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Jüdische Wochenschau · 1960-09-16 · 1813 (16.9.1960) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1813 (16.9.1960)
Date
1960-09-16
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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-35 £aec?í Irati tut ir . . : •; , 1033 r.'oíi /A ÏMiK L, Lv, ‘!, ij. 5* s a R a a U h « < Ü FRANQUEOPAOADO Concesión 908 TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 Año XXI. EUENOS AIRES, VIERNES 16 DE SEPTIEMBRE DE 1960 No. 1813 EL EJEMPLAR« en toda la República J * Buenos Aires PUEYRREDON 2190 1? iaq. T. E. 83 . 2613 Untergang einer Gemeinde Wir waren nicht überrascht, als uns di? Nachricht erreichit dass die jüdische Gemeinte des früheren Belgisch-Kongo dieses Land verlassen habe, um sich nach Rhodesien zu flüchten, nach, dem ihre Landgüter'teilweise ein Raub der Plünderungen und Flammen geworden waren. Es ist wahr, dass weder die europäische Verwaltung noch die eingeborenen Afrikaner eine antijüdische Diskriminierung übten; aber eis die Krisis einsetzte, wurden die Juden einfach als Weisse angesehen und mussten ihre Wohnstätten verlassen. Damit gesellte sich zu den traditionellen Angriffen gegen die Juden bei sozialen und politischen Umwälzungen ein neuer Faktor, nämlich die Hautfarbe Das Land, das eine Fläche bedeckt, welche fast der Hälfte Europas gleichkommt war eine Heimatstätte für rund 2.500 Juden geworden, die sich hier inmitten anderer 110.000 Europäer und 13 Millionen Afrikaner niedergelassen hatten. Die Berichte von den ersten Juden, die kongolesischen Boden betraten, gehen bis in das Jahr 3911 zurück, als die Brüder Mousas und Salomon Benatar, aus Südafrika kommend nach einer langen und mühevollen Fusswanderung in Katanga Halt machten. Seit dieser Zeit hat der Name Benatar in ganz Kongo sich des besten Rufes erfreut, und einige ihrer Verwandten lebten noch in Elisabethville, bevor die letzten Unruhen begannen. Die Brüder Benatar waren Sefarden, die aus Rhodos stammten. Später kamen viele Juden von dieser Insel. und mit der Zeit siedelten sich auch Juden aus Griechenland, besonders aus Saloniki, aus Persien und Aegypten in Belgisch-Kongo an. von Elisabeth Alexander, London Die jüdiscne Gemeinde von Katanga wurde vor dem ersten Weltkrieg gegründet und bildete den Kern der Gemeinschaft. Diese blieb fast ausschliesslich sefardisch, bis zwischen 1S30 und 1940 durch die Naziverfolgungen vertriebene Aschkenasim aus verschiedenen Ländern eintrafen. Mit der Ankunft von Verwandten und Freunden, die Rhodos vor Einführung der antijüdischen Massnahmen durch Mussolini im Jahre 1938 verliessen, erfuhr die jüdische Gemeinde einen schnellen Zuwachs ihrer Mitgliederzahl. Als die Nazis Rhodos besetzten, wurden fast alle jüdischen Bewohner Opfer der Hitlerbarbarei, doch im Jahre 1944 gelang es einigen Juden, mit Hilfe des Jüdischen Weltkongresses in die Türkei zu entkommen. Die kongolesischen Juden beeilten sich, im Bewusstsein des Unglücks, das über ihre frühere Heimat hereingebrochen war, ein Hilfscomité zu gründen. Nach Kriegsende gab es noch eini. ge jüdische Jugendliche in Rhodos, die die Schrecken der Konzentrationslager überlebt hatten. Mit Unterstützung dieses Comités wurden sie in italienische Lager gebracht und von hier aus nach Belgisch-Kongo transportiert. Auf diese Weise erhöhte sich in den Jahren 1947 bis 1957 die Zahl der Juden in diesem gastlichen 'Land von 1.4Ö0 auf über 2.500 Seelen. Die meisten von ihnen liessen sich in den Städten Elisabethville, Leopoldville und Stanleyville nieder. Der jüdischen Gemeinde von Elisabethville, der grössten des Landes, gehört fast die Hälfte aller Juden an, und sie diente als Sitz ihrer zentralen Organisation und ihres Gotteshauses. Hier Die UN-Generalversammlung Jerusalem. — Das Kabinett trat zusammen, um seine endgültige Zustimmung zu der Politik zu erteilen, die die israelische Delegation auf der Generalversammlung der UN vertreten soll, welche am 20. September ihre Beratungen beginnen wird. Die Möglichkeit der Teilnahme des Ministerpräsidenten wurde nicht erwogen. Ben Gurion wurde auch nicht ermächtigt, nach seinem Ermessen hierüber zu entscheiden, wie ein offizieller Sprecher nach Beendigung der Sitzung bekanntgab. In Regierungskreisen wurde wiederholt die Nachrichten von einer Reise des Ministerpräsidenten zur UN-Versammlung dementiert und iarauf verwiesen, dass man erst wissen müsse, ob der Präsident der VAR, Nasser, an der Spitze seiner Delegation, zu der Sitzung kommen werde. Man fragt sich hie)’, v io in den UN die Frage behandelt werden wir', ob .Ägypten anstelle von Tunis in rinn Sicherheitsrat eintreten soll. Es heisst, dass Israel sich dieser Möglichkeit zu widersetzen und seine Politik derjenigen der afrikanischen Staaten anzugleichen gedenkt. In der Algier-Frage wird Israel versuchen, sich aus der Debatte fernzuhallen, jedoch mit Frankr-' ch stimmen. In anderen „kolonialen” Fragen, oesoi. -ers betreffs Siid-West-Afrika dürfte Israel eine ausgesprochenere proafrikanische Position als bei der letzten Versnimrrinug ginnehmen. .ITA) I befand sich auch das Büro! des Oberrabbiners Mosche : Levy, der in Verbindung mit | den sefardischen geistigen; Führern des benachbarten iRhodesien auch als Bet-Din pfungierte und somit das jrabbinische Gericht für die I ganze Region vertrat. Im Jahre 1955 wurde ein neues Gemeindezentrum eingeweiht, das den Weizmann- Festsaal und die jüdische öffentliche Bibliothek beherbergte, deren Kern eine Büchersendung des Jüdi- Weltkongresses bildete. Belgien erlaubte die Niederlassung neuer Einwanderer im Kongo, wenn diese einen Beruf hatten oder über Geldmittel verfügten. Die Juden eröffneten viele Geschäfte, die der Wirtschaft des Landes zugute kamen, und sie waren die ersten, die von den Möglichkeiten profitierten, die das Gebiet von Katanga und andere R Dionen des Kongo für den Ackerbau boten. Ein sefardischer Jude, namens M. Soriano. erwarb besondere Verdienste unter den Förderern der moüc.nen landwirtschaftlichen Produktion. Da es im Lande keine jüdischen Schulen gab, bemühte sich der Oberrabbiner als einziger, jüdischen Un.; terricht zu erteilen. Er war j zwar jung und ein frommer j äiann, doch die Arbeit lastete schwer auf ihm. Oft ¡musste er tausende Kilometer reisen, um einer Beschneidung oder einer Barmitzwa, einer Hochzeit oder einer Beerdigung beizuwohnen. Er löste das Problem, die über das weite Land verstreut wohnenden Juden zu erfassen, indem er einen Rundfunksender installieren liess, der die Sabbatgottesdienste und andere religiöse Zeremonien übertrug. Das Problem der Jugenderziehung wurde jedoch im Jahre 1956 dringlich, als man feststellte, dass 200 jüdische Schüler die Lehranstalten in Elizabethville besuchten. Damals begab sich der Oberrabbiner nach Israel, um Lehrer zu erhalten, denen die belgische Regierung des Kongo ihre Gehälter zu zahlen anbot, und nach anfänglichen Schwierigkeiten wurde diese Frage teilweise gelöst. Die kleine Gemeinde fühl’, te ein recht aktives jüdisches Leben. Als das Gemeindezentrum errichtet wurde, entstanden verschiedene Gesellschaften, so der Verband junger Juden von Katanga, die Föderation der Erzieher, der Habonim. Die Juden des Kongo pflegten den 24. August als Trauertag zu begehen, an dem sie ihrer Glaubensbrüder gedachten, die in Rhodos von den Nazis in die Todeslager verschleppt wurden, und am gleichen Tage fanden auch Trauevieien für die Helden des Aufstandes im Warschauer Ghetto statt. Die jüdischen Frauen betätigten sich äusserst rege. Es bestanden mehrere Wizo- GrupDen, die ausser der Arbeit für die Frauenorganisation das soziale Wohl der eingeborenen Frauen und Kinder zu heben trachteten. Schon vor der Gründung des Staates Israel stellte der Zio. nismus das stärkste Bindeglied zwischen den Juden im Kongo dar, und im Jahre 1948 eilten zahlreiche junge Juden freiwillig nach Israel um dem erstehenden jüdi-; seifen Staat in seinem Unab- I j^tkeitskrieg zu helfen. ' Wänend der Wirtschaftskrise vom Jahre 1952 leistete die kleine kongolesische Gemeinde einen beachtlichen Beitrag für den jungen Staat und wurde in Israel als eine der ersten Gemeinden der Welt anerkannt, welche Beisteuerungen geschickt hatten. Zur Feier des 10. Unabhängigkeitstages Israels nahmen hohe Persönlichkeiten des Kongo an den Veranstaltungen in Elizabethville teil; die Auslagen vieler Geschäfte zeigten die israelische Fahne, und eingeborene Fürsten legten am Denkmal für die Kriegsopfer Blumenspenden nieder, um die im israelisch-arabischen Konflikt Gefallenen zu ehren. Allerdings waren die Beziehungen der Juden im Kongo mit ihren Brüdern in Belgien nicht so herzlich wie man annehmen sollte. Die französische Sprache war in Wirklichkeit das einzige Band, das sie einte. Diese Erscheinung ist wahrscheinlich damit zu erklären dass das belgische Judentum nach dem Kriege hauptsächlich aus Juden aschkenasischen Ursprungs gebildet wurde. Die kongolesische Judenheit unterhielt viel engere Beziehungen zu ihren Glaubensgenossen in Rhodesien und selbst in Südafrika. Im allgemeinen bemühten sich die Juden im Kongo, die Freundschaft mit dem Rest des Volkes aufrecht zu erhalten. Ihre Gemeinde war dem Jüdischen Weltkongress angeschlossen, und im Jahre 1949 bereiteten sie dem Politischen Direktor des Kongresses, Alex 'L. Easterman, einen ehrenvollen Empfang. Den gelegentlichen Berichten aus dem Kongo war zu entnehmen, dass es dort keinen Antisemitismus gab und An unsere Leser Die Sonderausgabe der Jüdischen Wochenschau zu Rosch Haschana 5721 erscheint am MITTWOCH, DEN 21. SEPTEMBER. Redaktionsschluss: Montag, 20 Uhr. Die nächste Nummer der Zeitung kann wegen unserer Feiertage dann erst am Dienstag, den 27. September, in den Besitz unserer Leser gelangen. Vor Nassers Ankunft in USA Washington. — Staatssekretär Christian Herter erklär, te, Präsident Nasser werde anders als Fidel Castro aus Kuba behandelt werden. Er kündigte an, dass Castro aus Sicherheitsgründen den gleichen Beschränkungen wie der sowjetische Premierminister Krutschew unterworfen sein wird. Für Nasser wird es keine Restriktionen geben. Die Frage, ob Nasser von Präsident Eisenhower nach AVashington eingcladcn wird, bleibt neu E-mcssen des Präsidenten" überlasten. Jerusalem. — Israel wird aufmerksam beobachten, wie sich der Präsident der VAR, Nasser, in der Generalversammlung der UN und ausserhalb derselben während seines Aufenthaltes in den USA verhalten wird. Israel ist besonders interessiert daran zu erfahren, auf welche Weise Nasser die Rebellion seiner militärischen Einheiten gegen das UN-Kommando im Kongo erklären und welche Gründe er dafür angeben wird, dass er den Beschluss des- Sicherheitsrates, den Suezkanal für alle Nationen offen zu galten, ignoriert hat. Nach Ansicht der hiesigen politischen Sachverständigen wäre es möglich, dass Nasser, soilte er für die Insubordination seiner Truppen im Kongo nicht zur Rechenschaft gezogen werden, sich zu neuen Streichen gegen die UN ermuntert fühlen würde. Einige dieser Aktionen könnten sich sogar gegen die UN-Truppen in Gaza und Sinai richten. Hier wird darauf hingewiesen, dass Israel das einzige Land gewesen ist, das gegen den Einschluss ägyptischer Einheiten in die UN-Truppen im Kongo bei Ham. marskjold Protest eingelegt hat. Israels Einspruch stützte sich auf das Argument, dass ein Land, -welches der UN. Resolution über die Suezfrage zuwiderhandelt und das Recht zu haben vorgibt, sich im Kriegszustand mit einem anderen Mitgliedstaat zu erklären, nicht bei der Aufgabe, den Frieden zu schützen, mitwirken könne. Ferner betonte Israel, dass Nasser keine Infanteristen schickte, wie er es hätte tun sollen, sondern Fallschirmspringer, die Ihr Angriffs- und Invasionszwecke in Katanga geeignet seien und nicht nur im Patrouillendienst und bei Verteidigungs. Operationen eingesetzt werden könnten. (ITA) die Juden sowohl mit den Afrikanern wie mit ihren europäischen Behörden ausgezeichnete Beziehungen unterhielten. Die jüdische Gemeinde als solche enthielt sich der Einmischung in politische Angelegenheiten, doch einige ihrer Mitglieder nahmen als Individuen am politischen Lebe» teil, wobei sie stets der eingeborenen Bevölkerung ihre Sympathie bewiesen. Dies tat z. B. der israelische Honorarkonsul Alhadeff in Leopoldville, ein geachteter Kaufmann, der sich als Beschützer kongolesischer Künstler und Bildhauer einen Namen machte. Die Sympathien Israels für die Unabhängigkeits- Bestrebungen der afrikanischen Völker, seine glänzenden Beziehungen mit Ghana und andererseits sein enger Kontakt, der von den Juden im Kongo mit Israel gepflegt wurde, gaBen Anlass zu der Hoffnung, dass den Juden nicht das gleiche Schicksal wie anderen Europäern im Kongo zuteil werden -würde. Doch auch sie sahen sich gezwungen, das Land zu verlassen. Dies war das Ende der fünfzigjährigen Geschichte einer aufstrebenden und wegbereitenden Gemeinde. Wenn es der UN-Mission gelingen sollte, den Frieden und die Ordnung im Kongo wiederherzustellen, so besteht kein Zweifel, dass unter den vielen Europäern, die aus dfeft umliegenden Ländern weder in dieses Land 2urückkehren dürften, auch die Juden nicht fehlen werden, um eiuen wertvollen Beitrag zur Errichtung einer neuen und gesunden Demokratie zu leisten. Zufluss von Kapitalien Jerusalem. — Insgesamt 2 Millionen Dollar wurden von 700 nordamerikanischen Juden, die sich im vergangenen Jahr im Lande nieder, liessen, nach Israel gebracht. Dies teilt die Jewish Agency mit. In dieser Summe sind nicht die von den Akademikern eingebrachten Gelder inbegriffen, welche mit Hilfe der „Patioa”, der Organisation für die Alija von Akademikern und Technikern der Jewish Agency, nach Israel eingewandert. sind. (ITA) t Israel-Delegation in Mexiko Mexico City. — Der israelische Finanzminister Levi Eshkol traf hier als offizieller Vertreter seiner Regierung zu den Feiern anlässlich des 150. Unabhängigkeitstages Mexikos ein. Der israelischen Delegation gehören ferner Botschafter Mordechai Schneerson, Arie Eshel, stellvertretender Chef der israelischen Delegation vor den UN, Dr. Zwi Dinstein, Vizedirektor des israelischen Finanzministeriums, und Simeon Amir, Botschaftsrat der hiesigen israelischen Botschaft, an. Hohe Beamte der Ministerien des Aeusseren und Finanzen sowie die Führer der mexikanischen Judenheit begrüssten Minister Eshkol bei seiner Ankunft. (ITA) Registro de la Propiedad Intelectual No. 656.635 Impreso en la Imprenta POLIGLOTA —- Corrientes 3114 i 1 ..¿-¡y*'

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