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Jüdische Wochenschau · 1960-11-22 · 1829 (22.11.1960) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1829 (22.11.1960)
Date
1960-11-22
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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f8 g s ¡3 FRANQUEO PAGADO Concesión 908 3 S« TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 il ° Ano XXI. BUENOS AIRES. MARTES 22 DE NOVIEMBRE DE I960 No 1829 EL EJEMPLAR «o toda la República 3, Buenos Aires PUEYRREDON 2190 19 isq. T. E. 83 - 2613 Um Husseins Thron Vom Auf bau Israels as Königreich Transjor- ¡DAS RINGEN UM ma* c«,— — j- Das Königreich Transjor danien kann trotz dem Bestehen eines Parlaments kaum als demokratischer Staat bt/.«.lohne: weiden. Die Abgeordneten der beiden Häuser des transjordanischen Parlaments treten zuweilen zusammen, und in dieser Volksvertretung haben schon stürmische Debatten stattgefunden, aber ihr Einfluss auf die Bildung und Zusammensetzung der Regierung des Staates ist recht gering. Für die Regierungsbildung hat dieser Staar seine eigene Methode gefunden. Der König von Transjordanien pflegt den Mann seines Vertrauens zunächst zu seinem persönlichen Sekretär, zum ,,Chef des Hofkabinetls: zu ernennen, und wenn der richtige Moment für einen Regierungswechsel da ist. dann wird der Chef des Hofkabinetts Ministerpräsident, Im Jahre 1950 fungierte in. Transjor danien Tewfik Abu el' Hoda als Ministerprä. sident, wählend Samir Rifa Chef des Hofkabinetts war Samir Rifai war viel mächtiger als der Ministerpras - dent, und König Abdallah liess z. B. die Verhandlungen mit Israel über einen Nichtangriffspakt durch Sa mir Rita! fühlen. Als TewfiK Abu el Hoda gegen diese Verhandlungen opponierte, wollte der König Samir Rifat die ganze Verantwortung übertragen und ihn zum Ministerpräsidenten ernennen. Eine Reihe von Drohbriefen vereitelte jedoch diese Absicht, und Samir Rifai musste sich wieder auf den Hof- - Posten zurückziehen. Erst später wurde er Ministerpräsident, ohne nochmals den Plan des Nichtangriffspaktes aufzunehmen |DAS RINGEN UM Iden bagdad.pakt | Haza el Majali, aus dem [Beduinenstamm der Majali ¡stammend, hatte ein ähnlijehes Schicksal. Auch er war ¡Chef des königlichen Hofkajbinetls. Dann kamen die ¡Schicksalstage, in denen der König Hussein gemäss den ¡Ratschlägen des britischen IGenerals Templer versuchte, ¡Tiansjordanien an den Bagdad-Pakt anzugliedern. Der ^mtierc-nde Ministerpräsident Said el Mufti, ein ■ Tscheikesse, wollte diesen 'Kurs nicht mitmaeben und! demissionierte. | Der Chef des Hofkabinetts Majali wurde an die Front geschickt, aber panarabische 'Elemente entfesselten einen 'solchen Widerstand, dass Majali sieh nach drei Tagen zurückziehen musste. Er ¡wurde später Ministerpräsident. hat jedoch den Plan des Anschlusses an einen westlichen Pakt nicht nochmals in die Debatte geworfen, obwohl er von der Notwendigkeit der Bindung an den Westen überzeugt war. König Hussein hat in den Jahren seiner Herrschaft jüber Tiansjordanien schon einige Experimente gewagt. lEr hat versucht, seinen Fr je- I den mit dem Nasserismus j und Panarabismus zu ma- ¡chen. und er verjagte General Glubb und ernannte den nach links tendierenden Baat-Führer Suleiman Nabuisi zum Ministerpräsidenjten. Aber der Einsatz dieses | Politikers und die Uebergabe ¡der Armeekontrolle an den I ehrgeizigen jungen Offizier ¡Ali Abu Nuwar hätten ihn | beinahe seinen Thron gekoj stet. Seitdem hat er das Paktieren mit dem Nasserismus 'aufgegeben; und erst recht nach dem Sturz seiner hasehemitischen Verwandten kn Irak hat er versucht, in Anlehnung an westliche Kiät'te sein Regime in Trans, jordanien zu halten und zu konsolidieren. ZWISCHEN SCYLLA UND CHARYBDIS UN. — Eine aus vier Mitgliedern bestehende sogenannte „palästinensische arabische Delegation” erhielt die Erlaubnis, in der Politischen Sonderkommission der Generalversammlung in der Debatte über das Problem der arabischen Flüchtlinge zu sprechen. Allerdings wurde sie darauf aufmerksam gemacht, dass sie nur in ihrem eigenen Namen auftreten und „nicht die gesamte Frage der arabisch israelischen Spannungen im allgemeinen” behandeln dürfe. Diese Einschränkung wurde von den Vertretern Grossbritanniens, der USA, Frankreichs, Australiens, Neuseelands und Hollands gemacht. Michael Comay, der Chef der israelischen Delegation widersetzte sich den Ausführungen der Kommission, deren Anhören er einen „Zeitverlust” nannte, und unterstrich die Tatsache, dass ihre Mitglieder nur als Privatpersonen zugelassen seien. Die Delegierten Libanons, Iraks und Saudiarabiens verlangten, die Delegation solle als oifiziell anerkannt wer. den. Als bezeichnend wurde betrachtet, dass die Repräsentanten Transjordaniens und der VAR keine Stellung weder für noch gegen die Delegation nahmen. Emil Ghory, der Chef dei sogenannten Delegation, der als Repräsentant des Exmutu vor Jerusalem bekannt ist, begann hierauf seine Rede. Kaum hatte er zu sprechen angefangen, unterbrach ihn der Präsident der Politischen Kommission, Carlet Auguste von Haiti, zwei Mal mit dem Einwurf: „Es tut mir leid, den Redner daran erinnern zu müssen, dass er nicht die arabisch-israelischen Angelegenheiten im allgemeinen berühren darf sondern sich einzig und allein zu dem Problem der arabischen Flüchtlinge äussern kann.” „Ghory setzte seine Ansprache fort, in der er alle die Anschuldigungen vom „zionistischen Imperialismus” und die „gegen das arabische Volk verübten Verbrechen” wiederholte, die seit 12 Jahren aus allen ähnlichen Debatten zur Genüge bekannt sind. (ITA) I Der vorher erwähnte Samir Rifai. der bis zum vorigen Jahre Ministerpräsident war, wurde amtsmüde und hatte nicht mehr den Mut, der ständig lauernden Gefahr entgegenzutreten. Auf Majali konnte Hussein sich jedoch verlassen, und dieser treueste Paladin des Königs nahm es auf sich, Transjordaniens Staatsschifi zwischen der irakischen Scylla und der ägyptischen Charybdis hindurchzusteuern. Die Aufgabe war und bleibt weiter übermenschlich schwer. Transjordanien kann sich wirtschaftlich nicht allein halten. Trotz des niedrigen Lebensstandards seiner Bevölkerung hat es noch viel weniger Aussichten als Israel, jemals zu einer ausgeglichenen Handels, und Zahlungsbilanz zu kommen. Tiansjordanien war und ist Nährboden von Hetzern und Agentenzentralen, und abgesehen von Nasser und Kassem selbst lauern im Ausland Ali Abu Nuwar und der frühere Aussenminister Rimawi auf die Gelegenheit, das Regime Husseins zu zerschlagen und selbst die Macht zu übernehmen. Kairo, Damaskus und Bagdad führten pausenlos Propa. ganda - Offensiven gegen Transjordanien, und der König und sein Ministerpräsident hatten nur das — in den Augen von Panarabisten verwerfliche — Mittel der Anlehnung an den Westen zur Verfügung. Hussein zögerte nicht, im Jahre 1958, in der Zeit der 'Libanon-Krise, die Engländer und die UN herbeizurufen, und er scheute sich nicht, langfristige Hilfsverträge mit England und den USA abzuschliessen. Die Vereinigten Staaten wurden in den letzten zwei Jahren der eigentliche Protektor Transjordaniens und glichen jedes Budget-Defizit aus. ... V ' Anlage deor «dekixochemischei: Fabrik im der HsäfaJbuchi. Hier wird zu oäner Sal*briih» aufgelöstes Rohna!* durch Röhren ejngepompf.das nur Herstellung eines chemischen Produkts dient. 12.000 Tonnen im Land gewowwene-s Salz gelangen jährlich aur Verwendung GEBESSERTE CHANCEN König Hussein, der Verständnis für tapferes Auftreten und persönliche Bravour hat, konnte sich gegen die pronasserischen Elemente duichsetzen und sieh das Vertrauen weiter Volksschichten erwerben. Auch Beobachter, die Husseins Regime in den Jahren 1957/58 keine lange Lebensdauer prophezeit hatten, gaben in den letzten Monaten zu, dass seine Chancen sich gebessert hatten. Aber die von Kairo unterstützten Emigranten ruhten nicht, obwohl Nasser selbst zuweilen so tat, als ob er an einem Umsturz in Transjordanien nicht mehr so interessiert wäre. Die offiziellen ägyptischen ¡Politiker Kairos gaben sich höflich, und der ägyptische Aussenminister Fawzi stimm, te in Beirut einer Resolution zu, in der alel arabischen Länder aufgefordert wurden, von Angriffen auf andere Liga-Staaten Abstand zu nehmen. Transjordanien hielt sich an diesen Beschluss und stellte den Krieg der Worte ein, während die pronsserisehen Gegner Husseins es nicht mehr bei Worten bewenden Hessen, sondern zu Taten überginegn., In den letzten Monaten führten die Transjordanier mehrmals der Oeffentlichkeit Spione und Agenten vor, die den Auftrag von Ali Abu Nuwar und Rknawi bekommen hatten, das Regime Husseins zu stürzen Kairo und Damaskus leugneten jejde Verbindung mit den ¡Agenten und bezichtigten Hussein und seine Reigerung der Lüge. Zugleich betrieben jedoch Radio Kairo und „Saut el Arab” (Stimme der Araber) die Hetze gegen Hussein und vor allem gegen Majali weiter und versicherten immer wieder, dass die „Verräter das Schicksal Abdallas teilen würden.” j Neuer Chef der Wiedergutmachung j Bonn. — Die Wiedergutf nazistischen und antisemitimachungs.Kommission des sehen Umtriebe in der Bunwestdeutschen Bundestages desrepublik verurteilt. Deshat den Deputierten der gleichen hat er verschiedent- Christbehen Demokraten lieh die Entfernung aller de- Gerhard Jahn zum Nach-. rer gefordert, die unter dem | feiger von Alfred Frenzei, j Hitlerregime aktiv tätig wa-; dem bisherigen Chef dieser ren, j Kommission, gewählt. Jahn J Bekanntlich ist der bishei ist Rechtsanwalt, 33 Jahre rige Präsident 'der Kommisalt und hat bei verschiedesion Alfred Frenzei vor ca nen Gelegenheiten die neozwei Wochen unter der An-! klage,, verräterische Bezie- ~~ j hungen zur Tseheehoslowa- ■ können und dass die Unterkei unterhalten zu haben, Stützung des Imperialismus . verhaftet worden, (ITA) 'sie nicht vor dem Schicksal ' bewahren kann, das sic er-1 Prozess wurde wartet”! Mit diesen Worten hat Kairo m brutaler Weise die ¡Maske abgeworfen, und der j Mordanschlag und der Kom- ¡•mentar von „Saut et Arab” ¡müssen erneute Verschärfung der Beziehungen im | arabischen Lager zur Folge ¡haben. Die Beschlüsse der arabischen Aussenministerkonferenz, die der Befriedung dienen sollten, wurden innerhalb weniger Tage vergessen, und an die Stelle der Versöhnung traten Mord und offener Kampf. DIE ABSTIMMUNG Ihr Opfer wurde der verhasste Paladin des Königs Majali, und allem Anschein nach richtete sich das damalige Attentat auch gegen Hussein selbst, der sich mit Majali treffen sollte. Neun Tote und über 40 Verleztc waren das Resultat des ausgeklügelten Bombenanschlages, der vor kurzem in Amman verübt wurde. Trotz der Resolution der Arabischen Liga versuchte Kairo nicht einmal, Bedauern zu heucheln, sondern noch am Tage des Attentats erklärte die Station „Saut el Arab” in zynischer Offenheit: „Die Ereignisse in Transjordanien., bestätigen, dass die Agenten des Imperialismus sich nicht halten vertagt München.-Der Prozess gegen Erika Heyde, die Frau des unter denn Verdacht der Teilnahme an Euthanasie- Aktionen stehenden Profes. sors Dr Werner Heyde, ist ¡auf unbestimmte Zeit vertagt 'worden. Er sollte vor einem m iinchener Gericht stattfinden. Die Staatsanwaltschaft teilte mit, dass die Vertagung erfolgte, weil Frau Heyde auf Antrag ihres Verteidigers von einem Landgerichtsarzt auf ihre strafrecht- Wieder musste ein Chef liehe Verantwortlichkeit un des Hofkabinetts — Talhumi tersucht werden muss. I Gegen Frav Heyde wai Anklage wegen eines fortgesetzten Vergehens des Betrugs erhoben worden. Der 1— in die Bresche springen, und er muss den König in einem Kampf unterstützen, der mühsamer geworden ist, ... _Q_ - weil das Gelingen des An- 57 Jahre alten Angeklagtei ¡Schlages mit eiHem Verlust ¡wurde vorgeworfen, dei an Prestige verbunden war. Andererseits ist ein Eingreifen der Amerikaner und Engländer heute auch vi$ schwieriger geworden, da Russland jedes Vorgehen dieser Art mit „antiimperialistischen Drohungen” beantworten würde. Die verhältnismässige Stabilität in Transjordanien und im Mittleren Osten ist seitj her einer erneuten Spannung gewichen. bayerischen Staat um über 64.000 Mark Versorgungsbezüge geschädigt zu haben, ilfrau Heyde wurde vorgehal. bten, dass eie sieb mit falschen Angaben und Erklä, rungen über eine angebliche Verschollenheit ihres Mai», nes Bezüge für sich und ihre beiden Söhne verschafft hat. Sie habe aber spätestens seit dem Frühjahr 1948 gewusst, dass ihr Mann noch lebt. (AWZ) Registro de la Propiedad Intelectual No. 656.635 Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Corrientes 3114

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