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Jüdische Wochenschau · 1960-11-29 · 1831 (29.11.1960) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1831 (29.11.1960)
Date
1960-11-29
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German, Spanish
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Der Beseht war 33 Jahre alt,als er sich in sich selbst genügend gefestigt fühlte. Nun erst begann er, zu predigen und die schwergeprüfte Judenheit durch guten Zuspruch aufzurichten. Er wurde der wahre Seelsorger. 40jährig war er bereits in der ganzen Ukraine,, in Podoiien, Bessarabiert, Wolhynien, Galizien, Polen und der Bukowina nicht nur d e anerkannte Autorität als Gelehrter, sondern auch geliebt und verehrt a>ts Helfer und Tröster des mühebeiadenea, schwer arbeitenden Volkes. Da sich die Chassidirk mit Vorliebe Wundertaten von ihren Rabbis erzählen, blieb aus der tatsächlichen Geschichte des Beseht fast unbekannt, was et in sehr praktischer Weise jenseits aller Wunder im letzten Jahrzehnt seines Leoens getan hat. In dem von seinem Vater 5. A., Rabb. Dr. Reuwen Faerber, vor etwa 30 Jahren in der CSR veröffentlichten und von Abraham Kohane verfassten Werk über den Baal Sehern und Elia Wilna, dem ich' auch die Kenntnis von manchen hier wiedergegebentr- Einzelheiten verdanke, wird berichtet, dass der Beseht trotz seiner schlechten materiellen Lage fast alles Geld, das er von seinen Anhängern bekam, zum Loskaufen von gefangen genommenen Juden verwendet hat, die van den polnischen Adligen zu Zwangsarbeit eingesetzt zu werden pflegten, wenn sie ihren Pachtzins nicht regelmässig entrichten konnten. So half der Beseht auch materiell, aber viel weitergehend war seine seelische Hilfe, die er der bedrückten Judenheit dadurch angedeihen liess, dass er ihr Daseins, und Lebensfreude vermittelte. DIE LEHRE DES BE3CHT Die drei Grundsätze, die der Reformator Israel Baal Schern in einer Zeit gepredigt hat, da die Religionsausübung in ihren traditionellen Formen zu erstarren drohte, waren Demut, Freude und Extase des Gebetes. Demut geht aus vom Beseht überlieferten Lehr-' Sätzen hervor, wie: Der Weise lernt selbst von dem Geringsten. Zweck der Lehre ist, dass sich der Mensch in sein Inneres versenke, um festzustellen, was an seiner der Besserung bedarf. Der Mensch hat sich stets zu vergegenwärtigen, dass er eines der vielen Würmleih auf Erden ist und nur zu vollbringen vermag, wozu er von der Gottheit befähigt ist. Lebensfreude ist der praktisch wichtigste Hauptpunkt der Lehre des Beseht: Nimmt der Mersch alle Geschehnisse liebevoll auf, so geniesst er das Paradies schon bei Lebzeiten. Gottes Herrhchkei erfüllt das ganze Weltall. In jeden* Wort, in jedem Gedanken verbirgt sich das göttliche Wesen. Setbst die Sünde enthält etwas Göttliches, allerdings „das Göttliche im Exil” (Galut Hasch'china), und sie bat die Aufgabe, die Widerstandskraft des Menschen gegen das Böse zu prüfen, da er den bösen Trieb und seine Leidenschaften zu überwinden hat. Gottes Aufsicht umfasst das ganze Universum, selbst Steine und Pflanzen, alles wird von oben bewacht und hat seinen besonderen Zweck. Alles, was in der Welt geschieht, ist von Gott. Es ist daher ziemlich belanglos, ob die Geschehnisse den mensch. lieben W ünsehen entsprechen. Wäre sich der Mensch darüber im klaren, dass er Sohn und Diener Gottes ist, den man nicht genug zu preisen vermag, würde er me in Kummer geraten. Wer da glaubt, diese Welt sei wertlos, ist im Irrtum; sie ist eine sehr vornehme Welt, wenn wir von ihr gehörigen Gebrauch zu machen wissen. Freude sühnt Vergehen. Das erhebende Gebet: Nicht auf die Form des Gebetes sondern auf die seelische Hingabe kommt es an: Wie vom brennenden Holz nur der Rauch in di« Höhe steigt, während die Asche unten bleibt. sp steigt von den Gebeten bloss der Wille und die Andacht in di« Höhe zu Gott, nicht aber die Formeln. Dem Menschen sollen alle Vorkommnisse des Lebens völlig gleichgültig sein. Das erreicht man durch die Verbundenheit mit Gott. Während des Betens soll der Mensch ganz entstofflicht sein und sein materielles Sein gar nicht fühlen, denn, soweit er sich während des Betens für etwas Seiendes empfindet, ist sein Gebet wertlos. Ist der Mensch mit Gott rte 31 1;smitgiis*ra;r3e,ischlV . in BerW. i * **; ist JW«sehe. « jritiF|(S meswegs . aber " jsnepubl Kr sb®1®' id*0*;.0der/N»i erst ¿Two*' cb ^erFr«** sltat “ SS* *" je#. WIE LIEGEN DIE FEIERTAGE? Dienstag, den 13. Dezember Mittwoch, den 14. Dezember j Donnerstag, den 15. Dezember Dienstag, den 20, Dezember Mittwoch, den 21, Dezember Mittwoch, den 1. Februar 1961 Mittwoch, den 1. März 1961 Donnerstag, den 2. März Freitag, den 31. März Sonnabend, den 1. April Sonnlag. den 2. April Freitag, den 7. April Sonnabend, den 8 April Freitag, den 21. April Erew Chanuka 1. Tag Chanuka 2. Tag Chanuka 7. Tag Chanuka 8. Tag Chanuka Chamischa Asar B’Schwat (Neujahrsfest der Bäume) Fasten Esther Purim Erew Pessach 1. Tag Pessach 2. Tag Pessach 7. Tag Pessach 8. Tag Pessach Yom haätzmaut (Unabhängigkeitstag Israels) Lied in Zeilen MUSIK IN BUENOS AIRES Bereits im Jahre 1953 fand ein Gedichtband (Jerusalem Post, Press, Jerusalem) der in Haifa lebenden D chttrin Lies Möller aufmerksame Be. aehtung der Literaturkrit.k und der Lyrikfreunue. In der Anthologie der Lyrik der Gegenwart, die der tapfere Kessler Verlag. Mannheim, 1956 unternahm, ist die Dichterin mit mehreren für ihre Begabung und Gestaltungskraft zeugenden Ge. dichten vertreten. Irrt Jahre 1956 erschien von ihr im Verlag Chichek, Tel Av.v, eine Gedichtauswahl „Sahar Zair" (Junger Mond) in hebräischer Uebersetzung. Da L. Möllers erste deu sehe Veröffentlichung vergr.ffen ist. dürfte der Druck ihres neuen Bandes „Lied in Zeiten1 Haifa, 196Ö1 den Lesern besinnlicher Lyrik recht willkommen sein. Hier stellt sieh ihnen eine um Sinngebung des Lebens bemühte, vielversprechende individua. lität von eigenwilliger, oft erstaunlicher Reife vor, deren bedeutsame Anstrengurg ■in Aussage und Stil auf merk, same Beachtung verd'ent. Verse schwingender Musikant»; und herber Schönheit klingen uns entgegen, in denen verströmtes Gefühl, zart hehre, oft verkleidete Behutsamkeit, fiebevclles Ahne« und Wissen, aber auch einfordernder Stol2 Welt und Natur wetteifernd angehen, die kleinen Dinge im gemein am Verbindenden iustvoil aufgespärt werden. Hie und da würden knappere Fassung und Vermeiden störender Alliteration dem Werk zugute kommen. Die Aussage in Ich-Form ist ergreifend schlicht, klar. Es geht um Enträtselung der Natu», um Betrachtung, Anruf. beseelte Zwiesprache, um Erneuerung eines Lebensverbunden, so bleibt er iso- Bert selbst in einer menscheaivollen, Stu.be. Die Vereinigung mit der Gottheit ist auch in gewöhnlichen Alltags _ Gesprucneu möglich; auch Geplauder mit einem Freunde kann dem Gebet entsprechen. Der Auswanderungsversuch des Beseht nach dem Heiligen Lande ist so sehr von Legenden umwoben, dass die Einzelheiten der abenteuerlichen Reise kaum mehr feststellbar sind. Er befand sich mit seiner Tochter und seinem Sekretär bereits in Kon. stantinopel auf dem Schiff nach Jaffa, als er von einem heftigen Sturm und einem Seeräuber-Ueberfall von seinem Plan angebracht wurde, da Gott sichtlich seine Alija nach Erez Israel nicht wollte. So kehrte er zu steinen Anhängern in die Galut zurück, wo er vor 296 Jahren verschied. Vier Jahre nach dem Tode ihres Meisters wanöerten die ersten Chassidim 1704 ms Heilige Land aus, und ihnen folgten immer wieder weitere Gruppen, so im Jahre 1777 litauische Chassidim. 1798 Rabbi Nachman aus Brasiaw, und 1924 kam die erste grosse Gemeinde, die sich in Bne Brak ansiedelte, wo sie den Kern bildete, um den sich eine grosse chassidische Gemeinde entwickelt hat, die : '»gesehene Lehrhäuser unterhält. Auch in Tel Aviv und anderorts in Israel gibt es heute viele chassidische Gemeinden, die sich um Nachkommen und „Erben” berühmter rabbinischer Familien gruppieren. Die Einwanderung der Chassidim geht auch jetzt noch weiter, und immer treffen neue Gruppen ein, am sich in Israel niederzulassen. und Weltgefühts, das Verborgene ans Licht des Tages treten zu lassen. Das Sinn- Bild wird in der geheimnisvoll gemischten Farbpalette der Naiur ersannt, die schöp. ferische Phantasie entzündet sich an den Gleichnissen von Zeit, Ablauf. Verwandlung, dem Verhältnis Gott- Mensch, Gebet, Abschied- Wiederkehr, Wüste, dem Spiel mit Träumen, der Verspielthe.t mit Steinen, Blumen und Tieren. Der innere Auftrag, fordernd und bestimmend: „Aber es warten/ Di« Dinge geduldig/Warten auf dich”. Er treibt zu Suche und Läuterung. Er will Neubeginn mit dem mit-fühlenden, mit _ entdeckenden Menschen. Zusammens hluss aus geliebter und liebender Schöpfung, erfülltes Dasein. Hier spricht Lies Müllers Dichtung symptomatisch gewiss für viele. Es ist nicht viel äussere Rebellion in den Versen, doch viel Wissen um innere Wandlung. Erlebe, ringe und du i;rst Antwort haben: denn es ist viel Menschliches in der Natur und deren Geheimnis, und es ist viel Natur im Menschlichen und dessen Geheimnis. Umschlag und Illustrationen des Ge- .dichtbandes stammen von dem bekannten israelischen Maler Jacov Wechsler. Die Dichterin Lies Möller (geb. 1907 zu Basel) trat in Berlin 1935 zum Judentum über und wanderte im gleichen Jahr in Israel, damals britisches Mandat Palästina, ein. Seit mehreren Jahrzehnten leitet sie in Haifa eine Filiale einer dortigen grossen Buchhandlung. F. S. Grosshut NEUE BUECHER Jizchak Perlow: „Zweige”, in Jiddisch, Editorial Jüdisches Buch, Buenos Aires. Schlomo Saimann: „Flora Ingber”, in Jiddisch. Editorial Jüdisches Buch. Bs. As. FESTIVAL HUGO WOLF — GUSTAV MAHLER Zur Feier der 100. Geburts. tage beider Komponisten veranstaltete das städtucoe Kultur.-ekretariat im Teatro Sarmiemo eine Feier, bei der eingangs ihr Leben und Werk vor Jüan Manuel Puente gewürdigt wurden. Der erste Teil des — mit Druckfehlern gespickten — Programms wurde von Victor De Narke bestritten, dessen fülliger Bass „Ueber Nacht" „Gebet und „Drei Michelangelo _ Lieder" von Hugo Wolf eindrucksvoll zu Gehör kommen liess. Darauf sang die Altistin Noemi Souza, gleich Narke in fentenoser Diktion der Origir.alsprache, die immer wieder rührenden „Lieder eines fahrenden Gesellen” stimm.ich perfekt und mit grossem Ausdrucksvermögen. Das Konzert, dessen pia. nistischer Part von Jorge Lechner, einem ausgezeichneten Begleiter, zuverlässig verwaltet wurde, fand den berechtigten -Applaus eines nicht sehr zahlreichen Auditoriums SAISON-SCHLUSS IM TEATRO COLON: „FED IT ALT A-KO NZERT” Zur Würdigung des 150. Jubiläums zu Argentiniens Unabhät.gigkeits - Erklärung veranstaltete die „Federazione Generale Delle Societä Italiane" Feditalia) unter Mitwirkung des Colön-Chors und Philharmonischen Orchesters ein eindrucksvolles Konze-t Nach dem Spiel der argentinischen und italienischen Nationalhymnen hörten wir von Antonio Vivaldi das „Concerto Grosso Nr. 2” für Orchester und Cembalo dessen Violin-Soloparts von Luis üaraeeiola und Carlos Gaivironsky zufriedenstellend gespielt wurden. Nach Constantin Gattos symphonischer Dichtung „El Ombü” spielte Rodolfo Caraccioio den Klavieipart der „Toccata für Piano und Orchester” von Ottorino -Rcspighi sehr persönlich und e.nwandi'roi. Erfreulicherweise war dem Co'on-Chor — das zwe te und leider letzte Mai hörten wir ihn in dieser Saison auf dem Konzertpod.um —- ein grosser Raum im Programm eingeräumt worden. Von TuL iio Boni prachtvoll vorbere«- tet, sang et den Chor der jüdischen Sklaven aus Verdis „Nabueco” den zweiten Teil des zweiten Aktes aus der „Macht des Schicksals” von Verdi und den schon fast ats Oratorium zu bezeichnenden Prolog -aus Arrigo Boi*os;,Mefistofele”. Die Soloparts lagen öei Juan Zanin und Luisa Sofia nt gu. ten Händen. Das Philharmonische Orchester versuc-.te, sein Bestes zu geben. Juan Emilio Martini am Pult war der versierte, dynamische Di. rigent des Konzerts i das grossen-Applaus erntete. c-n Kammertheater •Die Leitung des' Kammertheaters in Tel Aviv bleilat für die nächste Saison unver. ändert und wird weiter -aus den auch über Israel nmaus -bekannten Künstlern -Oma Porat. GerschonPlotkin, Josef Jadin und Jakow Agnoa -bestehen. Abraham Bogatir wird als finanzieller Berater zugezogen werden. Abkommen von Verlegern Drei deutsche und ein israe. lischer Verleger haben sich zusammengeschlossen, -um jüdische Literatur in deutscher Sprache als einen .Beitrag für deutsch-jüdisches Verstehen zu publizieren, wie aus Recklinghausen kürzlich verlautete. K Israel - Marken En grösster Auswahl: u a. ViERERBLOCKS — MARKEN MIT PLATTEN NUM-; MER - MARKEN MIT BAND - KOMPLETTE BOGEN iplancha«) — VOLL.; j| STAENDIGE SAMMLUNGEN - WERTVOLLE AUSGABEN - ERSTE SERIE VORHANDEN - VERTRAUKNSWUERDIGE BERATUNG \Ifonso iViORlTZSON Guanacache 2351, dep. 2 < Mg. CABIl.DO < WW*W-? WIR RITTEN unsere Leser auf diesem Wege, von der Möglichkeit direkter Ueber^ Weisung der fälligen Abono-Gebühren frdl. Gebrauch machen zu wollen. X Direkte Einsendung des Abono.Betrages in SCHECK — GIRO — BONO POSTAL LA SEMANA ISRAEUTA Pueyrredön 2190, 1? izq. Capital Hierdurch überweise ich Ihnen den Betrag von m$n ... aus nachstehender Abrechnung. In Er- 1. u. 2. Quartal 1959 m$n 80.- wanurg Ihrer Quittung begrü». Jahr 1959 . . m$n 160.- 1. u. 2. Quartal 1960 m$n 120.- .iitinij.. Jahr 1960 .. m$n 240,- (AdreMe) M. B.: Wir bitten, Einzahlungen an richten an; LA SEMANA imi» Ijr. omusää «mm*. Oliaht gewflaeehte MMe auaetreieiMn) I

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