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Jüdische Wochenschau · 1960-12-02 · 1832 (2.12.1960) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1832 (2.12.1960)
Date
1960-12-02
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German, Spanish
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Jûx Jemxuta ^XsAaeiiia PUEYRREDON 8? - 2 S 1 5 J 2190 1* iaq. No. 1832 BUENOS AIRES. VIERNES 2 DE DICIEMBRE DE I960 Año XXI. UN. — Israel bekräftigte ¡neuerlich seinen guten Willen, die arabischen FJiientlinge für ihren Besitz in Israel zu entschädigen. den sie beim Verlassen des Landes 2urtick)iessen, wenn die Eingliederung der Flüchtlinge „in die arabische Welt” wirklich durehgeführt. werden sollte. Dieses Angebot sprach der ständige Delegierte Israels vor der Politischen UN - Kommission in seiner ersten grossen Rede zu diesem Problem aus. über das seit zwei Wochen hier diskutiert wird. Comay bezog sich in seinen langen Ausführungen auf den Bericht des Generalsekretärs Hammarskjöld von vor zwei Jahren, in dem dieser die ökonomische Integrierung des ganzen Mittelostens in der Form vorjscblug, dass die Flüchtlinge ¡von den einzelnen Ländern | absorbiert werden sollten. |Er erinnerte daran, dass im Jahre 1955 der verstorbene Staatssekretär Dulles eine internationale Hilfe für Israel vorschlug, um dem jüdischen Staat zu helfen, die arabischen Flüchtlinge für ihre zuriickgeiasesne Habe zu entschädigne. „Meine Delegation ", erklärte er „ist j bevollmächtigt, die früheren I Deklarationen meiner Regierung in dem Sinne zu bestätigen, dass sie im Falle der Verwirklichung der angeregten Lösung und der Erteilung der 1955 Israel zugesagten finanziellen Hilfe zur Zahlung von Entschädigungen bereit ist, noch bevor ein endgültiger Frieden geschlossen oucr cue Lösung der schwebenden Fragen erreicht wird.” Allerdings verwies Comay darauf, dass „zur Festsetzung einer solchen Entschädigung andere Faktoren in Betracht gezogen werden müssten und Israel für den Verlust jüdischen Eigentums entschädigt werden müsse.” In diesem Zusammenhang nannte er den ¡.Verlust' der Altstadt von Jerusalem, die in der Zone von Jerusalem und Hebron liegenden jüdischen Dörfer sowie die Ansprüche von einer halben Million israelischer Bürger, die in verschiedenen arabischen Ländern ihr Hab und Gut zurücklassen mussten, für das keine arabische Regierung Entschädigung geleistet hat. WIE ICH ES SEHE -Plan für Mittelost von JEHUDA GOTTHEIMER Der gewählte amerikanische Präsident, John Kennedy, bereitet sieh offensichtlich gründlich auf sein hohes Amt vor und benutzt die Zeit bis zur Uebernahme der Präsidentschaft zu Verhandlungen und Besprechungen sowie zur Aufstellung von Programmen, die sich mit den wichtigsten Problemen der Weltpolitik beschäftigen. Dass die Aufgaben, die ihn erwarten, gewaltige sind, dürfte von keiner Seite bestritten werden, zumal die wirtschaftliche Situation der Vereinigten Staaten nach einer langen Zeit der Prosperität durch eine Art Krisenstimmung erschüttert worden ist. Manche Beobachter meinen, dass der Sieg Kennedys die grosskapitalistischen Kreise in Unruhe versetzt habe, die in Nixon ihren Mann erblickten, und der von ihnen ausersehen war, ihre Interessen weiter zu verteidigen und zu schützen. Ob diese Beurteilung' zutreffend ist, mag hier dahingestellt bleiben. Immerhin bleibt der Faktor „innere Unruhe” bestehen, der die Amtszeit Kennedys zumindestens in ihren Anfängen stark belasten dürfte. Die Mehrzahl der entscheidenden Fragen unserer Zeit blieb in der langen Aera Eisenhower - Dufies ungelöst. Nach dem Tode von Dulles war das Fehlen der starken Hand immer deutlicher geworden, wodurch die Führung des Ostblocks die Stunde für gekommen hielt, mit wachsenden Forderungen und Herausforderungen die westliche Front anzugreifen. Hierfür lieferte Krutschew Ml um Jerusalem. — Das israelische Kabinett, nahm formell den Rücktritt des Generalmajors Chaim Laskow vom Posten des Generalstabschefs des israelischen Verteidigungsheeres an und ernannte Brigadier Zwi Tsur zum Oberkommandierenden der Streitkräfte Israels. Der Amtswechsel wird offiziell am 1. Januar 1961 vollzogen werden, General Tsur ist gegenwärtig Vizechef des Generalstabs der Verteidigungstruppen und Chef des Generalstabs der Israel-Armee. Er wurde 1923 in Russland geboren und kam 1925 nach Palästina. Er besuchte die Schule in Tel Aviv und studierte später an der Columbia-Universität. Bevor er das Amt eines Vizechefs des Generalstabs der Armee antrat, war General Tsur Chef des Personalbüros der israelischen Armee. General Laskow übernahm das Oberkommando des israelischen Verteidigungsheeres nach dem Rücktritt von General Mosche Dajan, des Helden der Sinai-Kampagne. Nach aktiver Dienstzeit in der britischen Armee im zweiten Weltkrieg, hatte Laskow das Kommando der israelischen Luftwaffe von 1951 bis 1954; später wurde er zum Vizechef des Generalstabs ernannt und bekleidete den Posten, den jetzt General Tsur innehat. General Laskow bat um seinen Rücktritt, um Militärwissenschaften zu lehren. Er ist für den Posten des Kommandanten der Militärschule in Haifa ausersehen. (ITA) sowohl bei der projezierten, aber vor ihrem Zusammentritt bereits gescheiterten Pariser Gipfelkonferenz, als auch bei seinem Auftreten vor den Vereinten Nationen einen wenig schönen Beweis. Ohne Zweifel sind zu den alten, nicht gelösten Fragen wie Berlin, das zweigeteilte Deutschland, der Mittel- und der Ferne Osten in den letzten Monaten neue Streitstoffe hinzugetreten, die zur gesteigerten Unsicherheit des internationalen Lebens wesentlich beigetragen haben, vor allem der Kampf um die Einfluss-Sphären in Afrika. Hier bilden sich neue Fronten, die für die Zukunft des künftigen Weltbildes nicht ohne Belang seiri werden, zumal die numerische Stärke dieser afrikanischen Länder sie zu einem wichtigen Faktor in den UN macht, von deren Hallung die Entscheidung in manchen umstrittenen Angelegenheiten abbängen dürfte. Dies wurde bereits bei der letzten Vollversammlung sichtbar, als die China-Debatte auf der Tagesordnung stand, wo es bereits auf jede einzelne Stirn: e ankam. Neben den sichtbaren Problemen, die in der politischen Auseinandersetzung eine Rolle spielen, gibt es aber auch eine Reihe von vitalen Weltfragen, deren Lösung und Entscheidung zu den Hauptsorgen des neuen amerikanischen Präsidenten gehören dürften, auch wenn, diese nicht täglich die Spalten der Weltpresse füllen. Wie viele von uns wissen es, dass täglich 100 000 Menschen verhungern? 100.000 Menschen!, das bedeutet, dass täglich eine Grosstadt auf der Eide verschwindet. 100.000 Menschen bedenten eine unvorstellbare Ziffer, die besagt, dass hunderttausendmal an einem einzigen (Tage sich die Trgödie eines Hier betonte Comay, seine Regierung habe arabischen Flüchtlingen eingefrorene Bankkonten in Höhe von 8 Millionen Dollar in starken Devisen zugänglich gemacht. I Ferner habe Israel an zahlreiche Flüchtlinge von ihnen zurückgelassene Safes und Scbmucksachen zurückgegeben. Er erklärte vor der Kommission, er wolle keine Zeit damit verlieren, auf alle die ir dieser Debatte von anderen Rednern ausgesprochenen Verleumdungen zu antworten. Er nannte weder die arabischen Angreifer, noch Mitglieder des sowjetischen Blocks, die ebenfalls die übliche Behauptung aufstellten, die einzige Lösung |der Flüchtlingsfrage liege in der Repatriierung aller arabischen Flüchtlinge nach Israel. Er zog die ständig wiederholte Ziffer von über einer Million arabischer Flüchtlinge in Zweifel und machte die Delegierten auf verschiedene neutrale Statistiken, u. a. mehrere von UN _ Organisationen veröffentlichten Dokumente auf- . merksam, wo von rund 100.000 Familien die Rede ist. „Die Flüchtlinge können in den arabischen Ländern angesiedelt werden”, stellte Comay fest, „denn es dürfte keine Schwierigkeiten bieten. auf einem Gebiet, auf dem 45 Millionen Araber leben, ca, 100.000 Familien Aufnahme zu gewähren.” Comay wiederholte, dass nach Prüfung authentischer Berichte alle von der UNR- WA geführten Register unrichtige Angaben enthalten, wobei er hervorhob, er gebe dieser Behörde nicht für die. se Fehler die Schuld, sondern er wolle nur klarstellen, dass bisher keine kritische Prüfung durchgeführt worden sei, ob diese Ziffern der Wahrheit entsprechen oder nicht. (ITA) Menschen vollzieht, der sterben muss, weil er nicht satt zu essen hat! Wer in der Lage ist, dieses Weltproblem zu lösen, dem dürfte di« Welt der Zukunft gehören. Hier liegt eine der wirklichsten und schwierigsten Aufgaben, die einem amerikanischen Präsidenten gestellt sind. Celingt es der westlichen Welt nicht, diese unvorstellbare Not, die täglich einhunderttausend Menschen dem Hungertod preisgibt, zu überwinden, dann ist der Weg für den Kommunismus frei. Nicht Ideologien und nicht schöne Worte können die Menschheit vor ihrem Untergang bewahren, sondern das tatkräftige Eingreifen, das vom Willen der Menschlichkeit und von der ehrlichen Absicht zu helfen getragen ist. Das Eiend zu beseitigen, das die grösste Geissel der Menschheit ist, bedeutet, den Kommunismus zu eliminieren, der nur deswegen gedeiht, weil Verzweiflung und düstere Hoffnungslosigkeit die Massen erfasst haben. Wenn es Kennedy gelingt, Jerusalem. — Der Jad Waschern, der mit der Sammlung von Dokumenten über die von den Nazis begangenen Massenmorde betraut ist, hat dem 6. Büro der Polizei, welches die Anklage im Eichmann-Prozess vorbereitet, schon Fotokopien von 480 Dokumenten übergehen, wie Dr. Arie Kubovy, der Präsident dieser Institution, vor der 5. Ausschuss-Sitzung erklärte. Hiermit, so betonte Dr. Kubovy, sei die eiste Phase der Zusammenarbeit zwischen Jad Waschern und dem 6 Büro beendet. Seine Organisation habe jedoch schon die zweite Etappe beschritten, in der sie die hiesige Polizei bei der Kontaktnahme mit Augenzeugen der Verbrechen unterstützen werde, an denen Eichmann beteiligt gewesen ist. Des weiteren teilte Dr, Kubovy mit, dass der Jad Waschern Ende Oktober der Deutschen Bundesregierung annähernd 1.000 Unterlagen über andere Nazi- Verbrecher iibei geben habe. (ITA1 Tel Aviv. — La meta de los partidos sccialisias en ei mundo libre debería ser acíueJroente estrechar el abismo entre los niveles de vida de los países desarrollados y subdesarroílados, declaró la señora Meii Habió ante un acto con unos 100 delegados socialistas al 15” congreso de la unión internacional de autoridades locales y expresó que la ayuda financiera y aún técnica pueden traer una nueva dependencia a los estados reciénemergidos. Para prevenirlo, declaró la Señora Meir que el objetivo principal es enseñar a esos países a hacer los esfuerzos por cuenta propia, para asegurar su desarrollo. Manifesté la canciller que sólo los partidos socialistas pueden extender una mano fraternal a aquellos países que la necesiten. Esío. concluyó, puede llegar a ser la meta de los socialistas en el 20« siglo. La reunión de los delegados socialistas fué auspiciada por el partido Mapai. SCHLOMO S. TANGER Die Hilfe fuer junge Voelker Tel Aviv. — Das Ziel der sozialistischen Parteien in der freien Welt müsse es heute sein, die Kluft zwischen dem Lebensniveau der entwickelten und unter-- entwickelten 'Länder zu verringern, so erklärte Frau Golda M*.-ir. Sie sprach in einer Veranstaltung mit rund 100 sozialistischen Delegierten auf dem 15. Kongress des internationalen Verbandes lokaler Behörden und gab der Ansicht Ausdruck, dass die finanzielle und sogar die technische Hilfe den neu entstandenen Staaten eine neue Art von Abhängigkeit bringen könnten. Um dies zu verhüten, so führte Frau Meir aus, sei es das hauptsächliche Ziel, diese Länder zu lehren, sich mit eigenen Kräften zu bemühen, ihre Entwicklung zu gewährleisten. Israels Aussenminister verwies darauf, dass nur die sozialistischen Parteien jenen Ländern eine brüderliche Hand reichen können, die dieser bedürfen. Dies, so schloss sie, könne zum Ziel der Sozialisten im 20. Jahrhundert werden. Die Versammlung der sozialistischen Delegierten wurden von der Mapai veranstaltet. SCHLOMO S. TANGER die Ursachen aus der Welt zu schaffen, die der kommunistischen Bewegung Auftrieb geben, dann wird der politische Erfolg nicht ausbleiben. Die Gefahr, der bisher die meisten Staatsmänner unterlagen, besteht darin, dass man an den schwierigsten Menschheitsfragen vorbeisieht, weil die „aktuellen” Probleme von allein in den Vordergrund zu treten pflegen. Hierfür sorgen die ständigen Unruhestifter, denen es eher daran gelegen ist, ihren Interessen zu frönen, als die wirklichen Sorgen zu erleichtern, von denen eine gehetzte Menschheit gequält wird. Deswegen konnten die Familien - Streitigkeiten im Kongo Monate hindurch die Oeffentlichkeit beschäftigen, obwohl allen verantwortlichen Staatsmännern klar sein musste, dass hier drittrangige Auseinanderstezungen absichtlich in den Vordergrund gespielt werden, um von den wirklichen Sorgen abzulenken. Damit sollen die Schwierigkeiten nicht bagatellisiert werden, die von den früheren Kolonialherren absichtlich gezüchtet wurden, um die „Eingeborenen” von der Notwendigkeit zu überzeugen, dass es ohne die europäischen Fronvögte nicht geht. — Zu einigen latenten Problemen, die seit Jahren die Weltöffentlichkeit beschäftigen, hat sich Kennedy bereits geäussert, nachdem er in den Wahlen gesiegt hat. Hierzu gehörte neben der amerikanischen Verteidigung auch die Situation im Mittleren Osten. Die Ideen Kennedys für die künftige Politik in diesem hart umstrittenen Wetterwinkel der "Weltgescbichte umfassen folgende Punkte: 1. Die arabischen Staaten erkennen das Bestehen Israels an. Sie stellen den Boykott gegen den Staat Israel ein und öffnen der israelischen Schiffahrt den Suezkanal. 2. Israel stimmt einer Grenzrevision zu — vor allem gegenüber Syrien. Es billigt die Rückkehr zumindest eines Teiles der arabischen Flüchtlinge, die 1948 ihre Besitzungen verlassen mussten. 3. Die Vereinigten Staaten übernehmen den grössten Teil einer internationalen Anleihe zur Heimführung von 100.000 bis 120.000 Flüchtlingen und zur Ansiedlung der weiteren 900.000 im arabischen Raum. 4. Ausserdem finanzieren die Vereinigten Staaten zum Teil das Projekt, den Jorden zur intensiven Landbewässerung auszunutzen. Die’ Pläno für das Vorhaben hatten zu einer Verschärfung der Gegensätze der arabischen Staaten gegenüber Israel geführt. —• Das sind die Programmpunkte, die Kennedy als (Schlus» auf Seite 2)

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