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Jüdische Wochenschau · 1960-09-29 · 1816 (29.9.1960) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1816 (29.9.1960)
Date
1960-09-29
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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9 8® Ec" 3 O M fl 01 g < o FRANQUEOPAGADO Concesión 998 TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 SEMANA Año XXI. BUENOS AIRES. JUEVES 29 DE SEPTIEMBRE DE 1960 No. 1816 EL EJEMPLARn en toda la República y - Buenos Aires PUEYRREDON 2190 19 imq. T. E. 83 . 2613 rohung aus Ba und Kairo In Bagdad und in Kairo rüstete rnan sich eine ganze "Woche lang eifrig zu Feiern. In der Hauptstadt des Irak galten die Vorbereitungen den Veranstaltungen zum Jahrestag der irakischen Revolution. Nach sowjetischem Muster wurden vorher die Parolen ausgegeben, die die Transparente bei den Feiern tragen sollten, und unter ihnen fehlten nicht die Losungen: ..Tod dem Staat der Zionisten“ und ..General Kassem — Kafr Kassem ruft Dich“. In der Vereinigten Arabischen Republik waren die feierlichen Vorbereitungen schon seit längerer Zeit im Gange: denn am Jahrestag der Revolution sollte zum ersten Mal das zentrale „Parlament“ der VAR zusammentreten. Mit einer Volkesversten kennt, hat dieses „Parlament“ nichts gemein. Es gen stehen soll. In Syrien ist der Innenminister Hamid Serradj, die rechte Hand Nassers im Nordbezirk, mit der Durchführung des Fünfjahres-Pianes beauftragt. In Kairo hielt der stellvertretende Ministerpräsident Abdul Latif Bogdadi vor Delegierten der Nationalen Union ein mehrstündiges Referat über die Ziele des Fünfjahres-Plans. Er legte den Vertretern der Staatspartei ein umfangreiches Zif. fernwerk vor, das allgemeine Steigerung der Produktion und des Lebensstandards verheisst. Innerhalb von 10 Jahren soll das Nationaleinkommen verdoppelt werden. Das Projekt äussert sich ausführlich über die verschiedenen Bewässerungsarbeiten und die Industrialisierung. Bogdadi erklärte, dass die Finanzie- __ __ rung zum Teil aus eigeeine Auswahlmannschaft men Quellen zum Teil mit retung. wie man sie im We. | Hilfe von Darlehen befreundes Nasser-Staates hatten an. gedeihen lassen, und schliesslich drohte er mit Enthüllungen eines weiteren Agenten, wenn man ihn nochmals danien benutzt. Iraker schickt man wegen der Dialektverschiedenheit nicht, da sie zu sehr auffallen würden. Alle Pläne Kassems zur als Lügner bezeichnen wiir- 1 „Rettung Palästinas“ gehen de. offensichtlich davon aus, Die Transjordanier hatten 'dass der Lurchzug nach Pa aus den Kadern der Staatspartei der VAR, der „Nationalen Union“, und Nasser und seine Leute arbeiten in den letzten Monaten schwer darai^, um die „Uni^n.“ und ihre Ortsgruppen auf die Beine zustellen. Ueberall wurden Orts und Bezirksräte der Staatspartei gewählt, und aus den Mitgliedern dieser Räte werden die Mitglieder des zentralen Parlaments kommen, wobei Nasser und die engsten Mitarbeiter seines Kabinetts ein sehr weitgehendes Siebungsiecht haben. Praktisch kann dem Parlament nur angehören, wer von Nasser zum ..Volksvertreter“ ernannt wird. In Vorbereitung der Sitzungen des zentralen „Parlaments“ wurden Bezirkstagungen der „Nationalen Union“ abgehalten, auf de nen die führenden über den Fünfjahres-Plan berichteten, der jetzt im Mittelpunkt aller Anstrengundeter Staaten erreicht werden soll, wobei er betonte, dass Anleihen nur genommen werden, wenn sic ohne politische Bedingungen gegeben werden. Die Delegierten der Nationalen Union haben sich bei Anhören der vielen Pläne und Ziffern wahrscheinlich ebenso gelangweilt wie die Abgeordneten in anderen Staaten, und daher hielt es Nasser für richtig, sie mit „nationaler Begeisterung“ aufzupulvern. Marschall Abdel Hakim Amr hielt eine Rede, in der er die richtige Stimmung schuf. Er versicherte, dass die VAR jetzt die stärkste Militärmacht des Nahen Ostens und Israel bekanntlich den Piloten be nutzt, um den Irak vor den Plänen Kairos zu warnen und eine Annäherung zwischen Nasser und Kassem auf ihre Kosten zu verhindern. Ist ihnen das gelungen? Misstrauen gegen Nas-! ser haben sie sicher gesät, aber damit haben sie noch nicht erreicht, dass Bagdad ihnen freundlicher gegenübersteht. Der im allgemeinen reent gut informierte Korrespondent des “Jewish Observer” berichtet, im Irak sei man überzeugt, dass Hussein sich zwischen Kairo und Bagdad nicht lange halten werde. Die von Kassem gedrillten palästinensischen Freiwilligen werden zu Spionagemissionen in Transjorlästina durch Transjordanien gesichert werden muss, und Bagdad will die Existenz des Regimes von Hussein auf die Dauer nicht akzeptieren. Ist das nun alles Strohfeuer und bloss — dem arabischen Volkscharakter angepasste — Routine-Propaganda? Das nordamerikanische Aussenministerium mit dem Vizeaussenminister Dillon neigt zu dieser Beurteilung -der Lage, und die Nordamerikaner meinen, dass Israel nichts zu fürchten hat. Andere glauben, dass alle Drohungen einmal zur Explosion führen werden, wahrscheinlich in Transjordanien und nicht in einer Auseinandersetzung mit Israel, die die Araber noch sehr fürchten. BOYKOTT UND BUMERANG Es gibt ein Grossunternehmen in 'der Welt, das jetzt beginnt, sich davon Rechenschaft abzulegen, dass es kein Geschäft ist, dem arabischen Druck gegen Israel naehzugehen. Das ist die Automobilfabrik Renault in Frankreich, die ihren Vertrag mit Israel annulliert hat, weil sie die Boykottdrohungen der Araber ernst rahm und sich der Hoffnung hingab. den arabischen Staaten mehr Autos verkaufen zu können. Die Praxis hat gezeigt, dass die Firma nicht nur an die arabischen Länder weniger Wagen verkauft, sondern darüber hinaus Verluste in den Ländern erlitten hat. in denen unter den Autokäufern eine lebhafte Sympathie für Israel vorhanden ist. In Anbetracht dieses fühlbaren Ab. Sinkens der Ausfuhr, das die Leitung der Renault-Werk« kürzlich zugegeben hat, wird die Gesellschaft nunmehr die Erzeugung von Dauphine-Wagen auf 1.600 täglich vermindern, während sie vor der Aufgabe des israelischen Marktes pro Tag 2.000 Autos produziert hat. Diese Massnahme hat für die von Renault beschäftigten Arbeiter und Angestellten eine Verringerung der Arbeitsstunden zur Folge gehabt. Die Arbeiter werden in Zukunft statt 48 Stunden in der Woche nur noch 42 Stunden arbeiten, und ihre Löhne werden um 3 Prozent niedriger sein. Da-! gegen machen die anderen französischen Autofirmen wie Citroen und Simca, die die arabischen Drohungen ignoriert . haben, blühende Geschäfte und planen keine Einschrän-;kung ihrer Produktion. I Die Moral von der Geschichte: Wer dem Druck des! arabischen Boykotts gegen Israel weicht, kann manchmal 1 auch schlechte Geschäfte dabei machen. Israel auf der Messe in Posen 'grösste die Teilnahme Israels an der Messe aufs wärmste Es erschienen sogar Begrüssungsbotschaften in ¡Hebräisch. Das polnische Boris Smolar Aus aller Welt Die polnische Oeffentlichkeit zeigte besonders grosses und herzliches Interesse an dem israelischen Pavillon bei der Messe in Posen, berichtete kürzlich Jizchak ¡Radio nahm Lewin, der Leiter des israe- ¡Volkslieder auf israelische die es spälisehen Pavillons im Rahmen einer Pressekonferenz in Tel Aviv, bei der er über seine Eindrücke von Polen und der Messe sprach. An der Messe nahmen 56 Staaten teil, und sie war stark besucht.. Den israelischen Pavillon besuchten u. a. der Ministerpräsident Polens, Josef Cyweit überlegen sei. „Jeder jrankiewicz und der General- Tropfen Wasser aus dem (sekretär der kommunisti- Jordan, den Israel nimmt, ' sehen Partei, Wladislas Gowird mit Blut vergolten werjmulka, die beide weitgehen Briefe nicht bestellt Jerusalem. — Die israelischen Postbehörden enthüllten, dass Briefe mit der kürzlich herausgegebenen Briefmarke, die das Bild Theodor Herzls trägt, von den Ländern hinter dem Eisernen Vorhang nicht bestellt werden. Die mit dieser Mar. ke frankierten Postsachen werden mit dem Stempel „Unannehmbar“ nach Israel zurückgeschickt. Die Ilerzl-Marke isdie j zweite, die von den kom. ' munistiseheo Ländern abgeiemit wird. Die erste war die anlässlich des W eit fl ii chtl ingsj alirs er- 3chio'ij«:no. die eine jüdische Jemenitcn-Familie auf Linern „fliegenden Teppich“ als Svm ol der Samm’ung der Zerstreu, tim Vigt. TT Ai Minister ' ^en> un<^ n^e werden israeli- 1 sehe Schiffe den Suezkanal passieren“, kündigte Abdel Hakim Amr an. Seine Ausführungen zeigen schon, unter welchem Motto die Feiern standen, und Nasser ergänzte die di'ohenden Erklärungen Amrs durch die Meldung, dass die VAR-Bot. schafter in den afrikanischer» Staaten nach Kairo berufen wurden, um eine grosse Aktion gegen den israelischen Einfluss in Afrika zu starten. des Interesse, insbesondere ' an der Metallindustrie Israels an den Tag legten. Gomulka besichtigte eine Tafel, die die Produktion der Tim- [ na-Werke illustriert und jwies darauf hin, dass er vor Izwei Jahren über die israelischen Pläne zur Entwicklung der Kupferförderung gehört hätte und sich jetzt bereits von den Erfolgen dieses Zweiges überzeugen könne ter bei der Messe spielte. Was die kommerzielle Seite angeht, so konnte Lewin berichten, dass u. a. israelische Reifen für 55.000 Dollar verkauft wurden. Die israelischen Produkte erfreuen sich eines guten Namens in Polen, und in vielen Geschäften in Warschau kann man israelische Lebensmittel kaufen. Eine russische, eine rumänische und eine ungarische Handelsdelegation nahmen bei der Messe Kontakt mit den Israelis auf, um Informationen über die israelische Industrie zu erhalten und evtl, zu Handelsabschliissen zu gelangen. Grosses Interesse erregte insbesondere die pharmazeutische Industrie Israels. Israel wird in diesem Monat an drei weiteren Messen in osteuropäischen Staaten teilnehmen und zwar an einer in Bulgarien und an Wegen Kriegsver- 1 brechen verhaftet München. — Der frühere Leiter einer Abteilung der NS-Sicherheitspolizei in Den Haag, Erich Deppner, ist vor einiger Zeit auf Grund eines Haftbefehles der Staatsanwaltschaft München in Südbayern festgenommen worden. Wie* die Justizpressestelle in München mitteilte, wird Deppner vorgeworfe*. im April 1944 den Befehl zur Erschiessung von 70 sowjetischen Kriegsgefangenen, die an verschiedenen Krankheiten litten, gegeben zu haben. . Nach dem Attentat auf den , SS . Gruppenführer Rauter .soll Deppner ausserdem an- ] geordnet haben. 49. holla ndijsche Häftlinge zu erschie- 'ssen. Schliesslich soll er in der Zeit vom September j 1944 bis April 1945 mehrfach die Hinrichtung holländischer Häftlinge befohlen haben. (AWZ) Die polnische Presse bezwei in Jugoslawien. lern der ¡DAS SCHICKSAL j HUSSEINS! Bei den Revolution«!' in Kairo wurde auch transjordanische König Hussein mit vielen „freundlichen Worten” bedacht.Nachdem die Zeitungen in Kairo ’•'e Erklärungen des zu Hussein übergegangenen irakischen Piloten als „glatte Lüge” abgetan hatten, erschien der Pilot nochmals am Rundfunk in Amman. In seiner Rede gab er die Nummer des i falschen Passes bekannt, den j ihm VAR-Offoziere für seine , Aktion im Irak gegeben j | hatten. Er* berichtete .. über j i die Fürsorge, die ihm hoehi gestellt» Persönlichkeiten t TERRORAKTE IN ALGIER Paris. — Die Polizei von Constantinv verstärkte die Suche nach den Terroristen, die gegen eine Gruppe von Juden, welche am Abend des ersten Rosch Haschono-Tages die Hauptsynagoge der Stadt v'rliess, eine Handgranate geschleudert haben. Bei .'er Explosion wurden 36 Juden verletzt. Ein Attentäter versteckte sjen hinter der Synagogentür und wollte warten, bis die Teir-pelbcsucher iortgingen. In den jüdischen Vierteln der Stadt smd in letzter Zeit verschiedentlich Ausschreitungen vovgekommen, doch betrachtete ¡man sie im allgemeinen als eine Phase de? Kampfes zwischen Franzosen und Algeriern. Vor einigen Monaten’richtete das Rebellen.Comité einen Aufruf an die algerisch; n Juden, am Kampf um die Unabhängigkeit tejlznnelumn: ander»?falls, so wurden. die Juden gewarnt, würden sie zu rl.-nrr g¡«hören, d e „die K«r\secjuenzen erleiden müssten.“ «ITA) Politische Ausbildung1 der Lehrer Bremen. — An der pädagogischen Hochschule in Bremen soll ein politischer Lehrstuhl eingerichtet werden. Dies forderten vor kurzem die Deputationen für allgemeinbildende Schulen, Berufs- und Fachschulen in einem Bericht an die bremer Bürgerschaft. Die politische Erziehung in den Schulen ist nach Meinur " der Deputationen nicht an ein oder an einen Fachluiret gebunden. Jeder ISiehrer müsse sich ständig lim die politische Bildung der Schüler bemühen und alle Gelegenheiten im Unterricht wahrnehmen, um auf geschichtliche Ereignis. . se. Zusammenhänge und Ur- | sachen hinzmveisen. (AWZ) i Nasser nach I Kuba eingeladen! London. — Staatspräsident Nasser führte kürzlich in ¡Kairo ein Gespräch mit dem 'kubanischen Verteidigungsj minister Raül Castro, der die Vereinigte Arabische Republik besuchte. Castro erneuerte dabei die Einladung an Nasser, zu einem Besuch Kubas. fAWZ) Chassidim in Israel New York. — Zu den Hohen Feiertagen reiste eine Gruppe von 70 Chassidim I des Lubawitscher Rebben nach Brooklyn, um dort das 'Oberhaupt der Sekte, Rabbi ¡Menachem Mendel Schneerisohn zu begriissen. Die 70 Chassidim, von denen die meisten aus Kfar Chabad kommen, bilden die erste Gruppe, die eine Pilgerfahrt von Israel aus unternimmt. Hunderte Chassi. dim aus der newyorker Vorstadt fanden sich ein, um sie zu beg'rüssen. Um die Einreise der Besucher zu erleichtern, hatte das State Department ein kollektives Visum erteilt. Nach den Feiertagen kehren die Chassidim nach Israel zurück. (ITA) Mexiko-Strasse in Israel Jerusalem. — Eine je. rusalemer Strasse wurde anlässlich des 150. Jubiläums der Unabhängigkeit Mexikos nach dieser lateinamerikanischen Republik benannt. Der mexikanische Botschafter und Aussenminlster Golda Meir wohnten der Zeremonie bei. (ITA' Registro de la Propiedad Intelectual No. 636.633 I Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Corrientes 3114 ti < <

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