Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1823 (28.10.1960)
- Date
- 1960-10-28
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/9616703-9611224-9611950--0836-9611958- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
r: b M û O ÎJ 3?S <o FRANQJEO PAOADO Concesiva 909 TARIFA REDUCIDA CoBcesió» 1629 Ano XXI. BUENOS AIRES. VIERNES 26 DE OCTUBRE DE 1960 EL EJEMPLAR« •n toda la República Q -• Buenos Aires PUEYRREDON 2190 19 izq. T. E. 83 . 2613 No. 1823 '■ r i-. Kindlich wu.de auf einem ständigen Landes und das Plateau des judäischen Beste an Pflege und Behand. Bciglandes 20 FahrtmimUen ¡lung zusammeniinden und zu 'öd Jerusalem, in unmittel- ¡einer Spitzenleistung steiba«er Nachbarschaft des ¡gern sollen, muss die Aulidyllischen Dorfes Ejn Kaj nahmekapazität dieses Gerem. und dbch in heroischer ¡bäudes unzureichend sein. Landschaft, der imposante, ¡und daher wird dieses Hoselfstockige Gebäude - Komplex des Medizinischen Zen. pital, gerade weil es in je-!der Beziehung gross ist, zu! klein sein. | Wer aber uas Glück haben wird, hier aufgenommen zu werden, der wird gewiss wirklich gut aufgehoben sein. In keiner Abteilung wird der Patient den Eindruck eines zweifellos zu klein sein, weil ■ Massenbetriebes haben, sones so gross sein wird. Das!dern er wird vielmehr stets mag paradox klingen, ist individuelle Betreuung geaber bei näherer Betrach-! messen, was beruhigend tung durchaus einleuchtend, wirkt. Die normalen Kran- So gross und weitläufig der jkenzimmer sind derart an- Gtbäudekomplex auch angegelegt, dass ein grosser Saal legt ist, sind doch nichtseine [durch die in der Mitte ein- Aussmasse das Entscheidengebauten Nebenräume in trums der Hadassa und der Hebräischen Universität eingeweiht, das grösste Bauweik des Mittleren Ostens und in mancher Hinsicht das modernste Hospital der Welt. Dieses Krankenhaus wird von MEIR FA ERBER, Tel Aviv wissen kann, ob sein Ruf Erständnis näherzubringen, seitölg hatte. Die Krankenen hier einige Zahlen angeschwester braucht nicht erst herbeizulaufen, um zu fragen was der Patient wünscht, sondern er teilt der Schwester sofort bei seinem Anruf seine Bitte mit, und selbst wenn sie dem Wunsch wegen anderweitiger Beschäftigung nicht gleich nachkommen kann, beruhigt den Kranken ein am Bett aufleuchtendes Lämpchen, .das so lange leuchtet, bis der Auftrag erfüllt ist. Das erspart dem Patienten das entnervende Gefühl der Unsicherheit, der Schwester das ständige Hin- und Her-Laufen, also Zeitverlust, und dem Betrieb Pflegepersonal. Dazu wurde geben: Das Hospital wird täglich von 5.000 Menschen besucht werden, nämlich 1.500, die hier beruflich tätig sind, 1.000 Gästen, 1.000 Patienten, die die Klinik ambulatorisch aufsuchen wer. den, 500 Leuten des Universitätspersonals und 1.000 Studenten. In der ersten Phase (später sollen Ergänzungen und ¡Erweiterungen erfolgen) um. ' fasst das Gebäude 68.500 ^Quadratmeter. Davon gehören 35.000 zum Krankenhaus ¡selbst, 20.000 zur medizinij sehen Fakultät der Hebräi- 1 sehen Universität, 8.000 zu den Kliniken, 5.000 zur auch die Länge der Gänge ¡Schwesternschule mit Intervon 130 auf 75 m reduziert, nat und 500 Quadratmeter de und Hervorstechende; [vier Zimmer zu je zwei Bet- ¡Jede Abteilung wird von ei- ¡zur Synagoge. Das weitere sondern die ausserordentlich -fen geteilt ist. so dass der ner Schwester bedient, die ■ Programm der nächsten Jah. geschickte, lunktionell ideale ¡Patient gar nicht fühlt, dass Anlage des Gebäudes, die al- | er sich in einem achtbettigen les im Hospitalbau der Welt |Raum befindet. Kleiderbisher Dagewesene in den schrank-, Wasch- und son- Schatten stellt. jstige Nebenfäume befinden Der newyorker Architekt j sich innerhalb dieses Appar- Josef Ncufeld, der übrigens itements. so dass der Patient verbl ü f fen der v. ei se perfekt : ausser 2ur ärztlichen Be- ¡lere Gebäudeteil gibt dem herb-.äisch spricht, und sein jhandlung überhaupt nicht ¡Komplex nicht nur seine früher den Korridor muss. Unchitektonische Schönheit, ausser der Verbindungsanlage auch eine Küchennische für Erfrischungen, Getränke und kleine Imbisse, einfache Medikamente u. dgl. zur Verfügung hat. Der halbkreisförmige mittdie Wand führenden Anschlüssen gibt es in allen Zimmern auch Sauerstoff- Zuleitungen, so dass das Mitarbeiterstab haben nämlich eine so musterhafte Ge- ¡ter de» verschiedenen durch bäudeanlage zustande gebracht, dass dieses Krankenhaus mit seinen erstklassigen Aerzten das ersehnte Ziel aller Kranken nicht nur in Israel »sondern gewiss auch vieler Ausländer werden wird, — und da werden die 550 Betten bestimmt nicht genügen. Selbst im verlassenen, jetzt jenseits der Grenze liegenden Gesudheitszen- Transportieren und Aufsteli für 40 X^hwerkranke mit; len von Ballons ebenso wie 1 andere durch die moderne Technik überholten Unannehmlichkeiten wegfallen. i Will jemand die Kranken- 1 Schwester rufen, so steht ihm , vom Bett aus die modernste triiim auf dem Skopus gab es [ Fernsprechanlage zur Verf üdes anlässlich der offiziellen mehr Betten. Gerade weil sich hier das Beste an ärztlichem Können des in dieser Hinsicht gewiss nicht rücki gung. und er ist nicht — wie I in anderen Hospitälern — auf die elektrische Klingel angewiesen, bei der er nie EINE ANKLAGE WEGEN BETRUG Erika Heyde, die Frau des Fritz Sawade in Schleswigunter dem Verdacht der Teil. ¡Holstein eine Praxis aufgere sieht noch 4.000 Quadratmeter für das Auditorium mit 500 Sitzen und Verwaltungs. und Vortragsräume für die Universität vor, ferner 4.000 Quadratmeter für die zahnärztliche Hochschule und 2.000 Quadratmeter für ein Gebäude für Mutter und Kind. Investiert wurden 22 Millionen Dollar von der Hadassa-Frauenorganisation, 7,4 Millionen Dollar von der Hebräischen Universität und 1,5 Millionen Dollar für die zahnärztliche Hochschule, die nach Fertigstellung des Krankenhauses gebaut werden soll. Folgende Statistik der bisherigen Aufwendungen gibt einen Einblick in die gigantischen Ausmasse dieser Ar- Gründungsfeier staunte ich **it: 6LOOO Quadratmeter immer wieder über die gewaltige Anlage, über den sondern hat auch seine funktionale Bedeutung; Dies ermöglicht in jedem Stockwerk die unmittelbare Nachbarschaft de •’ Pat:entenzimmer den Unteisuchungs- und Behandlungsräumen, so dass der Kranke zu seiner Behandlung keinen weiten Weg zurückzulegen braucht. Bei Besichtigung des noch nicht ganz fertigen Gebäunahme an Euthanasie-Aktionen stehenden Professors Dr. Werner Heyde, ist vor einem münchener Schöffengericht eines fortgesetzten Vergehens des Betruges angeklagt. Ihr wird vorgeworfen, den bayerischen Staat um 64.580,81 Mark Versorgungsbezüge geschädigt zu haben. Das Schöffengericht hat jetzt die Eröffnung des Hauptverfahrens gegen die 57 Jahre alte Angeklagte beschlossen. Einer Anklage des versuchten Verbrechens der gewinnsüchtigen Personen- Ktandsverletzung hat das Gericht dagegen nicht stattgegeben. Werner H< , de, gegen Ende des Krieges Professor für Psychiairie und Nervenheilkunde an der Universität Würzburg, war im April 1947 beim Gefangenentransport zum Nürnberger „Aorzteprozess” vor einem amen, kanischen Militärgericht gefluchte' und hatte dnn unmacht. wurde Im November 1959 seine Identiät bekannt. Nach anfänglicher Flucht stellte sich Heyde in Frankfurt den Justizbehörden. Erika Heyde, die in Starnberg bei München lebt, wird im Eröffnungsbeschluss vorgehalten, sie habe sich mit falschen Angaben und Erklärungen über eine angebliche Verschollenheit ihres Mannes seit April 1952 Verschollen heitsbezü ge für sich und ihre beiden Söhne verschafft. Sie habe aber spätestens seit dem Frühjahr 1948 gewusst, dass ihr Mann noch lebt. Sie habe sich mit Heyde nach der Flucht mehr- ¡mals getroffen, habe von ihrem Mann laufend Unter- \ haits/.ahlungen bekommen { riesigen Aufwand, über die monumentalen Ausmasse, über die geschmackvolle, gediegene und schöne Ausstattung, — aber noch mehr über die geniale Planung, die hier aus jeder Einzelheit spricht: aus der Anlage der Fenster, die gleichzeitig der Heizung und der Kühlung dienen; aus der Einrichtung der riesigen Zentral-Küche, die jeden Patienten mit seinen Mahlzeiten auf einem mit seinem Namen versehenen Tablatt versorgen wird; einer Küche, die weitgehend automatisiert ist, wo je eine grosse mit Dampf arbeitende Geschirrwaschmaschine für milchiges und fleischiges Geschirr, Laufbänder für Zuteilung der Beilagen, Servierwagen für je 22 Tabletts mit eingebauter Kühlung und Wärmung und hundert sonstige Segnungen unserer modernen Erfindungen den reibungsvollen und schnellen Ablauf der grossen, zu bewältigenden Aufgabe fördern. Mit 3.000 Mahlzeiten pro Mittag wird in dieser und über Mittelspersonen mit ihm ständig korrespon- | Küch7 gerechnet diert. Die Angeklagte habe j auch mehrfach für ihre SPRECHENDE ZIFFERN ¡Kinder, die die Oberschule besuchten, die Zahlung von ter dcm 'nixeb/m Dr. Waisengeld erreicht. Uw die A usinasse I Unternehmens dem dieses den hergestellt; 26.000 Briefe gingen aus und ein; 3.000 Uebersee _ Telegramme kamen an und gingen ab; 350.000 lokale und 2,400 interurbane Telefongespräche wurden geführt. 250.000 Kubikmeter Erde wurden ausgehoben, umtransportiert usw. Das Gerüste des Gebäudes verschlang: 35.000 Kubikmeter Beton, 25.000 t ¡Zement, 9,000 t Eisen, 12.000 Quadratmeter Steinquadern für die Aussenwände und Pflasterung der Höfe und Plätze; 325.000 normale Ziegel, 225.000 Betonziegel, 900.000 rote und Schamott- Ziegel für den Schornstein, 3.000 Fernster, grösstenteils aus Aluminium, 5.000 Türen, 20.000 Quadratmeter akustische Hängedecken, 22.000 Quadratmeter Linoleum- Fussbodenbelag, 5.000 Quadratmeter teils muss . ordentlich schöner, inliin i scher Marmor, 25.000 Quadratmeter Mosaik _ Fussbodenplatten, 5.000 Quadratmeter Wand-Kacheln. Die mechanische Einrichtung umfasst u. a.: Wasserheizkessel für eine Kapazität von 25 Millionen Kalorien, 65.000 Meter Kupferröhren, 70.000 m Eisenrohre, 6.000 m Betonrohre, 15.000 n Luft- Einrichtung besteht aus der Haupt . Transiormationsstattion von 22.000 Volt, vier Transfoi mations - Stationen mit 6.300 Volt, vier Kraftstationen für Notstand mit zusammen 1.200 KW Stärke. 6.000 m Hochspannungskabeln, 200.000 m Stahlrohre für gewöhnlichen und Schwachstrom. 25.000 Kontakte für Stromanschluss. 25.000 Lichtkontakte und Wandanschlüsse. 500 Telefone und 1.200 Sprech. und Hörapparate innerhalb zweier interner Kommunikations- Zentralen. Ferner gibt es 10 Personenaufzüge und 10 Aufzüge für Lasten und Dienstleistungen. DIE SONDERAUFGABEN Wir haben hier kein städtisches Krankenhaus vor uns, selbst nicht ein hauptstädtisches, sondern ein Universitäts-Hospital, das ausser der Behandlung der Kranken auch die Aufgaben der Forschung und des Unterrichts zu erfüllen hat. Alle diese drei Funktionen wurden in der Anlage berücksichtigt. ¡In den klinischen Abteilungen ist für 500 Patientenbetten Platz, aber es ist auch mit entsprechend vielen ambulativen Krankenbesuchen gerechnet. Neben der Forschungszentrale befinden sich hier Unterrichtsräume der Medizinischen Fakultät, leine bakteriologische Abteilung. Vortragssäle und entsprechende Einrichtungen für die Ausbildung von Krankenschwestern mit einem benachbarten Schwestern-Internat. Die klinischen Funktionen wurden mit allen anderen ausgezeichnet koordiniert. Natürlicherweise wurde allen Problemen unserer Zeit Rechnung getragen. Dazu gelhört der Bau zweier unterirdischer Stückwerke für Fälle von Sicherheits-Notstand. ein Landepiatz für Helikopter und die Möglichkeit, die Bettenzahl im Bedarfsfall zu verdoppeln. Wir weifen einen Blick auf das Gebäude zurück. Es fügt sich wunderbar in das herrliche Panorama ein und passt ausgezeichnet in den. Rahmen dieser Landschaft. Architekt Neufeld hat recht: er brauchte sich der ..konventionellen Lüge” der mit behauenen Steinen belegten Betonwände der jerusalemer Bauweise nicht zu fügen. Seine Lösung des Problems, kleine Quadrate von weissen und roten Ziegeln mit jerusalemer Stein abwechseln zu lassen, brachte im Ge- : j samtanblick eine edle, sebö- , ne Wirkung zustande. Auch' j die grosszügige Gartenanlaj ge. die die Gebäude umgibt^ wirkt auflockernd und freundlich. Nach der Besichtigung speisten wir mit den führenden Damen der Hadassa aus Amerika, Rebeca Shulman, Anna Tulin u. a. und mit dem Präsidenten der Hebräi. | sehen Universität Prol'. B. i Mazar zu Mi tag' und hören mit Genugtuung, dass sowohl die Universität wie auch die Hadazza mit der Partnerschaft. die vor 24 Jahren begonnen hat, voll zufrieden ist. Wenn dieses Krankenhaus im April 1961 seinen Betrieb aufnehmen wird, so wird sein Ruf als Spitzenleistung der Planung und der Technik, der gediegenen Ausführung und der Schönheit des Baus und hoffentlich auch als beispielgebende Stätte der medizinischen Leistung und der Wissenschaft in die Welt dringen. Verhaftung ... in Deutschland Ver- ¡leitungen. Die elektrische Lindau. — Deutschen Justizbehörden ist es gelungen, den ehemaligen Lagerkommandanten des Lagers Kurowice bei Lemberg, Ernst Epple, zu verhaften. Nach der Besetzung Ostgaliziens erhielten deutsche und österreichische Firmen verschiedene Bauaufträge im .Generalgouvernement’; darunter war auch die Firma Swietelsky aus Linz, die mit dem Bau der Rollbahn Lemberg—Kiew betraut wurde. Entlang dieser Rollbahn wurden Zwangsarbeitslager errichtet und jüdische Häftlinge unter SS-Bewachung Arbeit zugeteilt. Fi solches Lager war i Kufowice, in dem achthundert Juden untergebracht waren, die unter der Leitung des technischen Personals der Firma Swietelsky beim Bau der Strasse eingesetzt waren. Diese Juden wurden dauernd auf das schwerste misshandelt, sehr schlecht ernährt und konnten die ihnen übertragenen Arbeiten nicht ausiähren. Lägerkommandant Epple zeichnete sich durch eineu krankhaften Sadismus aus,' unter dem die armen Häftlinge sehr zu leiden hatten. Besonders gefürchtet war sein sogenannter „Humor“.. So liess Epple einmal zur Zeit der ukrainischen Weih, nacht drei Juden an einem Baum, der dicht am Kirchentor stand, aufhängen, nur damit der griechischkatholische Pfarrer sich bei seinem morgendlichen Kirchgang bücken müsse, wobei seine Mütze herunterfallen würde. Ueberlebende dieses Lagers berichten über imfassbare Greueltaten, die Epple und sein Steilvertreter Kempka, aber auch manche damalige Angestellte der Firma Swietelsky an den jü»' dischen Zwangsarbeiten» verübten. (IPN) i Registro de la Propiedad Intelectual No. 656.635 Impreso eu la Imprenta POLIGLOTA — Corrientes 3114