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Jüdische Wochenschau · 1960-10-04 · 1817 (4.10.1960) · p. Seite 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1817 (4.10.1960)
Date
1960-10-04
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German, Spanish
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fr und KUNST ^¡¡ukkot-Fesies mm fei:i§!ums „ , 6i' Si»ll «*Är 8a> 2li et*». ÄUsdentmi-f ",ße”^ MkfciS;nd^a4 »ic*i aes fuia» ¡nj Lm,t^k Illhen der Be. ■* erklären «t emutswert, <js ^lehnet, bejj ,ert°ren geSan. ann der Xe® iendigkeit nicht sm Schluiiiffla en? re Gererat:en ehr, dass vcm rbstsüsses, rar.! Aroma aas Juden in Eu. sir den Fest, fand nahmen, s Südens mit ’’eben, die At. mosphäre des Heiligen Landes, irgendwie vor die Seele t?at, dass sich einst dort drüben d’e Kinder auf die erste Bracha freuten, dass man den Feststrauss stolz, unverpackt, durch die Strassen grosser Städte trug, und dass es damals ausserordentlich selten vorkam. dass sieh ein Nichtjude, dem man begegnete, über diesen merkwürdigen Pflanzenzweig belustigte. Und weshalb sollte der Feststrauss in unseren Synagogen nicht wiederum eine starke Anziehungskraft auf jung und alt ausiiben? Freilich dann nicht, wenn, wie es bei uns im allgemeinen geschieht, das Publikum zusehen muss, wie nur Rabbiner und Kantor sowie ein oder zwei Gemeindevorsteher den Feststrauss tragen; dies ist ein Anblick, der ein von hoher Würde umgebe, rtes Symbol geradezu lächerlich macht. Wer einmal in der „Aiten Synagoge” zu Berlin, >,i der „Friedberger Anlage' zu Frankfurt oder ip der Seitenstetten gasse” zu Wien erlebt hat, wie ein ganzer Palmenwald durchs Gotteshaus wandelte, dem wird dies unvergesslich in die Seele geprägt -sein. Da fühlte man so etwas wie das Offenbarwerden der Schechina, eine Wiedergeburt uralter religiöser Kräfte. Nein, die Symbole des Sukkotfestes sind nicht tot; wir müssen sie nur wieder lebendig werden lassen. Nicht sie benötigen uns. sondern wir sie. Nur im Reichtum von Empfindungen wird echte Religiosität geboren, die uns not tun. um in unsere stimmungslose Zeit eine echte Stimmung zu tragen. Unsere Gemeinden bringen gewaltige Mittel auf zur Verschönerung der Synagogen; vielleicht findet sich ein grosszügig denkender Jude, der im nächsten Jahre jedem Gottesdienstbesucher den Feststrauss gratis zur Verfügung stellt. Im darauffolgenden Jahre wäre diese Geste unnötig; fein jeder brächte das Opfer, sich Lulaw und Essrog, den traditionellen Feststrauss, anzuschaffen. Curt Wilk M BUENOS AIRES I TTE" gent liess das Orchester nur zwischen piano und mezzoforte spielen, sodass bei den wenigen wirklichen forte- Stellen der unsterblichen Partitur ihre Kontraste offenbar wurden, die Leitner noch mit vorbildlicher Hand, habung der Tempi unterstützte. Selbst die Secco-Rezitative am Flügel begleitend machte er den Vokalisten ihre Arbeit leicht und gab uns ein neues Musterbeispiel guten musikalischen Geschmacks. Die nordamerikanische Mezzosopranistin Grace Hoffmann als „Dorabella \ die wir jüngst in Mahlers „Lied von der Erde” schätzen lernten? überraschte uns auch diesmal mit ihrer wundervoll ausgeglichenen, keine Schwierigkeiten kennenden Stimme und ihrem gelösten, anmutigen Spiel. An ihrer Seite hatte die argentinische Sopranistin Nilda Hofmann (“Fiordiligi”) keinen leienten Stand. Nichtsdestoweniger waren ihr Gesang und ihre Darstellung ganz hervorragend, und nicht wenig vom freigebigen Applaus der Premiere kann sie auf ihi Konto schreiben. Die „Despina“ lag bei der immer charmanten Olga Chelavipe musikalisch und schauspielerisch in besten Händen. Der wohl zur Zeit berühmteste Mozart _ Tenor Leopold Sinronaeu, an dessen prachtvollen „Don Octavio“ (Don Giovanni) vor vier Marken « .. mit platten num- ,C.oi eTTE B°CEM (plancha*) _ VOLL 1 «ni LE AöSCABEN - ERSTE SERIE ’SeüP'GE BERATUNG J' (jtfjnacache 2351, dep. 2 MV. CABILDO ^^giitWwiiiuiijuiu Jahren wir uns noch bestens erinnern, gab uns in der Rolle des „Ferrando“ eine neue Lektion, mit welcher Leichtigkeit die Partie gesungen werden muss und wie ungeheuer schwer eben diese Le:chtigkeit zu erreichen ist. Seine Arie “Un’ aura amorcsa del nostro tesoro“ war ein Exempel hierfür. Neu für uns ist der Bariton Eberhard Wächter, dessen vohltönende Stimme und natürliche szenische Bewegung sofort die Sympathien des Auditoriums gewannen. „Last not least \ der argantmisch-jüdische Bariton Carlos Feiler in der Schlüsselrolle des Don Alfonso. der leider stimmlich ein wenig indisponiert erschien, aber nichtsdestoweniger eine ganz hervorragende Gesamtleistung gab. Feiler, der die Rolle früher als Colon-Mitglied sang, ist inzwischen an vielen grossen europäisc en Opernhäusern ein gerngesehener Gest geworden und verlässt uns leider bereits wieder, um seine Tät'gkeit in Uebersee wieder aufzunehmen. Die Regie Tito Capob'ancos fügtz sich ganz und gar dem mozartischen Stil; er liess die von ihm zusammen mit José Varona entworfene reizend stilisierten Bühnenbilder (Varona war auch für die entzückenden Kostüme verantwortlich) auf die Drehbühne montieren, sodass zwischen Arie und Rezitativ keinerlei störende Pausen eintreten, und die Oper in ihrer ursprünglichen Fassung über die Bretter gehen konnte. Capobianco hatte viele reizende Einfälle, die die Handlung auflockerten und sie beschwingten. Der nur kurz in Erscheinung tretende Colön-Chor war, wie nicht, anders zu erwarten, von Tullio Boni glänzend vorbereitet worden. Die Aufführung erreichte dank Leitners und der Leistung aller seiner Mitarbeiter ein hohes Niveau. Das Publikum gab seiner Dankbarkeit hierüber durch sehr langen, herzlichen Beifall Ausdruck. c-n Robert St. John: Ben Gurion, La Biografía de un Hombre extraordinario, Editorial Candelabro, Buenos Aires i960. — Ein Schriftsteller von besonderen Gaben und grosser Vorbereitung, bekannt durch zahlreiche andere Bücher, Robert St John, hat sich mit ausseroraentlichem Fleiss und grosser Zuneigung der Erforschung des Lebens eines Mannes gewidmet, der wie kaum ein zweiter, den Versuch gemacht hat, sein Leben und Denken in Harmonie zu setzen: David Ben Gurion. Die einzelnen Phasen der Entwicklung des zionistischen Politikers zum israelischen Staatsmann werden mit vielen interessanten Einzelheiten dargestellt, so dass mal mitunter den Eindruck gi win.it, einen pakkenden Roman, nicht aber eine Le lensgeschichte zu lesen und mitzuerleben. Für uns sei noch auf eine bemerkenswerte Note hingewiesen. Dieses Werk, das Candelaorc herausgebracht hat, w.ir eines der letzten, die der verstorbene und allgemein geschätzte Dirhoor und Gründer des Verlages, Dr. Aoraham Micas, an, selbst ausgewählt und bearbeitet nat. In diesem Sinne darf min es auch als Krönung einer Lebensarbeit bezeichnen, d e von dem ergebenen Verfecnter der Freu heitsidee seines Volkes, Dr. A. Mibashan, mit einem solchen verlegerischen Werk ersten Ranges abgeschlossen worden ist. — (h. s.) Jakob Glaistein: A la llegada de IASH, Editorial Candelabro, Buenos Aires, I960. — Candelabro übergibt dem spanisci»sprechen-ien Publikum den Roman „A la llegada de IASH", den man auch ein grosses Poem nennen könnte. Mit diesem Roman fiinrt der berühmte Dichter unserer Tage zurück in frühere Zeiten, deren traurig-düsteres und doch heiteres Bild er glänzend zu schildern vermag. Es ist ein Roman, dessen Lektüre durch die einleitenden und einführenden Worte erleichtert wird, die Prof. Schallmann im Aufträge des Verlages geschrieben hat. Boieslao Lewin: Los Judíos bajo la inquisición en Hispanoamérica, Editorial Dédalo, Buenos Aires. 1960. Boleslao Lewin, anerkannte Autorität auf dem Gebiet der jüdischen Frühgeschichte in den lateinamerikanischen Ländern, hat ein neues und instruktives Werk über die Juden in der Zeit der Inquisition in Hispanoamérica vorgelegt, das dem Präsidenten Israels, Prof. Jizchak Ben Zwi, gewidmet ist. Die Darstellung ist knapp und meisterhaft. In nur ca. 14o Seiten zeichnet Lewin das Schicksal der Marranen in den von den Spaniern besetzten Ländern Amerikas, entwirft er ein Bild einer gewaltigen menschlichen Tragödie und einer furchtbaren Verirrung, die zu den traurigsten Kapiteln der Geschichte des Abendlandes gehört. Wir stehen vor einer von grosser Sachkenntnis getragenen Arbeit, die mit wissenschaftlichem Eifer und Verantwortlichkeit geschrieben ist, die aber doch leicht verstäivllich bleibt und keL neswegs r.ur für Fachleute verfasst wurde. Uns alle, die wir in diesen Ländern leben, dürfte das Schicksal der Ju¬ ClnlH® jßitetAtiich* A/oihan •\ /-3 w»» .Qr>H*inphvisd'0]l” ~ f den oder „Scheinchristen’ in der Kolonialepoche interessieren. Lewin verfolgt nicht nur historische Prozesse. er zeigt das literarische Denken und die religiösen Ueberzeugurgen, die Glaubensvorstc llungen der Verfolgten. ihre Leiden und ihre Hoffnungen. So führt er uns in eine versunkene Welt zurück, die uns in vielem doch nanesteht, weil die bewegenden Kräfte und Leidenschaften geblieben sind, wenn sie sich auch heute in arideren Formen präsentieren. Das Buch ist vor allem der studierender. Jugend zu emp. fehlen, die verstehen soll, dass G'auben und Glaubenstreue erstrebenswerte und schöpferische Ideale waren und blieben. — (h. s.) Vom Bildfunk Peter Kortner, der Sohn von Fr.tz Kortner, produziert in USA Televisionsspiele für die Columbia Broadcasting Society. KZ-Ausstellung In den Räumen des ehemaligen Krematoriums von Dachau wurde ein Museum mit Dokumenten und Bildern aus dem Leben und Sterben dieses Konzentrationslagers eröffnet. Das Museum will nur die Wahrheit darstellen, nichts soll verborgen, verheimlicht oder versteckt werden, damit Gleiches nicht wieder geschehe. Die Ausstellung wurde vom Internationalen Dachau - Comité zusammen mit den bayerischen Behörden und der KZ.Priestergemeinschaft zusammengestellt. Am Platze solL v. m Kuratorium für die Errichtung einer Dachau - Gedenkstätte das noch verw ahrloste Lagerareal zu e.ner Gedenkstätte umgewandelt werden. Teatro Colón Comunicado: Las persona» que adquirieron localidades para la fun«6n Extraordinaria No. 52, que debia realizarse el jueves 29. con la actuación del ‘‘Ballet Nacional Chileno”, y que fuera suspendida, podrán canjear las mismas por su importe en la Boletería del Teatro, dentro del horario habitual. PUBLIKATIONEN DES LEO BAECK INSTITUTES Soeben erschienen: VEROEFFENT:.ICHUNG DES LEO BAECK INSTITUTES Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart tl9J9> 3 E L M A STERN JOSEL VON ROSHEIM BEFEHLSHABER DER JUDENSCHAFT (M HEILIGEN ROEMISCHEN REICH DEUTSCHER RATION Die Geschichte des klugen und mutigen Führer» und Anwalts Tröster» und H«lferv der deutschen JudenbeR ir ihrem Kampf um Recht uno Freiheit feget, Kirche. Kaiser und Volksabei glaube» zu Beginn der Neuzeit. <288 Setten) VEROEFFENTLICHUNGEN DES LEO BAECK INSTITUTES J. C. B. MOHR 'PAUL SIEBECK» TU EBINGEN LEO BAECK AUS DREI JAHRTAUSENDEN Wissenschaftlich1 Untersuchungen und Abhandlungen zur Geschichte des jüdischen Glaubens MIT EINER EINFU EHRUNG VON HA WS LIEBESCHUETZ in deutscher Sprache SCHRIFTENREIHE WISSENSCHAFTLICHER ABHANDLUNGEN DES LEO BAECK INSTITUTES i. C. B. MOHR (PAUL SIEBECK) TU EBINGEN 1 S. ADLER-RUDEL OSTJUDEN IN DEUTSCHLAND 1880 — 1940 ZUGLEICH EINE GESCHICHTE DER ORGANISATIONEN. DIE SIE BETREU¬ TEN. MIT EINEM GELEITWORT VON SIEGFRIED MOSES Eine matenalreicbe sozialpolitische Studie über das Wanaerschicksai eine; jüdischen Gruppe im Schatten des Antisemitismus una zweier Weltkriege. 1 ERNST SIMON AUFBAU IM UNTERGANG JUEDISCHk ERWACHSENENBILDUNG IM NATIONALSOZIALISTISCHEN DEUTSCHLAND ALS GEISTIGER WIDERSTAND Eine Darstellung des einzigartigen Kampfes dei deutsenen Juden uno Selbstbehauptung durch die Macht der Bildung angesictrs der drohenden Vernichtung durch physische Gewalt. 3 MARGARETE SUSMAN Die geistige Gestalt Georg Simmels Eine Würdigung und Deutung des allzu wenig bekannten Gedankenguts des Metaphysikers. Geschichtsphilosophen und Soziologen — zugleich ein Denkmal der greisen Schülerin und Freundin für Simmel WERDE AUCH DU MITGLIED des Leo Baeck-Instituts Anmeldungen im Büro der JUEDISCHEN WOCHENSCHAU Pueyrredón 2190, 1* izq. (83-2613) '

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