Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1802 (9.8.1960)
- Date
- 1960-08-09
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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UR und "hrl Schweitzers Eine Dichterin unseres Schicksals *-l*A*'# kümmerlich S^gfcdei ionisch íes VMt. *», «as;ttea;ragcs - nicht U Saelricdij. pen -Stf.chm n Gehalt 4« ¿®ris, sonaután den at- Hinterjrusi 5 dem hetaas üanwln Al- 's aMn 0«- and der ihm ee SÄng sn4ec tateät gibt. &m«n eine Vebnjsien 4es m, üe sein t hsiaem hie cm Senvetäcscbssi, die ZÁurzgt- -LeiietK, sei. tstinlüBs, für lück dadurch s er etwas V-ett aui sich .and ein Bild •.eil ßchweit- Trieüräften, agiles, aber iktere. bis zu tss, im Alter vom Lernen aaugehen — asctaa.it, für cg fimon ä- ►♦*♦♦♦♦♦♦ Mi «eiterte Detain 3 «ine» Durch, die fiesangsid wir hörten «■iedei^egebene &del, Mozart, der 4m tief JMicfet“ aus hanie, JDas Irius das Knaben und das be rgetrager.e „Ic!i lt abhanden Lesben lebte Lb sr und Verdi Maskenball) Teil der Spielffch mancherlei .‘würzt wurde igbt ,Kon Qui nea“ von Ravel t on Aaron Cop Joh. Carmler slich eine Reihe ¡Spirituals, mr ganz sparene Avdltoriw nd seio*m »Ieiter osser. Alfredo und hrt o\5n;es 9, i 9 ne Erklärung aus der Welt der christlich-religiösen Vorstellungen Schweitzers fand. Der zweite Te'1 des Vortrages schilderte das theoretische We.' , / zunächst die Gedanke ragänge der drei Dissertationen Schweitzers auf seinen verschiedenen Arbeitsgebieten, deren gemeinsamer Quellpunkt die Fragestellung nach der Rolle des Menschen im Geschehen ist, der in sich die Chan, ce hat, seine eigenen Grenzen nach unten oder nach oben zu iaberschx eiten. Aehnlich liegt es auch bei den später folgenden grossen Werken Schweitzers auf dem Gebiet der Kultur- Kritik, wo er im Gegensatz zu Spengler steht, als ein erkenntnistheoretischer Pessimist in seinen späteren Jahien wie vor allem in seiner bedeutendsten Leistung, die auf dem Gebiet der Leben - Jesu-Forschimg, liegt, wo er den Weg zur „ethischen Mystik” findet. Hi r enthüllte Schweitzer wohl das Geheimnis seines eigenen Herzens und gewinnt eine Position, die nicht allzu weit abliegt von den Gedankengä-ngen der jüdischen Ethik. Von diesem Punkt her ging Prof. Simon zur Darstellung des praktischen Werkes Albert Schweitzers im innersten, dunkelsten Afrika über. Schweitzer zeigt sich in diesem Werk nicht als ein Intellektueller, sondern als ein spiritueller Mensch, (dessen Handlungen von einer .geistigen Kraft gelenkt werden, die ausserhalb seiner Selbst entspringt. Seine Tat ist ihm eine Sühn« für all das, was die christliche Welt den Menschen Afrikas «»gefügt hat. So rezipiert er den Gedanken der Kollektiv-Schuld, er, dessen Hände rein sind, so wie solche Schuld auch anderswo in der Welt nur von denen empfunden wird, die keine persönliche Schuld tragen. Er hat dort zugleich das tiefe Erlebnis des neuen Anfanges gehabt, indem er seine Hilfe als eine Erziehung gab und so durch Hilfe dahin erzog, dass man selbst Hilfe leisten kann. Gerade in diesem Teil seiner Darstellung leuchteten markante Parallelen zu unserer eigenen Situation als Juden in unserem Lande, im Posituren und im Negativen, hervor. Ernst Simon schloss diesen Heil des Vortrages mit dem Hinweis darauf, dass das Typische für Schweitzers Leben seine Mittel-Stellung ist, sein geistiger Umgang mit den Allergrösstfcen und seine menschliche Beziehung zu den AI. lergeringsten. Der Schluss Abschnitt der Darstellung war der Frage nach der Lehre Schweitzers für uns gewidmet. Ausgehend von der Situation Schweitzers als eines .Grenz, länders’ im Eisass, zeigte er ■eine Entscheidung gegen xdie Rolle -eines solchen Landes und seines Volkes als einer Sprengkraft und für seine Funktion als einer Brücke. Seine Leime fordert von „ns, Menschen zu bleiben und nicht zu -Dingen zu werden, uns niemals in unserem Wesen als Volk dadurch gefährden zu lassen, dass wir uns der .Selbstkritik begeben, die der einzige echte nationale Wert ist. Wir '-n .Staate Israel sind, übertragen gesprochen, „das Elsass-Lothringen des Planeten”, und so ergeht an uns der Ruf, uns dem in Not in unserer .dichtesten Nachbarschaft Lebenden gegenüber zu bewähren. Es gilt, im Sinne der Lehre Schweitzerts, das Gute zu rechtfer. tigen im Bewusstsein dessen, dass das Böse im mensehlichen Leben stets gegenwärtig ist. Man hat sieh seit durch doa Zusammenbruch die Vernichtung von Menschen ittnd Werten beendet wurde, da freies geistiges Atmen und freies künstlerisches Geetaiiüien wieder möglich .gewowden sind, oftmals die Frage vorgekagt, .wo, nach der Fülle von zeitgeschichtlichen Betrachtungen, Pro- .saschriften und Reportage, die Prägui.g dichterischer, poetischer Foran bleibe, die die Stimmung der .tragischsten Epoche namentlich jüdischer Existenz erinnerungsvoli-besi-nnlidh einzufangen vermöge. Im dichterischen Kunstwerk, wie es ¡hier gemeint ist, sind Ervon Dr. E. G. EOWENTITAL lebnis, Phantasie und Verstand ineinander verwoben, ©in sprachliche Form, will sie nicht technisch routiniert sondern vollendet svin, setzt .üusserste Feinheit in der Wahl von UV orte- und Bildern. im 'Zusammenklang von Ton, Rhythmus und Aufbau -vtnaus. Wirklich ist Dichtung — als Spiegel einer Haltung zu Gott, zur Welt, zur Natur, zum Leben des Mitmenschen — dann, wenn sie nicht nur passiv auügenommen wind, vielmehr im empfindsamen Leser weiter wirkende Kräfte .uslöst. „.Wir von der schwarzen Sonne der Angst Wie Siebe Zerstochenen — Abgeronnene sind wir vom Sehweiss der Todesminute. Abgewelkt an unserm Leibe sind die uns angetanen Tode. Wie Feldblumen abgewelfct an .einem Hügel .Sand. Die Lüäte. die man in uns erstickte, Die Feuer, darin man uns brannte, Die Erde, darin man unseren Abhub warf, Das Wasser, das mit unserm Angstschweiss dahinperlte, lat mit uns aufgebrachen und beginnt zu glänzen. Ko schrieb Nelly .Sachs in dem bei seinem Erscheinen von der Literatnrkritik mit besonderer Aufmerksamkeit gewürdigten Band von Gedichten des Entsetzens „In den 'Wohnungen des Todes“, 1944 verfasst und 1947 in Berlin in grosser Auflage erschienen, als ob sie. die nie tein KZ gesehen hat, sondern 1940 mit Hilfe der ihr seit langem nahestehenden schwedischen Dichterin .Selma Lagerlöff und des schwedischen Malerprinzen und Königsbr.uders Eugen vor der Vergasung nach .Stockholm gerettet wurde, leibhaftig die Hölle erlebt hätte. Erlebt hat sie in Berlin, ihrer 'Heimat, die Demii- So bildete der Vortrag Ernrt Simons in seinem Abschluss eir.e ernste Mahnung •zur Selbstkritik im Denken und vor allem im Handeln als einer nationalen Gemeinschaft. die den Lehren des Mannes würdig irt, dessen Gestalt dieser Abend gewidmet war. Die eindringlichen, in die Tiefe führenden und die Dinge über weite Zusammenhänge hin, -vor allem auch durch viele Beispiele aus der jüdischen 'Sphäre, ¡beleuchtenden Ausführungen Ernst Simons wurden in .Spannung gehört und mit reichem Beifall auf genommen. Jlitüiathcke Aothen Plakataussteliuagio Tel Aviv Tel Aviv — Bei einer Aus. Stellung für f< üograf ische und künsitlerisch gestaltete Fnamienverkestarsplakate, die in Tel Aviv von der israelischen Zentrale für -den Fremdenverkehr veranstaltet wurde, gewannen die Air France und das Tourist Industry Bureau of Japan den ersten Preis. 24 offizielle Organisationen der Fremdenverkehrswerbung sowie 12 Fluglinien nehmen an der Ausstellung teil. Schweizerische und mexikanische sowie Plakate aus Finnland und Ceylon wurden vo' der international zusammengesetzten Jury mit einem zweiten bzw.' dritten Preis ausgezeichnet. (AWZ) Schwedische Akedemie Prof. ¡Ragnar äosephson, Professor der Kunstgeschichtean der Universität 'Lund, ist zum Mitglied der -Schwedischem Akademie ernannt worden. Die Akademie verteilt jeweils den Nobelpreis für Literatur. Prof, Josephson ist der Bruder von -Gunnar Josephson, Präsident der . Stockholmer Gemeinde. Preis gekrönte Filme Der israelische Fiter „Eine Oase in der Wüste” gewann .den zweiten Preis in der ,.Lobär, Kategorie” des Filmfestivals, das das Internationale Lohan-il-nstiitut organisierte. — Der deutsche Film ..Höre Israel” gewann einen zweiten Preis in der Jugend Kategorie. Liebermarfn-Ä'usstelhirtg Im Bielefelder Kunst salon Fischer wurde eine Liebermann - Ausstellung mit Ö0 Gemälden, Aquarellen, Pastellen und Zeichnungen aus den verschiedenen Schaffensperioden des Künstlers eröffnet. ¡Leo Szilard, iBr. Alvin M. Weinberg, ©r. Eugene P. Wigner. Die vier Preisträger teilen sich in den Preis von 130(000 Dollar. Einer der Hauptredner .bei der Preisverteilung war 'Prof. Isidor Rabi. der bekannte Nobelpreisträger. V * Anne FrankJFreise Die Anne Frank Pr eise für 1959/60 für neue ¡hebräische Literatur, die in Jerusalem zur Verteilung kamen, wurden G. Ben Simchon, A. ¡Levitan, T.uvia Pivner, Ellie Netzer, A. Apfelfeld tund A. -Geffen zugesprochen. Die Preise, jeder im Betrag von 500.— U,, wurden durch die amerikanisch-israelische ¡Kiilturstrftung ermöglicht. tigung deutscher Juden und ■das .Schicksal todgeweihter Menschen, und von diesem tiefen Erlebnis ist ihr Geist, ist ihr dichterisches Wesen erfüllt. Wie kaum ein anderer Künstler hat Nelly Sachs dieses Erlebnis so tief in sich aufgcitommen, dass ihr dichterisches .Schaffen (auf das schon seit 1821 Schriftsteller und Zeitungsleute aufmerksam geworden waren) von da ab -immer wieder um jene .„Todesnähe“ kreist. Dem ersten veröffentlichten Gedichtband folgten „Sternverdunkelung” (Amsterdam 1949) und „Und niemand weiss weiter“ (München 1957), die weniger Beachtung fanden als .„Flucht und Verwandlung“ (Deutsche Verlangsanstalt, Stuttgart 1959), Durch diese Folge ist ■die feine, oftmals nicht leicht verständliche jüdische Lyrikerin, die mit ihren 68 •Jahren nicht „alt“ schreibt, in weiten Kreisen auch und besonders der jungen Generation bekannt geworden — so sehr, dass man .sie zuweilen mit Else Lasker- Schüler (1876—1945: „Es ist ein Weinen in der Welt, als ob der liebe Gott gestorben wäre”) und der lange vergessenen, spät entdeckten Gertrud KdlmarGhodziesner (1894 in Berlin geboren, in der Deportation umgekommen) in einem Atem nemrtt. Schon während der vergangenen 15 Jahre ist der Dichterin jüdischen -Schick, sals manche öffentliche Ehrung zuteil geworden. 1955 erhielt^ sie einen schwedischen Ueberaetzerpreis (in den ersten Exiljahren in Schweden hat Nelly Sachs sich mit Uebersetzungen schwedischer Texte ins Deutsche kümmerlich ernährt) und 1958 den schwedischen Lyrikerpteis. Im gleichen Jahre gewährte ihr die Stadt 'Dortmund -einer, jährlichen Ehrensold auf Lebenszeit. 1950 werte- .sie mit dem Preis der „Jahresringe“ des Kiitturverbaudes der deutschen Industrie ausgezeichnet. Der Preis, der ihr — im Andenken an Annette von Droste-Hülshofif (1709 geboren im Münsterland und 1648 in Meeräbung- Bodensee gestorben) die Erzählerin der „Judenbuche“ (1842), persönlich in Meersburg verliehen wurde, reiht sieh würdig an die vorangegangenen Ehrungen an. Zu der feierlichen Verleihung die im Rahmen des Neunten Meersburger Dichterinnentreffens stattfand, kam Nally Sachs zum ersten Mul nach 20 Jahren wieder nach Deutschland. Wie wird sie die weitere Heimat, der sie so anhängt, empfunden (haben? feraelische Säuger preisgekrönt Rom. — Israel und Italien empfingen gemeinsam den ersten Preis bei einem internationalen Liederfest, .das in Pessaro stattfand. An dem Wettbewerb, der durch Bildfunk übertragen wurde, ‘beteiligten sich 18 Länder. Das preisgekrönte israelische Lied war .JUppahey” von Naomi Sehemer das von Zimra Ormatt zusammen, mit dem bekannten italienischen Sänger Gino Lat-illa vorgetragen wurde. Es war das erste Mal, dass eine israelische Sängerin mnit einem Israelischen Lied auf einem internationalen Festival für Volksmusik auftraft. (ITA) Geben Sie Iure F 4MILIEN - ANZEIGE TELEFONISCH auf! Sie ersparen sieh Zeit und Arbeit. Rufen Sie tms an U 2613 Jäibsoke Wecken schau IH RITTEN i» Fiama m espertmas. M Baüet Hicä Jm UmdM, ve d Gebierh Bsüet: Jto raZ “Ramp ito Insirmetíá Sobmtes t mta. A a lat IS boas iciótt del Abone aas. Mmcik Hindú ‘‘Fange undial tuspitít tierno ée la fr ¡d« ¿íjooo1 KEH1LLA PASTEUR Ä33 ¡86—9606" Ci 'S X Mittwoch, den 10. ds. Mts. um 21 Uhr 15i spricht Herr Rabbiner Dr. TOBIAS FRIEDMANN, Vizepräsident der Agudat Harabonim von Nordamerika, in jiddischer Sprache tiber das Thema: Prophetische Gestalten von einst t , mul heute i Sommrag-Preis Der Britische PiRiiloscrrlh Bertrand Rüssel, der von der Universität Kopenhagen den Sonning-Pkeis in Höhe von M0.90O Kronen «»gesprochen erhielt, zweigte 10.000 Kronen für die Anne-Frank- Stiftung ab. Der Sanniag- Preis ist ¡nach Frau Leonie Sirining. einer Frau schwedisch - jüdischer Herkunft, benannt. Bisherige Preisträger waren Churchill und Albert Schweitzer. Jüdische Preisträger Die Ford Motor Company in Washington verteilte vier Preise an Wissenschafter, die sich in der Entwicklung der Atomwissenschaft für friedliche Verwendung ausgeaelehnet hubeu. Drei der Preisträger sind Juden: Dr. auf diesem Wege, von der Möglichkeit direkter üeberweastmg der fälligen Abono-Gebühren frdl. Gebrauch machen zu woben. Direkte Einsendung des AfocmoJBetrages in SCHECK — GIRO — BONO POSTAl ¡LA SEMÄ3N& ISRAELITÄ P.ueyrredan J2d9tt. I9 izq. C-o piiticl Hierdurch überweise ich Ihnen Öen (Betrag von m$n ..... aus «achstehenöer Abrechnung. <ln £r- -warturg ihrer Quittung begriisse ich Sie (Name) (Adresse) £3 B- \Wir bitten, fihr.zaÜbungen zu richten an: LA SEMANA ISRAE¬ LITA. 1. u. 2. Quartal m$n Sfl.- Jahr 195D . .. m$n 100.- 1. u. ‘2. Quartal 1960 m$r. I Jahr 1000 .. m$n 240.- .(Nicht gewünschte Zahlung bitte ausstreichen)