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Jüdische Wochenschau · 1960-09-09 · 1811 (9.9.1960) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1811 (9.9.1960)
Date
1960-09-09
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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r» T p-t Zzn.c?' institut i r . *» . > v / 1'33 iTîjü^A vm; - —? r ir < i * w .8® îï'S FRANQUEO PAGADO Concesión 908 W H Ä tifl ° <8 TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 Año XXI. BUENOS AIRES. VIERNES 9 DE SEPTIEMBRE DE 1960 No. 1811 EL EJEMPLAR en toda la República Buenos Aires PUEYRREDON 2190 19 T. E. 83 . 2613 3, Senator Fulbright und andere Freunde Nassers jn den Vereinigten Staaten' spre. ehen oft von den ..tieferen demokratischen Tendenzen’ des ägyptischen Diktators. Hier ist ein Teil der Wahrheit darüber: In 'London hat sich ein arabisches Comité zum Schutz der politischen Gefangenen in Aegypten gebildet, an dessen Spitze Mme. Haq steht, Frau eines ägyptischen Diplomaten, der die Freiheit m England der Diktatur in Aegypten vorgezogen hatte. Das Comité veröffentlicht von Zeit zu Zeit ein Bulletin. dessen letzte Nummer ich von englischen Freunden erhalten hatte. Ich stelle ausdrücklich fest: von englischen Freunden. Denn es ist anzuneh. men, das Comité würde bestimmt nicht in Verdacht stehen wollen. Beziehungen von NACHUM WILENSKY zu einem israelischen Journalisten zu unterhalten. Das Bulletin enthält grauenhafte Einzelheiten über die Lage in den Konzentrationslagern des ägyptischen ..Demokraten” Nasser. Vor einigen Monaten erklärten Tausende von politischen Gefangenen den Hungerstreik, um auf diese Weise gegen die Verschärfung des Regimes in den Gefängnissen und Konzentrationslagern zu protestieren. Der Streik dauerte drei Tage. Er wurde beendet, nachdem die Behörden drohten, die Führer der Bewegung zu erschlagen. WER SIND DIE GEFANGENEN? Ungefähr 40.000 Gefangene schmachten jetzt in Nassers Konzentrationslagern. Sie kommen aus den verschiedensten Schichten: Kommunisten, die trotz der Freundschaft zwischen Moskau und Kairo, gegen Nassers Regime kämpften. Gewerkschaftsleute, die sich weigerten, sich der ..Nationalen Vereinigung” anzu. schliessen, die heute die einzige politische Partei Aegyptens ist. Intellektuelle, die es ablehnten, die Hasspropaganda des Ministeriums für Volkserziehung zu unterstüt. zen. Es gibt noch eine andere Kategorie von Gefangenen, und zwar Offiziere und Soldaten. die sich weigerten, awi Militärputsch in Mossul teilzunehmen, der im Vorjahr von Nasser inszeniert wurde. Die Gefangenen werden in der Regel dem Gericht nicht zugeführt. Nur einige Dut- Hiiler-Spuk in Dänemark Die öffentliche Meinung Dänemarks ist in Aufwallung geraten, ein Geist, den man längst für einen verblassten Schatten gehalten, geht als Spukgespenst in Kopenhagen um. Man hatte in Dänemark einfach von ihnen keine Notiz nehmen wollen, von den Nazis. Der Justizminister erklärte, es handle sich um Elemente, die weder menschlich noch geistig voll zu nehmen seien und es hätte keinen Sinn, sie durch ein Verbot der nazistischen Tätigkeit zu Märtyrern zu machen. Aber nun ist ein Meinungsumschwung eingetreten: Presse, Rundfunk und Parlament diskutieren darüber. wie man auf die Erscheinungen des Nazismus im Lande reagieren soll. Die Nazipartei in Dänemark ist nicht heute und nicht gestern entstanden. Ihr Gründungsjahr ist 1932. sie führte ihre Tätigkeit all die Jahre hindurch und besass kurz vor Ausbruch des zwei, ten Weltkrieges bis 1945. als ihre Führer verhaftet wurden, drei Vertreter im Parlament. Fritz Klausen, der Führer und Gründer der dänischen Nazipartei, die sich hauptsächlich aus jütländischen Deutschen rekrutiert, ist im Gefängnis verstorben. Im Jahre 1952 organisierten sieh die dänischen Nazis von neuem und führten offen und unverhüllt ihre Propaganda und nassen hetzerische Agitation durch, die ihnen bislang gesetzlich nicht verboten wurde. Noch vor ziemlich kurzer Zeit kümmtrte sich niemand um sie, mau liess die eifrigen Hitlerverehrer gewähren, denn es wurde allgemein angenommen, es handle sich beim dänischen Nazismus nur um eine völlig bedeutungslose Ra'-J' rscheinung. Irgend ein ■ ü".-Jli.h angefae11tos St• obtiin'.rachen. das von selbst erlöschen müsse. Erst nach den Hakenkreuzschmierereien in verschiedenen Ländern ging auch etwas wie ein Erwachen des öffentlichen Gewissens durch Dänemark; es liessen sich immer mehr ernste Pressestimmen von links bis zu den Konservativen vernehmen, die sich mit der Frage beschäftigten, wie man dem hitleristischen Unfug ein Ende setzen könnte. Die sogenannte „Nationalsozialistische Dänische Arbeiterpartei” soll laut Massgahe ihrer Führer 2.000 Mitglieder (Gesamtbevölkerung 4.25 Millionen) und eine Sturmstaffel von 300 Mann besitzen. Sie gibt eine Monatsschrift „Die Heimat” heraus, die auf .einer Vervielfältgigunsmaschine gedruckt wird. Diese „Publikation”, die unter den Mitgliedern und Sympathisierenden zur Verteilung kommt, und mit der Post auch einigen Zeitungsredaktionen zugeleitet wird, I war es auch, die letzthin starkes öffentliches Aergernis erregte. „HITLERS LEUCHTENDES BEISPIEL" „Die Heimat” schrieb in einem ihrer Beiträge anlässlich einer Hitlergcdonkfejer: „Die gewaltige politische und geistige Führungsrolle, die Adolf Hitler im grossen historischen Kampf um die Befreiung von der Judcnpla- -e geführt hat, ist ein leuchtendes» ein glänzendes Beispiel dafür, wie gross der Beitrag eines einzigen Menschen in der Weltgeschichte sein kann.” Dieser Lobgesang auf Hitler war die Ouvertüre zu langen antisemitischen Tyr fielen gröbster Sorte. die siel) über volle zwei Seiten erstreckten. Das war auch schon für die ruhigen Dänen zu stark. Als erstes reagierte die „Information”, die seinerzeit als Organ der Untergrundkämpfer gegen die Nazideutschen gegründet wurde. Mit weiteren Protesten schlossen sich die im Lande meistverbreiteten Abendblätter an. Auch die konservative Pfesse er-, griff energisch das Wort und setzte sich auf ganzen zwei Seiten, in ihrem Beitrag unter dem Titel „Heil Hitler” mit der nazistischen Tätigkeit auseinander. Während die Debatte auch auf das Haus der Volksvertretung Übergriff und die Gemüter besonders nach den Ereignissen in Südafrika über den rassistischen (Ungeist, der im eigenen Lande umgeht, erregt waren, zeigten sich die Nazis von all dem ganz unangefochten und hielten in Kopenhagen mit allem Aplomb eine Hitlergedenkfeier ab. SS-UNIFORM UND ADOLF-GEMAELDE In der Wohnung des kopenhagener Naziführers trafen sich zur Feier etwa 20 „Kameraden”. Ihr Führer erschien in schwarzer SS- Galauniform mit der Hakenkreuzbinde auf dem Arm. Auf den Tischen lagen die dänische „Heimat” sowie nazistische Schriften aus Schweden, England lind anderen Ländern. An der Wand hing ein riesiges, farbiges Adolf-Porträt unter dem sein dänischer Jünger die feierliche Gedenkanspraehe hielt. Dieser Hitlererbe ist davon „in der Seele überzeugt, dass der Führer am Leben sei. Doch sollte er •nicht mehr unter uns yei- Jen, so lebt doch sein “Wfefk und sein Geist in uns fort.” Nachdem die Oeffentlichlreit durch die Zeitungen über die Einzelheiten der nfe.idiseb-f-'- Tätigkeit hi Kenntnis gesetzt wurde, zent Kommunisten wurden von einem Militärgericht abgeurteilt. Und obwohl ihr Prozess schon vor vielen Monaten stattfand, wurde ihnen das Urteil bis jetzt nicht mitgeteilt. Das Leben der Gefangenen ist in Gefahr, denn das Regime verheimlicht gar nicht seine Absicht, die Unglücklichen allmählich zu liquidieren. Da die Erfahrung gezeigt hat, dass der Mensch sich der schrecklichsten Behandlung anpassen kann, hat die Leitung des Lagers Abu Zaabal ein neues Experiment eingeführt. Die Gefangenen werden dort abwechselnd einigermassen menschlich und dann wiederum unsagbar grausam behandelt. Wie die ägyptische, von deutschen „Fachleuten” geleitete Gestapo feststellen konnte, hat diese ..Methode” glänzende „Erfolge” gebracht. Mehrere Gefangene sind durch diese überraschenden Uebergänge in geistige Umnachtung verfallen. EINIGE NAMEN Unter den Gefangenen, die in eine Irrenanstalt überführt werden mussten, befindet sich Dr. Lois Awad, der beste Literatur-Kritiker des Landes. Auf der Universität hatte er als Schüler Sarwat Okasha, den heutigen Minister für Volkserziehung, der vor kurzem sein Doktorrat auf der Sorbonne erhielt. Dr. Awad hat sich niemals zeigte sie sich ernstlich besorgt. Der bekannte gewesene Kommunist und heutige Sozialistenführer in Dänemark, Axel Larsen, wandte sich an die Regierung mit der Forderung, die nazistische Partei zu verbieten, da ihre Tätigkeit im Widerspruch zu den Grundprinzipien des Menschenrechts stehe und eine Beleidigung der Menschenwürde darstelle. Auch der Justizminister, der es früher für angebracht hielt, die Nazis einfach zu ignorieren, sah sich zu einer ernsteren Stellungnahme gegenüber dem Problem genötigt und erklärte: der Inhalt der bewussten Nummer des Monatsheftes „Die Heimat” gäbe dem Generalstaatsanwalt eine Handhabe, mit einer Anklage gegen die Nazis wegen Verletzung des Strafrechtes hervorzutreten. Im gegenwärtigen Zeitpunkt wurde die Angelegenheit der Polizei zur Untersuchung übergeben, und sobald ein Polizei bericht vorliegt, will der Justizminister seinen endgültigen Standpunkt zu dieser Frage beziehen. Es besteht nämlich der Verdacht in Dänemark, dass von hier aus die nazistisch® Propaganda über verschiedene Länder verbreitet wird. Die dänischen Nazis leugnen jedoch mit der internationalen Hakenkreuzschmierer- Aktion etwas gemein gehabt!zu haben. Israelische UN-Delegation Jerusalem. — Die Frage der Teilnahme Israels an der Sitzung der UN-Generalversammlung. deren Eröffnung für den 20. September anberaumt ist. wurde in * Regierungskreisen erwogen, während der Ministerpräsident sich noch in Ferien befindet. Da Ben Gurion sich entschlossen hat, dieser Ver. Sammlung nicht beizuwohnen, so wird Aussenminister Golda Meir an der Spitze der israelischen Delegation Steden, die in diesem Jahr mehr Mitglieder als je zu- | vor zählen dürfte. Nach der Abreise von Frau Meir * wird Michael Comay, Israels ständiger Repräsentant . vor den UN, die Führung übernehmen.! Zumindest weitere 23 Israelis werden in die UN ' geschickt werden, da die Zahl der UN-Mitglieder nach * der Aufnahme von 15 neuen Ländern auf 97 angewach- ’ sen ist. Das Aussenministerium vertritt den Standt punkt, die Delegation müsste grösser als sein, um die Herstellung genügender diplomatischer Kontakte mit! allen UN-Mitgliedern zu gestatten. (ITA) politisch betätigt. Das wurde ihm auch nicht vorgewor. fen. Er wurde „nur” der feindseligen Haltung dem Panarabismus gegenüber beschuldigt. In Wirklichkeit aber wird er gehasst, weil er es ablehnte, sich an der Propaganda gegen die englische Literatur zu beteiligen, die er besonders liebt und über die er Jahre hindurch Vorlesungen an der Universität hielt. Und hier noch andere Namen, glorreiche Namen von Leuten, die im Sinne der menschlichen Würde es ablehnten, mit Nassers Diktatur zu paktieren. Universitätprofessor Fuad Mursi, der wegen mangelnder ärztlicher Hilfe von einer vollständigen Erblindung bedroht ist. Professor Mursi hat den Chauvinismus, den Fanatismus und die Diktatur immer bekämpft. Schriftsteller Lutfi El Khuli, der heute schwer krank ist. Lehrer Saad Zähren, ein Krüppel, den man zwingt zu kriechen, um an die Stelle zu gelangen, wo er Zwangsarbeit zu verrichten hat. Schriftsteller Mahmud E! Alam, dem man die Arme abgehackt hat. Ismail Abdallah, ein ehemaliger hoher Regierungsbeamter, von dem man seit Januar keine Nachrichten mehr hat. Im Januar, als man ihn zum letzten Mal sah, konnte man feststellen, dass er Zeichen schwerer Folterungen trug, u. a. auch am Kopf. Rechtsanwalt Fawzi Mansur, von dem man keine Nachrichten seit seiner Verhaftung hat. Buchhändler Lutfallah Soliman, dem man offiziell vorgeworfen hat, das Buch „Don Quichote“ verkauft zu haben. Dem ägyptischen Volkserziehungs - Ministerium zufolge soll dieses Buch anti-arabische Tendenzen enthalten! Frau Ingi Efflatun, die einer der ersten Familien Aegyptens angehört und auch in Europa als eine talentierte Malerin bekannt ist. Das sind nur einige der Märtyrer, die in den Konzentrationslagern Nassers den Tod erwarten, weil sie- Gegner der Unterdrückung, und des Fanatismus sind. Die besten Kräfte des Lan. des sind nicht mit Nasser, und das rechtfertigt die Hoffnung, dass eines Tages Aegypten seine Freiheit wieder erlangen und dadurch auch dem ganzen Orient Freiheit und Frieden bringen wird. DIE FREIE WELT ANTWORTET NICHT Vor kurzem starb im Exil, in der Schweiz, Mahmud Abul Fath. ehemaliger Senator des ägyptischen Königreiches, Herausgeber der grossen Zeitung „El Masri” und eine der führenden Persönlichkeiten der Wafd-Partei. Gleich nach dem Umsturz konnte er ins Ausland flüchten, wo er Propaganda gegen das Nasser-Regime betrieb. Sein Bruder Hussein, der in Kairo blieb, wurde zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Mahmud Abul Fath klagte oft über die Haltung der freien Welt, welche seiner Ansicht nach die ägyptische Demokratie ignorierte, dafür aber die Diktatur unterstützte, obwohl es klar war, dass Nasser bereits mit den Feinden des Westens paktierte. Gewiss, die Sowjetunion ihrerseits duldet, dass die ägyptischen Kommunisten von Nasser verfolgt werden. Dafür aber hat sie als Gegenleistung Nassers Unterstützung in der internationalen Politik. In Athen z. B. versuchte der ägyptische Diktator, im Namen seines Moskauer Meisters. Griechenland zu bewegen, die. NATO zu verlassen. Was hat dagegen der Westen von seinem Verzicht auf die Unterstützung der ägyptischen Demokratie? Nichts als Enttäuschungen und Erpressung. Hessische Erzieher besuchen Israel Hessen. — Eine Studien, reise für hessische Erzieher,, die noch in diesem Jahrei durchgeführt werden soll,, wird vom europäischen Erzieherbund in Zusammenarbeit mit der Israel-Mission; vorbereitet, (AWZ) Registro de la Propiedad Intelectual No, 656.635. Impreso en la Imprenta POLIGLOTA — Corrientes 3114

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