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Jüdische Wochenschau · 1960-08-19 · 1805 (19.8.1960) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1805 (19.8.1960)
Date
1960-08-19
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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Leo Loe-*' Ir s ti tat lir 1 ov 1 3Ü ■ ■ ... _.\ - fc, íi, U, U. 9S® ¡Jo« S OB U h ti « o FRANQUEO PAGADO Concesión 908 TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 Año XXI. BUENOS AIRES, VIERNES 19 DE AGOSTO DE 1960 No. 1805 EL EJEMPLAR» en toda la República y * Buenos Aires PUEYRREDON 2190 I? isq. T. E. 83 . 2613 Israels Gesundheit macht Fortschritte Der durchschnittliche Gesundheitszustand der Bevölkerung des Staates Israel ist relativ gut, weit bescer als in irgendeinem anderen orientalischen I^and und durchaus vergleichbar mit dem der Einwohner fortschrittlicher, moderner Staaten. Aber das ist nicht nur dem günstigen Mittelmeerklima des Landes zu verdanken, sondern auch den zielbewussten, intensiven Bemühungen des Volkes und seiner Institutionen. Alle die vielen Sümpfe, in denen die gefährlichen Moskitos nisteten, wurden drainiert, und die früher von Malaria verseuchten Gegenden bilden heute die fruchtbarsten Landstriche. Wo die meisten Pioniere der vorigen Generation unrettbar dem Malaria-Tod verfallen waren, leben ihre Kinder heute ohne jede Furcht vor dieser Plage. Eine andere Krankheit, die noch vor einigen Jahren viel Sorgen bereitet hat und inzwischen überwunden werden konnte, ist Tuberkulose. Sie war eine Folge von Unterernährung unu ungesur»*- den Lebensbedingungen eines Teiles der Bevölkerung und besonders vieler Einwanderer aus rückständigen Ländern. Die Besserung des Durchschnitts . Niveaus der Lebenshaltung und die Fortschritte in der kurativen und in der prophylaktischen Medizin, sowie der Rehabilitierung von Erkrankten ermöglichte, im Jahre 1960 die Bettenzahl in Tuberkulose- Hospitälern, die zehn Jahre vorher mit 2.200 für den damaligen Bedarf zu gering war, auf 620 herabzusetzen. Trotzdem blieb die Tuberkulose immer noch ein Problem. wenn auch an Stelle der vielen Hospitalisierungen mehr ambulatorische Behandlung getreten ist. Eine dritte Geissei des Volkes, die ihre Schrecken eingebüsst hat. ist die Kinderlähmung. Durch umfangreiche Impfaktionen mit dem Salk-Serum, das in Israel in grossen Mengen und in erstklassiger Qualität hergestellt wird, gelang es, diese schreckliche Krankheit von MEIR FAERBER, Tel Aviv Eshkol reist nach USA Tel Aviv. — Finanzminister Levi Eshkol wird im nächsten Monat nach Nordamerika reisen, um die Möglichkeiten für grössere Investitionen zu studieren und eine Anleihe von der Fntcrnatio. na’cn Bank Mir Wie craufbau und Entwicklung zu erlangen, die dem industriellen Ausbau der Pottasche . Industrie am Toten Meer dienen soll, lieber di'sc Möglichkeiten im-tte er auch in England und Frankreich Verhandlungen f ihren. UTA' ] niederzuringen. In schweren Epidemien wurden seit 1949 mehr als 5.500 Kinder von Polio . Lähmung befallen. Seit 1956 liess das Gesundheits _ Ministerium 400.000 Kinder mit dem Salk-Serum immunisieren, so dass etwa 90 Prozent aber Kinder im anfälligen Alter geimpft wurden. Im Jahre 1959 wurden nur 36 Fälle von Kinderlähmung gemeldet, gegenüber 550 im Jahre vorher. und von Januar bis Ende Mai 1960 wurden gar nur neun Erkrankungen registriert. Die Wissenschaft begnügt sich aber auch mit diesen Erfolgen noch nicht, und in den israelischen Laboratorien werden momentan Versuche mit einem Serum von lebenden Bazillen gemacht, von dem man sich noch grössere Wirksamkeit erhofft. Die Gesundheits-Behörden und der private Hilfsverband für poliogelähmte Kinder (Ilanshil) haben im Jahre 1959 etwa 800 Kindern orthopädische Geräte besorgt, und in den kommenden Wochen und Monaten sollen an ungefähr 2.000 Kindern Operationen vorgenommen werden, um auf chirurgischem Weg Hilfe zu leisten; Fachärzte und Hospitäler wurden für die Zeit der Schulferien für diesen Zweck bereitgestellt. Nur durch hohen Einsatz aller Faktoren, Fähigkeit und aufrichtige Bemühungen Hessen sich diese drei schweren Krankheiten bekämpfen, und auch die Statistik vieler anderer Krankheiten zeigt ein ebenso oder ähnlich erfreuliches Bild der Entlastung. Als Ergebnis der Besserung der durchschnittlichen Gesundheitslage sank die allgemeine Bevölkerungs-Sterblichkeit von 6,71 pro mil im Jahre 1948 auf 5,89 pro mil im Jahre 1959, und die Erlebens-Erwartung stieg auf 68 Jahre für Männer und auf 71 für Frauen. Die Säuglingssterblichkeit innerhalb der jüdischen Bevölkerung hatte vor der Staatsgründung 29 pro mil Lebendgeburten betragen, erhöhte sich dann sprunghaft durch die Masseneinwanderung aus DP-Lagem und rückständigen Ländern auf die besorgniserregende Rate von 46,2 pro mil Le. bendgeburten im Jahre 1950 und sank dann wieder auf 27,25 im Jahre 1959. Dies ist, wie im Bericht des Gesundheitsministeriums im Rahmen der Budgetdebatte nes Parlaments betont wurde, eine der niedrigsten Kindersterblichkeitsraten der Welt und stellt Israel in der internationalen Statistik an die vierte oder fünfte Stelle, Auch die Diskrepanz zwischen den verschiedenen Bevölkerungsscbichten des Landes wurde im Laufe dieser Jahre überwunden; innerhalb des arabischen Sek- ■ tor», w# die Säuglingssterb lichkeit 95.8 pro mil im Jahre 1947 der Lebendgeburten betragen hatte, sank sie derart, dass sie '959 nur 43 pro mil bet ug, also weitaus, weniger als in irgendeinem arabischen Land. Die Krankenhäuser Israels zeichnen sich besonders j darin aus, dass mit Bezug auf die ärztliche Behandlung alle auf anerkennenswertem Niveau stehen, das auch nach internationalem Masssfab als gut bezeichnet werden kann. Nach der jetzt erfolgten Eröffnung des grossen Hospitals der Gewerkschaftskrankenkasse in Beer Sche'wa und des Regierungshospitals in Askalon werden 3,15 Krankenhausbetten pro tausend Einwohner zur Verfügung stehen. Durch fachmässige ätzt’che Pflege und sparsame vernünftige Ausnützung der Hospitalisierungs-Möglichkeiten bemüht man sich, aus den Gegebenheiten das Bestmögliche'herauszuho'en. UNGELOESTE AUFGABEN Vor besonders schwere Aufgaben sehen sich die Gesundheitsbehörden hinsichtlich Geisteskrankheiten gestellt. Die ungeheurefl Leiden, die das jüdische Volk im zweiten Weltkrieg durch den deutschen Nationalsozialismus zu erdulden hatte, blieben auf den Seelen- und Geisteszustand der Ueberlebenden dieser Hölle nicht ohne nachhaltige Folgen. Auch unter Jugendlichen ist heute Geistesgestörtheit verbreiteter als in früheren Generationen, oder aber die Diagnose und die Statistik erfassen heute mehr Krankheitserscheinungen als früher. Die Behandlung dieser unglücklichen Kranken und die Bekämpfung ihrer Leiden bilden heute die ungelöste Hauptaufgabe der zuständigen Behörden. Man bemüht sich, das System der Hospitalisierung in geschlossenen Anstalten zu überwinden und an seiner Stelle Rehabilitierung der Kranken Unbeugsame Haltung Moskaus Wieder ein Nazi verhaftet Wien. — Egon Scheinflug, ehemaliger Chef der österreichischen SS-Einheiten, der der Mittäterschaft bei den in Osteuropa während des zweiten Weltkrieges begangenen Massenmorden an Juden beschuldigt wird, ist Pressemeldungen zufolge jetzt verhaftet worden. Scheinflug wird angekiagt, an der Ermordung zehn tausender Juden in Vitebsk, Jitomir und anderen ukrainischen und xveissrussischen Städten mitschuldig zu sein. (ITA) zu erreichen. Von 1,38 pro mil der Bevölkerung im Jah. re 1948 stieg die Zahl der für Geisteskranke verfügbaren Anstaltsbetten im Jahre 1959 auf 2,39, aber auch das is viel zu wenig, und überdies müssen die Anstalten in geeignetere Häuser überführt werden, da sie in völlig unpassenden Gebäuden behaust sind, wie z. B. im Festungsgefängnis Akko. Anfang 1960 gab es in Israel 5.000 Betten in Anstalten für Geisteskranke, die Hälfte davon in staatlichen Krankenhäusern, und im Laufe dieses Jahres sollen weitere 224 Betten hinzugefügt werden. Das Gesundheitsministerium will jetzt an die Stelle der Behandlung in geschlossenen Heimen, wenn das individuelle Krankheitsbild dies zulässt, ambulatorische Behandlung setzen, wozu einige Polikliniken unter diesem Gesichtspunkt ausgebaut werden müssen. Ferner sollen Nachtheime (Hostels) für Geisteskranke errichtet werden, die tagsüber einer produktiven Beschäftigung nachgehen können. In Jaffa besteht bereits ein solches Heim mit 18 Betten. In allen Fällen soll möglichst versucht werden, soweit die Genesung des Kranken zu erreichen, dass er ins Gesellschafts. und Erwerbsleben zurückgeführt werden kann, auch wenn er unter ständiger Beobachtung bleiben muss. In den allgemeinen Krankenhäusern sollen psychiatrische Abteilungen eingerichtet werden. Ein Zeichen der Zeit, das in anderen zivilisierten Ländern nicht weniger als in Israel zum Ausdruck kommt, bildet die Häufung von Krebs- und Herzkrankheiten und Störungen des Blutkreislaufes als hauptsächliche Todesursache. Die Forschungsinstitute nehmen an den Vorarbeiten zur Bekämpfung dieser Krankheiten regen Anteil, und insbesondere von den Forschern der medizinischen Fakultät der Hebräischen Universität Jerusalem und des Wissenschaftlichen Weizmann-Instituts in Rechowot darf man einen Beitrag zu den weltweiten Bemühungen im Ringen der Menschheit gegen ihre Hauptfeinde erhoffen. In Israel sind zwar fast 5.000 Aerzte tätig, aber in den Fntwicklungsorten, in entlegenen Dörfern fehlt es trotzdem an ärztlichem Beistand, und Regierung und Krankenkassen bemühen sich — bisher vergebens — 63 Aerzte für die Entwicklungsgcbiote besonders im Süden des Landes zu mobilisieren. Jerusalem. — Das Bedauern Israels über die Haltung der sowjetischen Regierung, aie jüdischen Anträgen auf Auswanderung nicht stattgegeben hat, wurde in der Knesset von Aussenminister Golda Meir zum Ausdruck gebracht. Viau Meir enthüllte, dass 9.236 Gesuche von Israelis für ihre Verwandten in Russland eingereicht wurden, damit diese nach Israel emigrieren könnten, doch nur einige wenige seien günstig entschieden worden. Frau Meir teilte mit, dass das Rote Kreuz ersucht worden sei, zugunsten der Anträge zu intervenieren, doch habe man die Antwort erhalten, die sowjetischen Behörden sähen keine genügende Veranlassung, eine Auswanderung zu gestatten. Obwohl viele Anträge aus zwingenden familiären Gründen gestellt wurden, um die Wiedervereinigung von Eheleuten, Eltern und Kindern herbeizuführen, so seien doch keine Bewilligungen erteilt worden. (ITA) OFFENE PROBLEME Seit Jahren vollzieht sich in Israel ein hartnäckiges Ringen zwischen den Arbeiterparteien, den Anhängern des jetzigen Systems unabhängiger. Krankenkassen, die aus staatlichen Mitteln unterstützt werden, «her natürlicherweise nur für ihre Mitglieder sorgen, — und den anderen Parteien wie Cherut, Allgemeine Zionisten und Progressive, die für Verstaatlichen der Gesundheitsfürsorge eintreten. Diese weisen darauf hin, dass in Israel pro Kopf der Bevölkerung im Jahresdurchschnitt 100 IL für Gesundheitsfürsorge aufge- ■wandt wird, ohne dass alle Einwohner vollen Gesundheitsschutz geniessen, während in England, dem typischen Land der gut funktionierenden, lOOprozentigen Krankenversicherung nur 10 Lst (das sind etwa 60 IL) pro Kopf und Jahr für diesen Zweck gebraucht werden. Der Mangel an Koordination der Institutionen trägt die Schuld an einer Doppelgeleisigkeit, welche die Rentabilität der Arbeit unmöglich macht und zu Vergeudung führt. Ein Untersucnungs . Ausschuss, den die Regierung eingesetzt hat und der unter Leitung des Sozialversicherungs-Fachmanns Dr. Kanev tätig war, hat seine Empfehlungen für die erste Phase auf dem Wege zur Vcr staatlichung der Gesund j heitsfürsorge ausgearbeitet, aber dieser Vorschlag stiess bei den Befürwortern der Verstaatlichung auf Widerstand, da ,gr nur allgemeine Hospitalisierung, nicht aber sonstige Gesundheitsdienste für Nichtmitglieder der Krankenkasse vorsieht und auch auf diesem Gebiet durch Erhöhung der Kostenbeteiligung der Regierung und Verringerung des Anteils der Krankenkassen für Letztere zwar günstig, für den Staat aber ungünstig wäre. Auch kam nach diesen Empfehlungen die grosse Krakenkasse der Allgemeinen Arbeitergewerkschaft weit besser weg als die kleinen, unabhängigen Krankenkassen, deren es immerhin auch einige gibt. Die Progressive Partei hat in ihrem mit der Mapai geschlossenen Koalitionsvertrag die Forderung aufgestellt, die Krankenkassen zu verstaatlichen, und es ist durchaus möglich, dass dieses Problem binnen zweier oder dreier Jahre doch einer Lösung zugeführt werden wird. Zwangsanleihe Jerusalem. — Das Kabinett stimmte in einer Sondei'sitzung für eine Zwangs, anleihe in Höhe von 15 MiL lionen IL, die das staatlich* Schatzamt benötigt, um Budgetausgaben zu decken, die den für den Staatshaushai . festgesetzten Betrag überschreiten. Die Anleihe ist ein Teil des Zusatz, budgets von 150 Millionen IL und wird "n Form von Vorauszahlungen auf Besitzsteuern und Steuern für Kriegsschäden - Versicherungen erhoben. Die Regierung hat der Progressiven Partei die Zwangsanleihen ablehnt, zu. gestanden, sich bei der bevorstehenden Debatte über dieses Projekt in der Knesset der Stimme zu enthalten. (ITA) Führer der Jugend Jerusalem. — Eine Gruppe von 107 Jugendf ührern'x aus dem Ausland, im besonderen aus Südamerika, wurden in der 25. Klasse der Madrichim der Jewish Agen- . cy diplomiert. Aus Argenti-1 |nien kommen 34 Jugendli-’ che, 25 aus Südafrika, 17 aus, Brasilien, 8 aus Uruguay, 7' aus Australien und einige aus Mexiko, Chile, Kuba,'5 Perú, Costa Rica, Venezuela, Kolumbien, Italien und NeuJ Seeland. (ITA) ¡Í Neuer Grosstanker Tel Aviv. — Der neue Grosstanker „Aurora” traf im Hafen von Elat auf seiner Jungfernfahrt aus Japan ein. wo er gebaut wurde. Es handelt sich um ein 47.000 Tonnen . Schiff. Es gehört der schweizer Investitions-Firma Somerfän und wurde ruf seiner ersten Reise mit Japanern unter dem Kommando eines 4 englischen Kapitäns benannt. Nunmehr wird eine israelische Mannschaft das Schiff übernehmen. Die Somerfin arbeitet mit der ZIM und El Yam zusammen. (ITA) ä Registro de la Propiedad Intelectual No. 656.635 Impreso en ta Imprenta POLIGLOTA - Corrientes SIM i--, ,^'L ’■*, i? .¿i

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