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Jüdische Wochenschau · 1960-08-16 · 1804 (16.8.1960) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1804 (16.8.1960)
Date
1960-08-16
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German, Spanish
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[DR «ni KUNST rkr Chassidismus ***** 'ïta«ïi d!es€n% 1 bei dea -.“e sich l 1'.d« aW Serien, J» tstammt,-- * r Rabbinerkotfj. roloächyn ma^ darüber -hassidim erzäbj. Mitternacht seien elen zum Baal Ä' gekommen und um einen „Tbk. ■ Erlösungstat ge. T junge Maimon, eh Fischmann ge rliess den Raum er, die meintai, ch verletzt fühlte, ulte nur ein Bach Bibliothek der Jend bat die Rabbizwei Zeilen vorürfen. Dr.d er last macht kamen ar. zum Gaon von I baten ihn um ei iin...”. GrosseBelerrschte im Kreihnagdim. Der Gavon Wilna war asse Gegenspieler lismus, und nun BEN-CHORIN sollte ihm derselbe Hokuspokus liachgesagt werden? „Das kann doch nur ein Narr geschrieben haben!”, schrien die erbosten Mithnagdim. Da zeigte der junge Jeschivva-Bachurdas Titelblatt des ominösen Werkes, das als Verfasser Rabbi Chajim von Woloschyn angab, den Gründer ihrer eigenen, raionalistischen Jeschiwa... Die Anekdote wirkte wie ein Blitzlicht auf vergangene, längst vergangene Streitigkeiten. Aber ich habe das Auditorium im Verdacht, dass es weder an die Geschichte vom Baal Schern noch ah die vom Gaon von Wilna wirklich glaubt, denn auch hier sassen mehr aufgeklärte Freunde und Interessenten des Chassidismus als wirkliche Chassidim. Das trifft auch auf Referenten wie Salman Schasar zu, den Vorsitzenden der Zionistischen Exekutive und Mapai-Führer von altem Schrot und Korn, der zwar Folklore liebt, aber kaum an „Thikkunim” im Seelenreich glaubt. Und auch Auftreten und Tenor des Knesset-Abgeordneten Jizchak Raphael, Erb-Prinz im Mossad Haraw Kook, atmete wenig „Chassides”. So ganz ohne Bart und Pejot, so ganz ohne langen Rock und Strejmel können wir uns eben die echten Chassidim nicht vorstellen... sagte mir ein echter Chassid, der ostentativ fern geblieben war. Ja, die Beizer und die Gerer Chasidim, die ihre grossen Höfe und Jeschiwot in Jerusalem haben, glänzten durch Abwesenheit. Wir aber vermissten sowohl im Rahmen der Historischen Gesellschaft wie auch im Mosad Haraw Kook den Botschafter des Chassidismus an die westliche Welt, Prof. Martin Buber, ohne aen die Welt nichts vom Chasidismus wüsste. Aber der Prophet gilt nichts in seinem Vaterlande, oder wie man hebräisch sagt: „Ejn Navi be-Iro”, was hier noch genauer zutrifft. Zwischen echten und literarischen Chassidim stand der Hauptreferent der Eröffnungssitzung Dr. Jehuda Ibn Schmue.1 (Kaufmann). Fünf Grundelemente umfass1, die Lehre des Baal Schern vom Mensci.en, führte er aus: Die Leiden, die Aufnahme der Leiden, das Gebet, das Heil (Jeschua), und di« Danksagung (Hodaja). Reich an Leiden war der Baal Sehern. In Freuden nahm er sie auf und verwandelte sie in Freude. Im Gebet löste er seine Seele zum Aufstieg in höhere Welten, so empfing er das Heil (die Gnade) und verkündete den Lobpreis des Schöpfers. Diese Grundhaltung kann auch dem heutigen, suchenden Menschen eine Anleitung im Leben sein. Aber was sollen wir sagen, wenn die Chabad.Chassidim des Lubawitscher Rebben Flugblätter verteilten, auf denen u. a. zu lesen stand, der Baal Sehern habe selbst bezeugt, dass ei zehn Jahre lang von Achia Haschiloni, einem Propheten aus der Zeit des Königs Jerobeam I unterwiesen worden sei, der ihm Nacht für Nacht erschienen ist? Hand aufs Herz: wer im Saale sah darin mehr als eine sinnreiche Legende? Mein alter Chossid hatte wohl recht, wenn er bezweifelte, dass alle diese Neo-Chassidim im Strohhut und Polo- Hemd wirkliche Jünger des Beseht sind. st in Safed siete sich in Jerusalem niederzudort sein Handlassen und die Churba auf- Die Geschichte zubauen; den Moslems wurs zwischen den de untersagt, sie zu stören; m und den Aradie Schuliforderungen wurhier nicht erden annulliert. Das war ein en. Sie hatte ihvielversprechendes Ergeb-; bereits um die nis der Unterredung, und 13. Jahrhunderts, Salman kehrte hoffnungsiosche ben Nachvoll zurück, jan) aus Spanien Bald belebte sich der vielem, erreichte eiumkämpfte Platzmit Asch. Höhepunkt mit kenasim, und auch die Faunen des Rabbi milie Salmans kam aus Sa- ■hassic aus Pol® fed nach Jerusalem. Doch des 18. Jahrhüfl' die Gefahren blieben besteen unter dem hen. Die Araber verfolgten Sabbatai Zwiinsbesondere den Mann, destehende Anhänsen Schritte ihnen wohlbeplatz der Churkannt waren. Zweimal riehßahroen und bi tr-ten sie die Waffe gegen n wurden. ihn: das zweite Mal wurde :er.asim ^°"ten er schwer verwundet und Jezeit wieder in starb als völlig Gelähmter ¿es Areals kom- 1851. ¿er treibende Es wirft ein Licht auf die e Salman Zoref. Zustände, die damals innerhe Gewänder gehalb der jüdischen Bevülkeen er hdu®er 111 rung zu Jerusalem herrsch. ,m die Möglichten, wenn die Chronik be- UVerwirklich richtet, die sefardische Gei* seiner Anmeinde habe sich geweigert, ^¿fen Es die Bestattung des Toten P nach AegyP16“ auf Friedhof zu erlaube Grund von ben. Zuerst müsse das Geld des österr®1, bezahlt werden, das Salman 4 preussisebeo Zeref ihr schulde. Erst nach ‘ einer *0* drinsender Fürsprache des . Ali, demTii Baw Salant hätte sich die 6 f Cf!ewra kadischa gefügig ge. zei8t und dem Toten einen Plata zur letzten Ruhe gewährt. Vier Generationen — vier ***** liciten das bemerkenswerte Abschnitte in der Entwicklung des Jischuw! Salmon Zoref lebte noch ganz in der Atmosphäre, die er aus Osteuropa mitgebraeht hatte. Mordechai trat aus ihr heraus, begleitete sich zum Uebergang auch in die Welt „profaner“ Arbeit vor, ohne jedoch den entscheidenden Schritt zu wagen. Joel Mosche gründete in der Altstadt seine Druckerei, gibt Zeitungen heraus, hilft Nachla-Schiwa erbauen und die erste Bauernsiedlung errichten und erwies sich als weltoffener Mann. Und schliesslich Chajim Salomon, der nun als repräsentativer Industrieller sein Leben gelebt hat. Diese Generationsfolge ist keine Einzelerscheinung geblieben. Eine nicht geringe Anzahl von Namen anderer Persönlichkeiten, die einen guten Klang in Israel haben, künden uns von ähnlichen Wandlungen. Juedische Buchhandlung1 ‘ TALESSIM, MACHSO¬ RIM (span. Uebersetzg.) LUACH 5721, Neujahrs- Glückwunschkarten G. KAPLANSKY Corrientes 2883 T. E. 87-8753 MUSIK IN BUENOS AIRES ANDRE VADERNOOT DIRIGIERT ST A ATI., RUNDFUNKORCHESTER Der belgische Dirigent, der uns vor zwei Jahren auf dem gleichen Podium zum ersten Mal begegnete, ist eine typische Zeiterschei. nung. Bei seinem Debüt glaubte man, mit einem zu grössten Hoffnungen berechtigenden Künstler zu tun zu haben der mit erheblichem Fleiss und oft das Genie vorausahnen lassendem Temperament das L. R. A.-Orchester zu gediegenen und sehr guten Leistungen anspornte. Nun erwartete man, einen gereiften, vorwärtsstrebenden Artisten wiederzusehen, der die damals gehegten Erwartungen bestätigte. Nichtsdestoweniger kam diesmal der Routinier Vandernoot zu uns dem die Pose über das Gefühl, der Effekt über den Ernst der Sache geht. Der Belgier ist ein Pultakrobat, ein ausgezeichneter „Verkäufer“ geworden. Bei nahezu allen seinen Interpretationen offenbarten sich die gleichen Mängel. Die „Erste“ von Bahms, seine Schicksalsymphonie, oft auch als Beethovens „Zehnte“ bezeichnet, litt unter erheblichem Gefühlsmangel, zumal vornehmlich das Brillante, das Aeusserliche herausgekehrt wurde und die tiefe Tragik und der endliche Durchbruch „per aspera ad astra“ erfüllt blieb. Die „Symphonie Phantastique“ von Berlioz wies den gleichen Defekt auf; polierter äusseriieher Glanz und berechneter Effekt verdeckte das Diabolische. Am ärgstsn lagen die Sachen bei Strawinsky’s “Sacre”. Wir-sind in Buenos Aires von diesem Meilenstein der Mus:kgeschichte derart erstklassige und gültige Versionen gewöhnt, dass Vandernoot hierbei lediglich den Titel eines zuverläss:gen Taktschlägers verdient. Der „Sacre de Printemps“ ist bei weitem kein Tumultwerk, zu dem es unter diesem Dirigentenstab wurde. Das Orchester hielt sich gut. Das Publikum nicht; denn sonst hätte bei den drei Konzerten der unglaubliche Beifall nicht sein können und dürfen. PAUL KLECKI UND DANIEL BARENBOIM IN ..AMIGOS' Der junge jüdische, hier geborene Pianist, der seine Auslandsstudien beendet und sich bereits überall einen Namen zu machen beginnt, gab unter einem denkbar günstigen Stern sein Rentrée. Unter Kleckis einfühlender Begleitung spielte er das erste Klavierkonzert op. 15, d.moll von Brahms in nahezu vollendeter Form. Eine ungewöhnliche geistige Leistung in Anbetracht der Jugend des Virtuosen — denn v ein solcher ist er bereits — und eine ebenso brillante technische Leistung. Barenboim wird seinen Weg in kurzer Zeit machen, wenn er ernst und ohne Konzession nen weiter an sich arbeitet. Im Programm hörten wir des weiteren eine gross angelegte Beethovensche 4. Symphonie b-dur op. 60, die leider unter Probenmangel litt, und ein perfektes Concerto Grosso op. 6 Nr. 10, dmoll von Händel, bei dessen Aufführung lediglich der fehlende „continuo” zu bemängeln wäre. Ljerko Spiller, Francisco Bedini und Luis Walter Pratcsi waren hier die guten Solisten. Es gab für Barenboim, Klecki und das wie immer erstklassige Orchester grossen Applaus. JOHANNES BRAHMS: „EIN DEUTSCHES REQUIEM" Die glückliche Idee zweier Konzertgesellschaften, ihre mit erheblichen Kosten ver. bundenen Oratorien-Aufführungen als Gemeinschaftsproduktion herauszubringen, wurde im vergangenen Jahr begonnen und zeitigte auch hier wieder schönste Früchte. Jen iS grandiose „Requiem”, das gleich Handels „Messias“ und der Bachpassionen und seiner Hohen Messe weit über allem Konfessionellen und Dogmatischen steht, erfuhr unter der kundigen Hand Paul Klekkis. dem Orchester der „Amigos de la Música” und dem von Carlos Berardi gut vorbereiteten Chor der „Asociación Wagneriana” eine wundervolle, innige und inbriin. stige Aufführung. Das unsterbliche Opus des grossen Spätromantikers, der sich den Text selbst aus Worten beider Testamente zusammenstellte und das Werk dem Andenken an seine Mutter komponierte, ist eine einmalige Aussage in der herben und dennoch tief ans Herz greifenden Sprache eines einsamen Genies. Klecki machte das „Requiem” zum Gegenstand einer über aller Kritik stehenden Version. Gefühl, Respekt und tiefste Musikalität sind die Komponenten des Resultates, an dem der Dirigent, die Soliisten Maria Kalay und Angel MattieJlo sowie Chor und Orchester gleichen Anteil haben. Das in einem pausenlosn Guss gebotene Werk hinleriiess bei den Auditorien einen sehr nachhaltigen Eindruck, der leider durch Applaus — wir haben uns gegen ihn bei geistlichen Werken an dieser Stelle mehrmals ausgesprochen — etwas beeinträchtigt wurde. c.n Tod eines Komponisten Im 81. Altersjahr starb der Komponist Joseph Haas, der viele Jahre das Münchner Musikleben entscheidend beeinflusst hatte. Seit Jahren besteht eine Joseph.Haas- Gesellschaft. PUBLIKATIONEN DES LEO BAECK INSTITUTES Soeben erschienen: VEROEFFENTLICHUNG DES LEO BAECK INSTITUTES Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart (1959) SELMA STERN JOSEL VON ROSHEIM BEFEHLSHABER DER JUDENSCHAFT IM HEILIGEN ROEMISCHEN REICH DEUTSCHER NATION Die Geschichte des klugen und mutigen Führers und Anwalts. Trösters und Helfers der deutschen Juderihelt ir ihrem Kampt um Recht uno Freiheit gegen Kirche, Kaiser und Volksabei glauben zu Beginn der Neuzeit (280 Seiten) VEROEFFENTLiCFUNGEN DES LEO BAECK INSTITUTES , J. C. B. MOHR (PAUL SIEBECK) TU EBINGEN LEO BAECK AUS DREI JAHRTAUSENDEN Wissenschaftliche Untersuchungen und Abhandlungen zur Geschichte des jüdischen Glaubens MIT EINER EINFUFHRUNG VON HANS LIEBESCHUETZ in deutscher Sprache SCHRIFTENREIHE WISSENSCHAFTLICHER ABHANDLUNGEN DES LEO BAECK INSTITUTES J. C. B. MOHR (PAUL SIEBECK) TUEBINGEN 1 S. ADLER-RUDEL OSTJUDEN IN DEUTSCHLAND 1880 — 1940 ZUGLEICH EINE GESCHICHTE DER ORGANISATIONEN, DIE SIE BETREU¬ TEN, MIT EINEM GELEITWORT VON SIEGFRIED MOSES Eine matenaireiche sozialpolitische Studie über das Wanderschicksal einei jüdischen Gruppe im Schatten des Antisemitismus und zweier Weltkriege. ERNST SIMON AUFBAU IM UNTERGANG JUEDISCHE ERWACHSENENBILDUNG IM NATIONALSOZIALISTISCHEN DEUTSCHLAND ALS GEISTIGER WIDERSTAND Eine Darstellung des einzigartigen Kampfes der deutschen Juden um Selbstb«- hauptung durch die Macht der Bildung angesichts der drohenden Vernichtung durch physische Gewalt. 3 MARGARETE SUSMAN Die geistige Gestalt Georg Simmels Eine Würdigung und Deutung des allzu wenig bekannten Gedankenguts de« MetaphysJsers. Geschichtsphilosophen und Soziologen — zugleich ein Denkmal der greisen Schülerin und Freundin für Simmel WERDE AUCH DU MITGLIED des Leo Baeck-Instituts Anmeldungen im Büro der JUEDISCHEN WOCHENSCHAU Pueyrredón 2190, 1? i*q. (83 2613) ' /

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