Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1815 (27.9.1960)
- Date
- 1960-09-27
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/9616703-9611224-9611878--0757-9611879- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
; PUEYRREDON 2190 — 19 isq. ¿Du JkwvCUi&y&UGJZÜla T. E. 87.2819 Año XXI. BUENOS AIRES. MARTES 27 DE SEPTIEMBRE DE 1960 No. 1815 Jüdisches Leben in Russland Paris. — Eine feierliche Aufforderung, die Lage der russischen Juden zu überprüfen und ihnen die gleichen Rechte wie den übrigen Minderheiten in Russland zu gewähren, wurde in der Schlussitzung der ein. tägigen Konferenz über die sowjetische Judenheit, die hier stattgefunden hat, an die sowjetischen Behörden gerichtet. An der Konferenz, der ersten dieser Art, nahmen berühmte Intellektuelle aus 11 ¡Ländern, darunter der Nobelpreisträger Prof. Isadore ftabi und Prof. Martin Buber teil! Sie wurde von Dr. tiachum Goldmann einberufen, der zu den Hauptrednern gehörte. Die Resolution unterstreicht das Bedauern, das von verschiedenen Rednern im Laufe des Tages ausgesprochen wurde und ersucht die sowjetische Regierung, die jüdischen Organisationen und kulturellen und religiösen Institutionen wiederherzustellen und der sowjetischen Judenheit zu gestatten, mit den jüdischen religiösen Zentren in anderen Ländern den Kontakt aufzunehmen und in Russland ihr eigenes Kulturleben zu entwickeln. „Von humanitären Rücksichten . bewegt ersuchen wir die USSR im besonderen, den in Russland lebenden Juden, welche seit dem letzten Weltkrieg von ihren Angehörigen getrennt sind, sich mit diesen wieder zu vereinigen“, heisst es in der Resolution, die in gemässigtem Ton verfasst ist, und es wird betont, dass dieser Wunsch sich auf rein menschliche und nicht auf politische Motive gründet. Dr. Goldmann, der eine Liste von religiösen und nationalen Diskriminierungen gegen die Juden verlas, würdigte mit warmen Worten die Rolle, welche die Sowjetunion im zweiten Weltkrieg gespielt hat, und hob hervor, dass sie den Antisemitismus als illegal erklärte. Er fügte hinzu, trotzdem werde die jüdische Gemeinschaft ms Gruppe diskriminiert, denn „eine andere Politik als für die anderen Minoritäten gilt für die Juden, und diese kann auf lange Sicht das gewaltsame Veri schwinden der jüdischen Gemeinschaft verursachen“. Er zitierte in allen Einzelheiten offizielle russische Publikationen, um darzutun, dass das Verhalten der sowjetischen Regierung ihren eigenen Gesetzen zuwider WIE ICH ES SEHE Israel und die Weltpolitik j ...von JEHUDA GOTTHEIMEK Die Generalversammlung der Vereinten Nationen wird eine übermässige Fülle von Fragen behandeln, die in ihrer Gesamtheit ein Bild der allgemeinen Unruhe und Verworrenheit zeichnen, die unserer aufgeregten Zeit ihren Stempel geben. Das politische Fieber hat alle Länder ergriffen; selbst der amerikanische Kontinent wird immer stärker in den Trubel der Ereignisse hineingezogen. Die amerikanische Einheit, durch lange und schwierige Entwicklungsepochen bewahrt, ist aufs schwerste gefährdet. Die Fragestellungen und die Fronten verlagern sich allmählich und passen sich immer deutlicher der Weltpolitik an. Gewiss gab es auch vorher auf unserem Kontinent heftige Auseinandersetzungen. Demokraten nahmen entschieden gegen einige Diktaturen Stellung. Heute aber geht es schon nicht mehr um diese Kontroversen. Die drohende Infiltrierung kommunistischer Ideen und die Zunahme der Einflüsse des sowjetischen Imperialismus führten bereits zu einer Spaltung der kontinentalen Mächte. Zwangsmassnahmen werden erörtert, die mit einer unverkennbaren Wahrscheinlichkeit nur die bestehenden Gegensätze verschärfen werden. Es wäre jedoch falsch, diese Entwicklung einseitig auf die internationale Ost- West-Spannung zu reduzie. ren. Schon liegen die Dinge nicht mehr so einfach, dass man mit diesem Hinweis allle Probleme verstehen und dementsprechend Lösungen suchen könnte. Die amerikanischen Länder haben bisher wenig Neigung gezeigt, sich der russischen Front einzugliedern oder dem Diktat des Kreml zu folgen. Selbst Kuba spielt nur mit dem Gedanken einer engeren Verbindung zur kommunistischen Welt und spekuliert darauf, hierdurch «die Nordamerikaner zu einer anderen Einstellung zu zwingen. Immerhin ist es in den letzten Monaten den Sowjets das erste Mal gelungen, sich eine Tür zum amerikanischen Erdteil zu öffnen und die allgemeine Uneinigkeit nun auch in die Familie der amerikanischen Völker hineinzu tragen. Man braucht nicht daran zu zweifeln, dass die Castros und ihre Anhänger sich bemühen, die Fehler der amerikanischen Aussenpolitik für ihre eigenen Zwecke auszunutzen. Sie haben gelernt, dass das Weisse Haus überall dort nachgibt, wo man mit einer russischen Allianz droht. Das klarste, wenn auch nicht das einzige Beispiel bieten der Mittelosten ur.d die arabische Welt, die mit Drohungen und Kombinationen das State-Departement stets zum Naehgeben veranlasst hat. Die Amerikaner haben in vielen Fällen bewiesen, dass sie imstande sind, dem Kommunismus durch energisches Vorgehen Schranken aufzuerlegen. Sie haben immer wieder Ultimative Forderungen gestellt, in der Frage Berlin, in Formosa, in Korea, in Afrika. Aber im Mittleren Osten haben sie den Provokationen der arabischen Potentaten nachgegeben, obwohl deren Macht mit dem russischen Koloss nicht vergleichbar ist. Man braucht nur die Geschichte des Orients während der letzten Jahre zu rekapitulieren, um eine Kette von Beweisen für diese Beobachtungen und politische These . zu finden. Die amerikanische Nachgiebigkeit wurde als Schwäche ausgelegt, veranlasstc Nasser und Ibn Saud zu weiteren Forderungen und politischen Abenteuern, die mit einer stoischen Ruhe von Washington zur Kenntnis genommen wurden. Man kann diese Haltung Beziehungen mit Aethiopien Jerusalem. — Die Möglichkeit der Aufnahme voller diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und Aethiopien dürfte das Resultat eines offiziellen Besuchs sein, den der israelische Ackerbauminister Mosche Dajan in Addis Abeba abstattete. General Dajan überbrachte dem Kaiser Haile Selassi ein persönliches Schreiben des Ministerpräsidenten Ben Gurion. Hierin erinnert er an die engen Bande zwischen beiden Ländern seit biblischen Zeiten und gibt der Hoffnung auf noch bessere Beziehungen in der Zukunft Ausdruck. 8 In seinem Schreiben an den Negus betont Ben Gurion, dass das Zentrum der internationalen Bestrebungen jetzt vom Rüstungswettlauf auf Entwicklungsprojekte verlagert wurden müsse. General Dajan wurde von Haile Selassl in Audienz empfangen. (ITA) -.1 -_ läuft. Er verglich die Zahl von einem Geistlichen für 1.100 Baptisten und einem Popen für 1.800 orthodoxe Katholiken mit 23,000 Juden, welche nur einen Rabbiner haben. Trotzdem nimmt die Jeschiwa von Moskau nur 15 Studenten im Jahr auf, obwohl weit mehr Anträge vorliegen. Dr. Goldmann berichtete, die einzige Ausgabe eines jüdischen Gebetbuches, das 1957 herausgegeben wurde, sei in 3.000 Exemplaren erfolgt. Dies sei eine lächerliche Auflage für die 2.500.000 Juden, die so viele Jahre hindurch keine Gebetbücher besessen haben. Im vergangenen Jahr sei die Herstellung von Mazzot nicht erlaubt worden. Im Jahre 1959 wurden zum ersten Mal seit vielen Jahren 3 Bücher in jiddischer Sprache in nur 3.000 Exemplaren gedruckt, wovon die meisten exportiert wurden und nur wenige Hunderte in Russland blieben. Die in Birobidschan in jiddischer Sprache erscheinende Zeitung werde ebenso wenig wie die warschauer „Folkstimme“ in Russland verteilt. Goldmann verwies darauf, dass diese Zustände von der liberalen Behandlung der Juden in anderen kommunistischen Ländern abstechen, und dies sei ein Beweis dafür, dass „die antijüdische Diskriminierung nicht ein integraler Teil des kommunistischen Regimes ist.“ „Wahrlich, dies ist ein trauriges Bild“, schloss er. „Die russischen Juden haben weder das Recht noch die Möglichkeit, ein jüdisches Leben zu führen. Sie können ihren schöpferischen Impulsen als Juden des- Weissen Hauses nicht allein damit erklären, dass das arabische Oel jeden Preis wert sei. Die arabischen Staaten brauchen die amerikanichen Dollar auch heute noch viel dringender, als etwa die Amerikaner auf das arabische Petroleum angewiesen wären. Dennoch wurde Ibn Saud mit den grössten Ehren von Eisenhower empfangen, ein wahrer Goldsegen stürzte über ihn ein, die Subsidien wurden erhöht, politische und wirtschaftliche Konzessionen gemacht. Geflissentlich wurden alle destruktiven Seiten des Saudi Arabisnius übersehen, über den Menschen- und Mädchenhandel wurde geschwiegen, die despotischen Regierungsfermen mit ihren barbarischen Gewaltmassnahmen blieben unbeachtet und der Reichtum eines Mannes ins Unermessliche gesteigert, dessen Volk im Elend verharrt. Auch Nasser kann schalten wie er will. Seine In. nenpolitischen Versprechungen blieben unerfüllt. Die Bewaffnung des ägyptischen Heeres wurden in einem gefährlichen Wettlauf 7j wischen Amerika und fluss- Logros de la Aecioi) de Rona$ Washington. — Israel se ha embarcado en una campaña para conquistar los mercados de Europa» Africa y Asia para fortalecer su estabilidad económica, dijo el ministro de firanzas Levi Eshkol en la con. ferencia de bonos israelips. El ministro dijo que "sólo a través de las exportaciones podemos alcanzar nuestra meta de independencia económica. Vaticinó que las exportaciones de Israel alcanzarán 340.000.000 dólares este año en comparación con sólo 46.000.000 en 1950.^— Refiriendo su reciente gira africana, Esbkol dijo que Israel no sólo exporta bienes, sino también envía expertos científicos y técnicos. Enumeró a Ghana, Nigeria, Birmania, Etiopia, Liberia, Senegal, el Sudan Francés, Congo, Chipre, Sierra Leone y otros países, que mantienen tales lazos con Israel. El Dr. Joseph Schwartz, vicepresidente de la organización de bonos, subrayó que las inversiones estadounidenses eran decisivas en acercar a Israel al umbral de la prosperidad. Informó que un total de 450.832.000 dólares ha sido vendido en bonos israelíes, al finalizar 10 años desde el lanzamiento de la primera serie. HERBERT FRANKENSTEIN Erfolge der Bonds-Aktion Washington. — Israel hat eine Kampagne eingelei,. tet, um die Märkte in Europa, Afrika und Asien zu. erobern und auf diese Weise seine ökonomische Stabilität zu stärken, so erklärte Finanzminister Levi* Eskol in der Konferenz für Israei-Bonds. Der Minister betonte, dass „wir nur durch die Exporte unser, Ziel der ökonomischen Unabhängigkeit erreichen können.” Er sagte voraus, dass Israels Ausfuhr sich in diesem Jahr auf 340 Millionen im Vergleich mit nur 46 Millionen Dollar im Jahr 1950 belaufen werde. Eshkol bezog sich auf seine jüngste Reise durch Afrika und verwies darauf, dass Israel nicht nur Waren exportiere sondern auch wissenschaftliche und* technische Experten entsende. Er erwähnte Ghana* Nigeria, Birmanien, Aethiopien, Liberia, Senegal; Französisch-Sudan, Kongo, Zypern, Sierra Leone und! andere Länder die derartige Beziehungen mit Israeli unterhalten. Dr. Joseph Schwartz, der Vizepräsident der Bondtf- Organition, unterstrich, dass die nordamerikanischen Investitionen entscheidend dafür seien, Israel an die Schwelle der Prosperität zu führen. Er berichtete, dass am Ende der zehn Jahre seit Auflage der erstem Serie insgesamt für 450.832.000 Dollar Israel.Bonds venkauft worden seien. HERBERT FRANKENSTEIN* keinen Ausdruck geben. Sie können nicht einmal protestieren. Sie können nur hoffen und beten“. Daniel Mayer, der Präsident der Liga für Menschenrechte, der den Vorsitz bei der Konferenz führte, forderte, man solle die Probleme der sowjetischen Juden, heit mit kaltem Verstand und ohne Leidenschaft prüfen. Prof. Buber gab in seiner Rede der Hoffnung Ausdruck, dass die sowjetische Judenheit die Rechtsgleichheit zugestanden erhalten möge, „um ihre fundamentalen kulturellen Eigen- | schäften zu entwickeln“. land sinnlos gesteigert. Wir wissen, dass diese militaristische Politik den Verteidigungskrieg der Israel-Armee auslöste, die dann die umfangreichen Waffenlager in der Wüste fand. Warum haben die Amerikaner dieser, allen bekannten Entwicklung nicht Einhalt geboten, sondern nur versucht, hinter den kommunistischen Waffenlieferungen nicht zurlickzusteben? Die Fehler und Sünden dieser Politik wirken sich jetzt auf die kleineren amerikanischen Republiken aus, die unter dem Eindruck leben, von den Amerikanern beherrscht oder doch bevormundet zu werden. Dabei stossen wir auf eine interessante Erscheinung: die meisten dieser Länder warten auf die amerikanische Hilfe und sind empört, wenn diese finanzielle oder technische Unterstützung ausbleibt oder nicht in der Form vor sich geht, wie sie sich dies wünschen. Gehen ¿aber die Amerikaner darauf dn und übernehmen Ver. nntwortungen, dann spricht man im gleichen Atemzug vom „Yankee r Imperialismus“. Gewiss handelt es sich bei diesem widersprüchigem Verhalten in erster 'Linie um eine psychologische Frage. Hierdurch wird allen, dings nichts am Sachververhalt geändert. Nun haben einige Länder gelernt; sie haben verstanden, dass sie nach den gleichen Rezepten arbeiten müssen, die von anderen bereits erfolgreich praktiziert worden sind, von Ibn Saud, von Nasser und in geringe, rem Umfang auch von Tito, der zwar Kommunist ist, gern aber mit dem Westenin engere Handelsbeziehun. gen treten würde. Auf solche Gelegenheiten haben die Russen gewartet. Sie haben durch ihre Agenten wahrscheinlich auf diese Chancen hingewiesen und damit gerechnet, dass sich eines Tages ein kleiner Spalt öffnen werde, wie dies in Aegypten, in Syrien, und zeitweise auch im Irak geschah. Vielleicht hat Ku- (Schluss auf Seite 2) Südamerikanische Investitionen Jerusalem. — Die lateinamerikanische Judenheit leistet einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der israelischen Wirtschaft, wie der Direktor der israelischen Gesellschaft für den Schutz des Handels, J. Gilade, in einem Ueberblick über die im vergangenen Jahr von dieser Gesellschaft gelcistete Arbeit feststellte. Giladi betonte, die Methode des Verkaufs von Titeln zeitige befriedigende Resultate, und erwähnte, dass bei der letz, ten Ziehung ein in Buenos Aires ansässiger Be. sitzer solcher Titel den Betrag von 5.000 Dollar gewonnen habe. (ITA)