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Jüdische Wochenschau · 1960-12-06 · 1833 (6.12.1960) · p. Seite 7

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1833 (6.12.1960)
Date
1960-12-06
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German, Spanish
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piarles, 8 de Diciembre de I960 Rü I S H A E f, : T A Año XXI, — No 1833 -n* PUEYRREDON 21901. St. T.E. 83-2613 Technion ging die von Dr. H. J. SALOMON Mit Riesenschritten im letzten Jahrzehnt Entwicklung der ganzen Welt 'gelejste^ dessen ist sich je- Dozentenstab eine entsprevor sich. Draussen, in der ^er )aew’ussti der das techni- ¡chende Erweiterung erfahren. Der akademische Stab des Technions zählte im letzten Jahr 501 Akademiker, von denen etwa die Hälfte trieb und den Auftrieb, dort | chin-Auditorium 577 akade- ¡Vollbeschäftigung hat. Dazu draussen, Juden als grossen Weit jedoch war der sche Studium aufnimmt. Grundstock seit langem ge-; sprechen die Zahleg’.. Nicht zuletzt dei zweij€n ae- Examinenten. Im te Weltkrieg gab den An- . Mai konnten im Chur- Palästina den Gr&de verliehen wer. 'gehören auch di<i ausländinationale Heiml(jen> jg gc (Bachelor of sehen Experten, besonders Stätte zugesprochen, war em 113 Ingenieure, 48 (aus den Vereinigten Staaten. denstaat” hatte Herzl sein j grosses Werk, vor mehr als 40 Jahren geschrieben, genannt. Nur wenige Unentwegte glaubten an die ..Utopie", Eines aber war, am deutlichsten von Achad Haam ausgesprochen, jenseits von staatspolitischen Gedanken ein Streben für das Nationalheim: dort ein geistiges Zentrum für die Judenheit zu schaffen. Darum das Stre. ben von Chaim Weizmann, in Jerusalem eine hebräische Universität zu gründen; aber noch viel früher, im Jahre 1912, wurde schon eine technische Hochschule geschaffen, in der klaren Erkenntnis, dass das Land, in welcher Form auch immer, aufgebaut werden musste und für den Aufbau keine Berufsgruppe so wichtig ist wie die-der Techniker. Das 1912 errichtete Baerwalii-Gebäude, Jahrzehnte ' hindurch das Wahrzeichen ( der Karmelstadt, später im Abbild auf einer Briefmarke j erschienen, lag. wie damals , vorwurfsvoll bei der Besprej chung des Bauplans ein ge- | wendet wurde, „mitten in j dei Wüste". Für das damalige Haifa war es ein gigantischer Bau von unfassbaren Dimensionen. Wie sich das Technion besonders von der Staaisproklamation an, entwickelte, gehört geradezu zu den Wundern von Israels wunderbarem Aufbau.. Wie klein und begrenzt ist heute der Bau gegenüber dem gewaltigen Technion - Campus auf dem Karmel, dessen Are. al allein 1.200 Dunam beträgt! Ein bewaldetes Gebiet, das den schönsten Parks von Oxford und Cambridge nicht nachsteht: wo in wenigen Jahren vom Technion allein 40.000 neue Zypressen, Nadel- und andere Bäume gepfianzt wurden. In seinen ersten Anfängen recht primitiv, erlebte das Technion seinen grossen Aufschwung mit dem Jahre of Science) ¡Wenn das Technion darum fragwürdiges Gebilde.^ „Ju- |M gc (¡yj^ter 'und 12 D. - Sc (Doctor of 'auch darauf achten muss, ») ein Titel, den zu | den Lehrkörper nicht zu beäusserte Anfordeleinträchtigen, hat es sich 1 bcience1 I erringen Zungen an den Prüfling, sein akademisches Niveau und seine Eignung als Forscher stellt. Das alles, obwohl das Studium neben allen anderen schweren Anforderungen die doch entschieden, hervorragende Dozenten im Hilfsprojgramm für andere Länder zu beurlauben. Gegenwärtig Haifa 1,7 Million IL aus. Die Teste und Forschungen erstrecken sich auf Probleme im Zusammenhang mit dem Bau in heissen Ländern, auf Sonnenheizung, auf kosmische Strahlung, auf klimatische Einflüsse und entsprechende Rostbildung von Betonstahl, Probleme der Landwirtschaft, Industrie u. a. Man kann sagen, dass der Forschungsbereich heute unbegrenzt ist. Nennen wir nur Luftwesen, Schiffahrt, Explosivstoffe, Baumaterialien, Elektronik und Atomenergie, um einen kleinen Ausschnitt zu geben, so erhellt daraus, sich Zum 29. November Anlässlich der 13. Wiederkehr des UN-Beschtusses über die Errichtung eines jüdischen Staates hatten sich die Gemeinde Bet Israel und die Theodor Herzl Gesellschaft zu einem Festakt zusammengefunden, der in Anbetracht der sommerlichen Temperatur als sehr gut besucht angesehen werden darf.Im Mittelpunkt der Feier stand ein? Rede des Präsidenten der THG, Dr. Hardi Swarsensky, der drei Tage zuvor aus Israel zurückgekehrt war und sichtlich unter dem Eindruck dieses abermaligen Besuches im Lande stand. ¡sind zwei Dozenten in Gha-—, 'na tätig, und je einer in, ] Aethiopien,. Chile, Nigerien wie das Technion sich in kurzer Frist zu einem der -DIE VERLAGERUNG und Libérien, Ständige Erweiterungen kennzeichnen den Teehnion- Campus, dessen erstes Gebäude für Aeroneutik 1953 errichtet wurde und wo heute 27 Gebäude stehen, darun. ter das Albert Einstein-Instiwies nach, dass Studenten ¡tut für Physik, das Winston aus 41 verschiedenen Gei Churchill-Auditorium, wohl burtsiändern kommen, die .der imposanteste Bau des meisten au> Polen, aber auch Campus, wo nach der Eininach prozentualem Anteil) weihung mit Sara der Tochaus Rumänien, Bulgarien, , ter Churchills als Abgeord- ■ Kenntnis der hebräischen Sprache zur Voraussetzung macht. Nicht schwer für die Hiesigen, deren Prozentsatz übrigens immer grösser wird lim Vorjahr 54,2 Prozent, im letzten Jahr 56,8 Prozent); aber eine Statistik wichtigsten Institute des Staates entwickelt hat, um das Land mit technischer Kenntnis und wissenschaftlicher Technik zu erfüllen —■ heute noch für Israel, aber, sobald seine Nachbarn dazu bereit sind, für den ganzen Vorderen Orient. dem Irak. Deutschland, CSR, Jugoslawien, Ungarn und Aegypten. Ein Entgegenkom men hat das Technion gezeigt: in den höheren Graden, zum Erwerb der höchsten akademischen Titel, wo ein starker persönlicher Kon. takt zwischen Professor und (Student besteht, wie die Forschungsarbeit es erfordert, : sind auch französisch, englisch und deutsch als Sprachen zugelassen.! nete der Churchili-Familie,! grosse internationale Tagun-; gen stattgefunden haben und in Zukunft stattfinden wer- 'den, und den diversen Labo- ¡ratorien und Forschungsan- ¡stalten wie den gefälligen Wohnräumen für Studenten. Erst im letzten Jahr gingen viele Bauten ihrer Vollendung entgegen, so die Benjamin Cooper School for Industrial and Management Engineering: die School of UNSERER PROBLEME An diesem durch seinen ¡General Studies; das Israel- „Sprachenstreit” berühmten Institut für Metalle; das Li- Institut soll Wissenschaft dow-Gebäude für physikali- und Forschung nicht durch sehe Forschungen; das Air- Sprachenfanatismus beeinjeraft Structures Laboratory trächtigt werden. Die hebräi- und drei weitere Unterseite Sprache ist nicht mehr, kunftshäuser für Studenten, wie eben zu jener Zeit des Für die nächste Zeit sind Sprachenstreites, gefährdet;! folgende Bauten vorgesehen: .dagegen steht fest dass trotz .das Anne: Bbrowit? Hydrauder gestellten Anforderuii- ¡lies gen die Möglichkeiten in Israel nicht ausreichen/ dem bibliothek; die neue Mensa jungen Wissenschaftler alle und ein Gebäude für die jiivs Buildings, das neue ¡Sport-Zentrum; die Zentral- NACHRICHTEN AUS ISRAEL PAPIER NACH PERSIEN Die israelisch - amerikanische Gesellschaft zur Erzeugung von Papier in Chedefa hat den ersten Exportauftrag aus Persien erhalten. Nach diesem Probeauftrag sind weitere grössere Bestellungen zu erwarten. EINWANDERUNG IM JAHRE 5720 Die Alija - Abteilung der Jewish Agency gao bekannt, dass im Jahre 5720 insgesamt 21.700 Juden nach Israel eingewandert sind, und dass die Zahl der Einwanderer im September 2.450 betragen hat. I * EINWANDERER AUS USA Möglichkeiten zu geben. Es ist nur wünschenswert, dass chemische Fakultät. Zu den Erweiterungen im er zu eigener Vervollkomm- (Lehrplan gehört die Errichnung für einige Zeit ins Aus. tung von Schulungskursen land geht, und das Technion ¡für Lehrer, die in höheren sotut das Aeusserste ihn dabei wie in Berufsschulen exakte zu unterstützen. Freilich: Wissenschaften und Technodas Ausland lockt. Grossarti. logie unterrichten sollen. Im ge Angebote können den Rahmen des Einstein-Instijungen Menschen leicht dazu |tuts für Physik ist eine Iono- •1933, als Dr. Kaplanski mit ¡bewegen, dort zu bleiben. Es ¡spheric Recording Station dem aufkommenden Nazi- Regime bedeutende jüdische -Wissenschaftler aus den tech. mischen deutschen Hochschulen an das Technion berief. Wir denken an Männer, die heute nicht mehr unter uns weilen, wie Prof Zerkowitz, Prof. Schwerin und solche, von denen viele heute noch tätig sind. Mit dem rapid wachsenden . Technion, der ständigen Erhat sich aber erwiesen, wohl ierrichtet worden als Glied auch wegen des ständigen ¡ähnlicher Stationen in Iti- Kontaktes, in dem das Tech, ¡dien und Italien. Der spemit den Studenten zielle sub-sonic-wmd-tunnel nion mit den bleibt, dass fast alle nach einer. gew'issen Zeit wieder zurückkehren an das Institut, wo Assistenten- und Dozentenstellen auf sie warten oder die stetig wachsende Industrie sie nur zu gern absorbier!.. Das Institut ist überhaupt Weiterung seiner Fakultäten ¡bemüht, den Lernet den fiimd Laboratorien ist auch die Zahl der Studenten ganz erheblich gewachsen. Im ■ Jahre 1959T50 waren nicht Weniger als 3.279 Studenten -inskribiert. Nicht etwa Gelegenheitsstudenten. wie wir sie aus Europa kannten. Am Technion wird ernste Arbeit nanzieile Hdfe angedethen z-u lassen. Stipendien, Gebiihrenermässigungen oder langfristige Darlehen in einer Gesamtsumme von 300.003 IL wurden etwa 60 Prozent der Studenten gewährt, Mit der Ausdehnung des wurde im letzten Jahr in de - aeronautischen Bender- Laborator'um in Betrieb genommen. Kein Bericht vom Technion kann die wichtigen Forschungsarbeiten unerwähnt -lassen, die. sowohl von der Regierung, wie auch von der Industrie oder wich, tigen Körperschaften in Auf trag gegeben, ebenso aber auch vom Auslar..- beordert werden. Solche von der Teihnion R'-searet and Development Foundation durchgeführten Teste und Forschungen machten ihm letz- Instituts musste auch der len Jahr eine Summe von Laut einer Aufstellung der Jewish Agency sina im Jah-!re 5720 tausend Juden aus den USA nach Israel eingewandert. Von den Neueinwanderern sind 148 Mitglieder der chaluzisehen Bewegungen. 132 gehören freien Berufen an; 161 sind ältere Menschen; 76 sind Chassidim, die sich in Kiriat Zanz oder Kiriat Bobow niedergelassen haben; 455 lernen in verschiedenen Ulpanim und 29 sind Angehörige des Mittelstandes. ANGEHOERIGE DES MITTELSTANDES Die Jewish Agency hat detaillierte Pläne für die Einwanderung vot Angehörigen des Mittelstandes mit beschränkten Geldmitteln aus den westlichen Ländern und Südamerika und deren Einordnung im j_,ande ausgearbeitet; diese Pläne sollen dem kommenden Zionistenkongress unterbreitet werden. Sie beinhalten y. a. die Errichtung eines Fonds für Darlehen und Bürgschaften an Neueinwanderer, die Zahlung eines Gehalts von 250 IL in Form eines lang- Im wesentlichen führte der Redner aus, dasä die alljährliche Erinnerung an den 29. November und die wenige Monate später erfolgte Staatsproklamation mehr als eine seelisch-moralische Aufmunterung bedeuten müsse.'Keine Zeit sei unabhängig von dem, was früher gewesen, und im Grunde hätten sich die Machtverhältnisse, geographisch und kulturell betrachtet, wenig geändert. Erez Israel, einst die Brücke zwischen Ost und West, ist auch heute ein Opfer jener Konflikte und Gegensätze. Doch, da es nie seine historische Mission vergass, habe es jetzt noch, nach 2.000 Jahren, die Kraft zur nationalen Renaissance, zwischen den beiden Blöcken sein Leben neuaufzubauen. Vor dreizehn Jahren waren in den UN die beiden Grossmächte, Amerika und die Sowjetunion, zum ersten Male einig bei dieser Frage, und die erforderliche Zweidrittelmajorität wurde nur auf diesem Wege möglich. Sowohl der jüdische Staat wie das jüdische Volk bestanden die ihpen auferlegte Bewährungsprobe. DIE BRUECKE ZWISCHEN OST UND WEST Es käme heute.vor,, führte Dr Swarsensky weiter aus. dass afrikanischen Staatsmännern der neugegründeten Staaten die wissenschaftliche und ökonomische Hilfe Israels wichtiger sei als diejenige Englands oder Amerikas; sie senden ihre Sachverständigen nach Israel, um die Institute kennenzulernen, und landwirtschaftliche Probleme zu studieren. Die jüdische Diaspora erkenne jedoch nicht immer die ihr auierlegten vollen Pflichten. Schon vor dem zweiten Weltkriege verstanden die Gutsituierten nicht, was jüdische Realpolitik ist, wie eine Generation zuvor Herzl als Illusionist angesehen worden ist. Heute wüssten wir längst, dass alle sogenannten „Realpolitiker” Illusionen nachgelaufen sind Die UN-Resolution bot eine grosse Chance, ein Sprungbrett, einen Anfang ähnlich einst der „Balfour- 1 Deklaration” von 1917. Unsere Gegner bewundern die Kraft des jüdischen Volkes’ während wir selbst häufig an ihr zweifelten. In der historischen Stunde, da d-33 britische Mandat zu Erde ging, war es fast allein David Ben Gurion, der erkannte, dass diese vielleicht nie wiederkehrende Situation ausgenützt werden müsse, selbst, wenn viele Freunde der jüdischen Sache Bedenken äusserten. fristigen Darlehens an die Neueinwanderer während der ersten drei Monate ihres Aufenthalts im Lande, die Gewährung von Anleihen im Betrage bis 6000 IL für den Erwerb einer Wohnung und auch die Errichtung von temporären „Einordnung«, heimen“ an verschiedenen Orten des Landes. SPARGELANBAU IM NEGEW Die seit einem Jahr im Moschäw Miwtaebim angestellten Versoche im Negew Spargel anzubauen, smd vor. vollem Erfolg gekrönt worden In der kommenden Saison wird man dort Spargel auf einer Fläche von 50 Dunam ziehen. Bis jetzt wurde Spargel hauptsächlich auf den fruchtbaren Böden des Hulegebietes angebaut. WO LIEGT DAS GEHEIM¬ NIS UNSERER KRAFT? Der Niedergang des Judentums, meinte der Referent, begann damit, dass man die-, se verstandesmässig zu zerlegen anfing. Man wusste nicht mehr, dass Judentum eine geschichtlich-einmalige Erscheinung ist, ein Phänomen, dem nichts und nirgends etwas Aehnliches gleichgesetzt werden könnte. Nur die Rückkehr zur Einheit des jüdischen Lebens vermochte neue schöpferische Kräfte zur Entfaltung zu bringen. Eine neue jüdische Jugend, erfüllt von europäischer Kultur, fand zu einem ganzen Judentum zurück. Zionismus ist. .der '.Glaube des Juden an sich, an sein Volk, an die Zu- Ikunft. Mit echtem Glaubep, .nicht mit Argumenten, weide ein Staat geschaffen. Isjrael hielt 13 Jahre stand, iweil es an seine Aufgabe glaubte An diesem Glauben zerschellte auch die englische Mandatarmacht. Die zionistische Bewegung, so schloss Dr. Swarsensky seine mit Begeisterung aufgenommenen Ausführungen, ist das Gewisser des jüdischen Volkes und stelle ..das jüdische Volk unterwegs” dar, so, wie sie einmal der ..Judenstaat unterwegs” gewesen ist. Der Festvortrag wurde umrahmt durch die ausgezeichnet Mitwnkung unseres Chawer Hellmuth j icoby, der, nach längeren Unterbrechur g sehr herzlich oegrüsst, seihst angenommene Reiscoitder aui Israel m schönen Faibcr. verführte und einige der beliebtesten is< äolischen L-edei mit der ihm eigenen Kunst unter gross irr Beifall vertrug Seine Teilnahme bi.riete die würdige Ergänzung e nes werlvoi.cn Abends der mit d" u Gesang der Haiikwa schloss. C. W. i }

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