Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1820 (18.10.1960)
- Date
- 1960-10-18
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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Tit und KUNST >l** eines Jahrhunderts v°n Dr. § des ■hi' er sesten vielleicht Reformpläne der Temeindeleiter ia;n Reichsstadt ä. M. zutage, ¡a toeral denkender Erstand der jiidi- 1 Fürst von Dahl, einde mit unbe. olimachten ausge* Diese Freiheiten ien Blick auf die Mische Gleichbe. gerichtet - dazu irden, um die Eijüdischen Wesens nita, Mikwa und merzen. Der erste 1 dagegen kam Gruppe von 11 GOLDMANN Männern, die sich zu einer Privatgemeinde zusammengeschlossen hatten und den jungen Rabbiner S. R. Hirsch 1851 an ihre Spitze beriefen. Das mit Hilfe Eduard Laskers 1876 erlassene Austritts, gesetz verlieh der Orthodoxie eine politisch autoritäte Plattform. Das Programm, das S. R. Hirsch für das traditionelle Judentum unter der Devise „Tora im Dereeh Erez" aufstellte und das er in seinen zahlreichen Schriften und auch in seinem Erziehungswerk zur Durchfüh. rung brachte, besagte, dass Treue gegen die überlieferten Lehren wohl mit den Errungenschaften der modernen Kultur vereinbart seien. Die Krise, in die das gesetzestreue Judentum infolge der Reformbestrebungen geriet, fand ihre Ueberwindung in der Schöpfung des Berliner Rabbinerseminars 1873 durch Dr. Israel Hildesheimer und die Berufung von Dr. David Haffmann (1843—1921), dem späteren Rektor zum Dozenten. Im Laufe von 48 Jahren hat David Hoffmann ein ganzes Rabbinergeschlecht herangezogen, von dem heute nur noch wenige unter den Le. benden weilen. Unter den letzteren befindet sich Rabbiner Dr. Benedikt Wolf (von 1900—1936 Rabbiner der Talmud Tora-Lehranstalt in Köln und Seelsorger des „Verein cur Wahrung der religiösen Interessen Rheinlands"), seit 1936 geistiger Führer der ..Mekord Chajim“ Gemeinde in Petach Tikva. Benedikt Wolfs geistige Prägung resultiert aus einer Verschmelzung Hirseh-Hoffmannseher Komponente, die sich in seinem Lebenswerk, dem Pentateuch _ Kommentar mit dem bescheidenen Namen „Diukim" (Präzisionen) offenbart. Er ist die Frucht - alJsabbatlicher Vorträge im Verlauf von 60 Jahren und stellt nach den Wor. ten Professor Hoffmanns eine Popularisierung der Hirschschen Gedankenwelt dar. Der Kommentar, dessen 1. Band anlässlich des 80. Geburtstages des Verfassers in hebräischer Uebersetzung herauskam, besteht in einer Worterklärung auf Grund der wissenschaftlichen Sprachforschungs-Methode und un. ter Vergleich des Wurzelstammes mit anderen semitischen Sprachen. Parallel dazu läuft die Inhaltserklärung, die teils auf dem Midrasch fussend unter Zuhilfenahme der wissenschaftlichen archäologischen Ausgrabungsergebnisse eine Synthese zwischen der moder. nen Bibelwissenschaft und der Tradition zu finden versucht. Am 24. Adar vollendete Dr. Wolf sein 85. Lebensjahr. Als. Epigone der Gestalter des deutsch traditionellen Judentums hat der Jubilar in der Gola wie im Heiligen Lande eine Generation in der Liebe zum angestammten Judentum erzogen. Seine fruchtbare publizistische Tätigkeit auf dem Gebiet der wissenschaftlichen Exegese und seine wissenschaftliche Tätigkeit erhalten ihm — trotz mannigfacher Schick, salsschläge — seine geistige Frische. Menschen besach. nicht aus eigener lern und bessern ■in die Schnauze", aber ei schiebt die ganze Schule nicht dem Kosaken, sondert dem alten frommen Juder zu, der treu seinem Glauben seinem Volk geblieben ist Er schiebt die Schuld der jüdischen Lehrern zu, die e: wagten, das Judentum unc die Eigenart des jüdische! Volkes Jahrtausende zu er halten, anstatt zwischen Völ kern aufzugehen. „Für wer mussten sie alle Jahrhunder te hindurch Spott und Hohr ertragen?" fragt der Helc Pasternaks Gordon. „Für wen wurde das Bla so vieler unschuldiger Grei se, Frauen und Kinder ver gossen, die so begabt wäret zur Güte und zu inniger Ge meinschaft. Warum sind di< grossen Geister des jüdi sehen Volkes niemals übe den allzu leichten Ausdrucl des Weltschmerzes und übe eine ircnische Weisheit hin ausgekommen. Warum ha sich diese kleine Schar, aii doch immer in Gefahr v'at unteder Gewalt ihres un abwendbaren Schicksals zei rissen zu werden, wie eh Dampfkessel vom Ueber druck nicht in alle Wind zerstreut, statt zu kämpfei und sich sinnlos zu opfern* LDACB (Kalender) :h, den «;tag, den den 21.;ndl den Tat rai- 9 — XI 32 Parsen® LXVI , _ 24 2. Marcheschvan derl 2,'ngtober 3. Marcheschvan den 21. 5 Oklo^ 27. Tischri )' Oktobti 28. Tischri 20. OW* 29. Tischri Oktober 30. Tischri ,2 OW» 1. Marcheschvan An die Macht einer grossen Idee des Volkes, die ihren Ursprung am Berg Sinai hatte, an seine Mission, an die Freiheit dies Willens und die Kraft des Glaubens, hat er wohl nicht gedacht! Und seinen Vater, seine jüdische Mutter, die sein Vater so vergöttert hat, seinen Grossvater, den braven jüdischen Gastwirt aus Odessa, hat Pasternak vergessen. Hat der Mutige nicht den Mut, sich zu sich selbst zu bekennen? Man möchte mit Chaim Naehmann Bialik das sagen, was er einst seinem Freund Leonid, dem Vater Boris Pasternaks, zugerufen hat: „Die Genies — ,hr Weg ist der Wegdes Adlers in den Lüften. Wer will ihnen Grenzen setzen und ihnen den Weg vorzeigen? Wahrlich auch mit ihnen wird die Nation Gericht halten — doch in anderer Sprache. Aber warum stehen sie wie Unreine ausserhalb des Lagers? Denn nur durch das, was ihrem Volk gehört, und und durch die Kraft seines Geistes haben sie sich all diesen Erfolg und all diese Ehre erworben. Der. Geist ihres Volkes war es, der sie als Vorkämpfer in die Schlacht vorausgesandt, ihnen seine vorzüglichsten Waffen schenkte, geschärft von vielen Geschlechtern, damit sie unter seinen Ernie. drigern und Verächtern seine Gestalt aufrichten und seine Macht erweisen können. Er hat sie ausgesandt unter der Bedingung, dass sie wiederkommen, damit sie nachher stärker, als sie gewesen, zu ihm zurückkehren und ihm das Haus seines Lebens erbauen. Nicht ihnen also ¡MUSIK IN BUENOS AIRES j Jlttetallicha A/o*b „TANNHAEUSER" IM COLON Zu deu Werken Richard Wugiurs, an denen der Zahn der Zeit beträchtlich genagt hat. gehört auch seine Oper „Tannnhuser“. Obschon in vielem veraltet, tröstet sieh der Musikfreund mit den Massenszenen und mit den vielfach aufleuchterden Tristan- Vo' ausahnungen. Wenn dieses Mus-'kuerk in unseren Tagen noch /.ag kräftig sein soll, so bedarf es erstklassiger und gewissenhafter Interpreten, die über manches Unzulängliche im Opus und vor allem tibsr Länge hinweghelfen. Ferd;- nand Leitner am Pult bot hierfür die beste Gewänr. Er folgte der Fritz-Busch- Tradition und gab die „Dresdner Fassung“ mit dem „Pariser Bacchanale“. Leitner setzte wiederum seine Ansicht in die Tat um, niemals die Sänger zu Uoertönen und die Dynamik und Schattierungen je nach den Gegebenheiten auszunutsen. Das Colon-Orchester ha Le unter seinem autoritären und helfender Taktstock seinen guten Tag, und so Samen wir um die bei Wagner so oft gefürchteten und ebenso oft eintreVnden ordi näreß Lärmk'u-cigebungen im Graben herum Der Dirigent musirieite und liess das Orchester m -.sizieren. Holz, Blech, Streicher und Schlagwerk sowie die Irnenorem ster vorzögiich e»i??*udiert uni ihrer Sache sicher Jedt Partie, jedes Instumeni wurde wahrnehmbar, und niemals kam es zu dem berüchtigten Wagner-.Overpiay“. Was für das Orchester recht ist, war für die Sänger billig. Klug ausgewogen sorgte Leitner stets für Gleichgewicht zwischen Bühne und Orchester, und so ist er als der Star des Abends anzusehen. Eine Enttäuschung erlebten wir mit den neuen Bühnenbildern eines der fähigsten Fachleute, Mario VanarelH. Man kann entweder voll stilisieren (was uns bei „Tannhäuser” unangebracht erscheint), oder man verfährt nach den Anleitungen des Komponisten. Ein Mittel. ■ zwischen beider« muss ad absurdum führen. Der Venusberg wirkte Debussyartig (darum verfiel auch der junge und begabte Choreograph Antonio TVujrol in den Fehler, das Bacchanale impressionistisch au nehmen), der Zwischenvorhang inder Wartburgszene mit dem Her. ablassen von Wappen, die wie Kinoreklame wirkten, war „fehl am Ort“, ebenso auch die lächerlichen, stilisierten Burgtürme, die wie Kasperl-Theater aussahen. sehen Qualitäten dieser einmaligen Sängerin, die ihre Partie mit Inbrunst und Hingebung verkörperte. Wundervolle Leistungen waren der Landgraf von Otto von Rohr, dessen stählerner Bass sehr beeindruckte, der Wolfram von Eberhard Wächter, der zeigte, dass er nicht nur ein grosser Mozart-Bariton, sondern auch ein geschmackvoller und inniger Wagnersänger ist. Die mit Spannung erwartete Sopranistin Marta Modi sang, offenbar ein wenig indisponiert, die kurze Rolle der Venus sehr musikalisch und sicher, und die argentinischen Vokalisten Eugenio Valori, Humberto Di Toto. Angel Mattiello und Viktor De Narke fügten sich im Sängerkreis auf der Wartburg ausgezeichnet in das Ensemble ein. Die Chöre der Nymphen, der Pilger und der Burggäste waren von Tullio Boni mit gewohnter Gewissenhaftigkeit und Umsicht einstudiert worden, und sie trugen in hohem Masse zum Gelingen der Vorstellung bei deren Publikum nach an. fänglicher Kühle in Begeisterung geriet und besonders den Dirigenten mit seinem Orchester feierte. JUVENTUDES MUSICALES DE LA ARGENT1NA: BELA BARTQK-FEIER Die dem internationalen Musikrat der UNESCO angehörende Vereinigung, die 1959 gegründet wurde, veranstaltete einen der Klaviermusik Bela Bartöks gewidmeten Abend, in welchem eingangs der Musikwissenschaftler und Pianist John Montes Leben, Werke und besonders die Klavierliteratur desvor 15 Jahren verstorbenen und bis beute noch heftig umstrittenen ungarischen Komponisten erläuterte und ihr durch kluge Das ist mein Gott Hermann Wouks "This is my God" wird in Kürze unter dem Titel “Ani Maumin" in Hebräisch veröffentlicht werden. Verleger ist eine Gruppe seiner Bewunderer, gebeitet von dem Bibliothekar des Hechal Schlomo, Dr. Zwi Haiari. Israelischer Maler Der israelische Maler Michael Argow stellt in der Kölner Galerie Lemperta aus. Argew der 1920 geboren ist und in Tel Aviv seine Ausbildung empfing, hält sich seit 10 Jahren in Paris auf. wo er starke Impulse empfing. die besonders in seiner. Bildern aus jüngster Zeit zum Ausdruck kommen. Lob der Juden Englands Bei emei grossen Kundgebung >n der Albert Hall, in Gegenwart vor Mitgliedern der königlichen Familie, des Analysen Gerechtigkeit widerfahren liess. Anschliessend boten die durchwegs sicheren und guten Pianisten Walter Ponce, Armando Krieger und Maria . Luisa Viale Kostproben, die gerade nach den vorhergegangenen Worten auf besonders Verständnis stiessen una von dem anspruchsvollen Auditorium mit grossem Beifall belohnt wurden; Premu-uninisters, des Führers der Opposition dos Erzbischols von C-anter ury, von Lo d Attlee und anderen Person' ichkeiven, lobte die Baroness of Harcwoud che Leistungen dei jüdischen Gemeinschaft im Fliic tlingsjahr. „Die grossen jüdischen Gemeinden im ganzen Lande haben alles, was irgend möglich war, getan, um auf den Appell zu antworten”. Tod eines Journalisten Auf einer 'Besuchsreis« nach vloskau starb der aus Minsk stammende Moiscne Katz, Zeitungsverleger und Redakteur in New York. 1922 na’te er die „Mornir.g Freiheit“ begründet. Er hat Biograpnien von Scholem Aleichem, Lenin und J. L. Perez, verfasst Nacht und Nebel Auf Vorschlag der Oesterreichischen Lagergemeinschaft Ravensbrück, der ehemaligen Insassinnen des Frauen . KZ Ravensbrück wurde vom österreichischen Unterr:chtsministerium der französ.sche Film „Nac-it und Nebel” für geeignet befunden/ reiferen Jugendlichen die Grausamkeit des Nationalsozialismus vor Augen zu führen. Mit der syste. matischen Vorführung des Films für Abiturienten und Absolventen von Lehrerbildungsanstalten soll bald begonnen werden. Da es mir unmöglich ist. für die vielen guten Wünsche anlässlich des NEUEN JAHRES jedem Einzelnen zu danken, wie ich es gern täte, sage ich allen auf diesem Wege meinen herzlichsten Dank. Carlos Giesen u. Familie Israel - Marken (b grösster Auswahl; a. *. VIERERBLOCKS — MARKEN MIT PLATTEM NUM¬ MER - MARKEN MIT BAND — KOMPLETTE BOGEN (pUncbM) — VOLL. STAENDIGE SAMMLUNGEN - WERTVOLLE AUSGABEN - ERSTE SERIE VORHANDEN - VERTRAUENSWÜRDIGE BERATUNG Alfonso MORITZSON Guanacache 2351, dep. 2 MM- CABXLDO WIR BITTEN unsere T^eser Der unter diesen szenischen Gegebenheiten wirkende Regisseur Otto Erhardt hatte kein leichtes Amt. Nichtsdestoweniger gelang es ihm mit kundiger Hand, die Oper glaubhaft zu machen und Solisten und Chor sicher zu leiten. Eine erlesene Sängerschar erschien auf der Bühne. Neu für uns ist der wiener Heldentenor Hans Beirer, der die Titel;olle szenisch und gesanglich gleich grossartig und sicher darstellte. Gre Brouwenstjin als Elisabeth bewies uns aufs neue die einzigartigen künstlerigehört die Frucht ihres Sieges, sondern dem, der sie ausgesandt hat. Nichts ist ihr Eigen, als was sie von. Vater und Mutter bekommen.* auf diesem Wege, von der Möglichkeit direkter Ueberweisung der fälligen Abono-Gebühren fr dl. Gebrauch machen eu wollen. Direkte Einsendung des Abono.ßetrages in SCHECK — GIRO — BONO POSTAL uA SEMANA ISRAELITA Pueyrredon 2130, 1* isq. Capital Hierdurch überweise ich Ihnen de* Betrag von m$n .. aus nachstehender Abrechnung, ln Erwartung ihrer Quittung begrüsse ich SU« fNanve) (Adr ose) N. B.: Wir bitten, Einzahlungen au richten an: LA SEMANA tSRAS- LJTA. 1. u. 2. Quartal 1959 m$n 80.— Jahr 1959 .. m$n 160.— 1. u. 2. Quartal 1960 m$n 120*_ Jahr 1960 .. m$n 240.-— (Nicht gewinaehte Zahl—€ bitte ausstreichsn)