Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1803 (12.8.1960)
- Date
- 1960-08-12
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes. Il de Agosto de 19®® LA SEMANA ISRAELITA Año XX. No. 1803 — 5 .!*** :r '*« kjj. Zärioh a#e % ,d Petdj. k<irz<n. ‘Leüi Ruh. alte Vai. IUS, Däc» 4i>»eätv * Sslie». v» W Häa. Thomas kularfej. chiller ü, im W«. gleichergeehrt atrüDcige als ¡teer. der lebende, Vorangeistige neu Var. iss, die wird «3 Erbe, ten dürn Leben dem ein btsstand ier n*h . war rbs und Lijion S, wie e' war. en giness er eigrup. Mrger. ser Art 0 m. [elita, KI HIER INDER Weiteste Synagoge in USA Iti Newport, Rhode Island, berühmt als Seebad noch in* vorigen Jahrhundert, wo die prunkvollsten Paläste amerikanischer Milliardäre standen, aber such andere berühmte Bauten alter Zeit, findet man in der ..Touro Street“ ein ausserordentlich bemerkenswertes Bauwerk die ,.Touro-Synagoge“. Sie ist 200 Jahre alt und somit nicht nur die älteste Synagoge der Vereinigten Staaten, sondern ganz Amerikas und eine historische Sehenswfrdigkeit. Ihre Grundsteinlegung erfolgte im Jahre 1759, und ihr Entwerfer, der begabteste Innenarchitekt der amerikanischen Kolonialzeit, Peter Harrison, war ein sehr begüterter Kaufmann in Newport, der alle öffentlichen und kirchlichen Gebäude entwar-, ohne jemals eine Bezahlung dafür zu verlangen. Die Geschichte berichtet, dass vor 200 Jahren weder im spanischen, portugiesischen, noch kanadischen Amerika Synagogen gebaut wurden, wie überhaupt keine anderen Kulturbauten als katholische Kirchen. Die Synagoge ist ein von aussen äusserst einfaches, einstöckiges Gebäude, das in einem kleinen Garten steht. Das Innere der Synagoge zeigt klassizistischen Stil. Es ist einschiffig, die Breite wird durch 3. die Länge durch 4 rundbogige Fenster unterbrochen, die in 32 Fensterscheiben aufgeteilt sind, von denen 24 viereck;ge Form haben. Im 1. Stockwerk befindet sich eine Galerie mit schön« - Ballustrade die auf 12 runden Säulen ruht. Auch die GaLrie wird von 12 vreissen Säulen getragen, die hoch zur Decke ■ eichen. Das im Raume vorherrschende Weiss, verleiht dem Ganzen etwas Heiteres. Die im 1. Stock rund um den Hauptraum laufende Gaierie ist für die Frauen, di» unteren Räume für die Männe' bestimmt. Die Decke hat Kuppelform, und die inneren Holzarbeitr d aus Föhrenholz hergestellt. Das Gebäude steht mit Seinem Eingang in einem ■ Wi.ikel zur Strasse, sodass die Arche mit zwei Gesetzesrollen, von denen eine aus Europa bezogen wurde, die Richtung nach Osten einhält Die zwölf Säulen in au» rordentlich schöner Schnitzarbeit, versinnbildlichen die 12 Stämme Israels. Die Synagoge ist im spanischen Stil eingerichtet, denn die Gemeinde, die sie er a'.en liess, die „Cor.gregatim. Jeshuat Israel”, war eine spanisc’ -jüdische Gemeinde, die im 17. Jahrhundert aus Spanien oder direkt aus Holiand — oder I Holländisch-Indien kam, lfm der spanischen Inquisition zu entfliehen, die auch auf die amerikanische Hemisphäre Übergriff, Sie hörten von Rhode Island uni. den Bestimmungen der x^önigliehen Charta, die allen Einwohnern völlige religiöse Freiheit in der Kolonie gewährleistete.Sie lautete in deutschen Uebersetzung: .Keine Person wird in dieser Koloni. später wegen irgendwelcher Unterschiede von Meinungen in Glaubensangelegenheiten jemals belästigt, bestraft, beunruhigt oder behelligt werden.“ Aus diesem Grunde kamen auch die Juden aus New York und von anderwärts nach Newport, wo sie ihren Glauben frei ausüben durften. Der erste Rabbiner dieser Synagoge hiess Isaak Touro und war spanischer Jude. Manche Mitglieder dieser Gemeinde' dienten in der Revolutionsarmee George Washingtons. Während der Revolutionszeit war Newport und das Synagogengebäude von den Engländern besetzt. Später, von den Briten geräumt. wurde sie als Versammlungsraum der Rhode Island Assembly benutzt. Auch der Oberste Gerichtshof hielt dort seine Sitzungen ab. Im Jahre 1781 besuchte Washington Newport. Die Stadtversammlung fand in der Svnagi statt. Im Jahre 1790 tauschte der Vorsteher der jüdischem Gemeinde von Newport, Moses Seixas. ein Mann portugiesischer Herkunft, mit George Wa stvrgton, dezum zweiten Mal nach Newport kam, Grösse aus. Aus dem Jahre 1790 stammt die berühmte Antwort Washingtons an die Hebräische Congregation in Newport, deren wichtigster Satz lautet: „Die Regierung der Vereinigten Staaten, die glücklicherweise der Blind- | gläubigkeit keine Sanktion - und der' 1 .rfolgung keine j Restaurant „Paso” j; Paso 452 (al fondo) — T. E. 87 9259$ Unter Aufsicht des Vaad Harabonim der Kehilla MITTAGS, und ABENDTISCH Anrichten von kleinen Festlichkeiten und Banketten 3 ¡ELEGANTE PELZE! TEITELBAUM Hnos. [Détailu. 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Jahrhunderts wurde die Synagcge in Newport wieder hergestellt und seither ständig benutzt. Sie ist jetzt im Besitz der Congregation .Shearit Israel“ der spai.isch-portugies'schen Gemeinde von New York. Die ursprüngliche Congregation Jeshuot Israel von Newport benutzte sie mietweise für den Mietzins von einem Dollar im Jahr. Das Gebäud; wird jetzt in den ursprünglichen Zustand der Kolonialzeit zurückversetzt. Im März 1946 hat das National Parkservice die Synagoge als nationales, historisches Denkmal bezeichnet. Es ist das erste jüdische Gebäude das in solcher Weise ausgezeichnet wurde.'* Die Bundesregierung hat wohl die Aufsicht über das Gebäude übernommen, aber keinerlei finanzielle Hilfe gewährt. Diese liegt in den Händen der „Society of Friends of Touro Synagoge“ und des Restauration Comités. Präsident Eisenhower besuchte die Synagoge im September 1958 und nahm dort auf der Vorsteherbank Platz, die auch George Washington benutzt haben soll. Die Restaurierung hat bereits begonnen. Sie soll neben veralteten Licht, und Heizungsverhältnissen, vor allem auch die sogenannten „Modernisierungen der Vergangenheit“ entfernen, wobei das Boston Museum of Fine Art.-mit Rat und Tat zur Seite steht. Besonders schwierig gestaltet sich die Feststellung des einstigen Anstrichs der Wände. Es wurden bisher 20 Anstrichschichten entfernt. Auch die Säuberung der altergeschwärzten Kronleuchter aus Messing, die von der Decke hängen, war keine Kleinigkeit. Jetzt haben sie ihre ursprüngliche Goldfarbe wieder erhalten. Die Touro . Synagoge in Newport ist nicht nur die historische Stätte einer jüdischen Generation. Darüber hinaus ist sie der lebendige Ausdruck unzerstörbarer ““reue zum Glauben der Väter, verbunden mit tiefstem Gottesvertrauen und der Hoffnung in eine bessere Zukunft, nach schwärzesten Zeiten der Verfolgung und Drangsal.In dieser Hinsicht hat die Touro- Synagoge auch für uns heutige Juden eine richtunggebende Bedeutung. Wladimir Jabotinsky (Zu seinem 20. Todestage) Vor zwanzig Jahren, am 3. August 1940 starb, in New York der grosse zionistische Politiker und Schriftsteller Wladimir Jabotinsky. Durch viele Jahre war in der zionistischen Bewegung neben dem Namen Chaim Weizmann kein zweiter so häufig genannt worden wie der Jabotinskys, des grossen Gegenspielers von Weizmann bei den politischen Auseinandersetzungen seit dem Jahre 1923. Seine ungewöhnliche staat^männische Begabung lassen diesen Mann zu den Grossen unseres Volkes zählen, die man als Vorkämpfer des jüdischen Staates bezeichnen darf. 1880 in Odessa geboren, hatte sich Jabotinsky in jungen Jahren tiefe Kenntnisse jüdischen und allgemeinen Wissens angeeigr.et; man sagte von ihm, dass er insgesamt vierz-ehn Sprachen mehr oder weniger vollendet beherrscht habe. Er kam früh zur zionistischen Bewegung und wurde als hinreissender Redner von den russischen Zionisten zu den Kongressen delegiert. Auch ist der junge Jabotinsky ständiger Mitarbeiter wichtiger russischer Tageszeitungen gewesen. Während seiner journalistischen Tätigkeit auf dem Balkan überraschte ihn dort der erste Weltkrieg. Kura darauf schuf er in Alexandrien (1910) aus jüdisch-palästinihsischen Kriegsflüchtlingen eine Kerntruppe, aus der später die beriihmt-gewordene „Jüdische Legion” entstehen sollte, der auch englische und amerikanische Juden angehörten; Jabotinsky selbst wurde britischer Offizier. Diese jüdischen Kämpfer hatten entscheidenden Anteil am Sieg über die feindlichen türkischen Truppen und den Ruhm, als Befreier von üe- Türkenherrschaft über Erez Israel 1918 an der Spitze der alliierten Armee in Jerusalem einzumarschieren. Doch bald darauf geriet Jabotinsky in einen Konflikt mit den englischen Militärbehörden, die Palästina bis zum 1. Juli 1920 verwalteten und den jüdischen Formationen nicht gestatten wollten, den Schutz der jüdischen Bevölkerung gegen arabische Banden zu übernehmen. Von einem Militärgericht zu fünfzehn Jahren Gefängnis verurteilt, ist er jedoch wegen seiner Kriegsleistungen zugunsten der Entente zur „Verbannung aus Palästina begnadigt“ worden. Von diesem Augenblick an begann Jabotinskys leidenschaftlicher Kampf in Wort und Schr'ft für die jüdischen Ansprüche auf das in der Balfour-Deklara- IHR INSERAT in der JUEDISCHEN WOCHENSCHAU bringt immer Erfolg Auskunft: T. E. 83-2613 Geschäftliche Notiz Gelegentlich des zweiten internationalen Treffens des weiblichen Flugpersonals der Luftfahrt-Gesellschaften, das in Rimini (Italien) stattfand, wurde der „Luft-Oscar” zwei Stewardessen der Lufthansa, Maria Luise Tauber und Edith Rudolph, verliehen. An dieser Tagung beteiligten sich 20 Fluglinien mit ihren Delegationen von Stewardessen. Die Preiserä gerinnen erhielten ausserdem einen Silberpokal und einen 7tägigen Ferienaufenthalt im Grand Hotel von Rimini. tion versprochene „Jüdische NatLonalheim“, und er ar. beitete überall dort, wo Juxten in grösserer Zahl lebten. Seine Aktivität führte ihn zunächst in die 1921 in Karlsbad gewählte Leitung, an deren Spitze Weizmann und Sokolow standen. Doch schon zwei Jahre später waren die Meinungsgegensätze zwischen ihm und der Majorität seiner Exekutivkollegen so gross, dass er ausschied und eine „Revisionistische Partei“ gründete, die jahrelang auf den Weltkongressen die bedeutendste Oppositionsgruppe darstellte. Kongresse und Aktionscomite-Sitzungen stunden fortan im Zeichen des Kampfes, um die von den Revisionisten geforderte Wiederherstellung der „Jüdischen Legion“ und des ungeteilten Erez Israel zu beiden Seiten des Jordan. (Das Churchill-Statement von 1922 hatte das Ostjordanland vom Mandatsgebiet abgetrennt.) Hierzu kam Jabotinskys Abneigung gegen den von seinem persönlichen Freunde aber politischen Gegner Weizmann 1929 realisierten Plan der „erweiterten Jewish Agency“ durch die nichtzionistischen Palästinafreunde. Wie erinnerlich, erreichten die vereinten oppositionellen Kräfte im Jahre 1931 den Sturz W'eizmanns. Damals auf dem 17. Kongress, war Jabotinskys Partei die zweitstärkste. Doch 1935 verlies? die inzwischen ins Leben gerufene „Neue Zionist:sc're Organisation“, deren Präsident Jabotinsky war, die zionistische Gesarr.tbewegung, wodurch der Weg zur Rückkehr Weizmanns f-eigemacht worden war, was angesichts der Weltlage notwendig schien. Auch Nichtanhänger Jabotinskys waren nach den schweren Araberunruhen von 1929 seiner Meinung, die britische Mandatsverwaltung habe die Sicherheit der Juden vernachlässigt. Bei seinen Besuchen in Deutschland zwischen 1927 und 1932 hat Jabotinsky diese Auffassung klar zum Ausdruck gebracht, die Zweideutigkeit der britischen Palästinapolitik, die „Weissbiieher“ gegeisselt. Aber auch er war ausserstarde, ein besseres politisches Programm als das von Weizmann präsentierte vorzulegen. Doch beide Staatsmänner trugen ihre tiefe Ergebenheit für die nat:oiuie Sache und ihre t eisse Ließe zum jüdischen \ olk in den Kampf hinein. Jabotinsky war ein stolzer, wissender unirelig.üstr Jude. Die ungeheure Juderr.ot hatte er in ihrer ganzen ] Tiefe erfasst. Bereits in den zwanziger Jahren war er für eine Massenauswan^ej rung aus Polen eingetreten, 1940, in Amerika, stand er im Begriff, abermals für eine „Jüdische Legion” (später wurde hieraus die „Jüdische Brigade*’ der britischen 2. Armee) zu arbeiten. Da ereilte den Sechzigjährigen ein plötzlicher Tod. Gerade er wäre des Glückes würdig gewesen, den/ Staat Israel zu erleben. x Curt Wilk Offizielle Subvention Rom. - Die Präsidentschaft des Ministerrates hat Fonds für die Herausgibe der Monats-Zeitschrift „Israel“ bereitgestellt, die von dem bekannten italienischen jüdischen Gelehrten Prof. Dante Lattes verlegt wird. Diese Subventionen werden von der Regierung nur Publikationen „von hohem kultuerllen Wert” zugeteilt. — (ITA) j Neue Bibel- | Uebersetzung j Rom. — Eine neue Leberi Setzung des Alten Testaments ins Italienische wird in Kürze herausgegeben werden, wie jetzt enthüllt wurde. Der Verleger ist ein Ausschuss, dzm Oberrabbiner Elio Toaff und Rabbiner verschiedener italienischer Städte angehören. Der erste Band enthält den Pentateuch und die Propheten. (ITA) Literarischer Wettbewerb Berlin. — Ehemalige Nationalsozialisten und Angehörige des Mittelstandes sollen ihre „konfliktreichen Erlebnisse an typischen Beispielen in der Uebergangsperiode vom Kapitalismus zum Sozialismus” schildern und dafür prämiiert werden. Dies geht aus einem li. terarischen Wettbewerb hervor, den der Ostberliner „Verlag der Nation“ ausgeschrieben hat. (AWZ) bringt am 14., 15. und 17. August, um 14.30 Uhr (Sonntag und Feiertage) im TEATRO ODEON das erste deutsche Kindermärchen seit vielen Jahren HAENSEL UND GRETEL Regie: HEDWIG SCHLICHTER - CRILLA 2 Stunden Kinderjubel — Geschenke Ueberraschungen Eintrittskarten an der Theaterkasse, Esmeralda 367, Tel. 45-3591, Werktags von 10—12 unc’ von 15 bis 20 Uhr as ISRAEL - BRIEFMARKEN AN WIEDERVERKAEUFER — ALLE NEU AUSGA¬ BEN ZUM OFFIZIELLEN PREIS Agencia Filatélica oficia! del Estado de Israel, VIAMONTE S50, I/B — Buenos Airee, Rep ¿wg¿ni¡ae irn