Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1809 (2.9.1960)
- Date
- 1960-09-02
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/9616703-9611224-9611808--0687-9611809- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
JÜDISCHE UIOCHfnSC PUEYRREDON 2190 — 1’ i*q. Año XXI. la Jewiana 2&uaeüia T. E. 83.2613 BUENOS AIRES, VIERNES 2 DE SEPTIEMBRE DE 1960 No. 1809 LAGE IN TRANSJORDANIEN Jerusalem. — Der übliche Kontakt zwischen den israelischen und transjordanischen Vertretern wurde wie immer aufrecht erhalten, ■und der Verkehr durch das Mandelbaumtor von und nach der Altstadt ist normal. Die Morde in Amman hatten keinen Einfluss auf den alle zwei Wochen abgehenden Konvoy nach dem Skopus-Berg durch transjordanisches Gebiet, der zeitgemäss abfuhr. In einem Leitartikel über die Lage in Transjordanien, wo König Hussein anscheinend die Situation völlig beherrscht, schreibt das unabhängige Blatt „Haaretz“: „Daraus, dass das Mandats- Palästina zwischen Israel Feisal, Sohn Husseins, nachmaliger König des Irak, der in einer historischen Zusammenkunft mit Chaim Weizmann bereits seine Sympathien für die zionistische Bewegung ausgesprochen hatte, schrieb einen denkwürdigen Brief an Prof. Dr. Felix Frankfurter, den Führer der amerikanisch-jüdischen Friedens - Delegation (am 1. März 1919), in dem dieser Araberfürst folgendes sagte: ,Ieh möchte die Gelegenheit meiner ersten Berührung mit den amerikanischen Zionisten benutzen, um Ihnen das zu sagen, was ich Dr. Weizmann schon wiederholt in Arabien wie in Europa sagen konnte: Wir sind der Ueberzeugung, dass Araber und Juden nahe Rassenverwandte sind, die ähnliche Verfolgungen durch Mächte erlitten haben, die stärker waren als sie selbst, und die durch ein glückliches Zusmamentreffen in der Lage sind, zusammen den Schritt zur Verwirklichung ihrer nationalen Ideale zu tun. Wir Araber, besonders die Gebildeten unter uns, blicken mit tiefster Sympathie auf die zionistische Bewegung. Unsere Delegation und Transjordanien aufgeteilt wurde, hat sich etwas wie eine stillschweigende Sozietät ergeben, und die israelische Sicherheit hängt unter anderen Dingen davon ab, dass die transjordanischen Staatsmänner diese Tatsache anerkennen. Wenn sie ihre Stellungnahme ändern oder hierzu gezwungen werden, so könnte eine vollkommen neue Sachlage entstehen, die uns vor eine äusserst ernste Gefahr -stellt, und in diesem Falle müsste Israel seinen Standpunkt revidieren und handeln, um diese Gefahr aus dem Wege zu räumen.“ Die nationalistische Zeitung „Cherut“ stimmt nicht mit der Ansicht überein, hier kennt genau die Vorschläge, die gestern von der Zionistischen Organisation der Friedenskonferenz unterbreitet worden sind, und wir halten sie für mässig und berechtigt. Wir werden unsrerseits unser Bestes tun, ihnen zum Siege zu verhelfen. Wir wollen den Juden 'unser herzlichstes Willkommen bei ihrer Rückkehr in die Heimat zurufen... „Wir arbeiten zusammen für einen neu gestalteten und wieder auflebenden Ori. ent, und unsere beiden Bewegungen ergänzen einander. Die jüdische Bewegung ist national und nicht imperialistisch; auch unsere Bewegung ist national und nicht imperialistisch. In Syrien ist für uns beide Raum genug... Sicherlich werden bei genauerer gegenseitiger Kenntnis fast alle Missverständnisse schwinden. Ich und mein Volk sehen einer Zukunft entgegen, in der Sie uns and wir Ihnen helfen werden, so dass die Länder, an denen wir 'gemeinsames Interesse haben, aufs neue ihre Rolle in der Gemeinschaft der Kulturvölker der Welt spielen.” — Dieser Brief, mehrere Monate nach dem Erlass der dass die Regierung Husseins eine Sicherheit für die Ruhe an Israels Ostgrenzen darstellt. London. — Der „Daily Telegraph“ zitiert autorisierte Quellen aus Jerusalem, die dementiert haben sollen, dass Israel an der transjordanischen Grenze Truppen zusammengezogen hat, als die Nachricht von der Ermordung des transjordanischen Aussenministers bekannt wurde. Aus den gleichen Quellen verlautete, dass die Armee Israels die Vorgänge in Transjordanien aus der Nähe verfolgt und die heikle Situation mit viel Takt und Aufmerksamkeit geprüft wird. Der Korrespondent teilt Balfour - Deklaration gegeben, ist ein wunderbares Dokument für die Gesinnung und Haltung der führenden arabischen Kreise, die den Zionismus mit Sympathie begrüssten und die Rückkehr des jüdischen Volkes in seine Heimat erwarteten. Es wäre interessant, alle Phasen einer Entwicklung zu verfolgen, in denen sich diese Sympathie in Hass verwandelte. Hier begegnen wir einem traurigen Kapitel britischer Kolonialpolitik, die in erster Linie für diese Wandlung im arabischen Lager verantwortlich ist. Die längst antiquierten Methoden, mit deren Hilfe sich eine beinahe allmächtige Beamtenhierarchie des englischen Kolonialministeriums am Ruder halten wollte, führten zum Verlust einer der wichtigsten Einflusssphären Englands in der Weltpolitik. Die „Grube, die man anderen grub”, wurde zum Grab der grossen britischen Hoffnungen, auf lange Sicht das Schicksals eines Gebietes zu gestalten, in dem die Engländer als Befreier begrüsst und schliesslich als Unterdrücker verjagt worden sind. Heute kann kein Zweifel mehr daran bestehen, dass dig Beamten des Kairoer Büros, das für die britische Orientpolitik verantwortlich zeichnete, die Richtung Feisal stürzten und mit dem Grossmufti von Jerusalem, einer ebenfalls schon der Vergangenheit angehörenden unrühmlichen Grösse, paktierten, um auf diesem Umwege für ihre eigenen Interessen Vorteile zu erheischen. Es war eine Politik, die sich als eine trostlose Fehlspekulation erweisen sollte. Es waren jene Engländer, die alle reaktionären und faschistischen Kräfte im Orient hochzüchteten und damit jenes „andere” England überspielten, dessen mit, es sei selbstverständlich, dass Israel angesichts der Nachrichten von einem Einmarsch syrischer Truppen in Transjordanien oder wenigstens von ihrer Konzentration an der nördlichen Grenze sich nicht passiv verhalten werde, falls Aenderungen in der Region eintreten sollten. W7ie gemeldet wurde, soll UN-Generalsekretär Hammarskjöld dem König Trans. jordaniens mitgeteilt haben, dass sein Gesandter Spinelli Anweisungen erhalten hat, unverzüglich nach Amman zurückzukehren, um jede 1 Hilfe zu leisten, die von ihm gewünscht werden sollte. Gleichzeitig veröffentlicht der „Daily Telegraph“ eine Erklärung eines hohen kanadischen Offiziers, der das Kontingent der UN-Truppen im Mittelosten befehligt. Dieser Offizier berichtet, Nasser habe zwei Bataillone * ausgerüstet, um die Kette der UN-Posten zu durchbrechen und in israelisches Territorium einzumarschieren. „Nasser verfolgt das Ziel“, heisst es in diesem Bericht, „einen neuen palästinensischen Staat unter . Einverleibung israelischen Gebiets zu schaffen und ihn der VAR anzugliedern. Nasser wird versuchen, dies durch Verhandlungen zu erreichen, und wenn sich dies als unmöglich herausstellen sollte, so wird er es durch einen Krieg zu verwirklichen suchen“. (IT£J Tradition Freiheit und Gerechtigkeit gewesen ist, jenes „andere” England, das dann schliesslich in einer wunderbaren Renaissance das Banner der Demokratie entrollte und damit die Voraussetzungen schuf, das Braune Reich und seine Vasallen, unter ihnen den Grossmufti, in einer heroischen Kraftanstrengung zu zerschmettern. Dann aber war es zu spät, und neue verderbliche Einflüsse beschlossen den Weg einer Kolonialmacht, die aus. gezogen war, unterdrückten Völkern zu helfen und deren Politik in Blut und Greuel endete. Die Spuren dieser Gewaltherrschaft sind heute noch nicht überwunden. Die Kräfte, die durch diese Entwicklung an die Oberfläche gespült wurden, verhindern noch immer den Frieden. Sie haben keine Sympathien für die Freiheitsbewegungen der Völker, sie säen Hass und arbeiten für ihre Macht und Grösse. Sie klirren mit ihrem Schwert^ und haben nur das eine Interesse, jede friedliche Regelung zu vereiteln, weil sie wissen, dass dies ihr Ende und schimpflicher Untergang sein würde. Pogrome, Uebei fälle, Plünderungen und Brandschatzungen waren die Waffe, mit der des Muftis Horden den Kampf gegen den friedlichen Aufbau der von ih. nen gehassten „Zionisten” beantworteten. Sie wollten Austausch von Technikern La Paz. — Dr. Paz Estenssoro, der Präsident von Bolivien, wird eine Delegation bolivianischer Sachverständiger nach Israel entsenden, die dort mit der Regierung über die technische Hilfe verhandeln sollen, welche vom ' israelischen Botschafter Dr. Michael Simon an geboten worden' ist. Dr. Simon hat Dr. Paz Estenssoro in Aussicht gestellt, dass Israel der Regierung Boliviens Sachverständige für Aufforstung, die Gründung landwirtschaftlicher Kooperativen, die Anlage künstlicher Seen für den Fischfang und die Besiedlung der Grenzzonen durch die bolivianische Armee zur Verfügung stellen könne. Nach dem Besuch der Bolivianer in Israel wird eine Delegation israelischer Experten nach Bolivien reisen. (ITA) WIE ICH ES SEHE! Programme sind uninteressant von JEHUDA GOTTHEIMER Conceptos de un Sionista Nueva York. — El rabino Dr. Abba Hilel Silver, hablando en la cena que fué ofrecida en su honor, destacó que "el sionismo que construyó el estado de Israel, ahora debe fortalecerlo. Al mismo tiempo instó "porque el sionismo siga vigorizando la vida de nuestro pueblo doquier no sólo por Sion, sino por el Israel universal." El Dr. Silver recibió la medalla Herzl de la ZOA, por servicios extraordinarios a la causa sionista. En una réplica a ciertos dirigentes israelíes que han criticado el movimiento sionista norteamericano, declaró el Dr. Silver: "El sionismo fué la base arquitectónica de la cual fué construido el estado de Israel y la voluntad que lo construyó". Expresó el Dr. Silver que "la diasporá no puede resolver todos los problemas de Israel, pero tampoco puede Israel resolver todos los problemas de la diasporá. Cada cual tiene su vida propia y seguirá tendiéndola. Pero el sionismo puede servir a ambos como un puente siempre abierto para ©1 provecho espiritual y cultural, transmitiendo la inspiración de uno al atro". 1 000 delegados asistieron a la convención y eligieron a Max Bressler de Chicago presidente, FRANK LEHMAN Erklaerungen eines Zionisten New York. — Rabbiner Dr. Abba Hilel Silver erklärte auf einem ihm zu Ehren veranstalteten Bankett, dass „der Zionismus, der den Staat Israel erbaute, diesen jetzt stärken muss.” Gleichzeitig verlangte er, „der Zionismus solle das Leben unseres Volkes überall, nicht nur für Zion, sondern für das universelle Israel kräftigen.” Dr. Silver erhielt die Herzl-Medaille der ZOA Jür seine aussergewöhnlichen Dienste um die zionistische. Sache. In einer Entgegnung an gewisse israelische Führer, die die nordamerikanische zionistische Bewegung kritisiert haben, erklärte Dr. Silver: „Der Zionismus war die architektonische Grundlage, auf der der Staat Israel errichtet worden ist, und der Willen, der ihn erbaute.” . Dr. Silver verwies darauf, dass „die Diaspora nicht alle Probleme Israels, aber Israel auch nicht alle Pro, bleme der Diaspora lösen könne. Ein jeder führe sein eigenes Leben und werde es weiterhin haben. Aber der Zionismus könne beiden als stets offene Brücke dienen zum geistigen und kulturellen Nutzen, so dass einer den anderen inspirieren könne.” Tausend Delegierte wohnten der Konvention bei und wählten Max Bressler aus Chikago zum Präsidenten. FRANK LEHMAN mit aller Gewalt verhindern, dass die brachliegenden Ländereien der Effendi-Kaste in blühendes Land verwandelt wurden, dass neue, moderne Ideen im Orient ihren Einzug halten, die aus den unterjochten Leibeigenen und Sklaven, aus rechtlosen Fellachen, gleichberechtigte Bürger und freie Menschen machen. Das war die Gefahr, die ihnen durch die jüdischen Arbeiter und Bauern drohte. Bis heute sind alle Versprechungen über soziale Reformen, wie sie z. B. von Nasser gemacht worden sind, unerfüllt geblieben. Nur der Hass gegen Israel hält die verelendete ägyptische Bevölkerung in Spannung. Mit Neid und Eifersucht blicken die verarmten Massen der Israel benachbarten Länder auf den wirtschaftlichen Aufschwung eines kleinen Landes, dem un_ natürliche Grenzen aufgezwungen worden sind, und das sich durch den Fleiss, die Energie und die Intelligenz seiner Bewohner dennoch zu einem demokratischen Musterstaat entwickelt hat. Der Neid und der Hass der arabischen Machthaber, deren Throne auf seichtem Boden stehen, wird mit der Festigung der israelischen Wirtschaft und des israelischen Staatsapparates grösser und hemmungsloser. Ohnmächtig sehen sie zu, wie Stein auf Stein gesetzt wird, trotz der arabischen Feindpolitik, trotz der Sperre des Suezkanals, trotz des umfassenden arabischen Boykotts und einer rüden Propaganda, deren einziges Ziel die Diskriminierung Israels in den Augen der Welt ist. Immer stärker tritt in Erscheinung, dass die negative Haltung gegenüber Israel nicht nur das einzige Bindemittel der sogenannen „arabischen Welt” ist, son. dem auch die einzige Möglichkeit bietet, die widerstrebenden inneren Bewegungen und Versuche zur Liberalisierung im Zaume zu halten. Mit wachsender Besorgnis musste Nasser beobachten, dass seine Anstrengungen der Mobilisierung der afroasiatischen Völker gegen Israel zum Scheitern verurteilt waren. Bereits die Bandung-Konferenz zeigte die grossen inneren Differenzen, die nicht nur in der Israel- Frage die neuen Nationen voneinander scheiden. Wichtige asiatische Länder haben die Beziehungen mit Israel aufgenommen, wenn man auch noch immer mit Bedauern das Fehlen und Versagen Indiens feststellen muss, das wohl wie kein anderes Land dazu berufen wäre, gemeinsam mit Israel an einer Gesundung der Weltpolitik zu arbeiten. Die jungen afrikanischen Nationen, soweit sie sich nicht in inneren Auseinandersetzungen verbluten, die von den Grossmächten geschürt werden, haben eine freund- (Schluss auf Seite 2) Kabinettssitzung in Ludd Tel Aviv. — Das israelische Kabinett hielt seine letzte Wochensitzung im Flughafen von Ludd ab. Dies geschah, weil sowohl Premierminister Ben Gurion wie auch die anderen Mitglieder des Kabinetts im Flughafen anwesend sein mussten, um die vielen hochgestellten Gäste zu verabschieden, die nach Teilnahme an der Internationalen Konferenz in Rechowot in ihre Heimatländer zurückflogen. — (ITA)