Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1814 (21.9.1960)
- Date
- 1960-09-21
- Page
- [Seite] (sequence 24)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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,8“ f'S'a FRANQUEO PAGADO Concesión 908 5; o> ♦« o s? s < u TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 Año XXI. BUENOS AIRES. MIERCOLES 21 DE SEPTIEMBRE DE 1960 ISRAELITA EL EJEMPLAR» en toda la República J m Buenos Aires PUEYRREDON 2190 19 i*q. T. E. 83 . 2613 ie Botschaft des Präsidenten Jizchak Ben Zwi an das Volk Israel Allen Bürgern des Staates Israel, ohne Unterscniede des Glaubens oder Ursprungs, entbiete ich meine Neujahrswunsche für das Jahr 5721, an dessen Beginn wir stehen. Allen Kindern und Erbauern des Vaterlandes, allen, die zu seinem materiellen und geistigen Fortschritt beigetragen haben, und vor allem dem Verteidigungsheer Israels und den anderen Sicherheitskräften, welche ständig auf ihren Posten Wache halten, die das Bollwerk unseres Vaterlandes und den schützenden Schild unseres Volkes und seiner Zukunft bilden, an sie alle ergeht meine Botschaft: Möge Kraft und Mut in eurer Brust wohnen! Allen unseren Brüdern des Volkes Israel in der Diaspora, wo immer sie auch leben mögen, die ihre Augen auf das Land »nserei Väter richten und zum Fortschritt des Staates Israel und die Sammlung der Zerstreuten auf seinem Boden beitragen, ihnen allen sende ich einen brüderlichen Neujahrsgruss, einen Wunsch des Friedens *mi der Wahrheit aus Zion und Jerusalem, der Heiligen Stadt, der ewigen Hauptstadt Israels. Mögen eure Hände gestärkt werden! Mögen eure Augen die Blüte des Vaterlandes, die Sammlung der Zerstreuten und den Ruhm Israels sehen! Das verflossene Jahr war, ebenso wie die vorhergehenden, ein Jahr der Arbeit und Errungenschaften, wie auch des ständigen Kampfes um unsere Existenz und unsere Zukunft. Trotz aller Hindernisse und Schwierigkeiten, die sich uns im Osten und Westen entgegenstellen, haben unsere Brüder ihre Einwanderung in dem gleichen Verhältnis wie im Vorjahr fortgesetzt, und wir hoffen, dass dieser Prozess an Intensität zunehmen wird. In diesem Jahr haben wir zwei Millionen Einwohner überschritten, und wir stehen an der Schwelle der dritten Million; die Zahl der Touristen und Besucher, die nach Israel kommen, wächst ständig. Im Lande sind neue industrielle und landwirtschaftliche Unternehmen gegründet worden, das staatliche Schulnetz wurde erweitert, und die Zahl der Schüler, vom Kindergarten bis zu den höheren Lehranstalten — für Natur- und exakte Wissenschaften und humanistische Fächer —, ist auf 600.000 angewachsen. Ebenso wie zur Zeit der Rückkehr nach Zion und der Errichtung des Zweiten Tempels waren die Feinde Judas und Israels weiter bestrebt, die Fundamente unseres jungen Staates zu unterhöhlen, und in keinem Augenblick haben sie aufgehört, den Vernichtungskrieg gegen dieses Land und das Volk von Israel zu proklamieren. Unsere Feinde haben die Blockade und den Boykott verschärft, sie haben unverschämte Drohungen gegen die Länder ausgestossen, die es gewagt haben, sich ihnen zu widersetzen und sich nicht dem Boykott zu beugen. Doch trotz ihrer Listen und Drohungen, trotz ihrer Gewaltakte haben ihre verderblichen Vorhaben keinen Erfolg gehabt. Immer enger gestalten sich die freund. schaftlichen Beziehungen, die uns mit den Ländern der Welt und im besonderen mit den jüngst, erstandenen Völkern Afrikas und Asiens einen. Allein in Afrika haben wir freundschaftliche Beziehungen mit acht neuen Staaten, die erst in diesem Jahr entstanden sind, angeknüpft. Auch unsere Beziehungen mit verschiedenen asiatischen Staaten haben sich enger ge. staltet. Die offiziellen Reisen in befreundete Länder Asiens, Afrikas, Europas, Nord- und Südamerikas, sowie die häufigen Be. suche, die leitende Persönlichkeiten und Staatsmänner alter und neuer Staaten unserem Lande abstatten, haben das gegenseitige Verständnis vertieft und die geistigen und materiellen Bande befestigt, welche uns mit den Völkern in Ost und West verbinden. Einen neuen Faktor von grosser Bedeutung bilden die internationalen Kongresse, die in diesem Jahr in unserem Lande abgehalten wurden — wissenschaftliche, berufliche und soziale Kongresse —, an denen Repräsentanten der fünf Kontinente teilnahmen. Besonderer Er’ (nung würdig sind der Internationale K }ress für den Fortschritt der neuen N; nen und der Rat der Sozialistischen In lationale. Unsere junge Nation ist zur jternationalen Bühne von Forschern und sensehaftlern geworden, und die Israeli! Fahne weht unter denen der übrigen Iker bei den internationalen Veranstalti >n, die in anderen Ländern stattfinden. In diesem Jahr wurde e Beziehungen mit unseren Brüdern in der Diaspora fester gestaltet, und obwohl leider einige Länder, in denen Millionen unserer Brüder leben, welche ihre Hoffnungen auf Zion gründen, ihre Tore geschlossen halten, so vertrauen wir darauf, dass die Stunde gekommen ist, in der unsere Augen die Rückkehr nach Zion aus diesen Ländern sehen und sich die prophetischen Worte des Gesetzgebers verwirklichen mögen: „Wenn deine Verstossenen sein werden am Ende des Himmels, so wird von dort her der Ewige, dein Gott, dich sammeln, und von dort her dich holen. Der Ewige, dein Gott, wird dich bringen in das Land, das deine Väter besessen, und du wirst es besitzen, und Er wird dir wohltun und dich vermehren mehr als deine Väter ” (5 B M„ XXX, 4—5). Aus Ausgang dieses Jahres haben wir erlebt, dass die afrikanischen Völker, die jüngst ihre Unabhängigkeit erlangten, noch nicht ihre politische und wirtschaftliche Stabilität erreicht haben. Wir wünschen ihnen, dass sie bald die festen Grundlagen ihrer Existenz und ihrer Zukunft errichten mögen. Wahrlich, die Welt ist der Kriege und der blutigen Zwistigkei. ten müde, die eine Quelle der Leiden für alle Völker der Welt bilden, und vor allem für unser Volk, welches über die fünf Kontinente verstreut wohnt. Wir beten dafür, dass Frieden in der "Welt und im Mittleren Orient, in dem wir leben, herrschen möge. Möge sich dieses, unser Flehen erfüllen! I Gas - neuer Faktor im Negew Ein pfeifendes Geräusch kam aus den Röhren, die ein Techniker öffnete: Gas, das die Gesellschaft „Nafta” im Bezirk von Rosch Sohar im Negew entdeckt hatte. An sich waren die Planer von „Nafta” auf Erdöl ausgewesen. Bei ihren Bohrungsarbeiten fanden sie jedoch immer wieder Spuren von Erdgas lind schliesslich bei Rosch Sohar und Kidod Vorkommen, die eine wirtschaftlich rentable Ausnutzung ermöglichen. Israel verbraucht jährlich über 1,5 Millionen Tonnen Brennstoff, von denen knappe 10 Prozent aus den eige. nen Feldern von Cheletz kommen. Nach den heutigen Plänen besteht die Möglich, keit, Gas in einer Menge auszunutzen, die jährlich etwa 150.000 Tonnen Brennstoff entspricht, d.b. der einheimische Brennstoff-Anteil soll auf 20 Prozent erhöht werden. Hinzu kommt, dass das Gas billiger ist als das importierte Oel, und nach Berechnung des Finanzministeriums kann der Staat bei Ausnutzung des Gases etwa zwei Millionen Dollar jährlich an Devisen einsparen. Diese Ziffern zeigen, dass das Erdgas des Negew seine wirtschaftliche Bedeutung hat, und der Finanzminister Eshkol sah sich bei seinem Besuch in Rosch Sohar zu der Feststellung veranlasst: „Hier haben wir eine gute Investition gemacht.” UMFANG DER GASVORKOMMEN Drei obere Gasschichten wurden in Rosch Sohar entdeckt, deren WTert einer Mil- Ilion Tonnen Brennstoff entspricht. In Sohar 6 gibt es jedoch noch weitere untere Schichten, die einem Wert von 250.000 Tonnen Brennstoff gleichkommen. In Ki- Lieferung israelischer Waffen Bonn _ Die Lieferung der Waffen, die im Jahre 1059 in Israel gekauft wurden, geht ohne Zwischenfälle vor sich wie ein Sprecher des westdeutschen Vctj tfidigiuigsministc-riums dc-m Korrespondenten der ITA Versiehe! to Zu diesen Waffen gehören Granaten, deren Wert auf 0.700d00 Dollar geschätzt wird, von denen 40 Prozent schon geliefert worden sind. Ferner '-aufte die Bundesrepublik Uzi-Maschiuvngewehre im Wert von nndertham Millionen Dollar. Hiervon Ist die Hälft, inzwischen abgenommen worden. Der Sprecher b. i .ntc, die Waffen „haben unseren Erwartungen voll, entsprochen", und fügte hinzu, dass „wir den Kontrakt nicht unterschrieben haben würden, wenn die vorher an gestellten Proben uns nicht davon überzeugt hatten, dass es die nesten Waffen waren, die wir kaufen konnten/’ , . Ferner äusserlo er. gegenwärtig seien keine reum. , Wi'ftVükäufe ‘frplant. UTA) ' dod rechnet man mit wenigstens 600.000 Tonnen Brennstoff, sodass die gesamten Entdeckungen einen "Wert von fast zwei Millionen Tonnen Brennstoff repräsentieren. Nach den vorliegenden Plänen sollen jährlich 150.000 Tonnen ausgenutzt werden, d. h. Israel hat Gasvorräte für die nächsten 12 bis 15 Jahre. Die Gesellschaft „Nafta” hat für ihre Arbeiten bisher rund 14 Millionen IL investiert, davon bei den Bohrungen von Rosch Sohar und Kidod rund sechs.. Millionen IL. Jetzt verlangt die Gesellschaft von der Regierung rund sechs Millionen IL für weitere Bohrungen und vier Millionen IL für den Bau einer sechs Zoll- Gasleitung, die nach Sdom, nach Dimona, nach den Phosphat-Werken in Oron und nach Beer Schewa führen soll. In Dimona, Sdom usw. können wahrscheinlich 30.000 Tonnen jährlich Gegenwert ausgenutzt werden, sodass der Gesellschaft erhebliche Gasmengen verbleiben. Diese sollen durch eine weitere Rohrleitung bis nach Aschdod gepumpt werden, und dort will man das Gas als Brennstoff für das Elektrizitätswerk benutzen. DIE LEITUNG NACH ASCHDOD Für diese „lange Rohrleitung” müssen natürlich erheblich höhere Beträge ausgegeben werden, aber Fi- | nanzminister Eshkol tritt für j dieses Projekt ein, da es ihm j wirtschaftlich Interessant er.; scheint. Der zusätzliche . Wert bei der Gasoroduktion beläuft s’ch auf 75 bis 80 Prozent, das Gas ist billiger als das eingeführte Erdöl, und daher sprechen alle Argumente für Verwirklichung dieses Projekts. Die Regierung will in nächster Zeit versuchen, privates Kapital und insbesondere ausländische Kreise zur Finanzierung des Baus der Gasleitungen zu gewinnen. Dem Ausschuss der Wirtschaftsminister liegt bereits der Plan vor, eine Entwicklungs-Gesellschaft zur Ausnutzung des Erdgases zu gründen. In Wirtschaftskrisen hat der ganze Plan schon grosses Interesse gefunden, und Sachkenner sind überzeugt, dass eine Aktien- Emission von „Nafta” oder eine der neuen Entwicklungs-Gesellschaften im Lande grossen Anklang finden würde. Es wird sicher noch einige Zeit dauern, bis die Pläne verwirklicht werden können, wenn auch für den Bau der Leitung Rosch Sohar- Sdom bald die erste Aus. Schreibung veröffentlicht wird. Wenn jedoch Gas in grossem Umfang als Brennstoff verwendet werden kann, und wenn es noch billiger ist als Oel, dann wird Gäst zu einem erstrangigen Faktor in der Weiterentwicklung der Unternehmungen des Negew werden. Amerikanische „Nazis” verhaftet Washington. — Mit Tumulten und einer Friigelei endete hier eine Veranstaltung der amerikanischen „Nationalsozialistischen Partei" bei der 17 Personen von der Polizei festgenornnv.n wurden. (AVV'Z) „Atmosphäre der Unsicherheit” New York. — Die Juden in den meisten mohemedanischen Ländern leben in einner Atmosphäre der Unsicherheit, insbesondere dort, wo die Entwicklung im Zeichen des arabischen Nationalismus steht, heisst es in dem kürzlich veröffentlichten Jahresbericht des American Joint Distribution Committee für das Jahr 1959.Vor allem in Aegypten, wo die Juden Schritt für Schritt aus dem Wirtschaftsleben verdrängt würden, scheine die jüdische Gemeinde zum blossen Dahinvegetieren verdammt. Der fortgesetzte Krieg zwischen der algerischen Unabhängigkeitsbewegung und den französischen Behörden beeinträchtige auch das jüdische Leben Algeriens. In Tunesien und Marokko seien die Schwierigkeiten, denen sich die dortigen jüdischen Gemeinden gegenübersähen, in erster Linie wirtschaftlicher Natur. (AWZ). USA-Anleihe für Aegypten New York. — Die USA Unterzeichneten vor kurzem ein Abkommen, demzufolge Aegypten eine Anleihe in Höhe von acht Millionen, ägyptischen Pfund für mehrere Industrieprojekte, einschliesslich einer Zuckerraffinerie bei Edfu. einer Papierfabrik bei Alexandrien und eines Lastkraftwagen- und Omnibuswerkes bei Heluan aus Gegenmitteln zur Verfügung gestellt werden soll. Diese Mittel stammen aus dem Verkauf überschüssiger amerikanischer Agrarerzeugnisse. (AWZ) Nur mit besonderer Erlaubnis London. — Besucher aus der Sowjetunion und anderen Ostblockländern dürfen Transjordanien künftig nur nach der bei den transjordanischen diplomatischen Ver. tretungen im Innenministerium in Amman eingeholten Erlaubnis betreten. (AWZ) Rabbiner wurden freigelassen London. —■ Mehrere Rabbiner, die seit einigen Jah. ren in rumänischen Gefängnissen sitzen, weil sie sich angeblich der Beleidigung des Staates schuldig gemacht haben, wurden durch eine vom Präsidenten ausgesprochene Amnestie freigelassen, wie die Weitexekutive <1- ■ Agudas Israel aufgrund von Nachrichten aus Bukarest beEanntgab. Die Exekutive nennt Zeew Halpert als einen der amnestierten Rabbiner. Die Organisation hatte dem rumänischen Botschafter in London eine Liste mit den Namen der sich im Gefängnis befindlichen Rabbiner zugleich mit einer Bittschrift überreicht, die an den. Präsidenten Rumäniens gerichtet war und diesen ersuchte, von seinem Begnadigungsrecht Gebrauch zu machen. (ITA) Scgistro de la Propiedad Intelectual No. 656.635 . impreso en la Imprenta POLIGLOTA ,vö‘ Corrientes 31M