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Jüdische Wochenschau · 1960-12-06 · 1833 (6.12.1960) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1833 (6.12.1960)
Date
1960-12-06
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German, Spanish
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PUEYRREDON 3190 — 1’ iaq. Hx Jèéfta*ta j&âœiUa T. E. 83.2819 Año XXI. BUENOS AIRES. MARTES 6 DE DICIEMBRE DE I960 No. 1833 uno Israels il YiU 1,1 LOS SIONISTAS RELIGIOSOS Aflaníic C.iiy. — l os sionistas religiosos de EE UU., e<n la sesión de cierre de su convención anual adoptaron las siguientes resoluciones: jj _ Instar a la UN y al departamento de e-siado para que exigan u»a inmediata detención de Egipto con la navegación israelí en el canal de Suez 2 ) — Solicitar al gobierno de EE. UU. ensanchar su programa de ayuda económica a Israel. 3. ) — Llamado a la Unión Soviética para que otorgue el ejercicio de la libertad religiosa y de asamblea a sus tres millones de ciudadanos judíos. 4. ) Un pedido a los gobiernos sureños para que permitan una integración ordenada y sistemática de las escuelas de acuerdo con la acordada de la Corte Suprema de 1954. — 5. ) — Apoyar al UJA (United Jewish Arpea!), los bonos israelíes, el Keren Kayemel Leisrael y las inversiones particulares. FRANK LEHMAN., New York. — Nach meinem ktirzlichen Besuch in Israel kann, ich nur meine Bewunderung für eien Fortschritt aussprecheo, der im Lande auf allen Gebieten zu beobachten ist. ln der Wirtschaft macht sich eine fühlbare Tendenz zur Stabilisierung bemerkbar, und es muss hervorgehoben werden, dass es keine Arbeitslosigkeit gibt. Es ist Arbeit für alle, vorhanden, sowohl an den Städten wie in den Kolonien, so dass die Leute; sogar damit; einverstanden sind, in den Kolonien zu bleiben und picht in die Städte drängen. Es herrscht ein Ueberfluss an landwirtschaftlichen Erzeugnissen avie Hühner, Eier, Milehprovon BORIS SMOLAR dukten und Gemüse, die nicht nur den Bedarf des ¡'Landes decken, sondern sogar exportiert werden können. I Die industriellen Unterinehmen haben einen bemer- ¡kenswerten Aufschwung geinommen. und die Investition ausländischer Kapitalien ist I gewinnbringend geworden. 'Die Einwanderer kommen im Lande an. und finden sofort Beschäftigung, sowie in allen Landesteilen ftir sie vorbereitete Wohnungen. Dies ist auch auf den Hügeln um Nazaret der Fall, wo die Neuankömmlinge aus den osteuropäischen Ländern angesiedelt werden. Dort werden neue Fabriken gebaut. |Um diesen Neueinwanderern, die hochqualifizierte Arbeiter sind, einen Lebensunterhalt zu nieten. Eine Blüte erlebt das Bauwesen. Neue Häuser und Hotels, neue Strassen, ja neue Städte werriir, an Orlen gebaut, wo der Boden verwüstet lag. Die Stimmung im Lande ist ausgezeichnet. obwohl man Klagen über die hohen Steuern hört. Unter der Bevölkerung ist keine Angst zu spüren, dass ein neuer Krieg ausbrechen könnte, und diestrotz der Tatsache, dass Israel von drei Seiten von arabischen Armeen eingekreist ist. Ue- WIE ICH ES SEHE [Fortschritt oder Untergang von JEHUDA GOTTHEIMER Der Kampf der beiden Blocke, in die unsere zweige, teilte Erde immer noch zerfällt, steht nach wie vor im Zeichen des Wettrüstens, worauf in letzter Zeit erneut mit Nachdruck hingewiesen worden ist. Leider, so wurde ausgeführt, gelte dies trotz der Unabweisbaren Tatsache, dass die führenden Mächte dem Sinne nach am Ende des militärischen Weges angelangt sind. Dieses Ende stellt Bich als ein furchtbarer Abgrund dar, dessen Rand näher und näher rückt, solange man den „atomaren Wahnsinn” weiter um sich greifen lassen würde. Niemand dürfe sich darauf verlassen, dass dieses Wettrüsten, wie einige behaupten, geradezu eine Garantie dafür wäre, dass der Frieden bewahrt bleibe, weil die stark bewaffneten Mächte sich gegenseitig vom Kriege abhalten würden. Die hohe Bewaffnung könne sogar eine Abschreckung und damit ein Schutzmittel gegen den Ausbruch eines offenen Konfliktes darstellen. Demgegenüber müsse man aber die einzig realistische militärische Auffassung stellen, dass nämlich der Krieg, und nicht die andere Seite in Wahrheit der Feind sei... Mit diesen Feststellungen werden sich die meisten abfinden. Es ist richtig, dass heutzutage der wahre Gegner nicht mehr „die andere Seite” ist, sondern der ‘Krieg, das Ungeheuer, dieser schreckliche Moloch, der alles zu verschlingen droht. Aber dieselbe Formulierung hatte schon zu früheren Zeiten ihre Gültigkeit, als die Atom - Erkenntnisse noch nicht die Zertrümmerung des Planeten Erde und die totale Vernichtung aller Menschen herbeil ¡ihren konnten. Immer ist der Krieg der wahre Feind der Menschheit gewesen, zu dem sich die rivalisierenden Kräfte hinreissen Hessen, um auf diese primitive Weise ihre Streitigkeiten zu beseitigen. So war es zur Steinzeit, und so ist es bis beute geblieben Die Methoden haben sich ge- B. Gurion beantwortet Fragen Tel Aviv. — Bei dem jährlichen Banken des Verbandes israelischer Zeitungsherausgeber kritisierte Ben Gurion neuerlich die Zionistische Organisation und behauptete, die der Regierung gemachten Vorwürfe, dass sie die Alija nicht fördere, seien unberechtigt. Er fügte hinzu, wahrer Zionismus bedeute, sich in Israel niederzülassen. Auf Fragen über die Aussichten für ein arabisch-israelisches Uebereinkommen entgegnett Ben Gurion, dass eine Vermittlung keinen Sinn hätte, solange die VAR nicht zu Verhandlungen mit Israel bereit sei. Er erinnerte daran, dass frühere Vermittlungsversuche von einer „Persönlichkeit”, die er nicht nennen wollte, unternommen wurden, und setzte hinzu, es könne keinen Frieden mit den kleinen Araberstaaten geben, bis der Frieden nicht mit den mächtigsten arabischen Ländern, so z. B. mit der VAR geschlossen sei. Uebtir die deutsch-israelischen Beziehungen üusserte Ben Gurion, weder bei seiner Zusammenkunft mit Bundeskanzler Dr Adenauer, noch bei seiner kürzlieben Unterredung mit dem Bürgermeister Westberlins, illy Brandt, wären derartige Beziehungen zur Sprache gekommen. UTA) ändert, die Werkzeuge sind veifeinert worden, die zum Kriegs-.,Handwerk” benutzt werden, die Technik ist ungeheuer fortgeschritten, ja, es ist vielleicht garnicht mehr möglich, d>c Bewaffnung der Steinzeitmenschen mit unserer heutigen Waffenindustrie zu vergleichen: das mag sogar ausgeschlossen sein. Aber die Grundtatsache, die Auseinandersetzung zwischen widerstreitenden Interessen, der Krieg, dieser ursächliche Sachverhalt hat sich überhaupt nicht abgewandelt. Der Krieg als Mittel zur Entscheidung von Differenzen zwischen Menschen und Völkern ist geblieben... Wenn man einmal die menschliche Entwicklung unter diesen Gesichtspunkten betrachtet, dann wird man zu dem Ergebnis gelangen, dass von einem Fortschritt oder einer Aufwärtsentwicklung nur schwer gesprochen werden kann. Der einfache Mensch hat sicherlich nur dann zur Waffe gegriffen, wenn er sieh in die Zwangslage versetzt sah, sein Leben zu schützen oder für sein Leben zu sorgen. Der Gedanke einer Anhäufung von Gütern wai ihm noch fern. Im Gegensatz hierzu trat in der modernen Welt, also in unserer geschichtlichen Zeit, das nicht zu bezähmende Bestreben, die Herrschaft des einen Menschen über viele andere auszudehnen, die Herrschaft eines Stadtstaates zu erweitern, um die bekannte Erde zu unterwerfen (Beispiel Rom), die Herrschaft eines Volkes zu festigen, derri nun die anderen Nationen untertan sein müssten. MT den Begriffen unserer heutigen Wissenschaft würde man diese Sachverhalte etwa wie folgend umschreiben: Während der normale, sinnvolle Endzweck allen Wirtschaftens die Deckung des Bedarfs der Menschen sein iberall, in den Städten, den Dörfern und Kibbuzim fühlt man die allgemeine Zufriedenheit. Die ökonomische Sicherheit Israels peeindruckte viele Teilnehmer der Studienkommissjon der USA- Einheitskampagne derart, dass sie sich entschlossen, eigenes Kapital in schon bestehenden Unlernehmen zu investieren. Einige von diesen nordamerikanischen Gemeindeführern hatten schon früher Investitionen voi genommen. Jetzt legten sie Geld in veischiedtnen florierenden Unternehmen an, darunter auch in den israelischen Supermärkten. Niemand konnte sieb darüber beklagen, dass er schon vordem Geid investiert hatte. Daher prüften diese Leute bei ihrem jetzigen Aufenthalt die Möglknkeit neuer Kapitalsanlagen, um auf diese Weise an Israels Aufbau mitzuhelfen. Alle waren sich darüber einig, dass Israel das Bild eines Landes in tiefstem Frieden bietet, dass der Fortschritt stetig ist und eine Störung dieser beruhigenden Situation im Aufenblick für die nächste Zeit nicht zu drohen scheint. muss, ist im westlichen System dieser Schwerpunkt gesunden Wirtschaftslebens auf ein Nebengeleise verlagert. Hauptzweck ist stattdessen die Gewinnerzielung, der Gelderwerb geworden. Durch die Ueberproduktion, an der sich auch das östliche System in gleicher Weise — vielleicht unter einer anderen propagandistischen Parole — beteiligt, entstehen Schwierigkeiten auf dem Weltmarkt; der bisher nur „geistig-ideo]og:sc-h” gefärbte Konflikt erhält einen realen Hintergrund, wirtschaftliche Interessen prallen aufeinander, Gebietsstreitigkeiten kommen hinzu, der Kampf um die Seele der Menschen zersetzt jede Bestrebung zum Frieden und die Gefahr eines Krieges wird heraufbesehworen, so wie es zu Zeiten dei Pharaonen, der Perser der Griechen, der Römer und aller anderen Völker gewesen.ist. Ein Fortschritt, eine Weiterentwicklung kann nicht beobachtet werden Die schönc-n Gedanken unserer Philosophen, die ethischen Postulate aller Religionen und die Mahnungen der grossen Moralprediger aller Zeiten stellen eine Mobilisierung der Vernunft gegen den Wahnsinn der Vernichtung dar, Bedeuten den Appell, an den Verstand gegen das Pi’ä dominium der Leidenschaften. Bisher haben aber immer noch die Leidenschaften triumphiert... Wie weit und wie umfassend der Sieg der Leidenschaften bisher gewesen ist,, ergibt sich allem senon dm aus, dass ciie am stärksten organisierte Religionsgemeinschaft, die Katholische Kirche selbst in den Kampf der Leidenschaften hineingezerrt wurde, Religiöse Zionisten in USA Atlantic City. — Die nordameiikaniscben religiösen Zionisten nahmen 'in der Schlussitzung ihrer Jahreskonvention die folgenden Resolutionen an: 1. Die UN und das State Department aufzufordem, von Aegypten die Einstellung dev Schliessung des Suezkanals für die israelische Schilfahit zu verlangen. 2. Die USA-Regierung um Eiweiterung ihres ökonomischer. Hilfsprogramms für Isiael zu ersuchen. 3 Einen Aufiuf an die Sowjetunion zu richten, damit den Juden in Russland die freie Ausübung ihrer Religion und das Versammlungsreebt zugestanden wird. 4. Die Regierungen der Siidstaalen um eine geord- - nete und systematische Integration dei' Schulen zu ersuchen, wie dies irn Jahre 1954 vom Obersten Ge- ■ richtshof verfügt werden ist. 5. Die Einbeitskampagne für Israel die israelische Bonds-Aktion, den KKL und die privaten Investitionen zu unterstützen. FRANK LEHMAN nein, sich hi nein zerren Hess, weil sie nicht allein eine geistige, sondern auch eine weltliche Macht sein wollte und als solche aufgetreten ist. Es ist interessanl zu beobachten. dass alle Religionen, die kraft ihres Einflusses auf die einfachen Menschen eine ungeheure Macht ausüben, in dem Postulat nach Nächstenliebe und Frieden bis zur Monotonie iibereinstimmen. Es gibt keine ernstlichen Unterschiede in der Auffassung vom Wert und Wesen des Menschen, von der Schönheit des Friedens und von der Notwendigkeit eines Fortschritts aer menschlichen Gesellschaft. Und doch treiben oder trieben die Priester aller Religionen ihre Gläubigen zu Kriegen gegeneinander, selbst dann, wenn es sich um einen Konflikt zwischen Völkern handelt, die der gleichen Religionsgemeinschaft (meist der;christlichen) angehören. Die ■einzige Erklärung für diese bedauerliche Erscheinung liegt '-1 -,rin, dass noch immer die Leidenschaften der Menschen grösser sind als ihr Verstand, als die Forderungen der Vernunft und die Notwendigkeiten eines Respektes vor der Schöpfung. Diese Feststellungen dürf. ten kaum widerlegbar sein. Die einzige Konsequenz, die man ziehen kann, dürfte die sein: von einem echten menschlichen Fortschritt kann nicht gesprochen werden, jedenfalls geht diese Entwicklung ausserordentlich langsam voran, sodass wir uns zwar technisch, nicht aber gesellschaftlich, geistig oder moralisch über das Niveau zu erbeben vermochte*j, das bereits die Völker der historischen Antike eingenommen haben, In diesem Zusammenhang sei ein weiterer Hinweis gestattet: wie soll man es erklären, dass alle genialen Gedanken, die sich nicht auf die Erforschung des Kosmos und der Natur erstrecken, sondern mit dem Menschen und seinen Aufgaben wie Flüchten beschäftigen, vor Jahrtausenden gedacht worden sind. Selbst der „kategorische Imperativ” Kants stellt doch nur die in moderne Worte eines Philosophen gekleideten Postulate der Religionen dar. Wenn man den Islam als ein selbständiges Reügionssystem betrachten will, obwohl er ebenso wie das Christentum ein Surrogat oder Kind jüdischer Vorstellungen sein dürfte, dann muss man ihn als die jüngste Religionsschöpfung betrachten, die ebenfalls bereits weit über tausend Jahre zurückliegt 13 oder 14 Jahrhunderte menschliche Entwicklung ohne einen Fortschlitt, ohne einen neuen Gedanken auf dein Gebiet der E1hik oder des religiösen Lebens auszudrücken, der über eine Interpretation oder Verinnerlichung hinausreichen würde, dürfte ein sicheres Zeichen dafür sein, dass die wirklichen geistigen Kräfte (Schluss auf Seite 2) NS-Verbrecher freigelassen Frankfurt a. M. — Heinz Beckerle, ehemaliger Nazi-Botschafter in Sofia, wurde aus dem Gefängnis entlasse«, nachdem die Gerichtsbehörden festgestellt hatten, dass nicht genügend Beweise vorliegen, um Bekkerle den Prozess zu machen. Er wird beschuldigt im März 1940 die Deportation von 11.000 Juden in Mazedonien angeordnet zu haben. Richter stellt fest, dass Beekerelc zwar der Nazi-Elite angehört habe, doch könne er möglicherweise im unklaren über das Schicksal gewesen sein, das die Deportierten erwartete. Beokerle wurde zum ersten Mal im Oktober 1959 verhaftet, jedoch nach wenigen Tagen in Freiheit gesetzt. Nach Festnahme des Spezialisten für die Endlösung der Judenfrage, Adolf Eichmann, wurde Beckerle neuerdings verhaftet (ITA) f

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