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Jüdische Wochenschau · 1960-10-04 · 1817 (4.10.1960) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1817 (4.10.1960)
Date
1960-10-04
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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- ''¿y.'? < O FRANQUEO PAGADO Concesión 908 TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 Año XXI. BUENOS AIRES, MARTES 4 DE OCTUBRE DE I960 No. 1817 EL EJEMPLAR« en toda la Republie» g - Buenos Aires PUF.YRREDON 2190 19 i*q. T. E. 83 . 2613 IS zeuoe Die Uebergabe für die Israel-Luftwaffe des ersten in Israel zusammengesetzten Düsenflugzeuges Fouga bedeutet einen grossen Schritt vorwärts für die israelische Flugzeugindustrie (früher Bedek genannt), eines der er. .. . » •••. Jahren waren es 1074. heute sind es 2139, und die Ausdeh. dehnung geht in rasendem Tempo vor sich. Oberflächlich gesehen scheint es, dass Reparaturen, I Verkauf, Zusammensetzung, Herstellung und Enlwickvon PHILIP GILLON Analyse stellt es sich indessen heraus, dass ein solches Unternehmen geradezu ideal für Israel ist. Lieferanten gedeckt, und man erwartet eine Steigerung. da Aluminiumbleche in naher Zukunft in Israel liiJill *>»ii * A i lili - i ■iss ' Der Hauptposten der isi hergestellt werden. Wenn raelischen Flugzeugindustrie die Arbeitskosten im Inland unter Berücksichtigung der Ausgaben für Transport nach Israel niedriger gehalten werden können als diejenigen der konkurrierenden Firmen in Europa und Amerika, so ist Israel in der Lage, eine grosse Industrie zu entwickeln, die auf technischer Fertigkeit basiert. EINZIG ZWISCHEN EUROPA UND JAPAN Diese Firma ist die einzige ihrer Art zwischen Europa und Japan; Israels strategische Position ermöglicht es der israelischen Flugzeugindustrie, Flugzeuge aus allen Teilen Europas, Afrikas und Asiens zu bedienen. Abgesehen von den Hauptkunden — der Luftwaffe, El Al, Arkia — steht die Firma allen fremden Fluglinien, die Ludd anfiiegen, zur Verfügung und hat Kunden selbst Bedek begann mit etwa 50 ausländischen Experten. Die Firma scnlägt Kapital aus einem anderen unsichtbaren Plus, das Israel aufweist, nämlich aus der Anwesenheit einer Anzahl von trainierten, energischen und ausgebildeten Fachleuten aus allen Ländern. Einwanderung wird oft als Last empfunden; in Wirklichkeit bedeutet sie eine natürliche Kraftquelle. Die Ingenieure und die anderen, welche die Firma zum heutigen grossen Erfolg führten, kamen von den Luftwaffen und Flugzeugindustrien der USA, Südafrikas, Englands, Indiens, der Tschechoslowakei und anderer zentral- und osteuropäischer Staaten. Die. se Gruppe gelangte zu Bedek über die Hagana und die Israel-Luftwaffe; sie bildet noch heute den Kern der Leitung. Heute sind keine „fremden Experten” mehr in den Gehaltslisten zu finden. Ein Strom von fähigem, intelligentem und geschultem Personal kommt vom Technikum, den Berufsschulen, den exportiert |lung in eine Kontrollstelle ifiir die Qualität umgewanjdelt. Die modernste Ausrüjstung wurde installiert, und ,das Ueberprüfungssystem ist ,so vollendet wie möglich, I Die neue Abteilung für Zusammensetzung von Fouga - Düsenflugzeugen für I Tiaining wurde vor zwei 1 Jahren nach Erhalt einef Lizenz von Europa, das Flugzeug ausserhalb Europas und des französischen Territori. ums zu verkaufen, in Betrieb genommen. Dies ist das erste Flugzeug, das aus einer israelischen Werkstatt stammt. Ausser Maschinen und Instrumenten sind alle Teile sraelischer Fabrikation EHRGEIZIGE PLAENE; Noch ehrgeiziger ist der Plan, ein hier entworfenes Doppeldiisen - Passagierflug, zeug zu verkaufen. Dieser; als B-101 bekannte Apparat hat einen Aktionsradius von . 1.400 Meilen und ist in er- , ster Linie für den amerikanischen Markt geplant. Die Grossfabrikanten von Flug.' Die Anlage der istaeUsche'.i Flugzeug-Fabrik (Bedek) in Ludd, in der das erste israelische Duesenflugzevg zusammengesetzt wurde. folgreichsten Unternehmen des Landes. In sechs Jahren (st Bedek einer der grössten Arbeitgeber geworden. Die Firma wurde 1954 mit 70 Angestellten eröffnet, vor zwei l lung von Flugzeugen schwer- | lieh ein angemessenes Wag- : nis für ein kleines Land mit beschränktem Rohmaterial! und geringer industrieller I Erfahrung sind. Bei näherer j beim Verkauf ist die Arbeit;! 75 Prozent seiner Produk- . tionskost.en sind Arbeit und j nur 25 Prozent Material. Von i diesem werden 10 Prozent I durch im Laude befindliche -) Gefahren der Unkenntnis Vor mir sitzt ein Lehrer aus einer grösseren Stadt im Lande Nordrhein-Westfalen. Er ist an einer deutschen Mittelschule tätig und nicht allzu optimistisch, was die bundesdeutsche Zukunft angeht. Wirklich nicht. Er berichtet mir: „In der Obertertia stellte im Geschichtsunterricht jüngt ein Kollege das folgende Aufsatzthema: „Was wisst Ihr vom Dritten Reich und seinen Handlungen?” Sie wussten erschreckend wenig und was sie wussten, bewies, dass man die jungen Menschen in höchst gefährlicher und einseitiger Weise informiert hatte! Von 54 Befragten kannten 31 nichts anderes als die „Autobahnen, die dem Verkehr einen unerhörten Aufschwung gege. ben haben” und „um deren grosszügige tmd ideenreiche Anlage uns die ganze Welt beneidet.” Einer schrieb: „Adolf Hitler war ein etwas gewalttätiger und willkürlicher Herrscher, was manche Ungelegenheiten auslüsV; und sich besonders in der Lösung der Juaenfi age durch Mittel auswirkte, die man als Deutscher nicht billigen kann. Aber er hatte auch seine sehr positiven SUten. So beseitigte er die Arbeitslosigkeit sorgte für Zucht und Ordnung in den Strassen und stellte das deutsche Ansehen in der Welt wieder hc-i. L erlag später einer Weltkoalition, che zuletzt nicht das Syrern Hitler, sondern vor allem die Muchientu icklung des deutschen Volkes breei cn wollte...” Soviel gioteske und böswillige Verzerrtug sus der Feder eines halben Kindes pcigl ir-n erschreckender Deutlichkeit, wieviel noch an dieser Jugend gesündigt wird n;d v.'if die Vergiitungskampagne noch immer ri veilem G nge ist. Nur einer der 5t hfragten hatuek.o klare saubere und w.u«iU..v.: täP 1 •'; Meinung über das Pro. feiern. Das war nur zu verständlich, ec war der Verwandte eines der Ermordeten vom 20. Juli. „Das Dritte Reich”, schrieb er in seinem Aufsatz, „war etne Diktatur in der das Menschenleben und die menschliche Würde nichts galten. Die barbarische Verfolgung, der die Juden unter Hitler ausgesetzt waren, ist eines Kulturvolkes unwürdig gewesen und war eine Schande für uns alle.” Wer trägt die Schuld an dieser fürchterlichen Unkenntnis der Fakten, in der v die neranwachsende deutsche Jugend mit System gehalten wird? Mein Gewährsmann ist formell — das ist vor allem das Elternhaus, das hier mit gezinkten pädagogischen Karten spielt. „Was wollen Sie”, meinte er bekümmert, „der Einfluss der Schule kann den des Elternhauses nicht ersetzen. Dass es Lehrer gibt, die die Verschwörung des Schweigens mitmachen oder, was weit schlimmer ist, in versteckter, heimtückischer Weise Sympathien für die braunen Verderber zu erwecken versuchen, ist zwei, fellos eine traurige Tatsache. Aber das ist eine kleine, unbedeutende Minderheit. Die Mehrzahl meiner Kollegen sucht sich in anständiger Weise mit dem Phänomen auseinanderzusetzen und den jungen Menschen. mit einer gewissen Diskretion, gewiss. ein Bild dieser Jahre des Grauens zu vermitteln. Doch es bleibt der überragende Einfluss des Elternhauses Die ehemaligen Block warte. Vertrauensleute und SS- Männer wollen sich vor sich selbst rechtfertigen. indem sie vor ihrer. Kindern in eigener Sache für die 1000 Jahre plädieren. In diesem verzweifelten Versuch, sich selbst rein zu waschc-r, Hegt eben die Gefahr. dass eine unsemuriige und zwangsläufig urir.formierte i gend von neuem vergiftet wird.” KURT KAISER-BLUETH Der Testpilot des Fouga-Flugzeuges, Hugo Menor, kontrolliert den Apparat vor dem Probeflug. in hochentwickelten europäischen Ländern. Sie hat gerade einen zweiten Dakota — vollkommen überholt — nach Cambodia geliefert. In den letzten drei Jahren hat die Fabrik nur durch Reparaturen urd Ueberholen für auswärtige Firmen riesige Summen verdient. Die Gesellschaft arbeitet an 14 verschiedenen Modellen von Prope'ler-Flugzeugen tmd 12 Typen von Düsenflugzeugen, was eine beachtliche technische Leistung darstellt. Gegenwärtig sind die Prei. se für Kunden etwas niedriger als in Europa und sehr viel niedriger als in Amerika. Al Schwimmer, der leitende Direktor, bemerkt, dass dies ohne Subsidien, weder offene noch versteck, te. erreient worden ist. Die Löhne werden von der ITistadrut und der Regierung bestimmt. Kursen des Arbeitsminisieri. ums, der Luftwaffe und den Ausbildungskursen der Firma. HOHE QUALITAET Letztlich hängt der Test, ob eine solche Firma ihre „Kunden behält, nicht vom Preis sondern von der Qualität ab. Der erreichte Standard ist sehr hoch und hält mit internationalen Anforderungen Schritt. Wäre dies In'• ht äet Fall, hätte Bedek i: .uirlich von der amerika- I ruschen Regierung und anderen Körperschaften nicht die Lizenz bekommen, die ¡strikt? Forderungen ein. | schliesst. Um amerikanischen Verordnungen für Hersteller von Flugzeugen nachkommen zu können, wurde die frühere Inspektions-Abtei- ■ zeugen in USA geben sich ¡nicht damit ab, so kleine; Düsenflugzeuge dieses Modells herzustellen. Die Flugj zeugindustrie Israels hat ein Jahr daran gearbeitet und gerade eine Maschine vollendet. Wenn alles programrru ' gemäss geht. wird, die Fa. brik in Ludd ab 1963 bereits 60 Apparate erzeugen.; Herr Schwimmer weist ¡darauf hin, dass die Firma nicht mit Verlust arbeitet, aber auch „nicht beabsichtigt, Profite zu machen.” Zukünftige Pläne sehen eine Ausdehnung der Arbeitskräfte bis auf 5.000 in weni- | gen Jahren vor. Es handelt [sich um ein gigantisches [unternehmen für ein so- ‘kleines Land, das mit der- I artigen Schwierigkeiten tu kämpfen hatte wie Israel. Registro de la Propiedad Intelectual No 656 035 Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Corrientes ”31M yj

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