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Jüdische Wochenschau · 1960-10-25 · 1822 (25.10.1960) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1822 (25.10.1960)
Date
1960-10-25
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German, Spanish
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JÜDISCH . Jb.JenuiJt&JsAjueliUí PUEYRREDON 2190 — 1* i*q. Año XXI. T. E. J 7 . 2 6 1 9 BUENOS AIRES. MARTES 25 DE OCTUBRE DE 1960 No. 1822 Feinde und Freunde Israeli Die arabische Propaganda in den USA hat ihre Tätigkeit verstärkt. Wie aus einem Bericht an den Kongress über ausländische Agenten hervorgeht, hat das Arabische Informationsbüro im letzten Jahr 160.000 Dollar verausgabt. Der Sitz dieser Organisation ist New York, und in Washington, Chikago, San Francisco und Atlanta bestehen Filialen. Kürzlich wurde eine neue Zweigstelle in Dallas (Texas) eröffnet, um den Südwesten des 'Landes zu erfassen. Wie in dem Memorandum festgestellt wird, unterhält das Arabische Informationsbüro einen ausgedehnten Propagandadienst. Es beliefert die Presse mit Artikeln und Fotos, die Lichtspieltheater mit Bildern für die Wochenschauen und kurzen Dokumentarfilmen, die Rundfunkstationen mit Programmen und Sprechern. Ueber von BORIS SMOLAR den Kostenaufwand anderer arabischer Agenturen im Lande wie z. B. das Büro für die palästinensischen Flüchtlinge, gibt der Bericht keine Auskunft. Die Leitung des Arabischen Informationsbüros in Atlanta übernimmt jetzt Sami Hadawi, der Jahre hindurch im Büro für die arabischen Flüchtlinge in New York tätig war. Auch die rund 2.000 arabischen Studenten, die an nordamerikanischen höheren Lehranstalten und Universitäten immatrikuliert sind, sind arabische Propagandisten. Der Verband arabischer Studenten, der seinen Sitz in New York hat, veröffentlicht ein Nachrichten blatt, informiert über das Auftreten arabischer Sprecher bei Veranstaltungen in New York und in anderen Teilen des Landes und hält jährlich eine Nationalkonvention ab. Kürzlich erschien im Nachrichtenblatt! der arabischen Studenten ein | Bild, auf dem die arabischen : Studenten zu sehen sind, die gegen Ben Gurion während seines letzten Besuchs in den USA demonstrierten. Auf eii nem der Schriftbänder steht zu lesen „Amerika, hüte dich vor dem zionistischen Bä- J ren...” ¡KANADA VERTEIDIGT MENSCHENRECHTE Mit dem Zug erreicht man Kanada von New York aus in einer Nacht, doch mit : dem Flugzeug dauert die j Reise nur wenige Stunden. I Trotzdem wissen die Juden | in den USA über die Staats- 'männer der fernen europäij sehen Länder mehr als von den Politikern des kanadischen Nachbarlandes. Dies kommt einem zum Bewusst¬ WIE ICH ES SEHE t Gefährlicher Familienstreit von JEHUDA GOTTHEIMER Radio Bagdad berichtete vor einiger Zeit, dass die irakische Regierung mit der Petroleum Co. Verhandlungen über die „Steigerung der Einnahmen, aus Oelkonzessionsgebühren” begonnen habe. Diese Besprechungen haben nur geringe Erfolgsaussichten, wie die Experten meinen, weil in der ganzen Welt eine Depression für das arabische Oel herrschen würde. Das ist ein historischer Augenblick! Würde die Krise ernsthaft anhalten, dann wäre hier ein neuer Faktor von weltweiter Bedeutung erwachsen, der auch für die israelische Position von entscheidender Wichtigkeit werden könnte. Sind also die Zeiten vorbei, in denen das Wort Clemenceaus, „Ein Tropfen Pe. troleum ist einen Tropfen Blut wert“, bitterste Wahrheit widerspiegelt? Petroleum und Politik sind in den arabischen Ländern Synonyme gewesen, und sie sind es noc*n heute. Jahrzehnte hindurch haben die Araber die ihnen von der Natur geschenkten Schätze des fliessenden Goldes dazu benutzt, ihre wirtschaftlichen Forderungen und politischen Aspirationen gewaltsam durchzusetzen, sie haben vor keiner Repressalie zurückgeschreckt, wenn es darum ging, für ihr Erdöl einen politischen Höchstpreis zu erzielen. Ihre Macht basierte geradezu auf dem Petroleum, um das die Grossmächte rangen, um sich Schürf- und Ausbeutungsrechte zu sichern. Und nun soll der Zeitpunkt gekommen sein, wo das Interesse hieran nachlässt? Damit wäre in der Tat den Arabern das schwerste politische „Argument” genommen worden. Tatsache ist, dass es seit mehr als Jahresfrist einen ausgesprochenen Ueberfluss an Petroleum gibt. Die Statistiker der Erdölgesellschaften wollten diese' Erscheinung zwar nicht sonderlich ernst nehmen, weil sie glaubten, dass der Konsum wieder steigen würde. Man ver- Amman folgt Israels Beispiel Jerusalem. — Transjordanien ist, wie gemeldet wird, dem Beispiel Israels gefolgt und hat gefordert, dass der regionale Sitz de UNESCO für Volksschulerziehung von Kairo nach „einem neutralen mittelöstlichen Land’ verlegt werden solle. Die transjordanischen Zeitungen schreiben, die VAR missbrauche dieses UN- Biiro, um ihre umstiirzlerischen Absichten gegen an. dere arabische Länder zu verwirklichen. Die transjordanische Presse berichtet, dass die VAR die Einreise verschiedener transjordanischer Lehrer verboten hat, die das UNESCO-Biio aufsuchen wollten, um sich über Fragen ihres'Arbeitsgebietes zu orientieren. Andere Lehrer aus Transjordanien sollen in den Strassen Kairos tätlich angegriffen worden sein. Israel protestierte schon seit geraumer Zeit dage! gen. dass der Sitz der UNESCO-Büros in Kairo liegt, wohin Israel natürlich keinen Zutritt hat. iITA) mutete, dass die absteigende Tendenz durch neuen Bedarf wieder ausgeglichen werden könnte. Vielleicht für alle überraschend, hat sich das Bild jedoch inzwischen grundlegend geändert, da neue Erdölquellen erschlossen wurden oder alte Vorräte zum Kauf auf den Markt gebracht worden sind. Die Sowjetunion bot jedenfalls plötzlich Erdöl auf dem Weltmarkt an, das um 25 % billiger als das der westlichen Gesellschaften war. Hieran wurde auch nichts durch die Behauptungen der Gesellschaften geändert, dass es sich um ein politisches Manöver der Russen handeln würde. Die vielfältigen ’Widersprüche einer zerrissenen Welt wurden an einer neuen Stelle offenbar. Die Russen zeigten sich wiederum als Meister einer teuflischen Taktik. Lämgst war es ihnen gelungen, die arabischen Länder von der westlichen Welt in wichtigen’ Problemen und bei wesentlichen Entscheidungen zu trennen und durch ihre geschickte Propaganda — und durch die Fehler der amerikanischen Politik — einen Keil zwischen Westen und Araberstaaten zu rammen. Das arabische Petroleum aber befand sich fest in den Händen der westlichen Trusts, deren verhängnisvolle Macht und schlechter Einfluss auf das State Department die I letzte Verantwortung für die j destruktive Orient - Politik I trugen, deren erstes Opfer immer Israel gewesen war. i Um weitere Unruhe in die! politischen A jseinandersel- I zungen zu tragen und die i westliche Welt zu schwä- , chen, scheuten die Russen nicht davor zurück, ihre ei-! genen „Verbündeten am sein, wenn man von der Rolle hört, die Ministerpräsident John Diefenbaker kürzlich bei der Annahme eines neuen kanadischen Gesetzes spielte. Diefenbaker nahm sich persönlich aktiv der Formulierung und Unterbreitung dieser Gesetzesvorlage, an der die kanadische Judenheit äusserst interessiert war, im Parlament an. Er plädierte leidenschaftlich für die Unverletzlichkeit der Menschenrechte und gegen religiöse Diskriminierung. Seinem Abscheu vor ¡der Diskriminierung gab Diefenbaker auch bei verschiedenen Gelegenheiten in Ansprachen an jüdische Hörer in Kanada Ausdruck. Er erklärte ferner des öfteren, er sei ein Freund Israels und habe den jüdischen Staat bei seinem Besuch im Lande zu bewundern gelernt. Das neue kanadische Gesetz, das vom Unterhaus und vom Senat angenommen wurde, verbietet rassische und religiöse Diskriminierungen und verkündet die Religionsfreiheit. Nach diesen Bestimmungen muss sich ein jedes Gesetz, das in einem kanadischen Staat er- | lassen wird, .solange richten,; bis das Parlament ausdrücklich ein anderes' Gesetz annimmt. Vor der Abstimmung über das neue Gesetz wurde der Kanadische Jüdische Kongress bei einem parlamentarischen Sondercomité vorstellig, um die Gesichtspunkte der kanadischen Judenheit auseinanderzusetzen Israel Coopera en Ghana Jerusalem. — Fuentes informadas aseveraron que los planes de Ghana de no renovar el acuerdo bajo el cual oficiales israelíes actuaban como instructores en la academia de aviación ghanesa no se debían a la intervención árabe, sino a los esfuerzos británicos. En esas fuentes se reveló que, debido a que la fuerza aérea de Israel emplea aviones a reacción franceses, les británicos temían que Ghana también usería tales aviones, en lugar de aviones de fabricación británica, si los pilotos fueran adiestrados por los israelíes. Como prueba de que esa decisión no es anii-israelí ni pro-árabe, Ghana pidió al mismo tiempo a Israel se incrementara el número de oficiales israelíes que forman la "brigada de constructores", unidad organizada a similitud del "Nahal" israelí, donde la juventud sirve simultáneamente en las tareas agrícolas de las colonias fronterizas y recibe adiestramiento militar. ICHLOMO S TANGER Israels Mitarbeit in Ghana Jerusalem. — Aus unterrichteten Quellen wird versichert, dass die Absicht Ghanas, das Abkommen nicht zu erneuern, nach dem israelische Offiziere als Instrukteure in der ghanesischen Luitfahrt-Akademie tätig waren, nicht auf die arabische Intervention sondern auf englischen Einfluss zurückzuführen war. Aus a'iesen Quellen verlautete, die Tatsache, dass die israelische Luftwaffe französische Düsenapparate verwendet, habe die Engländer befürchten lassen, Ghana würde auch diese Flugzeuge statt Maschinen britischer Fabrikation benutzen, wenn die Piloten von den Israelis ausgebildet würden. Zum Beweis, dass dieser Entschluss weder antiisraelisch noch proarabisch ist, ersuchte Ghana Israel gleichzeitig, die Zahl der israelischen Offiziere zu verstärken, die die „Brigade der Erbauer” bilden, einer der israelischen „Nahal” ähnlichen Organisation, wo die Jugend zu gleicher Zeit bei den landwirtschaftlichen Aufgaben der Grenzkolonien dient und militärische Schulung erhält. SCHLOMO S. TANGER Rande”, die arabischen Länder, durch eine Dumping- Politik auf dem Petroleum- Markt zu schwächen. Die Sowjetunion rechnete offensichtlich damit, auf diesem Wege zwei politische Ziele zugleich zu erreichen: den Westen zu erschüttern, indem die Preise der westlichen Petroleum-Gesellschaften unterboten werden, und die arabischen Länder, als die notwendigen Leidtragengen noch gefügiger und den sowjetischen Forderungen geneigter zu machen. Die Sowjets durften auch darauf spekulieren, die westlich-arabische Front durch einen neuen, recht ernsten Streit zu erschüttern. Zweifellos liegt hier ein Fall vor, in welchem die westlichen Gesellschaften und die arabischen Potentaten sowohl die gleichen Interessen verteidigen als auch in einem logischen Konflikt gegenüberstehen. Der hohe Petroleumpreis. der auf der allgemeinen Notwendigkeit des Bezuges grosser Oelmengen aus den arabischen Oelvorhaben beruht, bietet sowohl den ausbeuteden Gesellschaften wie den arabischen Verpächtern gewaltige Vorteile. Sobald die Preise aber absinken, musste die Diskussion darüber einsetzen, wer die Verluste zu tragen hat. Die sowjetische Spekulation basierte nicht zuletzt auf der Kenntnis der arabischen Psyche, auf der Erwartung, dass die Araber ihre wirtschaftlichen und politischen Möglichkeiten voll einsetzen ¡werden, um mit aller Macht zu verhindern, dass die Verluste auf ihr Konto gehen. Für die Richtigkeit dieser russischen Prognosen darf man auf den Petroleumkongress verweiseti, der in diesen Tagen in Beirut abläuft. Dort erhob der Vertreter 1 Saudi Arabiens, eines der grössten Petroleum - Länder der Welt, eine erbitterte Anklage gegen die amerikanischen Gesellschaften, die durch ihre Manipulationen ungerechtfertigt hohe Gewinne, insgesamt von 2.500 Millionen Dollar (!), den arabischen Ländern rauben würden! Wenn man sich diese Ziffern zu eigen machen wollte, könnte man allein daran ermessen, was dort von allen Beteiligten verdient wird. Man kann auch eine Vorstellung davon gewinnen, wie gewaltig die wirtschaftlichen Interessen sind, die auf dem Spiel stehen. Das Wort Clemenceaus, das hier eingangs zitiert wurde, wird damit verständlicher. Aber nicht nur das kann; man aus diesem Konflikt und aus dieser einen Zahl lernen. Man begreift auch leichter, aus welchen Gründen das State Department den Arabern gegen ü ber nachsichtig und nachgiebig ist, keine ernsthaften Versuche unternimmt, den Frieden im Mittleren Osten herzustellen, und sich bemüht, auf Kosten Israels ausgleichend zu wirken, um wenigstens die äussersten Konsequenzen der arabischen Forderungen zu vermeiden. Finanzielle Interessen dominieren und bestimmen eine Politik, deren Auswirkungen i schon zu wiederholten Malen zu schweren internationalen Krisen geführt hat. Der Hintergrund der Auseinandersetzungen und Beschuldigungen auf der Beiruter Petroleumkonferenz ist das Absinken des Bedarfs an arabischem Oel auf dem internationalen Markt durch das Angebot der russischen Konkurrenz. Um sich eine Vorstellung hiervon zu machen, sei auf das indische Beispiel verwiesen. Die Russen versuchten an vielen Stellen, in den westlichen Erdölmarkt einzubrechen. In Indien stiessen sie auf Widerstand. Die Raffinerien weigerten sich, russisches Petroleum zu verarbeiten. Aber die indische Regierung verlangte hierfür auch ihren (Schluss auf Seite 2) USA unterstützen die VAR Washington. — Aus Quellen des State Department verlautete jetzt, dass die USA die Wahl der VAR in den Sicherheitsrat der UN unterstützen werden. Seit Wochen schon stellt man Vermutungen darüber an, ob Washington für die Mitgliedschaft der VAR im Sicherheitsrat stimmen wird, und von vielen Seiten sind Proteste hiergegen erhoben worden. Die Regierung in Kairo wird beschuldigt, die UN-Beschlüsse über die Blokkade des Suezkanals für Israel verletzt zu haben und sich auf den Standpunkt zu stellen, dass Aegypten „sich trotz der Waffenstillstands-Verträge vom Jahre 1949 als mit Israel im Kriegszustand befindlich betrachtet.” Vor ungefähr drei Wochen hatten „autorisierte Nachrichten”, die, wie jetzt versichert wird, nicht vom State Department ausgingen, behauptet zu wissen, dass die USA die Wahl der VAR in den Sicherheitsrat nicht unterstützen werden. Dagegen wird jetzt festgestellt dass das State Deaprtment auf dem Standpunkt steht’ die VAR sei der einzige geeignete Kandidat für den Sitz, der traditionsgemäss einem mohammedanischen Staat gebühre. Wie bekannt ist, rechnet die VAR mit dei Zustimmung der Mehrheit der mohammedanischen Lander, welche den UN angehören. (ITA)

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