Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1830 (25.11.1960)
- Date
- 1960-11-25
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Ja Jemxata J&uaeU&G, Año XXI. BUENOS A IB ES. VIERNES 25 DE NOVIEMBRE DE 1960 T. E, i 8 9 . 2 B 1 *! No. 1830 Neue Taktik der Diplomatie Vereinte Nationen. — lsac- *1 hat bei der diesjährigen Generalversammlung der UN «ine neue Taktik verfolgt und sich dafür entschieden, jnrt würdevoller Ruhe aufzutreten Dies sehliesst jedoch niehl aus. dass es eine «o ziel bewusste Aktivität wie je entfaltet, die auch ihre Früchte trägt Während der ersten zwei Sitzungswochen tinf Aussenrninfster Golda Meir, die last stets von Israels ständigem Repräsentanten Michael S. Comay Begleitet wurde, mit nicht weniger als rund zwei Dutzend ausländischen Staatsmännern bei den offiziellen Konferenzen zusammen. Israel batte keine spezifischen Forderungen zu «teilen, und es versuchte ■auch dieses. Mal nicht, einflussreiche Politiker anderer 1 von SAUL Nationen zu bindenden Erklärungen zu veranlassen. Aber es fand überall Verständnis für seine Position und konnte die freundschafti liehen Beziehungen zu vielen | Regierungen in der Welt befestigen. Diese formellen Konferenzen, sei es mit dem USA- Staatssekretär Christian A. Heiter, mit Englands Aussenminister Earl of Home i oder anderen leitenden Staatsmännern trugen keinen gesellschaftlichen Charakter. Als aber Israel z. B. zu einem offiziellen Empfang eingeladen wurde, den Indiens Ministerpräsident Jawaharlai Nebru veranstaltete, forderte dieser persönlich einen jemenitischen Prinzen auf, sich an einen I CARSON Tisch zu setzen, an dem Frau Meir Platz genommen hatte. Nebru wollte hiermit, offensichtlich kundtun, dass in seinen Augen Israel und ein ^feindlicher Araberstaat auf gleicher Stufe stehen. Bei dem Empfang, den Kiutsehew für Staats, und Delegatio.nschefs gab, wurde ihm Frau Meir offiziell von Russlands neuem ständigen UN-Repräsenlanten, V. A. Zorin, voi gestellt. Kiutsehew und Frau Meir lauschten einige freundliche Werte. Golda Meir-, die russisch sprach, erzählte Krutsehew, sie sei im Jahre 1948 Israel-Botschafter in Moskau gewesen, worauf Krutsehew erwiderte, Moskau habe sieh heute „zum besseren verwandelt”. Kiutsehew fragte Frau Meir, WIE ICH ES SEHE I Ein Erfolg der Wissenschaft von JEHUDA GOTTHEIMER Viel zu wenig beachtet von •der grossen Oeffentlichkeit fand vor kurzem eine Konferenz in Rechowot. dem Kitz des Weizroann.Institutes statt. Ep standen keine grossen politischen Probleme auf der Tagesordnung, Vielleicht ist man deswegen im Getümmel des allgemeinen Geschehens ein wenig zu schnell über dieses Ereignis hinweggegangen, zumal etwa gleichzeitig die Jahresversammlung der Vereinten Nationen abgehalten wurde. Dorthin konzentrierte sieh das Interesse der Länder und der Staatsmänner, denn dort waren die bekanntesten Führer der Völker erschienen. Nehru, Tito, Nasser und wie sie alle heissen, waren gekommen, um durch ihre Reden Aufsehen zu erregen und die Spannung der Welt entweder zu beruhigen oder zu erhöhen. Vor allem aber war es Krutsehew, der durch sein polterndes Debüt in den UN die bestehende Verwirrung roch steigerte und für Wochen das Tagesgespräch in allen Winkeln und Kabinetten der Erde sowie in den Spalten aller Zeitungen war. Es war interessant zu beobachten, dass wenige Wojehen später das hartnäckig jsich haltende Gerücht auftrej len konnte, Krutsehew sei ¡durch eine der üblichen roten Palastrevolutionen von seinem Zarenthron gestossen worden. Die alte Garde Stalins sei wieder an die Macht gekommen und hätte mit ¡dem Krutsehew . System Schluss gemacht. Offensicht- Jlich stimmten diese Nach- : richten nicht. Aber die Tatsache allein, dass solche Ge- Irüchte verbreitet werden (konnten, deuten einmal mehr ¡darauf hin, dass diese auf Gewalt ruhende Macht vergänglich ist. Krutsehew wäre nicht der erste starke Mann gewesen, der Monate und Jahre hindurch die Welt in Aufregung halten und von Ueberraschung zu Ueberrasehung treiben kann, um ¡dann zu verschwinden, und jschnell vergessen zu werden. ¡Wer denkt ausser uns Juden ¡noch an die Schrecken die j ein Hitler verbreitet hat, wer . spricht heute noch von Staj lin. wer erwähnt schon einmal Benito Mussolini und wer wird noch lange Zeit an Krutsehew denke-n, wenn er — durch welches Ereignis . auch immer — von der Bildfläche des inlej nationalen Wahlen zum Zionistenkongress Rio de Janeiro. — Die Endresultate der Wahlen für den 25. Zionistenkongress sind folgende: Mapai — 3 Delegierte; Mapam — 2 Delegierte; Allgemeine Zionisten — 2 Delegierte; Revisionisten und Achdut Awoda je ein Delegierter. Die Föderation jüdischer Gemeinden wird 4 Delegierte entsenden. Jerusalem. — Der Jüdische Weltkongress beschloss eine aus 6 Mitgliedern bestehende brüderliche Delegation zum 25. Zionistenkongress zu senden, wie die Jewish Agency ankimdigt.Dle Delegierten sind Sa. muel Br-onfman aus Kanada, Israel Sieff, der Präsident, des europäischen Direktoriums, Dr. Moisés Goldman, der Präsident der lateinamerikanischen Exekutive, Al Esterman, politischer Direktor in London, Maurice Perlzweig, Direktor für internationale Fragen in New York, und Dr. Emanuel Riegncr Chef für Koordinierung in Genf. (ITA) Geschehen verdrängt worden ist. Von diesen „Grössen“ bleibt nur das Schreekbild zurück, die Gefahr, dass irgendwo ir. gendwann ein neuer Tyrann kommen könnte, der die Menschheit wiederum in ein grausiges Uuglück stürzt. Warnende Beispiele sind sie, die dazu dienen, den heranwaebsenden Generationen zur Mahnung zu werden, ein gesundes und freies Leben aufzubauen, eine geordnete menschliche Gesellschaft, die nicht auf der brutalen Gewalt des Stärkeren beruht, sondern auf den festen Fundamenten der Gerechtigkeit und Menschlichkeit errichtet wird. Die Zeit ist längst gekommen, wo die Grundlagen des Friedens und des Ausgleiches, der harmonischen Zusammenarbeit und des gegenseitigen Verständnisses die Maximen des internationalen Völkerlebens sein sollten. Die Vereinten Nationen, so schwach sie auch sein mögen, sind ein erster Anfang auf diesem Wege zum Frieden. Sie haben bei der letzten Generalversammlung eine harte Feuerprobe bestanden; sie sind nicht unter den harten Hammerschlägen der Kommunisten zusammengebrochen und haben sich behauptet, nicht nur weil der Westen standlest blieb, sondern weil jene vielen kleinen Nationen, die in den letzten Jahren in die Völker familie aufgenommen worden sind, eine politische Reife zeigten, die erfreulich war. Und gerade diese neuen Völker haben in das internationale Konzert nicht nur neues Leben, sondern auch eine neue Note hiueingetragen, die wichtig genug ist, um mit aller Klarheit als eine Hoffnung für die Menschheit hervorgehoben zu werden. Auch Israel ist eine 'altneue Nation, die eine neue Note gebracht hat. Umgeben von wie es käme, dass sie so gut russisch spreche*» worauf sie ei widerte, sie sei in Kiew eg. boren, und, so fügte sie hinzu, sie würde die Stadt gern Wiedersehen. „Aber bitte”, entgegnete Kiutsehew, „Sie sind herzlich, willkommen.” Sicherlich war dies keine formelle Einladung und wurde auch von den Israelis nicht so aufgvfajsst. Aber es beweist doch, dass Krutsehew auch zu Israel fieundlieh sein kann, wenn er liebenswürdig sein will. Israel vertrat seinen Standpunkt bei den Debatten mit Festigkeit, und Frau Meir konnte hierbei auf die Unterstützung ihrer 23köpfigen Delegation bauen. So verpufften die heftigsten arabischen Angriffe, wie z. B; die aggressive Rede des VAR- Präsidenten Nasser Als Nasser aus New York abreiste, wusste er, dass sein Besuch, mindestens was die arabisch, israelische Spannung betraf, ein Fiasko gewesen war. Ebne grosse Zahl von Delegierten rühmten Israels Zurückhaltung und sein Vertrauen in seine Stärke, das sich in der Tatsache zeigte, dass Israel es unterliess, auf die arabischen Angriffe zu antworten. Die Israelis reagierten weder auf Nassers Beleidigungen, noch auf die Anwürfe des sauditischen Radauredners Shukairy, noch auf die Provokationen des transjordan heben Königs Hussein. Die Berufsdiplomaten in den UN wissen die diplomatische Geschicklichkeit zu schätzen, die darin liegt, entweder gar nichts zu sagen oder, wenn es sein muss, mit wenigen Worten bestimmte Antworten zu erteilen. Dieses Mal übte Israel Mässigung, und die hiesigen Beob. achter sind sicher, dass die neue Technik für Israel von Erfolg sein wird. hasserfüllten Feinden und in seiner Entwicklung durch zahlreiche gegner ische Mächte gehemmt, geht es entschlossen und zielbewusst seinen Weg, der ein Weg des friedlichen Auibaus einer neuen menschlichen Gesellschaft ist, in der nicht die Gewalt, sondern das Recht regiert. Man hat das einmal sehr treffend formuliert: Während ir> allen arabischen Ländern das Oberkommando der Armee den Regierungschef bestimmt, isi es in Israel umgekehrt; dort ernennt die Regierung das Oberkommando. Mit anderen Worten will das sagen, dass Israel eni wirklich demokratisches Land ist, in welchem die Souveränität vom Volke ausgeht. In dieser Hinsicht ist oer junge Staat ein Vorbild für die vielen anderen Länder, die nach ihm die Unabhängigkeit erworben haben. Israel ist ein Land, in dem die Wissenschaft einen bevorzugten Platz oinnimmt, Weizmann hat einmal den vielen Zweiflern gegenüber erklärt, die ihm die Kleinheit des Landes vorhielten, das nicht imstande sein wer- , de, eine Millionenbevölke¬ Neue Beweise gegen Eiekmann Paris. — Verschiedene Dokumente, die ein neiies Lieht auf die verbiecherische Tätigkeit des JiHlemnOrders Adolf Eichrnann werfen, wurden von Frankreich mit einem Flugzeug nach Israel gebracht. Dieses Ma teiial stammt zumeist aus dem St) afvei fahren der-, französischen Militärgerichte, die den Chef der Gestapo jn Frankreich, Knöchern, aburteilten. Eine andere wichtige Sammlung von Dokumenten aus dem fianzösischen Staatsarchiv, über die die hiesige Israel-Botschaft schwierige Vei bandlungen mit dom französischen Aussenministerium Hibrt, ist aus irgendeinem Grunde noch nicht zur Verfügung Israels gestellt worden. Man hofft jedoch, dass dies vor dem 1. Dezember geschehen wird, da zu diesem Tennin; Staatsanwalt Hausner die Beweisaufnahme ab/uschtie-, ssen beabsichtigt. (ITA) . Londres. — El 2tK) aniversario de) Board oí Depulies de los judíos británicos fué formairmníe observado con oraciones especiales de graíiíud. preparadas para, la ocasión por el rabino jefe Dr Israel Brodie y el Jajeru Dr. Salomón Gaon, rabino jefe sefardita. El Bcard of Depuiies comenzó su. t róstemela en 1760 al crearse un comité conjunto dt las comunidades sefaradí. y ashkenezita. Barneti Jarunci, miembro del parlamento y presidente del Board of Deputies pronunció una alocución diciendo: "Nos hemos unido en oraciones al Todopoderoso en la voluntad de ayudar a nuestros conciudadanos que El ha inspirado en nosotros y en nuestros predecesores". Agradeció el "privilegio de vivir en un país con conciudadanos que creen seriamente que el derecho y i» justicia prevalecerán finalmente." M. ASHER 200 Jahre Board, of Depotie» London. — Des 200, Jahrestages des Board of Deputies der englischen Juden wurde formell mit besonderen pankgebeten gedacht, die für diesen Anlas)! von Oberrabbiner Dr. Israel Biodie und Chacham Dr. Salomon Gaon, dem seiard¡sehen Obenabbiner, verfasst worden waren. Der Board of Deputies wurde im Jahre 1769 ins Leben gerufen, als ein gemeinsames Coroite den sefacdischen und aschkenasisehen Gemeinde gegründet wurde. 1 Barnett. Jänner, Mitglied des Parlaments und Präsident des Board of Deputies, hielt eine Ansprache, in der er sagte: „Wir haben uns im Gebet zum Alimäch. tigen vereint, mit dem Willen, unseren Mitbürgern beizustehen, die Er für uns und unsere Vorfahren erleuchtet hat.Er dankte, für das „Privileg, in einem Lande mit Mitbürgern leben zu dürfen, die ehrlich daran glauben, dass Recht und Gerechtigkeit schliesslich den Sieg davontragen werden.” M. ASHER rung zu ernähren, dass die (Wissenschaft die Wege erscbliessen werde, um vielen Millionen Juden eine Lebensmöglichkeit in ihrer Heimat zu schaffen. Deswegen war es auch der Wissenschaftler Cbaim Weizmann, dessen Todestag sich in diesen Tagen zum achten Mal gejährt hat, der den Grundstein zur Hebräischen Universität auf dem Skopusberg gelegt hat, als man noch in der Ferne das Donnern der Kanonen hörte. Denn Weizmann wusste wie kaum ein Zweiter, dass diese Stätte des Geistes und der Forschung eine der wesentlichen Grundlagen für ein jüdisches Heim, für den kommenden jüdischen Staat sein wird. Wiederum war es Weiz.mann. der jenes Institut in Rechowot schuf, das heute seinen Nnrnen trägt, und das ein Mittelpunkt der Forschung nicht nur für Israel, sondern für alle Völker geworden ist, die an der Errichtung einer Welt des Friedens mitbauen wollen. Das Thema, das diese Konfernz jetzt behandelt hat, ist keine spezifische Sorge Israels: es handelt sich um ein Weltproblem: Welche Rolle kann, soll und muss die Wissenschaft bei der Förderung neuer Staaten spielen? Dieses Thema hat auch einen politischen Aspekt, denn die Lösung dieser Frage hängt zu einem wesentlichen Teil von den Beziehungen ab, die von den alten, gefestigten Staaten mit einer entwickelten Industrie und Wirtschaft zu den vielen neuen Ländern eingenommen wird. Wieder stehen wir vor der Schicksalsfrage, ob die entwickelten 'Länder die neuen Staaten nur als Objekte ihrer eigenen Tätigkeit und Notwendigkeiten betrachten, nachdem sie ihre politische Selbständigkeit erhalten haben. Schliesslich kann die Souveränitätserklärung aucli nur ein formaler Akt sein, durch den keine wesentliche Aenderung in den alten Lebtnsverhältnissen eines souverän gewordenen Volkes eintritt. Die Abhängigkeit, die sich bisher auch auf das politische Leben der aufstrebenden Nationen erstreckte, ist jetzt im wesentlichen auf das Wirtschaftliche begrenzt. Aber die wirtschaftliche Abhängigkeit führt allzu leicht zu politischen Einflussmüglichkeiten der stärkeren Nation, die kraft ihrer wirtschaftlichen Position auch (Schluss auf Seite 2) Mission nach Nepal Tel Aviv. — Die erste, dreiköpfige Mission für technische Hilfe reist auf dem Luftweg nach Nepal ab. An ihrer Spitze steht Schmuei Kantor, Chefingenieur der Wasser-Ge. Seilschaft Mekorot. Ferner gehören ihr A. Kedem von der- Kolonisations-Abteilung der Jew„ ish Agency und Josef Eden, der Direktor der Hule-Gesellschaft an. Die drei Israelis werden die Behörden von Nepal in Fragen der Bewässerung und landwirtschaftlichen Kolonisation beraten — (ITA)