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Jüdische Wochenschau · 1960-09-13 · 1812 (13.9.1960) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1812 (13.9.1960)
Date
1960-09-13
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German, Spanish
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áí JfenuÁM&JsAjGuelUa T. E. PUEYRREDON J 2190 — 1? izq. 83.2613 I No. 1812 BUENOS AIRES. MARTES 13 DE SEPTIEMBRE DE 1960 Año XXI. Paris. — Die Führer der jüdischen Gemeinden in Marokko haben den Thronerben, der auch Vize-Ministerpräsident ist, um eine Audienz ersucht. Sie wollen mit ihm über verschiedene Probleme sprechen, die die jüdische Bevölkerung betreffen. Vor einigen Wochen «schon wurde dem Innenminister ein Memorandum (übergeben, in dem diese Probleme eingehend behandelt werden. Eine der wichtigsten Fragen, die die jüdischen Gemeinden besorgen, ist die der Wahlen zu den jüdißchen Gemeinderäten. Nach marokkanischem Gesetz ist - Der Wahlkampf in den (Vereinigten Staaten von ¡Nordamerika ist in vollem Gange. Die beiden grossen Gegenspieler Nixon und Kennedy machen Versprechungen nach allen Seiten. Kennedy erschien sogar auf der Jahrestagung der Amerikanischen Zionistischen Organisation, wo er eine grosse und interessante Rede hielt. Die Versammlung der Delegierten zollte ihm Beifall. Demokraten und Republikaner sind sich offensichtlich darin einig, dass die Frage der Zukunft des Orients „eine Aufgabe erster Ordnung” sei, um Worte aus der Botschaft Nixons zu benutzen, die er an die Versammlung gerichtet hatte, zu der er persönlich nicht kommen konnte. Aus langen Erfahrungen 'wissen wir, dass die Versprechungen von Wahlkandid*- ten nur allzu schnell wieder in Vergessenheit geraten, wenn die Wahl entschieden ist. Die Zionistische Organisation hat hierin eine lange Praxis, die von Enttäuschung Eu Enttäuschung führte. Aus das Innenministerium verpflichtet, die Abhaltung derartiger Wahlen zu gestatten. Die letzten Wahlen fanden im Jahre 1953 statt, und seither haben viele Mitglieder der Gemeindevorstände aufgehört, ihr Amt auszuüben. Zu den dringlichsten Problemen gehört auch die häufige Entführung jüdischer Mädchen, die gezwungen werden, sich mit Mohammedanern zu verheiraten. Viele diesef Fälle haben sich ereignet, und die marokkanischen Behörden machen keine grosen Anstrengungen, um den Eltern zu helfen, ihre Töchter wiederdiesem Grunde ist Skepsis am Platze, ob wenigstens ein Teil der heutigen Zusagen, seien sie nun von Nixon oder Kennedy gemacht worden, zur Durchführung gelangen werden. Jede Voraussage dürfte verfehlt sein. Nixon garantiert sogar in dieser Hinsicht weniger aus Aussicht auf Erfolg als Kennedy. Hätte doch dieser Vizepräsident Eisenhowers bereits in den vergangenen Jahren Gelegenheit nehmen können, seinen Einfluss auf die unheilvolle Israel-Politik der Dulles-Aera auszuüben. Er hat es nicht getan oder aber nicht gekonnt. Diese Alternative ist wenig ermutigend. Welche Veranlassung sollte, falls Nixon zur Präsidentschaft gelangt, nunmehr plötzlich gegeben sein, zu einer grundsätzlichen Aenderung der alten Politik überzugehen? Irgendein wesentlicher Anhaltspunkt für eine solche Vermutung ist nicht zu sehen. Nixon selbst meinte, er könnte keine, Wunder’ versprechen, denn das Problem sei kein leichtes. Vielleicht ist diese Bemerzufinden. Nur ganz vereinzelt gelang es, die Mädchen ihren Familien wieder zuzuführen. Des weiteren wollen die Gemeindeführer die Aufmerksamkeit der Behörden auf die Budgetfrage lenken. Die jüdischen Gemeinden kämpfen mit sehr ernsten Schwierigkeiten, denn die Budgets werden vom Innenministerium zusammen mit dem Ministerium für Volkswohlfahrt gedeckt, Da diese Budgets vor einigen Jahren festgesetzt wurden, ist es nicht verwunderlich, dass sie heute wegen der fortschreitenden Inflation unzureichend geworden sind. kung sogar insofern sympathisch, weil er vor zu weitgehenden Hoffnungen warnt. Es ist sicher, dass nicht persönliche Meinungen oder Einstellungen zu Israel und den Juden die ausschlaggebende Rolle für die künftige Politik der USA im Mittelosten spielen können oder werden. Amerika ist an seine Interessen gebunden, die davon unabhängig sind, ob die eine oder andere Partei obsiegt. Niemand wird die Schwierigkeiten verkennen, die heute die gesamte westliche Welt gegenüber der flexiblen und dabei doch erbarmungslosen Poiltik des Kreml zu überwinden hat. Es kann nicht nur darum gehen, Israels Belange zu währen. Auch Israel verlangt das nicht. Aber bisher wurden selbst die einfachsten Forderungen und internationalen Grundrechte Israels von der Mittelostpolitik des Weissen Hauses zu Washington unberücksichtigt gelassen. Diese Tatsache bedeutet eine schwere Hypothek für die Aussichten Nixons. Es wäre durchaus verständlich, wenn nunmehr die Wählerschaft, und keineswegs nur die jüdischen Bürger, einen Versuch mit der anderen Partei machen würden. Selbst wenn man alle Komplikationen der jetzigen internationalen Politik in Betracht zieht, kann das Ergebnis nur als schwach bezeichnet werden. In-den letzten Jahren sind die Amerikaner überall stark ins Hintertreffen geraten. Ihre Vormachtstellung ist er. schiittcrt. Während Nixon also gewisse Vorbehalte machte, fand Kennedy ' besonders schöne Worte. Er sprach davon, dass das Prophetentum ein Bestandteil der jüdischen Tradition sei, die von der Zionistischen Organisation fortgesetzt worden wäre; denn sie habe aus den Träumen und Visionen eine Wirklichkeit gemacht. Ken- I nedy erzählte, dass er be- Die Nationalisierung der Erziehung in Marokko gehört auch zu den Massnahmen, die die jüdischen Gemeinden zu klären wünschen. Die Regierung plant, die Erziehung im Lande zu vereinheitlichen, und hat angekündigt, dass sie die Schulen der Alliance Israélite Universelle unter ihre Oberaufsicht zu stellen beabsichtigt. Die Gemeindeführer befürchten, dass die Verwirklichung dieses Projekts die Erziehung der jüdischen Jugend gefährden könne. Schliesslich haben sich die Gemeindeführer vorgenommen, die Aufhebung der Schwierigkeiten bei der Erteilung von Pässen zu beantragen und die Regierung zu ersuchen, den Abbruch der postalischen Beziehungen mit Israel einer erneuten Prüfung zu unterziehen, da es tausenden marokkanischen Juden unmöglich geworden ist, die Verbindung mit ihren Angehörigen in Israel aufrecht zu erhalten. — (ITA) ' reits zweimal in Israel gewesen sei. Die Vereinten Nationen hätten dem jüdischen Staat einen internationalen Status gegeben, aber Israel sei dann eine Nation aus eigener Kraft geworden. Es mag angenehm sein, Worte“ der Anerkennung zu hören. In der politischen Sphäre genügt das aber nicht, wenn wir die Grenzen und Möglichkeiten späterer Konstellationen abwägen und Dispositionen für die Zukunft treffen wollen. Vielleicht ist Präsidentschaftskandidat Kennedy ebenso! wenig wie sein Gegenspieler in der Lage, heute sich auf eine bestimmte politische Linie festzulegen. Das wür. I de wohl jeder einsichtige Mensch verstehen. Aber man sollte sich davor hüten, diese Deklarationen für bare Münze zu nehmen, die in einem Wahlkampf gemacht werden. Immerhin kann man nicht übersehen, dass Kennedy starke Worte gebraucht hat, die „eigentlich” eine echte Bindung in sich tragen. Er sagte, dass die zionistischen Ideale von den beiden grossen amerikanischen Parteien anerkannt worden seien. Freundschaft zu Israel sei keine Parteisache, sondern eine nationale Verpflichtung. Wir werden nicht in Abrede stellen, dass solche Gedanken dem jungen Kennedy ernst und vielleicht sogar heilig sind. Aber niemand wird leugnen können, dass es eine lange amerikanische Politik gibt, die im schärf, sten Widerspruch zu dieser „nationalen Verpflichtung” der Amerikaner steht. Die Dulles-Linie hatte schon nichs mehr mit Sympathien für Israel oder mit Freundschaft zu tun. Diese Politik brachte Israel um die Früchte seines Kampfes bei mehrfachen Gelegenheiten. Man braucht nur daran zu den- Bericht über Kongo-Aufstand Jerusalem. — Israel wird den unabhängigen Staat Katanga, die kongolesische Provinz, welche gegen den Ministerpräsidenten Lumumba rebelliert, nicht anerkennen. Dies erklärte der israelische Botschafter im Kongo, Ehud Awriel, der von der Regierung Israels zur Berichterstattung nach Jerusalem gerufen wurde. Awriel sagte, Israel werde nur die gesetzliche Regierung der gesamten Kongo-Republik anerkennen, gleich wer ihr Chef sei. Awriel hatte es übernommen, als ehrenamtlicher Botschafter nach Leopoldville zu gehen, nachdem er vorher das schwere Amt des israelischen Botschafters in Ghana bekleidet hatte. Er äusserte, er würde gern seinen Posten niederlegen, doch sei es gegenwärtig nicht empfehlenswert, einen Botschafterwechsel vorzunehmen. . Er sprach sich höchst lobenswert über Lumumba aus, ganz im Gegensatz zu dem ungünstigen Eindruck, den dieser in den letzten Wochen überall hervorgerufen hat. Ferner berichtete Awriel, die Pressenachrichten über antisemitische Ausschreitungen im Kongo seien weit übertrieben, denn die Gesamtzahl der weissen Opfer bei der Revolution habe 11 Menschen betragen. (ITA) WIE ICH ES SEHE Die Zeit wird entscheiden von JEHUDA GOTTHEIMER EI Judaismo Latinoamericano Nueva York. — El vicepresidente ejecutivo de la junta neoyorquina de rabinos ha apelado a los judíos americanos para que dieran inmediata ayuda religiosa y educacional a 700.000 judíos sudamericanos. El rabino Harold H. Gordon retornó hace poco de una gira de estudio de 6 semanas por Colombia, Ecuador, Chile, Argentina. Uruguay, Brasil, Venezuela, las Antillas Holandesas y las Indias Occidentales bxitá. nicas. Lamentó la aguda escasez de dirigentes espirituales. educadores, maestros, trabajadores sociales, diligentes juveniles, y otro personal vital para el crecimiento de una comunidad fuerte. Dijo por ejemplo que Río de Janeiro, con unos 50.000 judíos, sólo posee un rabino congregacional praclicamenle, y no existen seminarios de maestros o rabínicos en todo el continente, Dijo que los sem*narios de rabinos y maestros deben ser establecidos en las principales ciudades sudamericanas, "utilizando muchos de las recursos locales y el idioma del país." — Empero, dijo, hasta tanto se establezcan tales instituciones. deben organizarse aquí "internados" obligando a los rabinos graduados a servir por lo menos un año en la comunidad sudamericana. HERBERT FRANKENSTEIN Das Judentum Lateinamerikas New York. — Der amtierende Vizepräsident des newyorker Rabbinerausschusses hat sich an die nord. amerikanischen Juden mit dem Ersuchen gewandt, 700.000 südamerikanischen Juden sofortige religiöse und erzieherische Hilfe zu leisten. Rabbiner Harold H. Gordon kehrte kürzlich von einer sechswöchigen Studienreise durch Kolumbien, Ekuador, Chile, Argentinien, Uruguay, Brasilien, Surinam, Venezuela, den Holländishcen Antillen und Britisch-Westindien zurück. Er bedauerte den grossen Mangel an geistigen Führern, Erziehern, Lehrern, Sozialarbeitern, Jugendführer und anderem lebenswichtigen Personal für das Wachstum einer starken Gemeinde. Er berichtete, dass z. B. Rio de Janeiro mit rund 50.000 Juden nur einen amtierenden Gemeänderabbiner besitzt und auf dem ganzen Kontinent keine Seminare für Lehrer oder Rabbiner vorhanden sind. Solche Seminare, so betonte er, müssten in den grösseren südamerikanischen Städten „unter Benutzung der dort verfügbaren Mittel und in der Landessprache” geschaffen werden. Allerdings, so fügte er hinzu, bis derartige Anstalten existieren, müssen wir hier „Internate” organisierten und die daraus hervorgehenden Rabbiner verpflichten, zumindest ein Jahr in einer südameriaknischen Gemeinde ihr Amt auszuiiben. HERBERT FRANKENSTEIN \ ken, wie Eisenhower und Dulles die siegreich vorrükkende Israel-Armee daran inderten, die arabische Front vollends zu zertrümmern und in Kairo einz-umarschieren. Man braucht nur darauf zu verweisen, dass es Eisenhower-Dulles gewesen sind, die Israel zur Aufgabe des Gazagebietes zwangen, obwohl sie Jahre hindurch beobachten konnten, wie gerade von dieser Stelle aus Mordüberfälle und Brandschatzungen gegen israelische Menschenleben und Siedlungen organisiert worden sind. Die unüberbrückbaren Widersprüche zwischen der von Kennedy gekennzeichneten amerikanischen Tradition und Freundschaft zu Israel und der politischen Wirklichkeit, wie sie von der letzten amerikanischen Regierung geschaffen wurde, sind zu tief, als dass man schweigend über Kennedys Rede zur Tagesordnung hinweggehen könnte. Was haben die Amerikaner aus dieser „nationalen Verpflichtung“ zu ¡machen verstanden, von der Kennedy sprach? Ungezählte Möglichkeiten zu einer Befriedigung des Mittleren Ostens wurde ungenutzt gelassen, nur weil das arabische Oel lockte und offensichtlich wichtiger als Tradition und Freundschaft gewesen ist... Kennedy wurde aber noch deutlicher und zeigte sich mit allgemeinen Forderungen allein oder simplen historischen Reminiszenzen nicht zufrieden. Er sagte, dass Amerika für die freie Schifffahrt im Suezkanal eintreten werde und müsse. Die USA müssten, falls ihr Wort für die Welt einen Sinn oder Wert haben solle, für die Durchführung der UN-Resolutionen sorgen. — Eigentlich dürfte eine Forderung wie diese, die eine Selbstverständlichkeit darstellt, nicht als Punkt eines Wahlprogramms aufgestellt werden müssen. Die Schwäche der augenblicklichen Situation ergibt sich aus dieser unglücklichen Form eines Wahlkampfes, der Punkte enthält, die unter normalen Umständen Banalitäten bedeuten. In den letzten langen Jahren haben die Amerikaner auch nicht ein einziges Mal ernsthaft versucht, die Freiheit der Kanaldurchfahrt zu erzwingen. Sie haben sich mit allen Ausflüchten der Aegypter afogefunden, ähnlich wie Kennedy herrliche Reden im Sicherheitsrat halten lassen, aber nirgends e*ne Anstrengung gezeigt, die von den Arabern ernsthaft hätte in Betracht gezogen werden müssen. Nasser war sich seiner Ame- (Schluss auf Seite 2) Bessere Beziehungen mit Indien New Delhi. — Die indische Regierung hat den israelischen Vorschlag angenommen, das hiesige israelische Konsulat in den Stand eines Generalkonsulats zu erheben, wie offiziell angekündigt wurde. In politischen Kreisen neigt man zu der Annahme, dass diese Rangerhöhung die offiziellen und kommerziellen Beziehungen zwischen beiden Ländern besser gestalten und eine engere Zusammenarbeit auf verschiedenen Gebieten einleiten dürfte. Indien erkennt Israel an, hat jedoch bisher keine formellen diplomatischen Beziehungen hergestellt. (ITA) -V

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