Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1810 (6.9.1960)
- Date
- 1960-09-06
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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PUEYRREDON / 2190 — 1’ i*q. J&Je+ftaH&yshaeiiía T, E. 83.2613 Año XXI. BUENOS AIRES. MARTES, 6 DE SEPTIEMBRE DE 1960 No. 1810 Porträt eines Kandidaten Der republikanische Präßidentschafts - Kandidat Richard M. Nixon hat ein warmes und tiefes Verständnis für die Probleme Israels bewiesen. Das Programm der Republikaner hat allerdings viele enttäuscht, weil es schwächer ist als das der Demokraten. Zwar behaupten die Nixon nahestehenden Politiker, dass dieser damit nichts zu tun hätte, weil er sich mit wichtigeren Dingen als dem Parteiprogramm befassen müsse. Sie behaupten, die ursprünglich vorgeschlagene Stellungnahme sei von Senator John Sherman Cooper, dem Präsidenten des Subcomites für das Programm für auswärtige Angelegenheiten verwässert worden, weil man bemüht Mit aller Gewalt versucht Hasser sich erneut in den Vordergrund der internationalen Politik zu drängen, nachdem längere Zeit hindurch andere Probleme im Mittelpunkt der internationalen Diskussion gestanden haben. Die Konferenz der arabischen Aussenminister sollte dem einzigen Zweck dienen, die niemals vorhandene arabische Einheitsfront vorzutäuschen, um damit eine stärkere Rückendeckung als bisher von den afro-asiatischen Staaten zu erhalten. Auch Nasser wollte dabei sein, wenn Einflüsse auf die amerikanische Präsidentenwahl genommen werden, um Versprechungen von den beiden Kandidaten zu erhalten, die zu einem späteren Zeitpunkt in bare Münze umgesetzt werden könnten. Die Hintergründe dieser Nasserschen Machenschaften wurden aufgedeckt, als die Bomben in Amman platzten, die den transjordanischen Ministerpräsidenten zerrissen und zehn weitere Beamte getötet haben, s ron MILTON gewesen sei, den Wünschen des State Department gemäss die Gefühle der Araber nicht zu verletzen. Nixon war wohl derart mit der Frage der Bürgerrechte und der Besänftigung der Liberalen und Konservativen beschäftigt, dass er anscheinend nicht die Zeit fand, auf die Israel betreffende Parteierklärung Einfluss zu nehmen. Seine Anhänger behaupten, diese Erklärung sei „praktisch” bedeutungslos und Nixon werde als Präsident bestimmt Israels Problemen gebührende Rechnung tragen. Dabei verweisen sie darauf, dass Nixon erst kürzlich persönlich intervenierte, um Vielleicht sind in keinem Gebiet die Spannungen jemals grösser gewesen als im Nahen Osten, wo sich die arabischen „Brüdervölker” einen erbitterten Kampf um die Hegemonie liefern, wo sich die Kleinen gegen die Grössen verzweifelt zur Wehr setzen, und wo die persönlichen Interessen und Machtgelüste der verschiedenen Diktatoren ausschliesslich den Gang ihrer Innenpolitik beeinflussen. Feindschaftlich stehen sich Irak und Aegypten gegenüber, zwei Länder, deren Antagonismus durch die Jahrtausende verfolgt werden kann und für das Schicksal des gesamten Orients beinahe immer und ausschliesslich bestimmend gewesen ist. Es dürfte durchaus kein Zufall sein, dass diese beiden stärksten und führenden arabischen Länder von Militärs beherrscht werden, die durch Gewalt an die Regierung gelangt sind und deren Regime sich auf die Bajonette ihrer Prätorianer stützt. Welch’ elend-trauriges Schau. FR1EDMAN Israel bei der Diskussion über den Fall Eichmann in den UN zu helfen. Es heisst, er habe dem USA-Delegierten vor den UN, Henry Cabot Lodge, telefonische Instruktionen erteilt, die nazistischen Kriegsverbrecher energisch anzuprangern und dafür Sorge zu tragen, dass Israel nicht durch den UN- Beschluss gezwungen werden könne, Eichmann an Argentinien zurückzustellen. Als der israelische Ministerpräsident letztens Washington besuchte, sorgte Nixon dafür, dass Ben Gurion ein warmer Empfang zuteil wurde. Er lud ihn in sein Haus und unterhielt sich mit ihm „eingehend und verspiel wird geboten, das eine spätere Zeit kaum verstehen wird. Ins Ungeheuerliche wächst die Schuld der Gross- Imächte an den unterjochten Völkern des Orients, weil sie geduldig Zusehen, wie die „Entwicklungsgelder” nur der Verstärkung der Hausmacht gelten, die Bevölkerungen weiterhin in Not darben und einer hoffnungsi losen Zukunft entgegentreiben. Aber die Grossen, Ost wie West, glauben diesen Vorgängen ruhig Zusehen zu können, weil sie darauf spekulieren, dass eines Tages diese Länder, die so stolz auf ihre Unabhängigkeit sind, ihnen wieder als reife Frucht zufaMen werden, um dann von neuem das beina- | he schon langweilende Schauspiel vom Kolonialismus zur Souveränität zu beginnen. Das ist es, was die Grossmächte bezwecken: all diesen jungen und in ihrer Entwicklung zurückgebliebenen Nationen zu beweisen, dass sie nicht imstande sind, sich selbst zu regieren und des väterlichen Rates benötigen, der nur von diesen „Grossen” gegeben werden kann, mögen sie nun Russland oder Amerika, Frankreich oder Grossbritannien heissen. Dass durch diese Politik — jedenfalls im 20. Jahrhundert — ungeheuer schwere Gefahren für die gesamte Weltlage heraufbeschworen werden, wird geflissentlich übersehen. Unwillkürlich wird man an das Wort von La Rochefoucauld erinnert: „Wir alle sind stark genug, das Unglück anderer Menschen zu ertragen”... Morgen wird an einer anderen Stelle der Erde eine neue Bombe platzen, neue Probleme werden für einige Tage die Oeffentlichkeit beschäftigen, und das, was gestern war, Ist wieder vergessen, bis die ständig Schlei, chende und niemals beseitigte Gefahr von neuem aufständnisvoll”, wie israelische Quellen unterstrichen. Bei verschiedenen Gelegenheiten hat Nixon seinen Abscheu vor dem Antisemitismus bekundet. So verdammte er erst kürzlich die Nazi-Bewegung Rockwells. Als er im vergangenen Jahr Polen besuchte, legte er am Denkmal für die Ghettokämpfer in Warschau einen Kranz nieder. Damals äusserte er, er habe verstanden, dass „rassische oder religiöse Diskriminierung zur Zerstörung der menschlichen Werte führen müsse, die allein den Bestand unserer Zivilisation sichern können." Vor einigen Monaten empfing Nixon den Präsidenten der Bne Brit, Label Katz, und versprach, persönlich den arabischen Boykott und die von den Arabern angewandten Praktiken zu prüfen. Er tat dies auch und verurteilte später die Taktik der Araber. Er nannte die von Saudi Arabien gegen USA-Bürger jüdischen Glaubens durchgeführte Diskrb minierung „eine nicht befriedigende Situation” und stellte fest, dass „die USA sich weiterhin für das Prinzip der Freiheit der Schifffahrt, den freien Zugang zu den internationalen Wassertritt und die Verantwortlichen in den Kabinetten der Weltmetropolen beschäftigt. Nirgends kann der Versuch beobachtet werden, diesen verhängnisvollen Kreislauf der permanenten Krisen zu durchbrechen, um endlich stabile Verhältnisse zu schaffen und damit den enttäuschten Völkern den Frieden zu schenken, den sie alle gebrauchen. Die arabische Rivalität hat | bereits manche Opfer verschlungen. Alle Nachstellungen, die von Aegypten gegen den transjordanischen König angezettel worden sind, haben bisher ihr Ziel verfehlt. Irgendwann, so spekulieren die Drahtzieher, wird er doch als Opfer auf der Strecke bleiben, weil er als Freund des Westens gilt, dem er schliesslich auch seine königliche Existenz verdankt. Hussein von Transjordanien will sich jetzt an die UN wenden, um von ihnen den Schutz zu erhalten, den ihm bei seiner letzten Bedrängnis Grossbritannien so grosszügig gewahrt hatte. Ohne zu zaudern, hat er die VAR, die Vereinigte Arabisehe Republik, beschuldigt, an dem Attentat gegen seinen Ministerpräsidenten beteiligt zu sein. Kairo hielt es noch nicht einmal für notwendig, hierauf mit einer Protestnote oder einm Dementi zu antworten, weil Nasser ganz offen darauf hinarbeitet, den wankenden Thron des jungen Monarchen zu stürzen. Um die konfuse Situation im Naheil Osten zu verstehen, wäre es erforderlich, die gespannten Beziehungen zwischen allen beteiligten arabischen Ländern darzu- Die Oelleitung Elat-Haifa Tel Aviv. — Die Verwaltung der neuen Oelleitung wurde formell einer Gruppe von Finanzleuten übergeben, an deren Spitze Baron Edmond de Rothschild aus Paris steht. Die Uebergabe vollzog sich durch die Unterfertigung eines Kontrakts, den Finanzminister Levi Eshkol für Israel und Baron Rothschild für die französische Finanzgruppe Unterzeichneten. Der Vortrag sichert der Gesellschaft eine Konzession von 49 Jahren auf die Oelleitung, die von Elat über Beer Schewa und Aschdot nach Haifa führt. Bei einem Bankett, das Eshkol nach der Zeremonie veranstaltete, rühmte er die Initiative der Rothschild- Gruppe. Der Name Rothschild, so führte er aus, sei bisher nur mit philanthropischen Werken in Zusammenhang gebracht worden, doch heute sei er mit wichtigen Wirtschafts-Unternehmen in Israel verbunden. Er gab der Hoffnung Ausdruck, dass Rothschild künftig auch Jerusalem in seine Investitions-Pläne mit einbeziehen möge. Die Oelleitung wird vorläufig jährlich t.500.000 Tonnen Rohöl für den internen Gebrauch transportieren. OTA) WIE ICH ES SEHE Neue Krise droht im Orient .von JEHUDA GOTTHEIMER La Exportación de Diamantes Tel Aviv — La exportación de diamantes pulidos a los Estados Unidos tuvo un incremento del 30 % el año pasado y las perspectivas para el año en curso son de un aumento adicional. Según declaraciones del señor Yehuda Devon, director del Departamento de Producción de Diamantes, Israel espera aumentar su producción de diamantes en el año en curso a 60 millones de dólares, comparados con 46 millones de dólares en 1959. Los Estados Unidos absorben aproximadamente el 50 % de esta producción. Hay en Israel 150 establecimientos de esta rama que ocupan a 4.500 trabajadores. Hay también un creciente mercado para los materiales de construcción de Israel. Los Estados Unidos han comprado el año pasado materiales de esta naturaleza por valor de 2.000.000 de dólares. SCHLOMO S. TANGER Israel exportiert Diamanten Tel Aviv. — Die Ausfuhr von geschliffenen Diamanten in die Vereinigten Staaten erfuhr im vergangenen Jahr eine Steigerung von 30 Prozent, und die Aussichten für das laufende Jahr versprechen eine zusätzliche Erhöhung. Nach den Erklärungen von Herrn Jehuda Davon, dem Direktor der Abteilung für die Erzeugung von Diamanten, hofft Israel, im laufenden Jahr seine Diamantenproduktion auf 60 Millionen Dollar zu erhöhen, im Vergleich mit 46 Millionen Dollar im Jahr 1959. Die Vereinigten Staaten sind Abnehmer für an- . nähernd 50 Prozent dieser Produktion. In Israel gibt es 150 Unternehmen dieser Branche, die 4.500 Arbeiter beschäftigen. Auch für Baumaterialien besteht ein wachsender Markt in Israel. Die Vereinigten Staaten haben im vergangenen Jahr Materialien dieser Art im Wert von 2.000.000 Dollar gekauft. SCHLOMO S. TANGER wegen und den vollen Schutz aller amerikanischen Bürger einsetzen müssen.” Die Demokraten verwiesen allerdings sofort darauf, er zum Präsidenten gewählt dass das State Department weiterhin die Araber zu beschwichtigen bemüht sei und Nixon besser daran getan hätte, sein Schreiben an das State Department statt an Herrn Katz von der Bne Brit zu richten, um den Eindruck zu vermeiden, dass zwischen „Wort und Tat” ein Abgrund klafft. Nixowff Parteigänger vertrauen j*1- •doch darauf, dass er, sollte werden, der Forderung nael» Gerechtigkeit im Mittelostea ein williges Ohr leihen wird. Unzweifelhaft bemüht er sich, der amerikanischen Judenheit Achtung und Verständnis entgegenzubringe», und es besteht begründete Hoffnung, dass er konkrete Schritte unternehmen dürfte, um die nordamerikanisch-israelischen Beziehungen zu verbessern. stellen. Für die 'Lage dürfte es charakteristisch sein, dass es überhaupt keine klaren Fronten gibt. Wie die Grenzen zwischen diesen einzelnen Staaten in der unwirtli. chen Wüstg zerfliessen, so bilden die wechselseitigen und gegeneinander stehenden Interessen ein unentwirrbares Knäuel, sodass es nicht mehr zu unterscheiden möglich ist, wer Freund und wer Feind ist. Dieses Drama beginnt bereits bei dem seltsamen Staatsgebilde, das sich VAR nennt. Die Staatenfusion zwischen Aegypten und Syrien ist ein künstliches Produkt einer spielerischen Staatskunst des ägyptischen Usurpators, der seine Versprechungen dem syrischen Volk gegenüber nicht eingelöst hat, weil er sie niemals hat halten können, selbst wenn er jemals die Absicht hierzu gehabt hätte. Selbstverständlich hatten die Syrer ihre Motive, als sie sich auf den Plan eines Vereinigten Arabischen Reiches einliessen. Drei Fronten wollten sie verteidigen, drei politische Absichten gedachten sie zu realisieren, drei Gegner hofften sie zu liquidieren, wenn sie sieh mit Aegypten verbündeten und einen Einheitsstaat mit Nasser an der Spitze formten. Die ernstete Gefährdung bildet« der Irak, der damals in einer eindeutigen Allianz mit dem Westen durch den Bagdadpakt auf die Hegemonie im arabisehen Lager spekulierte. Syrien fühlte sich in seiner Existenz bedroht, da dieses Land allein nicht imstande gewesen wäre, dem irakischen Druck einen entschiedenen Widerstand entgegenzusetzen. Gleichzeitig versuchte Syrien, selbst durch Irak in die Defensive gedrängt, das alte politische Programm eines gross-syrischen Reiches zu verwirklichen, indem es sieh des transjordanischen Staates bemächtigte. Seit den Tagen des ersten Weltkrieges ist der Traum eines Gross-Syriens nicht von der Tagesordnung abges^tzt worden, zu dem neben dem Libanon und Transjordanien auch „Palästina” gehören sollte. Selbst der zionistenfreundliche Feisal trug diesen Ge. danken in seinem Herzen, dessen Realisierung damals an den sich widersprechenden Interessen und Forderungen Frankreichs und Englands scheiterte. Neben der Abwehrfront gegen den Irak und der ag. gressiven Politik gegen Transjordanien spielte der Wunsch einer Revanche gegen Israel für die Syrer eine (Schluss auf Seite 2) Anerkennende Worte Jerusalem. — Sehlomo Tamuz, der Direktor der Finanzabteilung der Jew. ish Agency, äusserte in einer Pressekonferenz, die südamerikanische Judenheit habe zufriedenstellend auf die „Chail”. Aktion geantwortet Er kündigte an, dass’ die nächste Auslosung von „ChaiT’-Titeln am Vorabend von Roseh Hascliono stattfinden wird — (ITA)