Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1960-11-29 · 1831 (29.11.1960) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1831 (29.11.1960)
Date
1960-11-29
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/9616703-9611224-9612022--0901-9612023
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

(tm JÜDISCHE 1110 ¿xJkntxut&Jsájaelbta ,PUEYRREDON J 2190 — 1» i*q. T. E. 8 7 2 6 1 3 Año XXI. BUENOS AIRES. MARTES 29 DE NOVIEMBRE DE 1960 No. 1831 Ilüchtlinge im Mittelosten In seinem Aufsatz: „The Refugee-Problem: Joint Responsibility” im Maiheft der amerikanischen Zeitschrift für politische und soziale (Wissenschaft, „The Annals”, schreibt Dr. Elafan Rees, der Direktor des Exekutivausschusses beim internationalen Comité für das Fliichtlingsjahr, ein spezielles Kapitel über den Mittleren Osten. Als Flüchtlinge im Mittleren Osten werden allgemein die Araber bezeichnet, die 1948 Israel verliessen und seitdem uneingeordnet in Transjordanien, im Gaza- Streifen, in Syrien und im Libanon leben. Auch Dr. Rees spricht ausführlich von ihnen. Am Ende des Kapitels heisst es aber: „Es gibt einen anderen Aspekt des Flüchtlings-Problems im Mittleren Osten, der häufig nicht beachtet wird. Es muss daran erinnert werden, dass im Zusammenhang mit der weiterbestehenden arabischen Flüchtlingsfrage mehr als 400.000 Juden gezwungen waren, ihre Heimstätten im Irak, in Jemen, in Nordafrika zu verlassen. Sie wurden nicht unter die Flüchtlinge gerechnet, weil sie unmittelbar als neue Immigranten in Israel aufgenommen wurden. Und doch: sie mussten gegen ihren Willen aus der traditionellen Heimat Weggehen und waren dabei gezwungen, alles, was sie besassen, zurückzulassen.” Bei der Behandlung der arabischen Fiüchtlingsfrage stützt sich der Autor auf die Zahl, die die UNRWA (United Nations Relief and Work Agency for Palestine Refugees), angibt. Diese 1950 durch die UN organisierte grosse Hilfsorganisation, wel. che die arabischen Flüchtlinge in allen Grenzgebieten der Israel umgebenden Staaten versoi'gt, errechnet aufgrund der Rationslisten die Zahl inkl. aller im Lager Geborenen für das Jahr 1959 auf mehr als eine Million. Diese Ziffer wird oft als übertrieben bezeichnet, und Dr. Rees äussert selbst Bedenken, vor allem deshalb, weil die Verhältnisse in Transjordanien, dessen Gesamtbevölkerung zu 56,3 Prozent als ■ Flüchtlinge registiert sind, völlig unübersichtlich seien, WIE ICH ES SEHE iMan muss realistisch warten! von JEHUDA GOTTHEIMER Der Sieg des nordamerikanischen Senators John Kennedy bei. den. aufregendsten und teuersten Wahlen, die es jemals in den USA gegeben hat, bildet bis in die letzten Tage eines der grossen Gespräche, zumal der Sieg mit einer äusserst geringen Stimmenmehrheit erfochten wurde, Man weiss nun zwar, wer diese Wahlschlacht gewonnen hat und als Nachfolger Eisenhowers die verantwortliche Führung der westlichen Welt übernehmen wird, aber damit ist das Rätselraten über die künftigen Wege der Weltpolitik nicht beendet. Kennedy, der jüngste Präsident, der jemals dieses hohe Amt in der nordamerikanischen Geschichte beklei. det hat, hrelt viele Reden, nicht nur während dieser letzten Wahlen, die ihm die Erfüllung seiner persönlichen Zielstrebungen brachsten, und die zugleich die Partei der Demokraten nach langen Jahren wieder zur Leitung der Geschicke Nordamerikas und seiner Verbündeten beriefen. Die grosse Frage, ob wir am Anfang einer neuen Aera stehen, in der andere als die bisherigen Prinzipien wirksam sein werden, bleibt un. beantwortet. Dass man von der Absicht Kennedys sprach, ider seinen Gegner im Wahlkampf, den letzten Vizepräsidenten der USA, Richard Nixon, in sein Kabinett aufnehmen wolle, dürfte Kennedys Pläne erkennen lassen, in seiner Regierung alle konstruktiven und positiven Kräfte seines 'Landes zusammenzufassen. Offensichnich ist Kennedy der Auffassung, auf diese Weise am ehesten die Krise meistern zu können, die sich immer deutlicher in den Vereinigten Staaten wie in der gesamten westlichen Welt abzeichnet. Eine solche Koalition dürfte aber nur dann möglich sein, wenn Kennedy auf einen grundlegenden Wandel der politischen Linie Verzicht leistet und sich darauf beischränken. würde, gewisse Reformen vorzunehmen, Akzente zu verlagern und grössere Eneigien zu entfalten, die das wankende Vertrauen zu Amerika reparieren und wiederherstellen könnten. Jedenfalls muss die Tatsache allein, dass man von einer Kooperation zwischen Kennedy und Nixon spricht, darauf hindeuten, dass man von einem radikalen Kurswechsel oder einer entschiedenen Aenderung der Politik nicht sprechen kann, die in den letzten Jahren von den Republikanern unter der In¬ Kein Geld für Eichmann Bonn. — Ein Sprecher des Aussenministeriums teilte mit, dass ein Ersuchen von Dr. Servatius um finanzielle Unterstützung für die Verteidigung des Nazimörders Adolf Eichmann wahrscheinlich abgelehnt werden wird. Dr. Servatius hatte in Köln erklärt, er habe sich in dieser Angelegenheit an die Abteilung für Rechtsfragen gewandt. Der Sprecher äusserte, der abschlägige Bescheid würde sich auf die Ansicht des Ministeriums gründen, dass „Eichmann des juristischen Beistandes unwürdig ist, der für gewöhnlich deutschen Bürgern im Ausland geleistet wird.” Inzwischen Dt der Antrag von Dr. Servatius offiziell vom bundesdeutschen Aussenivnuisterium abgelehnt worden. (ITA) spiration Von John Fester Dulles befolgt worden ist. Um es einmal ganz klar zu sagen: viel wird sich offensichtlich nicht ändern... Im übrigen wird die freie Entfaltung neuer Ideen für die Regierung Kennedys ohne Zweifel durch die augenblicklichen Schwierigkeiten belastet, die er von seinem Vorgänger nolens volens übernehmen muss, und die zu überwinden, nun seine erste Aufgabe sein dürfte. Kennedy hat sich in den letzten Monaten zu allen brennenden Weltfragen geäusserst, auch zu den Problemen des Nahen und Mittleren Ostens, die für die Zukunft Israels von grundlegender Bedeutung sind. Man Idarf gewiss nicht auf Versprechungen bauen, die von einzelnen Kandidaten oder Parteien in Wahlkämpfen gemacht werden. Wir haben mit derartigen Zusagen unsere eigenen Erfahrungen ge. macht. Stets hatte die jeweilige Opposition im britischen Unterhaus alles vergessen, was sie in Erfüllung der Balfour-Deklaration oder anderen politischen Verpflichtungen dem jüdischen Volk in Aussicht gestellt hat, sobald sie zur Regierung gekommen war. Vielleicht gehört Versprechen und Vergessen zum Spiel um die politische Macht und sind somit nichts anders als das übliche Handwerkszeug der um Einfluss ringenden Kräfte. Es wäre jedoch falsch anzunehmen, dass sich Kennedy mit den nahöstiiehen Pro. blemen erst zu beschäftigen begann, als er seinen Wahlfeldzug plante. Lange bevor noch Kennedy reale Aus. sichten sah, amerikanischer Präsident zu werden, in den kritischen Tagen der Suez. Sinai-Krise im Februar 1957, hat der damalige Senator John Kennedy schon ein Vier-Punkte - Programm zur Lösung der nahöstlichen Fra. und weil es bekannt ist, dass die Rationskarte der UNR¬ WA im Minieren Osten eine gangbare Münze ist. Während er aber doch nur an geringfügige Fehler bei der Berechnung glaubt, kommt Dr. Walter Pinncr in seiner kiiizjich erschienenen Studie: How Many Az ab Refugees? (Maggibbon and Kee, London, 1959) aufgrund einer sehr sorgfältigen Analyse der UNRWA _ Berichte mehrerer Jahre und sonstiger Dokumente zu einer Ziffer von 539.000, also zu wenig mehr als der Hälfte der offiziell angegebenen Zahl. In einem Vorwort zu dieser Studie schi-eibt der bekannte englische Abgeordnete Richard Crossman, dass es unbedingt nötig wäre, diese sehr ernstzunehmende Untersuchung eines Einzelnen durch den grossen Apparat Englands und Amerikas (der Hauptträger des Flüchtlingshilfswerks) nachzuprüfen Auch bei einer halben Million bleibt das Problem bestehen; aber es scheint leichter lösbar als bei Annahme von einer Million arabischer Flüchtlinge. Dass so grundlegende Abweichungen in der Berech— Tel Aviv. — El primer almendral experimenlal del KKL en Guilaí (Néguev septentrional), plantado 4 años atrás sobxe una extensión de 150 dúnames, dio fa su primera cosecha de 6 toneladas de fruto. Esta cosecha cubre ya los gastos corrientes de mantenimiento de la plantación. Cada dúnam tiene 40 almendros, habiendo dado cada árfecl un rendimienro medio de 1 Kg.. resultado satisfactorio si se considera la pequeña cantidad de agua de riego que se dió a los árboles. Se espera que en el sexto año se obtendrá una cosecha de 100 Kg. por dúnam Un experimento similar con almendros se realiza en el nuevo pueblito de Dimona, Néguev adentro. SCHLOMO S. TANGER ira!Negew Tel Aviv. — Die erste Mandeipflanzung, die der KKL versuchsweise in Gilat (im nördlichen Negew) vor vier Jahren auf einer Fläche von 150 Duna.m angelegt hat, lieferte schon seine erste Ernte von 6 Tonnen Früchten. Diese Ernte deckt schon die laufenden Ausgaben für die Unterhaltung der Pflanzung. Jeder Dunara hat 40 Mandelbäume, von denen ein jeder Baum einen durchschnittlichen Ertrag von einem Kilo ergeben hat. Dies ist ein zufriedenstellendes Ergebnis, wenn man die geringe Menge von Wasser in Betracht zieht, mit der die Bäume bewässert wurden. Man hofft, im sechsten Jahr eine Ernte von 100 Kilo pro Dunam zu erzielen. Ein ähnliches Experiment mit Mandeln wird in dem neuen Städtchen Dimona, im Innern des Negew, durchgeführt. SCHLOMO S. TANGER nung überhaupt möglich sind, erklärt die UNRWA selbst in ihrem frühesten Be. rieht, als die Zahl der in den Rationalisten aufgenommenen Namen die unmittelbar vorher erfolgte Schätzung der United Nations Economic Survey Mission um 200.000 übertraf, folgendermassen: die Mission habe mathematische Berechnungen vorgenommen, die freiwilligen Hilfsorganisationen hätten aber Hunderttausenden von Hungernden und Hilfesuchenden gegenübergestanden. Und Elafan Re®» schreibt in seinem Berichte „Dieses besondere Fliichhlingsproblem ist so mit politischen Obertönen überlast»*,: dass allzuoit der Untergrund,- die Tragödie von so viele» vergeudeten Leben von Bitterkeit und Hass nicht beachtet wird.” i' Es ist diese Vermischung von Motiven und Interessen, die es schwer macht, hier objjektiv zu urteilen und klar zu sehen. gen ausgearbeitet, in dem nicht nur die Notwendigkeit eines israelisch - arabischen Friedens betont wurde, sondern der auch effektive Vorschläge in dieser Richtung vorsah. In seiner Rede, die Senator Kennedy im Februar 1957 hielt, formulierte er seine prinzipielle Haltung zu den. nahöstlichen Fragen in folgender Weise: „Was im Nahen Osten vonnöten ist, und zwar meiner Ansicht nach dringend vonnöten ist, das ist die endgültige Regelung aller prinzipiellen Probleme in einer Weise, die vernünftigen Menschen und vernünftigen Völkern akzeptabel erscheint. Es soll eine Regelung sein, die nicht auf einem bewaffneten Waffenstillstand basiert, sondern auf einer Partnerschaft ohne Angst, begründet auf zivile Freundschaft. Eine solche Regelung kann und muss nicht jedem Volke das bieten, was es fordert — jede Partei wird Kompr omisse zu machen haben.” Das Programm, das Kennedy bei dieser Gelegenheit aufstellte, umfasste die vier nachfolgenden Punkte: Die Frage, ob Aegyptens Rechte im Suezkanalgebiet auf seine Souveränität, seine Macht oder sein Regime basieren. ist weniger wichtig als eine Regelung seitens Ae. gyptens und aller Benutzer- Staaten, derzufolge der Kanal voll ausgeniitzt werden kann, wobei Aegypten die Einnahmen geniesst. wäh. rend die Welt von einer freier und unbehinderten Passage d-er Schiffe aller Völker, ohne Diskriminierung oder politischer Störung profitiert. Auch in anderen Fragen setzte sich Kennedy schon damals für endgültige Lösungen ein und zeigte sich als Gegner der noch immer herrschenden Uebergangsre. gelungen. Statt sich darauf zu konzentrieren, wie das Waffen - Gleichgewicht aussieht, das ' die Waffenstillstandslinien bewacht, sollen endgültige Grenzen gezogen werden, nicht unbedingt entlang der jetzigen Linien. „Ich würde vorschlagen, eine internationale Grenzkommission zu errichten, deren Mitglieder neutrale Fachleute auf den Gebieten von Geographie, Wirtschaft, Geschichte, Diplomatie und internationalem Recht wären. Männer, die imstande sind, vernünftige und praktische Grenzen zu ziehen innerhalb denen beide Parteien leben können, ohne sentimentale Forderungen zu berücksichtigen und ohne der einen oder anderen Partei alles zu geben, was sie wünscht.” . Zugleich schlug Kennedy die Bildung eines besonderen UN - Waffenhandelsausschusses vor, der darüber wachen soll, dass kein Staat ausserhalb des Nahen Ostens das Wettr ü sten ermuntert. Für die Lösung der Flüchtlingsfrage zeigte Kennedy einen ausgesprochenen Optimismus. „Wir müssen den Geist der Brüderschaft und Liebe erneuern, so schnell wie nur möglich. Diejenigen Flüchtlinge, die ehrlich mi4 ihren . Nachbarn in Frieden leben wollen und die bereit sind, die israelische Herrschaft als treue und ergebene Bürger zu akzeptieren, sollen nach Israel, repatri- , iert weiden, Solcne Flucht- . linge, die es vorziehen, un. ter arabischer Herrschaft zu leben, sollen in den arabischen Staaten angesiedelt werden, die bereit sind, ihren arabischen Brüdern zu helfen, ihr Brot zu erwerben, ihre ständigen Heime zu erbauen und in Frieder» und Ehre zu leben. Die Flüchtlingslager sind zu li. quidieren. Solche Fliichllinge, die effektive Schäden erlitten haben, an Vermögen oder Bankkonten, werden von Israel entschädigt zu werden haben. Wasser, und Bodenverwertungspläne zur Ansiedlung der arabischen Flüchtlinge in den arabischen Ländern müssen ausgearbeitet werden. All dies benötigt finanzielle Hilfe. Israel muss Hilfe erhalten, um die Entschädigungen zahlen ' zu können und den arabischen Ländern muss bei der Bodenentwicklung und den Wasserplänen geholfen werden. Darüber hinaus versuchte (Schluss auf Seite 2) Waffen für die Artillerie Tel Aviv. — Israel hat neue französische Artillerie. Modelle erhalten, wie die Zeitung „Al Achram” mitteilt. Obwohl keine offiziellen Kommentare abgegeben wurden, so verlautete doch aus israelischen Militärkreisen, dass Israel um den Kauf von geeigneten Waffen bemüht war, um die kürzlichen Lieferungen an die VAR auszugleichen, die schwere Kanonen und Raketen sowjetischer Fabrikation erhalten hat. Ferner wurde darauf verwiesen, dass die israelische Artillerie hauptsächliesh mit französischen Modellen ausgerüstet ist, z. B, Flammenwerfer, automatische 105 mm.Kanonen und französische Raketen, (ITA) o I /1 i ■% « i »r

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.