Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1806 (23.8.1960)
- Date
- 1960-08-23
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Maries, 23 de Agosio de I960 — 3 DIE EREIGNISSE DER WOCHE VERURTEILUNG ANTISEMITISCHER AUSSCHREITUNGEN Die DAIA hat ein Memorandum herausgegeben, das sich auf eine Reihe von Vorfällen antijüdischen Charakters bezieht, die zu den bedauerlichen Ausschreitungen der vergangenen Woche führten, bei denen ein 15jähriger Cchiiler schwer verletzt, worden ist. Das Memorandum verweist auf die Ereignisse, „deren Ernst die DAIA vom ersten Augenbli: an begriff ■und aus diesem Grunde zur Kenntnis der Behörden und der Oeffentlichkeit brachte.” Es wird festgestellt, dass argentinische Schüler, die zum grössten Teil kaum dem Kindesaltör entwachsen sind, Gegenstand fortgesetzter Einschüchterungen sind. Richtige bewaffnete Banden, die sich selbst „Nationalisten” nennen, haben in der Setzten Zeit eine Reihe von Aggressionen organisiert, wie die an der Ecke Liberfad und Juncal, wo eine Rotte Jugendlicher von einem jeden Schüler Erklärungen politischer und religiöser Art forderte und die jungen Leute brutal misshandelte, wenn ihre Antworten nicht den Ansprüchen der Angreifer genügten. Alle diese Vorfälle wurden zu gegebener Zeit der Leitung des Colegio Nacional Sarmiento zur Kenntnis gebracht, das den Mittelpunkt der organisierten Aggression darstellte, wo sich derartige Zwischenfälle verschiedentlich wiederholten. In der Erklärung wird ferner betont, dass das Problem nicht allein die jüdische Kollektivität sondern die gesamte Volksgemeinschaft angeht, da der Versuch unternommen wird, künstlich Probleme zu schaffen, die keinen Widerhall unter der Bevölkerung finden, um eine Welle der Gewalt zu entfesseln, die durch nichts zu rechtfertigen oder zu entschuldigen ist. Beschluss der UCRP Anlässlich der im Colegio Nacional Sarmiento gemeldeten Vorfälle hat die UCRP einen Beschluss gefasst, durch den „jeder Versuch einer rassischen Diskriminierung und antisemitischen Hasses sowie hitleristische Ideen, die die Demokratie verleugnen, aufs schärfste verurteilt werden.” Die Partei fordert die Regierung auf, strenge Massnahmen zu ergreifen, um derartige Manifestationen zu verhindern, die ein Attentat auf die Rechte aller Schülerkreise des Landes darstellen.” Von der Universität verwiesen Die „Universidad del Salvador” hat eine Erklärung veröffentlicht, die mit den Berichten zusammenhängt, denen zufolge ein Schüler dieser Lehranstalt an den Ausschreitungen teilgenommen hat, die mit dem Ueberfall auf eine Gruppe von Schülern endeten. Hierzu wird erklärt, dass der Schüler C. Casanova Ferro sich in diesem Jahr in der Universität eintrug, jedoch seit Juni nicht mehr zum Unterricht erschienen ist und auch keine Examen ablegte. /ÄU£BL€S _ WototnituMv JETZT AUCH IN BELGHANO CABILDO 774 an der Fed. Lacroze im Zentrum: SARMIENTO 1147 Restaurant »Pasc Paso 452 (al fondo) — T. E. 87-9259; Unter Aufsicht des Vaad Harabonim der Kehilla MITTAGS, und ABENDTISCH Anrichten von kleinen Festlichkeiten und Banketten | iWWWWWWWWVWWWWMMWWWVWV AUTO - REPARATUR - WERKSTATT „BENO“ mmo kutscmnecxer CONSTITUYENTES 4902 Avd«. (Eck« Monifoj T. E. »i - »86 Mit Bezug begaagene schlossen, nähme an auf das von ihm Delikt wird beihn wegen Teilrassischen Attentaten sofort von der Anstalt zu verweisen. Diese Disziplinar-Massnahme wird getroffen, wie ausdrücklich hervorgehoben wird, um den Geist der Lehranstalt zu wahren, der mit den Prinzipien der Universität inf Einklang steht, die gegenwärtig von Schülern verschiedener Rassen und Glaubensbekenntnissen besucht wird. Mütter erbitten Schutz Eine Gruppe von Müttern jüdischer Schülei, die das Colegio Nacional Sarmiento besuchen, erschienen im Innenminister um und ersuchten um Schutz für ihre Kinder. Während der Unterhaltung, die die Mütter mit einem Beamten des Ministeriums führten, verwiesen sie auf die Tatsachen, die allgemein bekannt sind, und baten, man solle ihre Kinder schützen, da sie eine Wiederholung der Zwischenfälle befürchteten. Neue Erklärungen Die christlich-demokratische Jugend wandte sich gegen die antiargentinische Haltung der “Tacuara”- Gruppe, die in unverständlichem Rassenwahn die Strassen von Buenos A^res mit Blut besudelt hat. In einem Communiqué wird dieses neue Ai ffla.-kern d?r Barbarei anar1, siert und festgestellt, dass die an dieser Stelle ausgesprochene „energische Verurteilung e.-- nes jeglischen Angriffs auf Menschen gleich welchen Glaubens, Rasse oder Ideologie, keile positive Lösuig dieses Problems darstellen kann, solange die grundlegenden Faktoren, welche die Zersetzung des Volkes bewirken, latent bleiben”. Der Verband der Studenten der Physik, Mathematik und Meteorologie, welcher der Universitäts-Föderation von Buenos Aires (FUBA) angeschlossen ist, hat ebenfalls ein Communiqué veröffentlicht, in dem der Oeffentlichkeit mitgeteilt wird, dass dieser Verband die vandalischen Akte, die gegen Schüler des Sarmiento- Gymnasiums wegen ihrer Geburt oder ihres Glaubens verübt wurden, aufs schärfste verurteilt. WIZO Die Gruppe Henriette Szold veranstaltet morgen, den 24. ds. Mts, um 16 Uhr, in der Arcos 2319 einen Kulturnachmittag, an dem Herr Rabbiner Marshall Meyer über das Thema „Sind die Israelis Juden?” sprechen wird. Mitglieder und Freunde sind herzlichst eingeladen. Poale Agudat Israel Der bekannte Führer der religiösen Partei Poale Agudat Israel, Rabbiner Dr. Leo Jung, weilt jetzt zu Besuch in Argentinien und sprach in der Schule und Synagoge „Chason Isch” zu der jiidisehen Presse über die weitverzweigte kulturelle und soziale Arbeit der Agudat, deren hauptsächliches Wirkungsfeld jetzt in Israel liegt, die aber auch in allen Ländern der Welt erfolgreich tätig ist. Besonderes Augenmerk legt die Agudat auf die handwerkliche Ausbildung der Olim in Israel, damit sie sich nicht nur dem Studium der jüdischen Lehre, sondern auch dem Existenzkampf, der in einem Aufbauland wie Israel besonders schwer ist, widmen können. Rabbiner Dr. Jung arbeitet in dieser Beziehung erfolgreich mit dem Joint zusammen und findet besonders in den religiösen Kibbuzim mit seinen Ideen Anerkennung. Als erfreuliches Zeichen bezeichnete er die freundschaftliche Zusammenarbeit aller Kibbuzim jeglicher Parteirichtung und Anschauung. Allmählich beginnt sich in Israel die Einsicht durchzusetzen, dass der gesunde Aufbau des jüdischen Staates nur auf der Grundlage unserer Lehre möglich ist. Der Gast wurde von Herrn Rabbiner Dr. Oppenheimer vorgestellt, welcher der 'Leiter der Schule ist, die auch ein Lehrerinnenseminar einzurichten beginnt. Rabbiner Dr. Jung ist in unseren Kreisen kein Unbekannter. Er war früher am Rabbinerseminar in Berlin tätig, bis er vor ca. dreissig Jahren in die Vereinigten Staaten aus- , wanderj^, wo er nicht nur als Lehrer, sonderri auch als politischer Leiter seiner Partei, Direktionsmitglied der Jewish Agency und Schriftsteller tätig ist. 15 Jahre „Machon" In einer Feierstunde, die in der vorigen Woche im Tempel „Libertad” der Congregación Israelita” stattfand und welcher aus dem zentraleuropäischen Sektor u. a. Rabb. Hanns Harf beiiwohnte, ist das 15jährige Bestehen des „Machon”, des „Instituto Superior de Estudios Religiosos Judaicos”, begangen worden. Nach, dem ' “iWincha- und Maariw - Gebet, verrichtet durch einen Schüler des Seminars, erfolgte die feierliche Eröffnung des Aktes durch den Gemeindepräsidenten Max Mazar Barnett, KONGRESS POLNISCHER JUDEN, Paris. — Ende dieses Jahres soll ein Kongress polnischer Juden in Israel stattfinden. In den Vereinigten Staaten, Kanada, Belgien und Frankreich wurden bereits Vorbesprechungen von Einzelheiten durchgeiührt. Es geht um die Forderungen an Deutschland für die Wiedergutmachung der Schäden, die durch die Nazis an Juden verursacht wurden. In Israel leben etwa 400.000 Juden, deren Vertreter Anwelcher kurz die Entwicklung seit den Gründungstagen des „Machon” im letzten Kriegsjahr darstellte, auf die mannigfachen Schwierigkeiten hinwies, die zu überwinden waren, der Besuche von Aussenminister Mosche Sharett und Prof. Abraham Heschel in der Hochschule, sowie der dahingegangenen Lehrer und Förderer gedachte. Nachdem der Redner noch ein Begriissungsschreiben des einstigen Rektors und jetzigen Aw Beth - Ding der Kehilla, Rabb. Jacob Fink, verlesen hatte, erfolgten mehrere Ansprachen von Dozenten, teils in hebräischer Sprache. Es wurden ferner Diplome an scheidende Absolventen verteilt, und je eine Studentin und ein Student sprachen herzliche Worte namens der künftigen Lehrerinnen und Lehrer. Im Mittelpunkt stand ein Referat des hier als Gast weilenden nordamerikanischen Rabbiners Dr. Teodoro Friedman, Vizepräsident des konservativen Rabbinerverbandes von USA, der, eingeführt von seinem Schwiegersohn, Rabb. Marshall Meyer, über jüdische Erziehungsprobleme einst und heute referierte. Das Schlusswort nahm dann der Gemeinedrabbiner Dr. Schlesinger, der nochmals auf das bedeutsame Werk des „Machon” hinwies. — In allen Ansprachen kam die Hoffnung auf die notwendige baldige Umwandlung dieses höheren Lehrerseminars in eine Rabbiner-Hochschule zum Ausdruck sowie der Wert der bestehenden Einrichtung im Kampfe gegen Unwissenheit und Assimilation. C. W. selm Reiss ist; dieser befindet sich jetzt in England, um mit den dortigen jüdischpolnischen Gruppen Besprechungen zu führen. Es wird vor allem darum gehen, einmal das zerstörte jüdische Eigentum zu erfassen. Nur für Lodz allein rechnet man, dass dort durch die Nazis Werte von 200 Millionen Pfund - Sterling konfisziert worden sind. In Warschau und anderen Städten war das jüdische Vermögen noch viel grösser. (AWZ) Die „leicht Gedrückten" bitten um lhre freundliche Aufmerksamkeit: Kleidungsstücke aller Art. die in den letzten Wochen, beim Umzug, etwas ins Gedränge gekommen sind. Die „leicht Gedrückten” sind tadellos in Zuschnitt und Qualität. Nur eben viel billiger — ein „kleiner Fehler” wird für Sie zum „grossen Vorteil”! Kommen Sie bitte bald, um die „leicht Gedrückten' in Augenscnein zu nehmen. Wir sagen „bald”, weil sie natürlich nur in sehr beschränkter Anzahl 2ur Verfügung stehen — wird doch unsere Kleidung stets mit1 Liebe und -Sorgfalt behandelt! Aber auch ein Blick auf die leicht angestaubten Stücke lohnt sich, um sie jetzt für weniger Geld zu kaufen. Jetzt passt es! 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