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Jüdische Wochenschau · 1960-08-26 · 1807 (26.8.1960) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1807 (26.8.1960)
Date
1960-08-26
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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'TTT’Sr * * 1 FRANQJEO PAGADO Concesión 908 TARIFA REDUCIDA CoBcesiÓD 1629 Aiio XXI. BUENOS AIRES, VIERNES 2$ DE AGOSTO DE 1960 No 1807 EL EJEMPLAR« en toda la República Q m Buenos Aires PUEYRREDON 2190 19 iaq, T. E. 83 . 2613 Die Reaktion der Araber Die Meldung, die kürzlich in der persischen Zeitung „Kjhan” veröffentlicht wurde enthielt nichts als bekannte Tatsachen. Sie besagte. dass die persische Regierung vor zehn Jahren Israel die de facto-Anerkennung gewährt hätte, und obwohl die persische Gesandtschaft in Israel aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen worden sei. haben stets persische Konsularbeamte die laufenden Angelegenheiten »wischen den beiden Ländern erledigt. ARABISCHE REAKTION Nach aussen gesehen enthielt dieser Tatsachenbericht nichts, was überraschend ge. wesen wäre oder gar zu einer politischen Krisis führen konnte. Aber die Tatsache der Veröffentlichung •und der Zeitpunkt, zu dem eie erfolgte, zog Reaktionen der arabischen Staaten zunächst des Libanon und Transjordaniens nach sich. Sehr bald jedoch nahm die Vereinigte Arabische Republik den Kampf auf. Ein Geschrei erhob sich, durch das man die persische Regierung einzuschüchtern hoffte. Und anlässlich einer Pressekonferenz mit dem Schah von Persien wurde eine provokatorische Frage aufgeworfen, die den Zweck hatte, vom Schah zu hören, dass eine weitere Annäherung an Isral nicht beabsichtigt sei und die Veröffentlichung in der Zeitung nicht zuireffe. Der Schah liess sich jedoch durch diese Frage nicht abschr ecken, sondern bestätigte den in der Zeitung wiedergeegbenen Tatsachenbericht. Als Antwort darauf erfolgte ein zügelloser Angriff Nassers auf Persien, seine Ankündigung der Ausweisung des persischen Gesandten aus Kairo und der Abbruch der diplomatischen Beziehungen mit Teheran. Nasser verkündete, dass diese Beziehungen nicht wieder aufgenommen werden würden, „bis das persische Volk das Joch seiner verräterischen Herrscher abwirft, welche sich dem Imperialismus und dem Weltzionismus verschrieben haben.” Wenn Nasser damit beabsichtigt von einem Sonderkorrespondenten hatte, den Schah und seine Regierung zu erschrecken, so waren dies vergebliche Hoffnungen. Der Aussenminister Persiens, Abbas Aram, forderte den Gesandten der VAR auf, Teheran innerhalb 24 Stunden zu verlassen und gab den Abbruch der diplomatischen Beziehungen zur VAR bekannt. Ausserdem berief Abbas Aram, nach Meldung eines „Daily Telegraph” - Berichterstatters in Teheran, die Vertreter der moslemischen Staaten in Teheran zusammen und teilte ihnen mit. dass Persien die Beziehungen zur VAR so lange nicht wieder aufnehmen würde, wie sie von einem unausgeglichenen Pharao beherrscht wird, der durch Blutvergiessen regiegiert und dessen Regime nicht mit dem Willen des ägyptischen Volkes Hand in Hand geht. NASSERS VORGEHEN ZURUECKGEWIESEN Wie aus weiteren Berichten zu enthenmen ist, akzeptierten die Mitglieder der Arabischen 'Liga nicht die von Nasser vorgeschlagene Linie, sondern wählten weniger krasse Wege, um auf Persien einen Druck auszuüben. König Hussein schickte einen besonderen Beauftragten zum Schah, und vom Irak und dem Libanon wurden ähnliche Schritte erwartet. Zusammenfassend ist zu bemerken, dass Persien weder etwas Neues über seine diplomatischen Beziehungen zu Israel sagte, noch seine Bereitschaft äusserte, Israel de jure anzuerkennen. Man kann in diesem Augenblick nicht übersehen, welche Reaktionen seitens des Iran auf arabischen Druck hin erfolgen oder welche Schritte in dieser Angelegenheit unternommen werden. Trotzdem kann man auf die Bedeutung dieser Ereignisse hinweisen. Die erste . "Frage, die sich aufdrängt, ist die, welchen Grund die persische Zeitung und später die persische Regierung hatte, wohlbekannte und feststehende Tatsachen gerade in diesem Augenblick zu wiederholen. Trotz der nicht vorhandenen diplomatischen Beziehungen Unverstaendlicher Freispruch Bundesrepublik als Importeur Bonn. — Westdeutschland steht heute an dritter Stelle der Importeure aus Israel und figuriert nach Grossbritannien und USA. wie die israelische Handelsmission in einer Pi-t-ssekon ft n ifeststen - te. Die israelischen Exporte nach der Deutschen Bundesrepublik betrugen Ri Millionen Dollar im Jabro 1939, während sie sich in den ersten drei Mom ton des laufenden Jahres auf U.OJO.OOO Del. lar VlTfcn, :TTA' Wien. — Da gab es bis vor kurzem in Wien eine Zeitschrift, die sich „Wegwarte” nannte, in 'Wirklichkeit aber war sie eine „Antisemitenwarte”. Sie war mehrmals beschlagnahmt worden, ihre Redakteure standen wegen Neonazismus oder Antisemitismus vor Gericht. Zum Schluss, als man in der Redaktionsstube nicht mehr ein noch aus wusste, wurde die Zeitung eingestellt und mit der gesinnungsverwandten „Deutschen Woehenzeitung” verschmolzen, das heisst, man empfahl den Abonnenten in Oesterreich, die „Deutsche Wochenzeitung” nunmehr als Ersatz zu beziehen. Was von der „Wegwarte” übrig blieb, war ein Prozess, über den ein Wiener Geschworenengericht am 28. Juli ds. Js. verhandelte. Angeklagt war der Autor eines in der „Wegwarte” erschienenen Artikels „Europa hoch!”, Hermann Munk, 38, der als Beruf „Student” angegeben hatte, und der Herausgeber der „Wegwarte” Hans Wagner. Wagner ist kein unbe sehriebenes Blatt: er gehört jenem Flügel der Sudetondeutschen an, der viel Verständnis für die Blüten der Naziära aufweist; iiberlies galt er als Exponent der faschistischen „Europäischen Sozialen Bewegung”, die ihren Sitz in Malmö hat. Ausserdem war Wagner in der „Arbeitsgemeinschaft Nationaler Jugendvevbände”, die in7.wioehen wegen neonazistischer Betätigung aufgelöst wurde, tätig und ähnliches mehr. Die Hausdurchsuchung bei den Angeklagten förderte Stösse nationalsozialistischer und antisemitischer Literatur sowie Bilder der Götter des Dritten Reiches zu Tage. Die „geistige” Nahrung, die Munk in seiner „Studentenbude” hatte, bildete den richtigen Hintergrund seines Artikels in der „Wegwarte”. Die Freiheitskämpfer gegen die Barbarei sind Verräter, Volksschädlinge, Fahnenflüchtige, die in Nürnberg gehenkten Völkermörder waren brave Soldaten, die in Schauprozessen durch eine Rachejustiz verurteilt wurden, usw. Das alles konnte man in dem Artikel Munks in der „Wegwarte” lesen, deren Chefredakteur und Herausgeber Herr Wagner ist, der aber diesen Artikel „nur ungenau” gelesen haben will. Von der grossen Aufmachung und Courage, die Munk in seinem Artikel an den Tag legte, blieb vor Gericht nur wenig übrig. Der Angeklagte zeigte sich kleinlaut, rückte von der Aggressivität seines Artikels ab: Er wollte nur brave Soldaten verteidigen. Der Staatsanwalt warnte das Gericht vor einer milden Behandlung der Angeklagten, weil eine solche nur zu eirier Wiederholung führen könnte. Die Geschworenen aber waren anderer Meinung und lehnten die Verurteilung beider Angeklagten in allen Fragen der Anklage einstimmig ab. Das Gericht musste einen Frei, sprueh fällen. Die im Saal anwesenden Zuhörer konnten ihre Verwunderung kaum verbergen. 'TPN) hat sich tatsächlich die Verbindung zwischen Persien und Israel gebessert und in den letzten Jahren erweitert, besonders auf wirtschaftlichem aber auch auf kulturellem Gebiet. Beide Partner haben davon profitiert und sich gegenseitig schätzen gelernt. Die persische Regierung erkennt Israels Stabilität und seine Bemühungen an, sich durch konstruktive Arbeit und friedliche Bestrebungen zu festigen. In der Zeit seit Bestehen des Staates hat sich Israel unter den Ländern des Mittleren Ostens eine Stellung als fester und stabiler Faktor erworben, die nicht durch arabisches Geschrei und Schwertgerassel erschüttert werden kann. Die persische Regierung sieht sich nunmehr dem Problem gegenüber, ihre Beziehungen zu Israel zu normalisieren. FUER ISRAEL UNWESENTLICH Israel hat. heute ein solches Mass an Sicherheit und Stabilität erlangt, dass die Frage der de jure-Anerkennung nicht mehr so wesentlich ist. wie es während der ersten Jahre des Bestehens des Staates der Fall war. Die Verbindung zwischen zwischen Israel und Persien ist für beide Länder wichtig, und obwohl Israel normale Beziehungen mit Persien wünschen würde, besteht es nicht auf deren Festlegung. Israels gemässigte Haltung in dieser Frage hat ihm Achtung eingetragen. Es scheint daher, dass ein Versuch gemacht wurde, die öffentliche Meinung im Iran zu Entwicklungen in dieser Richtung zu erforschen. Arabische Staatsmänner und besonders Nasser glaubten, durch Einschüchterungs- Versuche und Verächtlichmachung des Schahs und seiner Regierung das persische Regime zu erschüttern. Aber damit haben sie sich verrechnet, denn die persische öffentliche Meinung steht hinter der Regierung. Der offizielle persische Standpunkt wurde erneut zum Ausdruck gebracht und darauf hingewiesen, dass lediglich . die Aufrechterhai tung wirtschaftlicher Beziehungen beabsichtigt ist und es bei der de facto-Anerkennung bleibt. Man kann noch nicht wissen, welchen Lauf die Beziehungen in der nächsten Zukunft nehmen werden, aber zwei politische Tatsachen sind erwähnenswert: die feste persische Haltung beweist einerseits, dass der Staat Israel nicht länger als Abschreckungsmittel im Mittleren Osten angesehen wird, und andererseits deutet sie auf ein Sinken von Nassers Prestige hin. Anscheinend denkt Nasser getreu seinem philosophischen System, das er in seinem Buch „Die Philosophie einer Revolution” entwickelt Staatsbesuch aus Afrika Jerusalem. — Das Oberhanupt der Kongo-Republik (Französisch-Kongo) Abbe Fukbert Youlou oefindet sich zu einem Staatsbesuch in Israel. Er wurde im Flugnafen von Ben Gurion und hohen Beamten begriisst. Staatspräsident Ben Zwi empfing den afrikanischen Regierungschef und lud ihn zu sich ui Gast. Bei einer Sitzung der Internationalen Konferenz in Rechowot über die Rolle der Wissenschaften in der Entwicklung junger Staaten führte Youlou den Vorsitz. Er besuchte auch landwirtschaftliche Siedlungen und besichtigte Entwicklungsprojekte sowie militärische An. lagen. Aussenminister Golda Meir veranstaltete einen Empfang für den Gast, bei dem Mitglieder des Diplomatischen Korps zugegen waren. Der Besuch Youlous wird eine Woche währen, in der er in den Negew und durch Galiläa fahren sowie die Heiligen Stätten aufsuchen wird. (ITA) Aus aller Welt Entwicklung der Schiffahrtslinien Jerusalem. — Die ghanaer Schiffahrtslinie „Schwarzer Stern“, die bisher ein gemeinsames Unternehmens Israels und Ghanas war, wird in den alleinigen Besitz Ghanas übergehen, sobald die Regierung von Akkra in den Besitz von 40 Prozent der Aktien gelangt, die sich heute in Händen der Z1M befinden. Die israelische Schiffahrts-Gesellschaft wird die Linie „Schwarzer Stern” gegen Zahlung von 2,2 Prozent der Bruttoeinnahmen weitere 5 Jahre verwalten, wie angekündigt wurde. Ein ähnliches Abkommen ist für die Gesellschaft „Fünf Sterne” geplant, die ein gemeinsames birmanischisraelisches Unternehmen darstellt. Dr. N. Wyadra, der Direktor der Z1M, erklärte, die Gesellschaft betrachte es als ihre Aufgabe, die gemeinsamen Operationen mit ausländischen Regierungen solange zu führen, „bis die Ghanaer oder Birmanen die. hat, dass die Zeit für ihn gekommen ist, der Führer aller Völker des Mittleren Ostens zu werden und ihnen seine Politik diktieren zu können. Vielleicht zwingt ihn die Tatsache, dass es ihm durch revolutionäre Energie und imperialistische" Dreistigkeiten bisher noch nicht gelungen ist, die Regierungen Husseins und Kassems zu erschüttern, dazu, seine Macht jetzt jenseits der Grenzen der arabischen Staaten zu erproben. Aber Nasser hat jetzt eine klare Antwort von Persien und der Türkei bekommen. General Guersel sagte kürzlich als Antwort auf Nassers Forderung, Alexandretta der VAR auzuschjiessen: „Wenn Nasser Alexandretta will, soll er versuchen, zu bekommen.” Anscheinend war General Guersel nicht von Nassers Version der „glän-. zenden ägyptischen Siege” im Sinai im Oktober 1956 sehr überzeugt. ^se Unternehmen selbst bet treiben können, und sie in der kürzesten Zeit hierfür zu schulen. Dann übergeben wir ihnen ihre Linie und gehen nach Hause”, setzte er hinzu. (ITA) Dr. Gerhard Jacoby gestorben New York. — Dr. Gerhard Jacoby, Anwalt von internationalem Ruf und einer der ständigen Repräsentanten, des Jüdischen Weltkongresses in den UN, ist im Aller von 69 Jahren nach kurzer Krankheit verschieden. Jacoby studierte in Berlin und Wiirzburg. Von 1921 bis 1935 war er Richter am Appellationsgericht in Berlin. Damals war er der Direktor einer bedeutenden Anwaltsfirma, die sich mit der Wahrnehmung von Autorenrechten . befasste. Zu seinen Klienten gehörten alle berühmten Schriftsteller der Aera vor Hitler. Im Jahre 1936 verliess Dr. Jacoby Deutschland und ging nach Palästina, wo er bis 1941 lebte. Er ist der Verfasser verschiedener Bücher und Schriften über die totalitären Regime und Studien über die Nachkriegsereignisse in Deutschland. (ITA) Friedhof geschändet Kolmar (Eisass) — Der jüdische Friedhof der elsiissischen Stadt Thann ist von - Unbekannten geschändet worden. Die Grabsteine wurden vor. ihren Sockeln gerissen und umgestürzt. (AWZ) Turm von Babel in Haifa Haifa. — Der Sitz der in. ternationalen Gesellschaft für den Austausch von technisch vorgebildeten Studenten gleicht dem Turm von Babel, denn 100 Studenten aus über 20 Ländern, die 16 verschiedene Sprachen sprechen, sind zu einem praktischen (Schulungskurs in Israel kürzlich eingetroffen. Während ihres Aufenthaltes im Lande werden die Studenten verschiedene Ipdu-- strien besichtigen. (ITA), Registro de la Propiedad Intelectual No. 656 635 Inroreso en la Imprenta "POLIGLOTA — Corrientes 3114

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