünf Jahren, wird China die Stahlproduktion Grossbritanniens übertroffen haben. China ist auf dem Wege, eine Atommacht zu werden. Und ein chinesischer Politiker soll geäussert haben: „Wir, wir allein, besitzen dank unserer gewaltigen Bevölkerungszahl als einziges Volk die Aussicht, einen Atomkrieg zu überleben...“ Gewiss ist diese Auffassung nicht sonderlich gescheit, aber die ausgesprochene Drohung bleibt trotzdem bestehen, denn es kann keine sonderliche Schwierigkeit machen, eine Chinesenarmee mit 100 Millionen Mann aufzustellen ... Die Chinesen sind in ihrer doktrinärer als die Russen. Offensichtlich hat der Kontakt mit der westlilhen Welt die Russen veranlasst, mam che Meinung zu überdenken. Während die Chinesen in der Klassenkampf - Theorie noch immer das Fundament des marxistischen Weltbildes erblicken, haben die Russen allein schon deswegen den Boden dieser — für sie etwas antiquierten — Theoreme verlassen, weil die Arbeiterklasse in Russland selbst ihr Ziel erreicht und gesichert hat. Ausserdem kann es kein Zweifel sein, dass die arbeitenden Massen in vielen — sicherlich nicht in allen — westlichen Ländern einen Lebensstandard erreichten, der die Klassenkampftheorie gegenstandslos machte, zumal in vielen westlichen Ländern die Regierungen von den Arbeiterparteien gebildet werden. China will nicht den Krieg, wie die „Rote Flagge”, die Zeitschrift des Zentraleomités in Peking, beteuert. Aber dieser — nicht gewollte — Krieg ist nach der Auffassung und den Analysen der Pekinger Kommunisten nicht zu vermeiden. Es wäre nach der Meinung dieser Kreise ein Verbrechen und eine Kapitulation, andere Formen des Kampfes als die härtesten zu suchen. Feinere Manieren könnten nur dem (Schluss auf Seite 2) Keine zweite Reise nach Israel Köln. — Dr. Rober Servatius erklärte, e würde nicht nach Israe reisen, bevor er nicht da; Geld zur Deckung seine: Unkosten bekommen ha be. Er wollte am vergan genen Sonnabend abfah ren, wofür er 6.000 D1V gebraucht hätte, wie e: bemerkte. Die deutsch« Regierung hat kürzlicl sein Ersuchen um Bereit Stellung von Geldern ab gelehnt, die ihm ermög liehen sollten, als Vertei diger Adolf Eichmanni aufzutreten. (ITA)

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