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Jüdische Wochenschau · 1960-10-04 · 1817 (4.10.1960) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1817 (4.10.1960)
Date
1960-10-04
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German, Spanish
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PUEYRREDON 2190 — 1’ isq. J&Jkwxutayslaeiiía T. E. 8? - 2 6 1 3 Año XXI. BUENOS AIRES. MARTES 4 DE OCTUBRE DE 1960 No. 1817 Eine Mahnung zum Frieden Vereinte Nationen. — Israels A.issenmir.ister, Frau Golda Meir, hatte eine Unterredung mit Staatssekretär Christian Herter, sowohl über die Beziehungen zwischen USA und Israel wie auch über die arabisch-israelischen Probleme. Man glaubt, dass auch die gegen Israel gerichteten Angriffe in der vom Präsidenten der VAR, Nasser, vor der Generalversammlung gehaltenen Rede zur Sprache gelangten. Eine ähnliche Aussprache hatte Frau Meir mit Lord Home, dem neuen Aussenminister Englands. Verschiedene Delegierte lateinamerikanischer, asiatischer und afrikanischer Staaten gaben der Ansicht Ausdruck, dass Nassers Rede und seine Unterhaltungen, die er am Wochenende in New York mit hochgestellten Staatsmännern aus aller Welt hatte, in Wirklichkeit die israeiischen Beziehungen mit dem Westen und den Führern des sogenannten „neutralistischen” Blocks gestärkt haben, wie z. B. mit Ghana und Indien. Statt günstig auf Nassers Forderung zu reagieren, das Rad der Geschichte zu den der Balfour-Deklaration vorangegangenen Tagen zurück, zudrehen und die Existenz Israels auszulöschen, neigen die Diplomaten dieser Länder vielmehr zu der positiveren Hoffnung, dass es auf irgendeine Weise möglich sein müsse, die arabischen Politiker nicht nur dazu zu bringen, Israel als eine Realität anzuerkennen, sondern sie gleichzeitig zu überzeugen, dass der Augenblick gekommen ist, die arabisch-israelischei Waffenstillstands- Verträge in Verhandlungen über den Frieden umzuwandeln. MAHNUNG AN DIE ARABER Vereinte Nationen. — Ein Aufruf an die arabischen Staaten und Israel, ihre Waffenstillstands . Abkommen in Friedens-Verhandlungen umzusetzen, erging in der Generalversammlung aus dem Munde des künftigen Präsidenten Uruguays, Senator Eduardo Victor Haedo. Seine Intervention zugunsten des Friedens im WIE ICH ES SEHE Die Welt, in der wir leben! von JEHUDA GOTTHEIMER Der Verlauf der diesjährigen UN-Versammlung hält die ganze Welt in atemloser Spannung. Schon der Aufmarsch der bedeutendsten Staatsmänner unserer Zeit gibt dieser internationalen Konferenz eine einzigartige Note. Es war von Anfang an klar, dass die Russen und mit ihnen der gesamte Ostblock diese Tagung in eine Gipfelkonferenz ihrer eigenen Prägung verwandeln wollten, nachdem durch das brüske Eingreifen Krutschews die Pariser Begegnung der Grossen gescheitert war, bevor die Besprechungen überhaupt begonnen hatten. Ohne Zweifel ist es Krutschew gelungen, zur zentralen Gestalt dieser UN- Versammlung zu werden, zumal er mit ultimativen Forderungen auftrat, deren Disput zu einem Auseinanderfallen der Vereinten Nationen führen kann. Somit stehen die UN heute vor einer neuen Bewährungsprobe, die für den weiteren Ablauf aller Geschehnisse zu einer transzenden. talen Bedeutsamkeit werden kann. Auch der erste Völkerbund in Genf wurde zu wiederholten Malen von Diktaturstaaten mit derartigen Forderungen torpediert, bis er zu einer völligen Bedeutungslosigkeit herabgesunken war und keine Möglicheit mehr hatte, überhaupt eigene Schritte zu unternehmen. Der Ausbruch des Weltkrieges durch die nazistischen Provokationen und den böswilligen Ueberfall auf Polen vollzog sich dann, ohne dass der Völkerbund die geringste Chance hatte, auch nur ein mahnendes Wort an die Nationen zu richten, sie zur Besinnung zu rufen oder durch irgendeinen politischen Schritt das Unheil aufzuhalten. Ohne Zweifel ist die Lage heute eine andere. Die UN sind im Laufe der etwa 15 Jahre ihrer Existenz zu einem Faktor geworden, der an Bedeutung und Wirkung den alten Genfer Völkerbund bei weitem übertrifft. Den UN ist es gelungen, eine internationale Autorität zu schaffen, die nicht einfach übergangen werden kann, deren Einschreiten in verschiedenen kritischen Situationen einen Weg zur Befriedung und zum Ausgleich gefunden hat, und auf den jede Macht heute eine Negative Antwort vom Osten Jerusalem. — Israel hat praktisch keine Antwort von den verschiedenen osteuropäischen Ländern erhalten. die es ersucht hatte. Beweise für die von Adolf Eichmann in diesen Ländern begangenen Kriegsverbrechen zur Verfügung zu stellen, wie jetzt hier enthüllt wurde. Vor über zwei Monaten wandte sich Israel an alle die Länder, in denen Eichmann die Ausrottung der europäischen Judenheit betrieb, v,m von ihnen Material für die Vorbereitung des Prozesses zu erhalten. Das einzige Land, das eine positive Antwort erteilte, war Jugoslawien, das Unterlagen zu senden versprach. Nach versehiedenlliohen Anfragen antwortete ein kommunistisches Land, es besässe kein auf Eichmann bezügliches Material. Diese negative Auskunft steht, wie bemerkt wird, im Gegensatz zu den zahlreichen Artikeln und Erklärungen in der Presse des Sowjetblocks. die zur Zeit der Festnahme Eichmanns im vergangenen Mai triumphierend über nieses Ereignis berichtete und für eine' strenge Bestrafung eintrat. (ITA) gewisse Rücksicht nehmen muss. Vielleicht ist es gerad-e dieser Umstand, der die Reaktion Krutschews ausgfilöst hat. Jetzt ist es noch an der Zeit, die UN durch Forderungen in ihrer Aktionsfähigkeit lahmzulegen, die für die westlichen Mächte nicht annehmbar sind. Sollte sich aber der Prozess der Erstarkung der UN zu einer selbständigen politischen Kraft weiterentwikkeln, könnte es für die Machtpolitik der Sowjets zu spät sein, um durch ihre Manöver diese internationale Autorität zu zerstören. Vielleicht ist der Zeitpunkt gar nicht so fern, wo selbst das Verlassen dieser Völkergemeinschaft durch die Russen 1 und ihre Satelliten ihren Bestand nicht mehr gefährden könnte. Alle beteiligten Grossmächte wissen, dass ein neuer Krieg den Untergang aller bestehenden Kräfte bedeuten muss. Es kann sich keiner der Illusion eines Ueberlebens hingeben. Niemand darf annehmen, dass er besser gerüstet als sein Gegner in einen solchen Kampf gehen würde, der nicht nur über Tod und Leben der kriegführenden Teile, sondern der ganzen Menschheit entscheiden muss. Schon längst sind die Zeiten vorbei, wo es darauf ankam, wer über grössere und besser vorbereitete Armeen verfügt. Die "Wirkung einer einzigen Bombe kann einen universellen Charakter haben, da ihre zerstörende Wirkung nicnt auf einen Punkt der Erde konzentriert bleibt, sondern durch alle möglichen, insbesondere atmosphärische Faktoren, bis in die äussersten Winkel reichen könnte. Mit persönlichem Einsatz, mit Mut, mit soldatischer Ausbildung und wie man alle sonstigen ..Tugenden’ bezeichnet, mit 'denen man das verdaml mungswiirdige Kriegshand- | werk stets zu glorifizieren! versucht, dürfte das, was die ‘Menschheit bei der nächsten ¡'Mittelosten wird von vielen lateinamerikanischen Delegationsführern, im besonderen vom Aussenminister Guatemalas, Jesus Murillo, und dem paraguayischen Aussenminister, Dr. Raul Sapena Pastor, unterstützt. Dr. Haedo verwies auf die verschiedenen ernsten Fragen, der sich die Welt heute gegenüber sieht, und erklärte vor der Versammlung: „Wie verwickelt und ernst die Lage auch sein mag, so dürfen wir doch nicht über Ereignisse hinwegsehen, die als Beweis von Heldentum und glücklichen Aussichten : für die Zukunft der Mensch, ¡heit sich in.der Schaffung des Staates Israel kundgetan haben. Darum müssen wir von dieser Tribüne aus an die Vertreter Israels und der I arabischen Staaten appellieren und ihnen sagen, wie tief unser Wunsch nach Frieden zwischen den beiden Völkern ist. Der Frieden muss nicht nur im Mittelosten herrschen, sondern sei. ne Heroeiführung in der ganzen Welt ist unsere Aufgabe, denn Frieden ist die Sehnsucht der Menschheit.” (ITA) Israel Apoya a la Agencia Judía Jerusalem. — La cancillería israelí envió una circular a sus representantes en el exterior para que extendieran plena ayuda a las federaciones sionistas y representantes de la Agencia Judía en los países de las misiones. La acción es consecuencia de la reciente sesión del gabinete de cumplimentar las disposiciones de la carta de cooperación de 1954 entre el gobierno israelí y la Agencia Judía para Israel y de las declaraciones conjuntas de mayo pasado en Tel Aviv. En esa declaración el gobierno se compromete a apoya.- los esfuerzos del movimiento sionista de unir al pueblo judío tras el Estado Judío para expandir los estudios hebreos y judaicos entre la juventud ’udía, fortalecer los lazos personales con Israel y fomentar la colonización en Israel. Otra disposición preve la inclusión de un observador de la Agencia Judía para Israel en la delegación israelí ante las Naciones Unidas. SCHLOMO S. TANGER Israel und die Jewish Agency Jerusalem. — Das israelische Aussen.ministerium richtete ein Rundschreiben an seine Repräsentanten im Ausland mit der Aufforderung, den zionistischen Föderationen und Vertretern der Jewish Agency in den Ländern der Betätigung der Missionen volle Unterstützung angedeihen zu lassen. Dies Vorgehen ist die Folge der .etzten Kabinettssitzung, bei der beschlossen wurde, die Bestimmungen der Charter vom Jahre 1954 über Zusammenarbeit zwischen der israelischen Regierung und der Jewish Agency für Israel und die gemeinsamen, im vergangenen Mai in Tel Aviv abgegebenen Erklärungen zu erfüllen. In dieser Erklärung verpflichtet sich die Regierung, die Bestrebungen der zionist.schen Bewegung zur Einigung des jüdischen Volkes hinter dem jüdischen Staat zu unterstützen, um die hebräischen und jüdischen Studien unter der jüdischen Jugend auszudehnen, die persönlichen Bande mit Israel zu stärken und die Kolonisation in Israel zu fördern. Eine andere Disposition sieht den Einschluss eines Beobachters der Jewish Agency für Israel in die israelische Delegation vor den Vereinten Nationen vor. SCHI.OMO S. TANGER kriegerischen Auseinandersetzung erwartet, nichts mehr zu tun haben. Da alle dies wissen und die vernichtenden Folgen eines solchen Kampfes ken. nen, müsste man annehmen, dass die Möglichkeit eines bewaffneten Konfliktes von vorneherein ausgeschlossen ist. Aber eine Garantie hierfür gibt es nicht. Bereits vor dem letzten Weltkrieg mussten alle Beteiligten damit rechnen, dass nur Zerstörung und Vernichtung das Ende sein könnte.; Dennoch waren die nazistischen Gewalthaber von der Wahnidee befallen, sie würden die Erde unterwerfen, i ohne dass ein „feindliches Flugzeug in den deutschen Luftraum” eindrlngen würde. Zertrümmerte Städte und vernichtete Felder waren die Bilanz, die man beim Zusammenbruch des Dritten Reiches machen musste. Zu Tausenden sind fremde Flugzeuge in feindliche Lufträume eingedrungen, obwohl es doch gegen ein Flugzeug noch Abwehrwaffen gegeben hat. Gegen die Atom- und Wasserstoffbomben oder gegen noch modernere Vernichtungswaffen aber gibt es keinen Schutz. Die von den Menschen entfesselten Elemente und Gewalten wer. den die Menschheit auslöschen. Und dennoch spielen gerade die Mächtigsten unter den Völkern immer wieder wie der Möglicheit, mit Gewalt gegeneinander zur letz, ten Runde anzutreten. Kiulschew hat mit der ihm eigenen Wucht und den an ihm gewohnten Drohungen die Aufnahme des Roten China in die UN verlangt. Gewiss kann man auch als unbedingter Anhänger des Westens der Meinung sein, dass diese Forderung nicht als völlig unberechtigt angesehen werden darf. Aus die. sem Grunde dürfte die Lage vieler kleinerer Völker, die! dem Westblock angehören oder offen mit ihm sympathisieren,, nicht leicht sein. Gewiss sind die Roten Chinesen in ihren politischen Anschauungen und Bestrebungen als äusserst gefährlich anzusehen, zumal sie in ihren kommunistischen Vorstellungen noch über die von den Russen verfolgten Ziele hinausgeben. Das ändert jedoch nichts daran, dass Rotchina das grösste Volk der Erde repräsentiert. In einer Zeit, wo die jüngsten Kleinstaaten — reihenweise sozusagen — in die UN aufgenommen werden, und — völlig mit Recht — selbst Nationen mit kleiner Bevöikerungszahl das gleiche Recht der Mitgliedschaft geniessen, ist es schwer, dieses Land mit seinem riesenhaften Menschenpotential nicht zur Versammlung der Völker zuzulassen. Der amerikanische Standpunkt, dass die Regierung in Peking mit Gewalt die Herrschaft über China an sich gerissen habe, lässt sich nicht aufrecht erhalten. Eine Reihe anderer Ländern, die diktatorial beherrscht werden, sind Mitglieder der i UN oder haben die Möglichkeit, dort mit inrem Sprecher aufzutreten. Man braucht nur an Spanien zu denken, dessen Aussenminister in dieser Vollversammlung zu Wort kam, obwohl auch die Amerikaner wissen, dass Spanien eine Diki tatur ist, deren Regierungs-! maximen nicht mit den von; der -westlichen Welt vertre- teilen demokratischen Priazipien in einen Kinklang z« I bringen sind. Wenn man diejenigen Länder nicht als (Mitglieder in den UN zu ¡dulden beabsichtigt, die durch Revolutionen oder einen Bürgerkrieg ans Ruder gekommen sind, dann müsste man eine grosse Reinigungsaktion einleiten. Man müsste schon die Frage aufwerfen, ob die Sowjetunion nicht ausgeschlossen werden müsste, dieselbe Sowjetunion, die ein Alliierter der Westmächte gewesen ist. Warum haben dann Kuba oder Aegypten, um von anderen Beispielen abzusenen, das Recht, in den UN zu verbleiben? Sind ihre Regierungen doch auch durch Revolutionen und Bürgerkrieg an die Macht gelangt. Die Frage zu stellen, zeigt bereits, dass dieser Masstab — gerechterweise auf alle angewandt — zu Ergebnissen führen muss, die uner. träglich und in ihren Folgerungen unhaltbar sind. Nach dem Grundsatz „Gleiches Recht für alle” kann man das kommunistische China nicht länger von den UN fernhalten, auch wenn dies für den Westen unerfreuliche Konsequenzen mit sich bringen würde. Mitunter aber ist es politisch so. gar klüger, einen so gefährlichen Feind innerhalh. des entscheidenden Gremiums der Völkerfamilie zu wissen ,als ihn auszuschlie- (Schluss auf Seite 2) i Polizei schützt Dr. Servatius Jerusalem. — Einer Sondereinheit der Polizei in Zivilkleidung wurde der Schutz von Dr Robert Servatius, dem deutschen Anwalt, der hier zur Verteidigung Eichmanns erwartet wird, übertragen. Wie die Polizei mitteilt, ist diese Massnahme einzig zur persönlichen Sicherheit des kölner Anwalts getroffen worden. Aus dem gleichen Grunde wird während seines Aufenthaltes in Israel sein Wohnsitz nicht bekannt gegeben werden. Die Journalisten können Servatius im Flughafen von Ludd sehen und dort interviewen, wenn er damit einverstanden sein sollte. Die Polizeibehörden gaben als Grund für diese Verfügung an, dass zahlreiche Ueberlebende der Nazi. Verfolgungen in Israel leben und man jedweden möglichen Zwischenfall zu vermeiden wünsche.

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