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Jüdische Wochenschau · 1960-08-12 · 1803 (12.8.1960) · p. Seite 3

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1803 (12.8.1960)
Date
1960-08-12
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German, Spanish
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Viernes, 12 de Agosto de 1980 Bürokraten des Mor "Wien (IPN) — Im Juni brachte die österreichische Presse die Nachricht, dass der ’Leiter der Personal- und Sozialabteilung der Wolfsegg - Trauntaler Kohlenwerks-AG., der 47jährige Dr. Egon Schönpflug, wegen Verdachtes der Beteiligung an Judenmorden verhaftet und dem Bezirksgericht in Wels eingeliefert wurde. Man konnte in den Kommentaren der Presse lesen, dass von einer Auslieferung Schönpflugs an Deutschland — er wurde auf Veranlassung des Landgerichtes München I verhaftet — keine Rede sein kann, und dass Dr. Schönpflug sich vor einem österreichischen Gericht, diesmal in Wels, zu verantworten haben werde. Die Sache Schönpflug folgte unmittelbar einem ähnlichen Fall, der den stellvertretenden Leiter der Polizei in Steyr, Dr. Razesberger, betraf, dem die gleichen Verbrechen vorgeworfen werden, nur mit dem Unterschied, dass Dr. Razesberger bisher nicht verhaftet worden ist. Nun, Schönpflug und Razesberger waren sozusagen Nachbarn, Razesbergers Tätigkeit erstreckte sich auf den SD-Abschnitt Schitomir und Berditschew, während Schönpflug im Mogilew tätig war. Zu Beginn des Russlandfeldzuges wurden die „Einsatzgruppen“ geschaffen. Noch lange bevor dieser Feldzug begann, hatte SS- Reichsf (ihrer Himmler vorausgesehen, dass man für das deutsche Volk im Osten Lebensraum schaffen müsse. Dieser Lebensraum musste womöglich menschenleer werden, vor allem aber „judenrein“ sein. Als der Russlandfeldzug begonnen hatte, rückten nach der kämpfenden Truppe die Einsatzgruppen in die Ukraine, in Weissrussland, Litauen und Lettland ein. Die Einsatzgruppen der SS und des SD waren im wahrsten Sinne des Wortes Mordbrigaden. Sie sollten vor allem Juden und verdächtige Elemente, die deutscher Auffassung nach potentiell ir. der Lage wären, Widerstand gegen das „WIE EINST IN POLEN...” Ein Blatt, das in Dortmund erscheint, teilt mit, dass die Soldaten der 11. Panzergrenadierdivision in Oldenburg ein überaus zeitnahes, auf radikaler demokratischer Urner. Ziehung aufgebautes Liederrepertoire besitzen. Sie singen nicht nur die alten, zackigen Soldatenweisen, die im Reich .Wilhelms II. den Muschkoten elektrisierend in die Beine gefahren sind, was noch angehen könnte, sondern auch ein Lied aus den grossdeutschen Jahren, das es in sich hat. Der Refrain des „Panzergrenadierliedes” lautet folgendermassen: „Panzergrenadiere, vorwärts, zu'm Sturm voran, Panzergrenadiere, vorwärts wir greifen an, Wie einst in Polen und Flandern (!) Und im heissen Wüstensand Wird jeder Feind gestellt Bis die letzte Festung fällt Und im Sturm drauf und dran überrannt Von Panzergrenadieren, von Panzergrenadieren überrannt” Die Poesie ist nicht schön,, der Textdichter stottert seine martialischen Knüppelreime, dass einem die Zähne weh tun. Aber lassen wir die „literarischen” Bedenken ganz beiseite — sind die bundesdeutschen NATO-Soldaten schon wieder scharf darauf, gen Polen zu marschieren und in Belgien ohne Kriegserklärung beim Morgengrauen einzufallen? Welcher Elefant im bonner Porzellan-Laden hat die uniformierten Männer des Herrn Strauss autorisiert, derartige provokatorische Lieder aus der braunen Pandora' ichse anzustimmen? Gibt es nicht so etwas wie eine staatsbürgerliche Kontrolle in der neuen Bundeswehr, die noch so stimmgewaltig im trüben braunen Sumpf der 1000 Jahre herumschmettert?! Es muss den Polen wirklich freundnachbarlich in den Ohren klingen, wenn der neudeutsche republikanische Krieger von neuem „zum Sturm drauf und dran” antreten will, „wie einst in Polen”.... Besonders taktvoll aber ist es, den belgischen Verbün. deten an das Gemetzel zu erinnern, das Hitlers Eindringlinge n den Maitagen 1940 in Belgien angerichtet haben. Kein Wunder, dass am Ende eines derartiger pädagogischen Durcheinanders Synagogenschändungen stehen. AUTO - REPARATUR . WERKSTATT; „BENO“ BENO KUTSCHMECKER Avd*. CONSTITUYENTES 4902 ( Ecke Monroe) T. t « - 2205 Besatzungsregime zu leisten, liquidieren. Mit deutscher Gründlichkeit haben diese Mordbrigaden wöchentliche Berichte in mehrfacher Ausfertigung an das Reichssicherheitshauptamt, an den SD und an die SS verfasst und abgeschickt. Diesen Berichten, die erhalten geblieben sind, waren Landkarten des Gebietes, in dem die Einsatzgruppen operierte, beigeschlossen. Wer einmal die Gelegenheit hatte, eine solche Landkarte bzw. einen solchen Einsatzbericht zu Gesicht zu bekommen, der konnte feststellen, dass hier die Bürokraten des Mordes tätig waren. In den Landkarten waren neben jeder Ortschaft Särge, mit den Ziffern der umgebrachten Juden eingezeichne . Wenn in einem Gebiet keine Juden mehr waren, dann wurden die Grenzen dieses Gebietes auf der Karte rot eingezeichnet und die Inschrift „judenrein“ angebracht. Der verhaftete Dr. Schönpflug gehörte, im Range eines SS . Obersturmführers, dem Stabe der Einsatzgruppe 8 a. Seine Tätigkeit erstreckte sich über Bialystok, Minsk nach Mogilew. Das Landgericht in München hat dem Untersuchungsrichter in Wels ein umfangreiches, fast 200 Blatt starkes Belastungsmaterial, das mit Zeugenaussagen Deutscher, zum Teil Angehöriger der Einsatzgruppe, gefüllt ist, zur Verfügung gestellt. Im Zuge der Untersuchungen gegen den Chef des Einsatzkommandos 8, Obersturmbannführer Dr. Otto Bratfisch, und unter Zuhilfenahme der Akten aus dem amerikanischen Document Center in Berlin, konnte der Stab Bratfisch ermittelt werden. Grausamkeit über Grausamkeit lassen beim Lesen der Berichte der Einsatzgruppen das Blut aufwallen. KURT KAISER-BLUETH Bulgarisches Angebot akzeptiert Tel Aviv. — Die israelische Regierung hat beschlossen, das vor kurzem gemachte bulgarische Angebot anzunehmen, wonach die bulgarische Regierung für jedes Opfer des Absturzes einer Verkehrsmaschine der EL AL über Bulgarien im Jahre 1955 8300 Dollar Entschädigung an die Hinterbliebenen zu zahlen bereit ist. Das Flugzeug war von bulgarischer Militärmaschinen abgeschossen worden, als es vom Kurs abgeraten war. Israel hatte ursprünglich von der bulgarischen Regierung eine Entschädigung in Höhe von 2,6 Millionen Dollar verlangt. Angesichts der ablehnenden bulgarischen Haltung hatte Israel den Fall dem Internationalen Gerichtshof in Den Hag unterbreitet. Dieser verneinte jedoch seine Zuständigkeit. (JTA) : Israel - Marken t« 8rös*i«r Auswahl: a. a. VIERERBL0CK6 — MARKEN MIT PLATTEN.NUM- * MER — MARKEN MIT BAND — KOMPLETTE BOGEN (planchas) — VOLL, j STAENDIGE SAMMLUNGEN — WERTVOLLE AUSGABEN _ ERSTE SERIE 2 VORHANDEN — VERTRAUENSWÜRDIGE BERATUNG i Allonge MORFTZSON Cuanacache 2351, dep. 2 * tt*. CABILDO i ... In Mogilew wurden von der Einsatzgruppe, deren Stabe Obersturmführer Dr. Schönpflug angehört hat, an einem Tage fast viertausend Juden — vom Kind bis zum Greis — auf die grausamste Weise ermordet. Wer sich vor dem Erschiessen nicht ruhig verhalten hat, der wurde von Mitgliedern des Einsatzstabes mit der Reitpeitsche zur Ordnung gebracht. Es war im Oktober 1941. Jedes Mitglied des Einsatzkommandos sah sich schon als Gauleiter über riesige Gebiete, die „judenrein“ und gross genug sind, um die Herrenrasse aufzunehmen. Jahre vergingen, die Toten hat die Erde zugedeckt. Die Mitglieder des Einsatzstabes verstanden es unterzutauchen, sie Hessen sich in unbekannten Orten eventuell -uch entnazifizieren, hielten ihre Taten für vergessen und strebten wieder nach Wohlstand und Macht In Westdeutschland ist man bemüht, über die Zentralstelle für Ermittlung der Naziverbrechen in Ludwigsburg unter Oberstaatsanwalt Die sefardischen Juden Washington. — Eine Arbeit über Blüte und Niedergang der spanischen Sprache unter den sefardischen Juden wurde von einem nordamerikanischen Spezialisten auf dem 3. Kongress der Akademien der spanischen Sprache unterbreitet, der in Bogota stattfand. Henry V. Besso, Mitglied der amerikanischen Nachrichten - Agentur las die Arbeit vor. Besso wohnte der Konferenz in seiner Eigenschaft als Vertreter der sefardischen Kollektivität .in den USA auf besondere Einladung von R. Opadre Felix Restrepo, dem Präsidenten der kolumbianischen Akademie fiir die spanische Sprache, bei. Dr. Moisés Goldman aus Buenos Aires überreichte eine Arbeit, in der vorgeschlagen wird, die für die Juden beleidigenden Ausdrücke aus den spanischen Wörterbüchern zu entfernen. (ITA) LA SEMANA ISRAELITA BISEMANARIO INDEPENDIENTE Bs. Aires — PUEYRREDON 2190, 1? izq. - T. E. 83-2613 19. Aw 5720 -2. August 1960 Dr. Schlüte, reinen Tisch zu machen. Alle bisher bekanntgewordener- Naziverbrechen, die in vielen Teilen Europas verübt wurden, sollen untersucht werden. Es kann nach Auffassung der Zentralstelle — und diese Auffassung wird von allen demokratisch gesinnten Kräften in Westdeutschland geteilt — keine Bewältigung der Vergangenheit geben, ohne dass das Ausmass des Verbrechens bekannt wird und die Schuldigen nach Möglichkeit ihrer Bestrafung zugeführt werden. Und - . Oesterreich? Nur ein einziger Nazimürder befindet sich noch in Haft, alle anderen wurden amnestiert oder vom Bundespräsidenten begnadigt. In Justizkreisen in Oesterreich wird die Frage „lebenslang“, das heisst einer Entlassung nach 15 oder 23 Jahren diskutiert. Man geht hier von Fällen aus, wie zum Beispiel Gufler, Bergmann, usw. Was waren schon diese Guflers und Bergmanns gegenüber den Angehörigen einer Einsatzgruppe, gegenüber KZ-Bestien? Der an nur einigen Personen begangene Mord — wie im Falle Gufler oder Bergman — wird bei einem SS-Obersturmführer fast wie ein Kavaliersdelikt gewertet. Während für Guflers und Bergmanns öffentliche Posten auch nach Verbüssung der Strafe gesperrt sind, können Mitglieder von Eins zkommandosziemlich hoch auf der wirtschaftlichen Stufe emporkletterr». Steigerung der Ausfuhr Jerusalem. — Der israelische Export im Juli überstieg um 25 Prozent die Ausfuhr des gleichen Monats vom Jahr 1959. Waren fiir einen Gegenwert von 13.4 Millionen Dollar wurden exportiert, während im Vorjahr die Vergleichsziffer 10,7 Millionen ausmachte. Somit sind in den ersten 7 Monaten des laufenden Jahres Ausfuhren für 134 Millionen Dollar getätigt worden gegenüber 113 Millionen in der gleichen Zeitspanne des Jahres 1959. (ITA) CARLT0N, der wirkliche Qualitätsanzug „stabilofor rnver arbeitet” fertig und nach Mass CARLTON-KLEIDUN© di* ). Kleidung mit der textile* ' Eigenschaft, die allen Ferd*.. rungen und Anforderung*« entspricht ***¿1 Temé MAIPU 484, 1. St. M AIPU 982 Tel. prov, 31 0357 Muebl« _ WdletmoiMu r-- JETZT AUCH IN BELGRANO CABILDO 774 an der Fed. Lacroze im Zentrum: SARM1ENTO 1147 $ Dr. Hardi Swarsensky Asuntos Europeos exclusivamente Sprechstunden: Dienstag, Mittwoch u. Freitag v. 15—18 Uhr Dr. Gunter Frey! Asuntos Argentinos y Sudamericanos £ TESTAMENTE - ERBSCHAFTSSACHEN! VERTRAECE - VERWALTUNGEN í BUEROZEIT: 10—12 und 15—18 Vhr t _t $ PUEYRREDOX 2190 esq. Av. LAS HERAS — T. E. .83-2613 í

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