Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1819 (12.10.1960)
- Date
- 1960-10-12
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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î*“ §3 3 S A 44 Ä St e U H II < U FRANQUEO PAGADO Concesión 908 TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 ISRAELITA Año XXI. BUENOS AIRES, MIERCOLES 12 DE OCTUBRE DE 1960 No. 1819 EL EJEMPLAR« en toda la República jj m Buenos Aires PUEYRREDON 2190 1? i*q. T. E. 83 . 2613 Nachrichten aus aller Welt Ein Jude Lord- Mayor von London London. — Sir Bemard Waley-Cohen wurde zum Lord-Mayor von London gewählt, der nach der Tradition der erste Bürger der 8 Millionenstadt ist. Am 11. November wird der neue Lord-Mayor, der 46 Jahre zählt, sein Amt antreten. Sir Bernard. der bisher Stadtverordneter war, ist Aer jüngste, jemals gewählte Bürgermeister. Er ist durch seine Familie seit mehr als einem Jahrhundert mit der Stadtverwaltung verbunden. Seine Gattin ist die Tochter von Lord Nathan. (ITA) N ahrungsmittel für den Kongo Haifa. — Die UN-Streitkräfte im Kongo haben die Thelma-Fabrik in Haifa um die Lieferung mehrerer Tonnen Suppenextrakt ersucht. Die bestellte Menge von Suppenwürfeln ist für 250.000 Teller Suppe für die UN - Soldaten ausreichend. (ITA) Geldstrafe für Hitler-Gruss Offenbach. — Das Offenbacher Amtsgericht verurteilte einen 55jänrigen Mann zu 60 DM Geldstrafe, weil er in einer Gastwirtschaft den sogenannten „deutschen Gruss“ angewandt hatte. Das Amtsgericht verurteilte ihn wegen grossen Unfugs im Vollrausch. Die ägyptische Aufrüstung Obwohl zu Wenige Tage nachdem das erste in Israel montierte Trainingsdüsenflugzeug Fou. ga _ Magister der Luftwaffe übergeben wurde, rückte der starke Mann in Kairo, Feldmarschall, Kriegsminister und Befehlshaber der VAR-Armeen General Abdul Hakim Amr schon zu einem „Gegenschlag“ aus und teilte der Welt, und natürlich insbesondere seinem erfreuten Volke mit, dass auch | die VAR ein Düsenflugzeug I in Eigenregie hergestellt habe und sogar jetzt die Konstruktion des ersten arabischen Tanks abschliesse. Einzelheiten über diese beiden Errungenschaften der ägyptischen Rüstungsindustrie wurden nicht mitgeteilt mit Ausnahme von zwei nichtssagenden Namen „Oualid“ für den Tank und „Kahir“ für das Flugzeug. Es ist nicht das erste Mal, dass die VAR sich bemüht, auch grössere Waffen herzustellen, aber die bisherigen Versuche waren alles andere als erfolgreich. Wenige Jahre vor der Suezkampagne hatte Kairo die Lizenz für den Bau eines britischen Zweimotoren.Flugzeuges erworben und seinen Bau begonnen. Alles jedoch, was in Aegypten hergestellt werden konnte, waren die (später nicht verwendbaren) Rümpfe der Flugzeuge, die im Sinai. und Suez.Feldzug als „dummies“ (Attrappen) auf den Flugfeldern der VAR standen und als solche mehrmals von den alliierten und israelischen Luftwaffen bombardiert wurden, was auch dem Prozess einen gewissen Erfolg dareigens der für politische Delikte zuständige Darmstädter Staatsanwalt nach Offenbach berufen wurde, kam das Gericht zu der Ansicht, dass politische Gründe für den „Gruss“ keine Rolle spielten. (AWZ). Wiedergutmachung1 für Polen Toronto. — Im kanadischen Unterhaus ist die Frage der deutschen Wiedergutmachungsleistungen für in Kanada lebende Polen erörtert worden. Mehrere Abgeordnete forderten die Regierung auf, bei der deutschen Bundesregierung vorstellig zu werden, um zu erreichen, dass die Wiedergutmachungsbestimmungen eingehalten werden. Aussenminister Green versicherte, dass die Regierung alles tun werde, um zu helfen. (AWZ) VAR kauft W eizonmchi New York. — Die Vereinigte Araoische Republik wird 900.000 Tonnen amerikanisches W'eiz-enmehl kaufen, die grösste Menge, die sie seit der Suezkrise wieder , bezieht. Der Vertrag wurde; dass der for./uii für eine von V irtschaftsminister Ab- Mitteilung weniger durch die stellte, der jedoch in keinem Verhältnis zu den ursprünglichen Ambitionen der VAR- Rüstungsindustrie stand. Weiter hatte sich Kairo bemüht, ein Flugzeug nach deutschei Vorkriegs- - Lizenz herzustellen und „Gumhuriya“ genannt. Auch sowjetische Trainingsflugzeuge des Typ “Yak“ wurden in der VAR montiert, aber einerseits war der Anteil der in der VAR selbst erzeugten Einzelteile äusserst gering, andererseits handelte es sich dabei ausschliesslich um Flugzeuge mit Kolbenantrieb.Das Training der VAR- Luftwaffe basiert überhaupt nur auf Kolbenflugzeugen, sodass es als kaum wahrscheinlich erscheint, dass Kairo jetzt zur Montage von Düsenflugzeugen übergegangen sei, selbst wenn die notwendigen technischen Voraussetzungen hierzu vorhanden wären, was zumindest bezweifelt werden muss. Die Tatsache, dass Amr keine Einzelheiten über den ägyptischen Flugzeugbau bekanntgab (selbst allgemeine Angaben über d>n Flugzeug, typ, die ja sowieso nicht geheim gehalten werden können) lässt daraci schließen,! dass der Termin für dul iVtoneim el Massuny und dem amerikanischen Bot. sch after Frederick Heinhaidt unterzeichnet. (AWZ) Entwicklung der ägyptischen als durch die Fortschritte der israelischen Fiugzeug-In. dustrie bestimmt wurde, Anoererseits kann nicht übersehen werden, dass innerhalb der VAR-Armeen (d. h. der ägyptischen und syrischen Armee) sowie bei der VAR-Rüstungsindustrie in den letzten Jahren wesentliche Fortschritte gemacht wurden, die weniger auf ägyptische Initiative als auf die Tätigkeit der sowjetischen und anderer Ostblock-Techniker zurückzuführen sind. Die Erklärung Amrs, dass die VAR _ Kräfte reorganisiert wurden, „um unsere Ueberlegenheit in der Luft, zur See und auf dem Lande zu gewährleisten“ und „dass die VAR - Rüstungsindustrie nicht nur Flugzeuge und Tanks, sondern auch alle Kleinwaffen für alle Einheiten und die dazu gehörige Munition herstellt“ klingen wie eine Prahlerei, beruhen jedoch zweifelsohne zumindest auf einem Kern Wahrheit. Als die bis an die Zähne bewaffnete ägyptische Armee in ihren ausgezeichneten Stellungen vor dem israelischen Angriff im Sinai-Feldzug zusammenbrach, setzte sich in Kairo und besonders bei den sowjetischen Militärberatern die Ansicht durch, dass die Menge und Qualität der Waffen nicht allein entscheidend seien, sondern dass die Ausbildung des Soldaten, der diese Waffen zu verwenden hat, nicht minder wichtig sei. Daraufhin liess, zumindest vorübergehend, der Strom der Waffenlieferungen für die VAR nach, während Hunderte von Ostblock-Technikern sich bemühten, der VAR - Armee eine neue Militär-Doktrine (die sowjetische) beizubringen, den Soldaten mit seinen neuen Waffen vertraut zu machen, und selbst in einigen Fällen ihm lieber ältere aber leicht zu handhabende Waffen an zu vertrauen. Bei den Kleinwaffen ging die VAR in der selben Zeit zu einem Einheitskaliber über und begann die Produktion dieser Munition. Diese Ausbildungsperiode d.h. ein völliger Umschwung bei der Kriegsvorbereitung der VAR-Heere, dauerte über zwei Jahre an, und erst als sie positive Ergebnisse zu zeitigen begann, erklärte sich die USSR wieder bereit, die VAR-Armeen durch weitere Waffenlieferungen zu stärken. Erst vor wenigen Monaten begannen ägyptische Waffendelegationen in Prag und Moskau erneut Verhandlungen über Waffenlieferungen an die VAR, die inzwischen teilweise schon abgeschlossen wurden. Der Schwerpunkt dieser Verhandlungen wurde auf die Lieferungen von neuen Düsenflugzeugen MIG 19 und eventuell auch MIG 21, weiteren Einheiten für die Marine (die Rede ist von drei weiteren Zerstörern der Klasse Z>, elektronischen Einrichtungen, Radar, und "Was die Lieferung von Flugzeugen anbetrifft, so wurden bisher noch keine endgültigen Abkommen erzielt. Selbst wenn von Zeit zu Zeit die Presse von Liefe- Tanks, Typ T. 54, erhalten hat. Dieser Tank gehört heute zu den besten Panzerkampfwagen und entspricht dem amerikanischen M 48 oder den letzten Modellen rungen von MIG 19 (der un. j des englischen Centurion. gefähr dem Supermystere entspricht) berichtet, so sind solche Lieferungen wahrscheinlich noch nicht erfolgt aber trotzdem für die nächste Zukunft zu erwarten. Die Lieferung von MIG 21 an die VAR ist dagegen wesentlich unwahrscheinlicher. Der MIG 21 ist eines der modern- NACHRICHTEN i AUS ISRAEL t NEUBAU IN JERUSALEM 1 j Der Bau eines neuen Gejbäudes für das Oberste Gericht wird in Bälde in Anj griff genommen werden. Es j befindet sieh in der „Kiria“, unweit der neuen Knesset, NEUE OBLIGATIONEN Der T. 54 ist natürlich bei , , , . . , weitem den israelischen; Mr.nr 6 Standard-Tanks AMX 10 und Super - Sherman überlegen, sowohl was Geschwindigkeit, Geländegängigkeit als auch Reichweite und Kaliber seiner Geschütze anbetrifft. Die VAR dürfte schon heute! über ca 150 solcher hochmosten Flugzeuge der Welt, lderner Tanks "Verfügen, von erreicht das Doppelte der Schallgeschwindigkeit, und hat im Westen nur den amerikanischen „Starfighter“, den französischen „Mirage t IV“ und das letzte schwedische Delta-Flugzeug als ebenbürtige Maschine. Bisher wurden aber solche Maschinen noch an keinen Staat ausserhalb der USSR, selbst im Rahmen des Warschau- Paktes, geliefert und die Aussicht der VAR solche Flugzeuge zu erhalten, und auch das Personal (besonders das Bodenpersonal) hierfür ausbilden zu können, sind äusserst gering. Auf dem Gebiet der Lieferungen an die VAR - Marine bestehen offentsichtlich bessere Aussichten, und es ist durchaus möglich, dass Moskau sich tatsächlich zu neuen Lieferungen, von Uebersee-Schiffen,verpflichtet hat, wobei solche ’Lieferungen jedoch kaum noch in diesem Jahr erfolgen dürften. Die Entwicklung der technischen Hilfsdienste der VAR - Armeen macht seit einigen Jahren bedeutende Fortschritte, und auch die Küstenverteidigung und die Flak wurden stark ausgebaut und dürften heute als eine gefährliche Abwehrwaffe I betrachtet werden, i Da jedoch die militärischen Pläne der VAR in erster [Linie auf den Absichten, ei- Inen Vernichtungsfeldzug ge- | gen Israel zu unternehmen, basieren, ist der Ausbau der Feldheere das entscheidende Moment geworden. Ein Feldzug gegen Israel wird in erster Linie auf dem Festland entschieden werden, selbst wenn die Herrschaft auf dem Lande von der Herrschaft in der Luft und auch zur See teilweise abhängt. Das Schicksal eines neuen Konflikts zwischen der VAR und Israel wird von dem Ausdenen ein grosser Teil in der Sinai-Wüste d. h. zum Angriff gegen Israel bereit, stationiert sind. Wenn die T. 54 Tanks die Spitze eines VAR-Angriffs gegen Israel darstellen würden, so verfügt Kairo aber noch über mehrere Hundert anderer Tanks, die zu einem Massenangriff eingesetzt werden könnten. Der Grossteil der VAR-Panzerkräfte besteht weiter aus dem früheren sowjetischen T. 34- Modell, denen Israel während des Sinai-Feldzugs ge- Die Schiffahrtsgesellschaft „ZIM”, zu deren Gründern der Keren Hajessod gehört, hat die Ausgabe von Obliga, tionen in Höhe von 12 Millionen IL beschlossen. Die Hälfte wird auf Namen ausgestellt sein, die andere aus Inhaberpapieren bestehen, 6 % Zinsen tragen und zwischen 1963 und 1979 eingelöst werden.Zu einer Hälfte werden sie an den Dollar, zur anderen an den Index der Lebenshaltungskosten' gebun. den sein. EXPORTARTIKEL Es wird erwogen, in Ramie die Erzeugung von christlichen Devotionalgegenständen | die für den Export bestimmt ¡sind, aufzunehmen. Die noti wendigen Mittel sollen von Geschäftsleuten zur Verfügung gestellt werden. Das neue Un. ternehmen könnte schon zu genüberstand, und gegen die , ,. . , sich die israelischen Tanks j 1R1SC eRT ausgezeichnet behauptet hatten. Von diesem Modell | dürfte die VAR mehrere . _ . . „ , . hundert haben. Weiter ver-; Bev5.1"n Vlerzi® Arbeiter beifügen die beiden Heere der sc a 1^en- ELEKTRISCHER STROM VAR über einige Dutzend Stalin 3 - Tanks (aus dem zweiten Weltkrieg), Sher- Der Kibbuz Kissufim im man- sowie auch Centurion- | westlichen Negew ist un- Tanks (nicht allzu moderne : längst an das elektrische Modelle), und eine grössere : Ueberlandnnetz angeschlos- Anzahl der modernen sowjesen worden. Drei Siedlungen tischen Tankzerstörer SU 100 j entlang der Grenze des Ga- Aber nicht nur die Anzahl zastreifens sind vor kurzem der ägyptischen und syri- 'elektrifiziert worden. Kisschen Tanks hat sich in besufkn war die dritte, sorgniserregender Weise ge. gang der infant’rie-Schlacht, oder noch mehr von dem : wurde von den Israelis der AUF DER MESSE VON CHIKAGO | Der israelische Pavillon auf der Messe von Chikago hat Aufträge im Gesamtb&. trag von 100.000 Dollar eri halten, die sich hauptsächlich auf folgende Waren beizogen: Kraftwagen, optische Artikel, Zündkerzen, Bonbons und-Andenken. mehrt, sondern auch die durch Anwendung sowjetischer Doktrinen eingetretene Aenderung in den Einsatzprinzipien dieser Waffen. Einem Durchbruch solcher Einheiten, entlang der ganzen etwaigen Frontlinie, ist natürlich äusserst schwer zu begegnen: und wenn eine solche Einheit die Verteidigungslinie durchbrochen hat, kann sie diese durch ihre Tätigkeit hinter der Linie Von dem Amr geprahlt hat, „aufrollen“ und äusserst ge- (tatsächlich zutreffend sind, fährliche Folgen mit sich bringen. Da Israel nicht in der Lage ist, den VAR-Panzereinheiten eine zahlenmässig gleiche Panzerkraft gegenüberzustellen (die beste Abwehr gegen den Tank bleibt nämlich der Tank), Ausgang der Panz-erotlensi. ve auf die israelischen Grenzen abhängig sein. Es nimmt deshalb nicht wunder, wenn gera?c -ul den Ausbau der Panzc.rwaLc in der VAR grösster Wert gelegt wurde. Gerade hier wurden von Kairo, durch Akzent auf die Förderung der Einheiten mit Antitank- Waffen gelegt. Imme^ln stellt die VAR- ’’ nzermacllt, wie sie in den letzten Jahren ausgebaut und ausgebildet wurde, eine ernste Gefährdung der israelischen Frontilinien im Uebergang zur sowjetischen , Konfliktfalle dar. Es ist Doktrine und durch intensiv.-tes Training, bedeutende Fortschritte erzielt. Pressemeldungen wussten zu berichten, dass die VAR in .. ., — besonders auf den Ausbau (den letzten Monaten neue der Panzerwaffe gelegt. Lieferungen von sowjetischen äusserst unwahrscheinlich, dass die Berichte über den Bau eines ägyptischen Tanks es sei denn, dass hier die Rede von einem gepanzerten Gelände - Wagen gewesen ist. Aber dass die VAR in den letzten drei Jahren bei dem Ausbau ihrer Militärmacht und ihrem Training gewaltige Fortschritte ge. macht hat, kann nicht bezweifelt werden. Und gegen wen sich diese Bemühungen richten, ist ebenfalls eine Frage, auf die die Antwort klar ist. Man soll die prahlerische Propaganda-Erklärungen Amrs nicht allzu ernst nehmen, sie aber gänz. lieh von der Hand zu weisen wäre eine Gefahr, die die erstesten Folgen für Israels Landessicherheit haben! könnte. i Registro de la Propiedad Intelectual No. 656.635. Impreso eu la Imprenta POLIGLOTA — Corrientes 3114