Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1801 (5.8.1960)
- Date
- 1960-08-05
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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4 — Viernes. 5 de Agosto de 19M LA SEMANA ISRAELITA Año XXI — No. 1801 BOEKos AiBEsj Ein Gruss aus der Eiszeit KL ”CKI-ARRAt IN i machen wusste. Der grosse "AMIGOS DE LA MUSICA" ' kontrapunktliche Könner T . T. , ,! verschreibt sich nicht unbe- In emem Konzert von sehr , . ., ...... . „ dingt der Atonalitat, seine ungewöh nücher Qualität Fraktur ist sauber und gevon SH RAGA HAR-GIL machten zwei weltberühmte Künstler ihr Come-back: der polnische Dirigent Paul Klecki, der überall, wo immer er hinkommt, spontane Triumphe feiert, und dem die Erziehung der Israel- Philharmonie unglaublich viel verdankt; der chilenische Pianist Claudio Arrau, welcher das 1. Beethoven- Konzert c-dur, op 15 in vorbildlichem Stil spielte und dessen Künstlerische Eigenschaften über jegliches Lob erhaben sind. Klecki war ihm ein einfühlender Begleiter, der dem gewiss immer guten Orchester der „Amigos" an diesem Abend einen selbst für jenen Klangkörper ungewöhnlichen Schwung verlieh. Arrau hatte frenethchen Applaus. Der überragenden Orchesterleiter musiziert in echt mozartischem Stil, die verletzte der dre. „grossen“ Mozärtsymphonien, No. 39, •sdur. KV 543. Die makellose Wiedergabe des ebenso dankbaren wie schwer zu spielenden Opus war ein nicht alltäglicher Ohrenschmaus. Als letztes, ebenso vorbildlich gespieltes Opus stand die „Sinfonía Breve” des unter uns lebenden spanischen Komponisten Julián Bautista auf dem Programm, der stets in eigener Sprache eigene Aussagen zu könnt. Die Ecksätze „Allegro bien ritmico” um. das „Al. legro vivace” überzeugen mehr als das langatmige „Moderato assai ed espressivo”. Klecki machte auch die Komposition Bautistas zum Gegenstand einer gut geprobten und ausgefeilten Wiedergabe, die ihm, dem Komponisten und dem Orchester sehr langen Beifall eintrug. ERIC SIMON MIT URUGUAYISCHEM CHOR IN "CONCI-JRTOS DE CAMARA" Der in Urugua” ansässige deutsch - jüdische Dirigent Eric Simon, der aus dem dortigen Musikleben nicht wegzudenken ist, und der in der Nachbarrepublik vor vielen Jahren in selbstloser Arbeit bis in die kleinsten bewohnten Winkel Chorvereinigungen nicht nur geschaffen hat, sondern sie fortlaufend überwacht, dirigierte im Rahmen des „Festival Coral“ der Gesellschaft einen 194-stimmigen, aus Colonia, Carmelo, Mercedes und Paysandu stammenden Chor. Diese „Federe ‘Ion *e los Cor os del Litoral“ ist eine sympathische, mit unglaublichem Enthusiasmus arbeitende Ama- Die Entdeckung von internationaler Bedeutung, die uns auf die Spuren der Urmenschen brachte, die vor ca. 500.000 Jahren im Jordantal lebten, und von der Prof. Mosche Stekelis von der Hebräischen Universität in Jerusalem berichtete, wurde schon vor ca. einem Jahr gemacht. Isi Mirminsky, der rothaarige 27jähriga Gemüsebauer im Kibbuz Affikim, leitete damals die Vorbereitungen für den Anbau einer landwirtschaftlichen Fläche neben den Ruinen des verlassenen arabischen Dorfes Abudia am westlichen Jordanufer. Der Traktor hob eine zwei Meter hohe Erdschicht ab, und zu Isis Verwunderung kamen einige versteinerte Knochenreste mit an die Oberfläche. Isi, der selbst; ein Amateur - Archäologe ist, schickte seine Fund: an Prof. Stekelis, der nach genauen eingehenden Untersuchungen zusammen mit Professor G. Haas die Fundstätte besuchte. An Ort und Stelle fand [dann Prof, G. Haas, dass die teur-Vereinigung die Simon zu einem einheitlichen Ganzen zusamrr enschweisste. Das intere: '.ante Programm, das im ersten Teil Werke des 16. und 17. Jahrhunderts nannte (Arcadelt, Pitoni, Aichinger, Ingegner:\ Bach und Purcel), und dessen zweife Hälfte sieh aus Kompositionen uruguayischer Tonschöpfer zusammensetzte (Serebrier, Estrada, Fabini und Cluzeau- Mortet) sowie eine ,Little Negro Passion“ von E. Kosten aufwies, wurde durchwegs gut und geschmackvoll gesungen, und Eric Simon, seine Stimmenschar sowie die Solisten J. A. Taboada und Nelson Martilotti konnten sehr langen Apiplaus für sich buchen. c-n. Teatro Colón Está en Venta un Abono a 3 (tres) Funciones Vespertinas del Ballet Hindú “fíanga-Sri”. Jira mundial auspiciada por el Gobierno de la India. — Repertorio: “Ramayala”, “Panchatantra”. “Praja Lila”, “Manipuri”, “Tali”, “Vasaka”, “Mandjida”, “Rumal”, “Lambardi”, “Naga”. Abono a Platea $ 900.—; Abono a Delantera de Paraíso $ 150.—. En venta de 9.30 a 12.50 y de 15.30 a 17.30 en A. Toscanini (Viamonte) 1121 hasta hoy. Sábado 6, a las 18 horas. Noveno Concierto del Abono a 10 de Grandes Solistas. Recital del Pianista Claudio Arrau. Homenaje a Schumann y a Chopín. Knochen Überreste von Säugetieren waren, die in dieser Gegend seit über 50.000 Jahren ausgestorben W'aren. Auf ihreifr- Rundgang am Platz entdeckte Prof. Haas, ein Zoologe, den Eckzahn e. nes Hipgopotamus, während Prof. Stekelis einen scharfer. Granitstein fand, der wahrscheinlich ven der Urbcvöl- kerung als eine Art Messer | benutzt wurde. Es war den beiden Professoren klar, dass sie eine Wohnstätte von Urmenschen, aus der prähistorischen Zeit, entdeckt hatten. Prof. Stekelis verglich das Steinmesser, das er gefunden hatte, mit anderen Steinmessern, die bei ähnlichen Funden in Tar.ganyika und Algerien ans Licht gebracht wurden, und fand, dass er es mit einer gleichen Art dev Steinbearbeitung zu tun hat. te. Das führte ihn zu dem Beschluss, Ausgrabungen an dem Fundort bei Affikim aufzunehmen. Nach vielen langwierigen Bemühungen gelang es den Wissenschaftlern, nur 2.000 IL aufzubringen, was bei weitem nicht ausreichend war, um die Untersuchungen durchzuführen. Trotz- I dem begann Prof. Stekelis,! während der Pessach-Ferien. zusammen mit zwei anderen Professoren und sieben Studenten der Archäologie die Ausgrabungen bei Affikim. Wie seit langem bekannt, ereignete sich vor einigen Millionen Jahren (ger.au steht die Epoche noch nicht fest) ein Grabenbruch (eine Faltungl, der einen Riss von der Türkei über die Jordan- Ebene, das Tote und das Rote Meer bis Im Zentrum des heutigen Afrika herbeifiibrte. Die Funde bei Affikim wurden in einer Schicht ge- I F T In dieser Woche finden die letzten Vorstellungen von „Alto Perú” von Andrés La. zarraga in spanischer Sprache unter der Regie von Atualpa del Cioppo, und zwar am Freitag. Sonntag und Sonnabend statt. —:o:— Am Sonntag, den 14. August, findet um 10 Uhr vormittags ein Klavierkonzert der bekannten jüdischen Virtuosin Flora Nudelmann statt, das dem Komponister Chopin gewidmet ist. Der Verkauf findet ab nächster Woche an der Theaterkasse statt. —:o:— Am Sonnabend, um 17 Ub.r und am Sonntag um 15 Uhr finden die letzten Vorstellungen von „Pflunft, eT Fantasmito“ für Kinder unter der Regie von Jordana Fain statt. macht, die offensichtlich am Rande dieses Bruchs lag; denn nur so kann erklärt werden, dass die Ueberreste aus der Steinzeit in einer Tiefe von wenigen Metern unter der Erdoberfläche lagen. Die Tatsache, dass diese Funde am Rande eines Abgrundes, n.it einer Senkung im selben Winkel, wie bei den Funden in Afrika festgestellt wurden, liéss die israelischen Forscher zu der Schlussfolgerung gelangen, dass zu einer späteren Zeit diese Gebiete noch von einem zweiten Bruch heimgesucht wurden, der jedoch weniger stark war und deshalb keine neuen Erdrisse hinterliess. Die Ueberreste der Menschen u d Tiere, die bei Affikim gefunden wurden, rühren, nach Ansicht der Forscher, wahrscheinlich noch aus der Zeit vor der Epoche dieser zweiten Katastrophe her Die Ueberreste stammen offensichtlich aus der Pleistozaen-Periode, zu einer Zeit, da im Jordan-Tal ein tropisches Klima herrschte, während in Europa und Nordamerika noch die Eisi zeit bestand. Die gemachten ¡ Funde umfassen Fragmente von Menschenschädeln, Kno. chenr:ste vor, Elefanten, einer von 20 bis 30 kg schweren Wasserschildkröte, eines Hippopotamus, Krokodilen, | Nashörnern, einen grossen Fisch, und Muscheln (Melanopsis), deren Art noch heute im Kineret-See gefunden wird. Prof. Stekelis stellte fest, dass die Knochen nicht durch den Druck der Erd¬ Gemiise und hatten nur ganz primitive Vorstellungen von der Jagd. Man fand Schleudersteine in verschiedenen Grössen, mit denen der Urmensch offensichtlich versuchte, das Wild zu erlegen. Auch eine zweite Fundstelle, ca. 300 Meter von der ersten Stelle entfernt, wurde entdeckt, und dort wurden ähnliche Ueberreste ausgegraben. Prof. Stekelis erklärte mir dass dieser Fund besondere Bedeutung habe, weil hier zum ersten Mal, wie bei den Funden in Tanganayika und Algerien Zeichen entdeckt wurden für eine „menschli. che Betätigung1 der Urmenschen: der erste Ansatz zur Erzeugung von Geräten und Waffen, mit denen der Urmensch gegen Natur und Tiere zu kämpfen begann. Prof. Stekelis glaubt, dass die Wiege des Urmenschen in Afrika liegt (Israel gehörte zu den damaligen Zeiten ebenfalls zum afrikanischen Kontinent), umsomehr, da ähnliche Ueberreste aus der Steinzeit bisher noch nie in Europa gefunden wurden. „Die Ausgrabungen im Jordantal stehen erst in ih rem Anfangsstadium“, äusserte Prof. Stekelis auf Fragen über seine weiteren Pläne. So verhinderte bisher der Mangel an Zeit und Geld, ein Skelett eines Elefanten auszugraben, das ebenfalls bei Affikim entdeckt wurde. Prof. Stekelis hofft jedoch, dass sich durch freiwillige Spenden die Gelder aufbrirgen lassen werden. um eine grössere Ausgrabungsmissi'a nach Affikim zu senden. Einladung zur Subskription! FLAVIUS JOSEPHUS Die jüdischen Altertümer (Uebersetzt und mit Einleitung und Anmerkungen versehen von Dr H. CLEMENTZ 1 Bde. Kl. 8®, I, 646 Seiten, 2 Tafeln. II. 724 Seiten und 2 Tafeln auf holzfr Papier, in Ganzleinen geb. DM 52.— 'Die „Jüdischen Altertümer” sind ein wichtiges Quellenwerk zur Erforschun der antiken Geschichte und ganz besonders zur Erkenntnis des nachbiblischen Judentums, seiner politischen Strömungen und religiöser Sekten sowie der Entstehung des Christentums. Die Funde am Toten Meer haben erneut die Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit seiner Schilderungen bestätigt. Die Werke des Flavius Josephus sind daher für jeden, der sich mit dem für uns wichtigsten Zeitabschnitt der älterer Geschichte beschätigen will, unentbehrlich. JAKOB LEVY Chaldäisches Wörterbuch über die TARGUMIM und einen grosser. Teil des rabbinischen Schrifttums Z Teile in 1 Band. Le . 8?, VI. 429 _|_ VIII, 595 Seiten (ca. 2.048 Spalten) — Mit Nachträgen von Leberecht Fleischer — Unveränderter Neudruck der dritten Auflage — In Leinen geb. und auf hohäfr. Papier gedruckt. Subskriptionspreis DM 130.— Nach Erscheinen (15, Sept. 1959) DM 145.— Dieses seit Jah en vergriffene und gesuchte Wörterbuch ist das bis jetzt erschöpfende Werk zur Erscnliessung der jüdischen Bibelexegese. Früher erschienen: Geschichte des jüdischen Krieges FLAVIUS JOSEPHUS Uebersetzt und mit Einleitung und Anmerkungen versehen von Dr. H. CLEMENTZ Kl. 8?, 695 Seiten, 2 Karten auf holzfr. Papier in Leinen geb. DM 25.— Joseph Melzer Verlag, Koeln MOZARTSTRASSE 1« WIE LIEGEN DIE FEIERTAGE DER JUEDISCHEN JAHRE 5720/21 Mittwoch, den 21. September Erew Rosch Haschono 5721 Donnerstag, den 22. September Rosch Haschono 5721 Freitag, den 23. September 2. Tag Rosch Haschono Sonnabend, den 24. September Schabat Schuwoh Sonntag, den 25. September Zorn Gedaljah Freitag, den 30. September Sonnabend, den 1. Oktober Mittwoch, den 5. Oktober Donnerstag, den 6. Oktober Freitag, den 7. Oktober Sonnabend, den 8. Oktober Mittwoch, den 12. Oktober Donnerstag, den 13. Oktober Freitag, den 14. Oktober Erew Jom Kipur Jom Kipur Erew Sukot 1. Tag Sukot 2. Tag Sukot 1. Tag Chol Hamoed Hoschano Rabo Schemini Azeret Simchat Tora schichten im Laufe der Jahrtausende gebrochen wurden, sondern mit Hilfe von Steinen und anderen harten Instrumenten. Eine nähere Untersuchung der Knochen ergab, dass sogar das Mark aus dem Knochen geschabt und von den Urmenschen offensichtlich als „Delikatesse” verzehrt wurde. Die Urmenschen des Jordantals wussten noch kein Feuer zu entzünden. Sie lebten, nach Ansicht von Prof. Stekelis, von Früchten und Ueberfiihrung aus Italien Jerusalem. — Die sterbli. chen Ueberreste von Rabbi Chaim Josef David Azulay wurden aus Livorno, Italien, wo er 1807 gestorben war, küzlich nach Israel überführt. Präsident Ben Zwi und Oberr-bbiner Nissim haben die Uebeiführung zusammen mit einem Comité orga-isiert. (AWZ) bringt am 14.y 15. u. 17. August, um 14.30 Uhr ifn Teatro Odeon das erste deutsche Kindermärchen seit vielen Jahren HAENSEL UND GRETEL Regie: HEDWIG SCHLICHTER - CRILLA 2 Stunden Kinderjubel — Geschenke - Ueberraschurgen Eintrittskarten an der Theaterkasse, Esmeralda 367, 3 Tel. 45-3591, Werktags von 10—12 und von 15 bis 20 Uhr F T BOLOGNE SUR MER 547 T. E. 88-9420 VIERNES Y SABADO 22 HORAS DOMINGO 18 HORAS ULTIMAS FUNCIONES ALTO PERU de ANDRES LIZZARAGA SABADO 17 hs. — DOMINGO 15 hs. ULTIMAS FUNCIONES TEATRO PARA NIÑOS PLUFT, EL FANTASMITA >*»♦♦♦♦♦♦«♦<