Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1826 (11.11.1960)
- Date
- 1960-11-11
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German, Spanish
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PUEYRREDON 2190 — 1’ isq. £x Jèéftxutà j&UíjelUa T. E. 87.2813 Año XXI. BUENOS AIRES. VIERNES 11 DE NOVIEMBRE DE 1960 No. 1826 Einst wird der Tag kommen... New York. — Dr. Nachum Goldmanrf erklärte, als Resultat der Protestkundgebungen, wie z. B. der im September in Paris abgehaltenen. Sitzung über das Schicksal der sowjetischen Juden, hätten ,.die Dinge sich zu bewegen begonnen”, doch werde die Besserung der Lage der russischen Jucenheit ein langwieriger und langsamer Prozess sein. Dr. Goldmann äusserte dies in einer Pressekonferenz in: Büro der Jewish Agency. Als Beispiel führte er an. dass verschiedene Bücher in Jiddisch vorbereitet werden, dass der Verband sowjetischer Schriftsteller den Vorschlag zur Herausgabe "einer jiddis'-hen Zeitung gemach; bat und über die Gründung eines ständigen jiddischen Theaters verhandelt wird. Dr. Goldmann enthüllte, dass die Konferenz in Paris beschlossen habe, sich nicht aufzulösen und eine Delegation zu bestimmen, die den Sowjet-Botschafter in Paris Sergei Winogradow, welcher sich noch in New York befindet, aufsuchen solle, um ihm ein von der Konferenz angenommenes Memorandum zu überreichen. „Zum ersten Mal”, beionle Dr. Goldmann, „verfügen wir über cn nicht-jüdisches Instrument, dessen wir uns zugunsten der russischen Juden bedienen können. Ich habe erfahren. dass man in Moskau den Verlauf der Konferenz aufmerksam verfolgt und. den Versuch unternommen hat, einige der Delegierten davon abzubringen, der Konferenz bei zu wohnen.” Auch auf die kürzliehe Russlandreise von André Blume], Expräsident der französischen Zionistischen Föderation, bezog sich Goldmann und berichtete, Blumels Bemühungen zugunsten der russischen Judenheit sei-! en von den Sowjetbehörden ungern gesehenworden. | Sowjetische Beamte hätten zu Blumel gesagt, dass die sowjetischen Juden einen Gemeinde _ Verband haben könnten, falls sie dies wünschten. Blumel habe dies dem Rabbiner von Moskau. Jehuda Levine. mitgeteilt, der jedoch einer klaren Antwort auswich. Als viel wichtiger als die hypothetische Frage einer jüdischen Beteiligung am ökumenischen Konzil sei die Vornahme von Aenderungen im Katechismus und der katholischen Liturgie, die er!” WIE ICH ES SEHE jZur Frage der Beziehungen! £♦•♦♦♦♦♦♦♦♦*♦»♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦■von JEHUDA GOTTHEIMEß Die Bedeutung des Themas der Beziehungen zwischen der Deutschen Bundesrepublik und Israel macht es notwendig, dass wir dem Aufsatz des Journalisten Gerhard Knauss, der in den „Frankfurter Heften” erschienen ist, einen weiteren Artikel widmen. Um Wiederholungen zu vermeiden, dürfen wir damit rechnen, dass die beiden vorangegangenen Ausführungen zu diesem Fragenkomplex dem Le. ser noch gegenwärtig sind. Zunächst haben wir die Behauptung angegriffen, dass die westliche Welt ein Vorurteil gegen die Araber habe, durch welches sie veranlasst werden würde, den Juden und dem Staat Israel besondere Sympathien entgegenzubringen. Sodann haben Wir einige Entstellungen des historischen Ablaufs der Geschehnisse um die Jahre 1947 und 1948 richtigstellen müssen, die vom Autor unter sklavischer Anlehnung an die Thesen der arabischen Propaganda übernommen worden und zum Gegenstand eigenartiger, zweckgebunde-; ner Schlussfolgerungen gemacht worden sind. Offensichtlich wurden diese 1 „schweren Geschütze” aufgefahren, um der deutschen Oeffentlichkeit plausibel zu machen, es sei klüger, auf die arabischen Farben anstatt auf die israelischen zu setzen. Denn das arabische Potential sei unvergleichlich grösser... Die Absicht des Autors, die Frage der Position aufzurollen, die von der Bundesrepublik Israel und den Araberstaaten gegenüber bezogen wurde, geht aus seinen einleitenden Sätzen hervor. An dieser Stelle sei nochmals wiederholt, dass niemand verlangen kann, der ernste politische Meinungen äussert, dass alle anderen nun seinen Auffassungen beipflichten. Wir wehren uns nur gegen die Verschwörung des Schweigens Bonn. — Eine anscheinende „Verschwörung des Schweigens”, an der sich Dutzende von Aerzten und westdeutsche Beamte beteiligt haben, um den „Professor” Werner Heyde, der unter dem Verdacht der Teilnahme an Euthanasie-Aktionen während des Naziregimes steht, vor der Verhaftung zu schützen, soll jetzt im Gerichtswege untersucht werden. Heyde, der einen hohen Posten in der SS bekleidete, wird der Tötung von 80.000 „Geisteskranken” in Hospitälern und Heimen zu Zeiten Hitlers angeklagt. Nach dem Kriege tauchte er als Dr. Sawade wieder auf und praktizierte ohne Schwierigkeiten mehrere Jahre hindurch. Heute sitzt er im Gefängnis und wartet darauf. abgeurteilt zu werden. Die Zeugenaussagen, die fünf Aerzte vor einer parlamentarischen Kommission in Bonn machten, führten zur Untersuchung des Falles. Die Aerzte erklärten, sie hätten Heyde nicht bei der Polizei angezeigt, weil dies ihrer Berufsethik nach als „Verrat” gegolten haben würde. Es herrscht der Eindruck, dass zahlreiche Aerzte und Beamte die wahre Identität des „Sawade” . kannten, ohne sich die Mühe zu nehmen, die zuständigen Stellen hiervon in Kenhtnis zu setzen. (ITA) Verwendung unrichtiger ' oder tendenziöser Argumente, wie sie vom Autor des ¡zitierten Artikels gebraucht ¡worden sind. Wir legen Wert ■ darauf, diese Bemerkungen nochmals zu unterstreichen, da uns an unfruchtbaren Polemiken nichts gelegen sein kann. Die folgenden Darstellungen leiteten den Aufsatz in den „Frankfurter Heften“ ein: „Die Beziehungen der Bundesrepublik zu den arabischen Staaten sind überschattet vom Verhältnis der Bundesrepublik zum Staate 'Israel; über diesem aber J liegt der Alptraum der Vernichtung der Juden im Dritten Reich. Was daraus an Verzerrungen sich ergibt, hat in den letzten zehn Jahren weithin sowohl die offizielle Politik der Bundesrepublik als auch die Haltung eines grossen Teils der deutschen Presse bestimmt; es beginnt nun aber auch rückwirkend die traditionell freundschaftlichen Gefühle der Araber den Deutschen gegenüber zu beeinflussen.“ Selbstverständlich muss je_ de Regierung die Beziehungen kontrollieren, die sie zu anderen Staaten und Ländern unterhält. Sie folgt dabei meist den gegebenen Interessen. Treibt sie eine Politik auf weite Sicht, so wird sie weniger an Augenblickskonstellationen denken als eine Planung für die Zukunft. Soweit uns bekannt ist, unterhält die Bundesrepublik zu allen arabischen Ländern diplomatische Beziehungen, nicht aber zu Israel. Dies muss zur Feststellung des Sachverhalts vorausgeschickt werden. Dass die arabischen Länder überall in der Welt ver-1 suchen, ihre Ziele mit unlauj teren Mitteln durchzusetzen, j ist eine weitere Tatsache, die! nicht bestritten werden j kann. Zunächst einmal muss | , als hauptsächlichste historische Quellen des Antisemitismus bezeichnete. Er gab zu, dass Papst Johannes XXIII. Abwandlungen der Liturgie verfügt habe, doch Aenderungen im Katechismus könne nur ein Kirchenkonzil anordnen. Seiner Meinung nach, fügte er hinzu, sei kein Grund vorhanden, warum die Juden einem solchen Konzil nicht beiwohnen sollten, um derartige Abänderungen zu verlangen, und er selbst, befürwortet, ein solches Vorhaben. Ueber den bevorstehenden Zionistenkongress teilte Dr, Goldmann mit, dass die lateinamerikanische Judenheit hundertprozentig durch angeschlossene und brüderliche Delegationen vertreten sein werde. Auch fast alle europäischen Judenheiten würden Vertretungen entsenden, mit Ausnahme von Belgien, das über keine repräsentative jüdische Körperschaft verfüge, und Holland, wo sich die Zionistische Föderation entschieden dem Gedanken einer Erweiterung der Grundlagen der Zionistischen Weltorganisation widersetze. Abschliessend stellte Goldmann in Aussicht, dass er am ersten Tage des Kongres. ses einen Bericht geben und am zweiten Tage Ben Gurion sprechen werde, um die allgemeine Debatte einzuleiten. (ITA) man auf den UN-Beschlus aufmerksam machen, au Grund dessen überhaupt ers die Schaffung eines jüdi sehen Staates im frühere] Mandatsgebiet Palästin, möglich gemacht wordei ist. Von „Eroberung“ Palä stinas durch die Juden ode: von einer Verdrängung de arabischen Bevölkeruni kann keine Rede sein. We: das behauptet, korrigiert ii einer einseitigen und unzuläs sigen Weise das Geschehen Die Juden haben Programm gemäss den Staat, der ihnei durch eine Zweidrittelmehr heit der Vollversammlun; der Vereinten Nationen zu gestanden worden ist, strenj im Rahmen der internatio nalen Gesetze gegründet Dass es zu einem Krieg kam in dessen Verlauf die arabi sehe Bevölkerung zu einen sehr erheblichen Teil ge flüchtet ist, kann bei objek tiver Betrachtung nicht dei: Juden zur Last gelegt werden. Die Dokumente sind vorhanden, aus denen sich er gibt, dass es die arabische Führung gewesen ist, die zui „zeitw eisen“ Räumung des israelischen Territoriums aufgefordert hatte. Sie tat ei Aii unsere Leser Infolge der dekretiei ten Arbeitsruhe am ver gangenen Montag könnt die Dienstag-Ausgabe de Jüdischen Wochenschal zu unserem Bedaueri nicht erscheinen. DELOS JUDIOS SOVIETICOS Jerusalem. — El premier David Ben Gurion está firmemente convencido de que más tarde O temprano las autoridades soviéticas deberán permitir a los judíos a abandonar Rusia pare asentarse en Israel. Así lo expresó ante los miembros de la misión de estudio del UJA, en el banquete ofrecido en su honor. Dijo que estaba seguro que llegaría el día "el año próximo o dentro de cinco años" cuando los dirigentes soviéticos tendrán que dejar salir a los judíos. Durante la década venidera, dijo, dos grandes tareas enfrentan a Israel, a saber, la Regada de dos millones de judíos y la colonización del Neguev entero. Destacó que 4.000.000 judíos viven hoy "en dos grandes áreas: un gran país en el Este europeo, que no necesito nombrar, donde viven tres millones de ju. dios, y Norafrica", — Estos judíos están 'encerrados'' y se les prohíbe migrar a Israel. Tarde o temprano, dijo, viendo lo quc pasa en el mundo, los dirigentes soviéticos deberán dejar salir a los judíos. Vaticinó que cerca de la mitad de ellos querrán venir a Israel. SCHLOMO S. TANGER Von den sowjetischen Joden Jerusalem. — Ministerpräsident David Ben Gurion ist fest überzeugt, dass die sowjetischen Behörden früher oder später den Juden erlauben müssen, Russland zu verlassen, um sich in Israel niederzulassen. Dies erklärte er vor den Mitgliedern der Studienmission der USA.Einheitskampagnen bei einem Festbankett. Er versicherte, er sei sicher, dass „im nächsten Jahr oder in fünf Jahren” der Tag kommen werde, an dem die sowjetischen Führer die Juden ziehen lassen müssten. Jm kommenden Jahr, so führte er aus, erwarten Israel zwei grosse Aufgaben, nämlich die Ankunft von zwei Millionen Juden und die Kolonisierung des ganzen Negew. Er belonte, dass 4 Millionen Juden heute in zwei grossen Zonen leben, „in einem grossen Land in Osteuropa, das er nicht zu nennen brauche, wo drei Millionen Juden wohnen, und in Nordafrika.” — Diese Juden seien „eingeschlossen”, und man verwehre ihnen die Auswanderung nach Israel. Früher oder später, so sagte er, werden die sowjetischen Führer, wenn sie sehen, was in der Welt vorgeht, die Juden ziehen lassen müssen. Er sagte voraus, dass rund die Hälfte von ihnen den "Wunsch hegen würden, nach Israel zu kommen. SCHLOMO S. TANGER in Verbindung mit weitgehenden Versprechungen für ihre Leute und wilden Drohungen gegen die Juden, die man im Meer ertränken wollte. Der erste Rechtsbruch, dem eine lange Kette weiterer folgen sollte, war der bewaffnete Ueberfall, den die sieben arabischen Staaten gegen Israel ausführten, unter ihnen auch solche, die keine gemeinsamen Gienzen mit dem neuen jüdischen Staat hatten oder haben. Dass die Geschehnisse anders verliefen, als es sich die arabische Führung vorgestellt hat, ist eine andere Sache. Die Konsequenzen dieser Begebenheiten, insbesondere der von oben her befohlenen Flucht aus dem Lande, müssen nur die Araber tragen. Entgegen den Anordnungen der UN und den Beschlüssen des Sicherheitsrates, gegen die von keiner Seite ein Veto eingelegt wor. den ist, — mit denen also auch die Russen einverstanden waren —, erklärt z. B. Aegypten n-och heute, sich mit Israel im Kriegszustand zu befinden, verhindert Nasser die freie Durchfahrt aller Schiffe, die nach Israel fahren, und boykottieren die Araberstaaten durch schwarze Listen Israel und alle, die mit ihm Handelsbeziehungen unterhalten. Diese und andere Massnahmen sind nach den Normen des internationalen Rechts nichts anderes als illegale Handlungen, Rechtsbrüche tmd Gewaltak. te, die mit dem Charter der UN im Widerspruch stehen. Auch das muss man den Betrachtungen voraussehikken. Dass die UN und die Grossmächte diese arabischen Rechtsbrüche hinnehmen, ist auf die unglückselige politische Lage, auf den West—Ost-Konflikt und die Sonderinteressen der Weltmächte zurückzuführen. Dass hier aber schwere Verstösse gegen das internationale Recht vorliegen, kann nicht angezweifelt werden. Die arabischen Staaten lia- I thien für die Deutschen, be.! sonders aber für die Nazis, gezeigt. Als die Lage der Engländer in Aegypten höchst kritisch war, blieben die ägyptischen Truppen in ihren Kasernen, während jü_ dische Freiwillige aus Palästina in den Reihen der 8. Armee kämpften, um die Freiheit zu verteidigen, jene Freiheit, ohne die es heute auch keine Bundesrepublik geben würde. Es war keine glückliche Formulierung, von der , traditionellen Freundschaft der Araber zu den Deutschen zu sprechen. Oer hat der Autor an die Abenteuer des deutschen Na. zibotschafters Rudolf Rahn gedacht, die er ln seinem Buch „Aussaat im Sturm“ beschrieben hat, oder an die nazistischen Umsturzpläne im Irak, als die Lage der AL liierten ausserordentlich ungünstig war? Die Regierung der Bun. desregierung weiss mindestens so gut wie der Artikelschreiber, dass die Beziehungen zu den Araberstaaten durch ihre Haltung gegenüber Israel „überschattet” wird. Als das Reparationsabkom. (Schluss auf Seite 2) Material gegen Eichntann Jerusalem. — Die polnischen Behörden sammeln gegenwärtig Beweismaterial, das sie Israel für die Erhebung der Anklage gegen Adolf Eichmann zur Verfügung stellen werden, wie aus einer offiziellen Benachriehtung hervorgeht. Die Mitteilung wurde der israelischen Legation in Polen zur Weiterleitung übergeben. Die Aushändigung des gesamten auf Eichmann bezüglichen Materials ist für die nächsten Wochen zugesagt worden. (ITA)