Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1799 (29.6.1960)
- Date
- 1960-06-29
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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e — Viernes, 29 de Julio de I.-'¿mat ’Í s« tal FRANQUEO PAGADO Concesión 968 5 s a  «* ß O K U) < O TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 SEMANA Año XXI. BUENOS AIRES, VIERNES 29 DE JULIO DE I960 No. 1799 , —.-, EL EJEMPLAR« en toda la República y Buenos Aires PUEYRREDON 2190 19 ixq. T. E. 83 . 2613 Nassers Spione in Israel „Neuzig Prozent der Tä tigkcit von Spionen liegt in unserer Zeit im'Lesen und der Verwertung von Zeitungsmeldungen“. Zu dieser Feststellung gelangten schon vor Jahren die amerikaniechen Abwehrdienste, die ihre Behauptung bewiesen, indem sie eine genaue in alle Einzelheiten gehende, Beschreibung eines neuen Flugzeuges aus verschiedenen Fachblättern zusamxnenstellten. obwohl offiziell «Ile Nachrichten über diese Maschine als streng geheim %>ezeiebnet wurden. Deshalb klingen die „Enthüllungen1’ des Schauprozesses, den Kairo jetzt gegen eine „Gruppe israelischer Spione“ aufgezogen hat, ebenso dramatisch wie unglaubwürdig. Es ist kein Zufall, dass die ganze Angelegenheit, die zuständigen israelischen Amtsstellen ziemlich „kühl“ liess, eben weil hier keineswegs ein ..ägyptischer Sieg kn Untergrundkonflikt mit Israel“ wie „Al Ahram1 ‘schreibt, vorlag, sondern nur eine dramatisierte ..Phantasie”, an die niemand so richtig glaubt. Wenn es tatsächlich einen „Untergrundkonflikt“ zwischen der VAR und Israel gibt, so hat, wenn nicht alle Anzeichen trügen, Israel bei diesem die Oberhand. Obwohl hier noch kein Schauprozess gegen etwaige ägyptische Agenten aufgezogen wurde, gelang es doch regelmässig, diesen das Handwerk zu legen, meistens schon bevor sie tatsächlich ihre Tätigkeit aufzunehmen in der Lage waren. Aegyptische Aegenten kommen zum grossen Teil über die Landesgrenze als Infiltranten nach Israel, oft aus Syrien und sogar manchmal nach einem Umweg über den Libanon oder Transjordanien. Besonders im Galil haben es diese Inflitran- --ten-Agenten leicht ihre Tätigkeit zu entfalten, da sie oft bei Freunden oder Verwandten in den arabischen Dörfern dieser Gegend Unterkunft oder sogar auch Hilfe finden können. Viele dieser Spionage Agenten sind ehemalige Palästinenser, die in den Flüchtlingslagern der Gazazone leben und dort von den ägyptischen Spionagediensten angeworben werden. Die Aegypter haben sogar schon in mehreren Fällen Studenten im Alter von 16—17 Jahre über die Grenze nach Israel geschickt, wobei die Studenten sogar ihre Schulbücher bei sich behielten, um im Falle einer Festnahme behaupten zu können, dass sie sich über die Grenze verlaufen haben. Agenten, die Verbindungen im Lande besitzen, bemühen sich, unter ihren Bekannten weitere Agenten zu werben, und bilden kleine Gruppen von höchstens acht Mann, die mit zweitrangigen Aufgaben betraut werden (Beobachtungen über den Verkehr von Militär-Wagen auf den Landstrassen, Kaufen und Sammeln von Zeitschriften, Militär-Revues und evtl. Landkarten, Ausarbeitung von Berichten über die wirtschaftliche Entwicklung des Landes, etc.) Diese Gruppen stehen in Kontakt mit einem Verbindungs _ Agenten, der regelmässig über die Grenze kommt, um dann die gesamten Nachrichten nach Damaskus und Kairo zu bringen, wo sie ausgearbeitet und in ein Gesamtbild der Lage im Lande eingefügt werden. . Im vergangenen Jahr wurden drei solche Spionagenetze im Galil ausgehoben. Jedes Netz arbeitet unabhängig, ohne Kontakt mit dem zweiten, sodass es äusserst schwierig ist, der gesamten ägyptischen Spionagetätigkeit auf die Spuren zu kommen. . Besorgniserregend ist besonders die Tatsache, dass unter den entlarvten Spionen sich hauptsächlich junge Männer, mit einer relativ fortgeschrittenen Schulbildung (u. a. auch zwei Lehrer und ein Anwalt) befanden. Unter denselben jugendlichen Arabern, nicht nur aus den Dörfern der Minorität im Dreieck und im Galil, sondern auch aus Jaffa und Haifa, finden sich immer wieder „Nationalisten”, ■ die Israel verlassen und sich nach Gaza begeben. Ein Grossteil von ihnen wird dann nach Israel mit genauen Spionage-Aufgaben zurückgeschickt. (Andererseits wurde aber bisher noch kein solcher Spionagefall bei der drusischen Minorität im Lande festgestellt.) Laut einer Meldung des „Haarez” hätten in einem der Monate dieses Jahres mindestens 2J solche Jugendliche Israel illegal verlassen und mindestens fünf von ihnen wären dann aus Gaza mit Spionage-Aufgaben wieder zurüekgesandt worden. Eine nicht weniger gefährliche, jedoch wesentlich schwerer zu entlarvende, Gruppe von Agenten sind solche, die als Touristen, Geschäftsleute, Journalisten oder sogar als „jüdische Olim” mit gefälschten oder fremden Pässen' nach Israel kommen. Israels Rückkehrergesetz sowie die Bemühung, Ausländer als Touristen oder Geschäftsleute anzuziehen, machen einigen Agenten natürlich das Leben leicht. Ein gutes Beispiel ist der Grieche Alcibades, der im vergangenen Jahre wegen Spionage zu Gunsten Aegyptens zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Dieser ehemalige Offizier der griechischen Armee hatte vier Mal Israel besucht, angeblich um hier militärische Ueberschusswaren und Schrott zu kaufen. Dieser Vorwand gab ihm sogar die Möglichkeit, Militärlager zu besichtigen, aber er ging etwas zu weit, als er einem Offizier Geld für militärische Informationen anbot, wodurch der schon vorher gegen ihn gehegte Verdacht bestätigt wurde und seine Verhaftung erfolgte. Von Zeit zu Zeit gelingt es den Aegyptem, die Spionagezentralen in den meisten grossen europäischen Städten unterhalten (ihr Zentrum ist offensichtlich in Genf) Juden zu kontakne auch auf diesem Gebiet eine gewisse Entspannung zu verzeichnen gewesen war. Die Erklärung hierfür liegt wahrscheinlich in der Tatsache, dass die ägyptischen Spionage- und Abwehr- Dienste jetzt neu geschult wurden und die bisherige Leitung durch deutsche „Fachmänner” gegen sowjetische Leitung und Instruktion ausgewechselt wurde. Es besteht kaum Zweifel, dass sowjetische „Fachmänner” die ägyptischen Spionage-Dienste neu organisiert und die Männer in den Schlüsselstellungen Sonderkurse in Ostblock-Staaten absolviert haben. Französische Zeitungen meldeten sogar kürzlich, dass die Enthüllung des „israelischen Spionage - Netzes” in der VAR auf Grund von Informationen sowjetischer Agenten möglich war. Neue „Arbeits”-Methoden der ägyptischen Spione führen natürlich auch dazu, dass die israelischen Abwebrdienste sich diesen Gegebenheiten anpassen und ebenfalls neue Kampfmetho. den entwickeln, um den Agenten das Handwerk zu legen. Bisher hat sich Israels Abwehr vollkommen auf der Höhe gezeigt, und der „Schauprozess”, den Kairo aufzog. um die Welt von der Tüchtigkeit der ägyptischen Abwehr zu überzeugen, ändert nichts an der Tatsache, dass im „unterirdischen Kampf der Abwehr und Informationsdienste” bisher Isrel den Sieg davon trägt. Konferenz der Allgemeinen Zionisten Rio de Janeiro. — Die Konferenz der Allgemeinen Zionisten fand in Anwesentieren und für ihre Ziele zu Iheit von Delegierten aus Für Frieden im Mittelosten Chikago. — Das Programm der Republikaner für die Präsidentenwahlen verspricht in der Form, in der cs von der 103 Mitglieder zählenden Kommission der Parteikonvention angenommen wurde, „im Mittelosten die Integrität und Unabhängigkeit aller Länder einschliesslich Israels und der Araberstaaten weiter zu unterstützen.” ln dem Piogramm heisst es: „Mit besonderem Hinweis auf Israel und die arabischen Länder werden wir in jeder Weise eine baldige Lösung der zwischen diesen Staaten bestehenden Differenzen fördern. Diese Lö- ■ g muss gerecht sein und das Problem der Flüchtlinge aus der Welt schaffen, die Beschränkungen der Durchreise und des Handels beseitigen, ohne Diskriminierung gegen Amerikaner aufgrund ihres religiösen Bekenntnisses; sie muss friedliche Beziehungen erstreben, die einen Rüstungswettlauf überflüssig machen, der ungeheure Kos en verursacht.” <ITA> gewinnen. Ein Beispiel ist der ehemalige Zahal-Offizier Georg Grossmann, der nach seiner Auswanderung nach Belgien dort von der ägyptischen Spionage kontaktiert und verpflichtet wurde. Ein anderer Israeli, Jakov Weiss, wurde von den Aegyptern in der Türkei verpflichtet, doch verriet er sich, als ein Brief, den er für einen ägyptischen Offizier in einem Café in Istanbul hinterlassen hatte, von einem Lehrer des haifaer Technions höchst zufällig gefunden wurde. Weiss wurde nach seiner Verhaftung für nicht zurechnungsfähig befunden und in eine Anstalt für Geisteskranke überführt. Unter anderen Agenten der Aegypter befand sich z. B. Sacha „Politruk ’ Jullin, der vor kurzem wieder auf freien Fuss gesetzt wurde, nachdem er zwei Drittel seiner siebenjährigen Gefängnisstrafe abgesessen hatte. Im; Spion allgemeinen hat die Brasilien, Argentinien. Uruguay, Chile und Mexiko statt. Leon Dultzin, der Chef der Wirtschafts - Abteilung der Jewish Agency und Mortimer May, Expräsident der Zionistischen Organisation in USA, nahmen an den Debatten teil. (ITA) Selbstmordversuche Tel Aviv. — Dr. Fritz Katz der Direktor des Jüdischen Krankenhauses von Alexandrien, der von einem ägyptischen Militärgericht wegen Spionage angeklagt ist, versuchte im Gefängnis Selbstmord zu verüben. Ein anderer Angeklagter im gleichen Gerichtsverfahren, Hauptmann Ali Hamadc, überlebte gleichfalls einen Selbstmordversuch, wie jetzt mitgeteilt wird. Die ägyptischen Behörden versuchten zuerst, diese Angelegenheit zu vertuschen doch machte der Siaatsan. wait während des Prozesses hiervon Mitteilung, nachdem in der .ägyptischen Presse berichtet worden war, Katz Mainz. — Auf die Bemühungen der Wiedergutmaehungsbehürden, die Ent. Schädigung für die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung termingerecht zu erfüllen, hat der stellvertretende Finanzminister von Rheinland-Pfalz, Ministerialdirektor Skonieczny, kürzlich vor der Landespressekonferenz hingewiesen. In einem Ueberblick über den Stand der Wiedergutmachung teilte er mit, dass die Bundesrepublik für die rund 2,6 Millionen registrierten Ansprüche schätzungsweise achtzehn Milliarden Mark aufbringen müsse. Für die bereits erledigten rund eine Million Ansprüche seien bisher 6,5 Milliarden Mark ausgezahlt worden. Annähernd ein Viertel der gestellten Wiedergutmachungsansprüche müssten im Auftrag des Bundes von Rheinland-Pfalz abgewickelt werden. Dazu gehörten alle WiedergutmachungsForderungen von Opfern und Verfolgten des Dritten Reiches, die jetzt in aussereuropäischen 'Ländern leben. An erster Stelle rangiere dabei mit rund 300.000 Wiedergutmachungs-Ansprüchen Israel gefolgt von den Vereinigten Staaten, Kanada und Australien. Die Höhe der Ansprüche ist nach Angaben des Ministerialdirektors sehr unterschiedlich. Beispielweise werden für einen Berufsschäden vertriebener Volksdeutscher im Sinne der Genfer Vertriebenenkonvention pauschal 10.000 Mark gezahlt. Ein Freiheitsentzug während des Dritten Reiches kostet den Staat 150 Mark für jeden Monat, den der Antragsteller im Konzentrationslager, Zuchthaus oder Gefängnis hatte zubringen müssen. Rheinland-Pfalz hat bis zum 31. Mai dieses Jahres an W iedergutmachungs-Berech- Regionale Zionisten- Kongresse Jerusalem. — Die Exekutive der Jewish Agency kündigte an, dass fünf regionale Zionisten-Kongresse geplant werden, um Vorbereitungen für den 25. Zionistischen Weltkongress zu treffen, der im Dezember in Jerusalem stattfinden soll. Eine Regionaltagung wird für den 17. November in USA einberufen. Eine andere wird Ende August in Buenos Aires für Lateinamerika veranstaltet und eine andere im September in Frankreich für die französisch und italienisch sprechenden Länder. Ferner wird im September eine Konferenz in Holland für die englisch, holländisch und deutsch sprechenden Juden organisiert, und Anfang Oktober wird der fünfte Kongress in Me- Ixiko für Zentralatnerika abgehalten werden. (ITA) tigte in aussereuropäisehen Ländern 925 Millionen Mark ausgezahlt. Um eine schnellere Abwicklung der noch dienen 413.000 Ansprüche zu ermöglichen, wurde jetzt mit Hilfe des Bundes in Berlin ein fünftes Amt. für Wiedergutmachung des Landes Rheinland-Pfalz eingerichtet, das für ehemals Verfolgte, Vertriebene undi für nichtdeutsche Flüchtlinge zuständig ist, die jetzt in Israel leben. Skonieczny wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass bei Erlass des Bundesgesetzes zur Entschädigung für Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung im Jahre 1956 keine klaren Vorstellungen über den zu erwartenden Finanzbedarf, aber auch nicht über den Arbeitsanfall bestanden hätten, Um die berechtigten - Ansprüche erfüllen zu können, würden die Wiedermachungsämter weiter verstärkt und in absehbarer Zeit allein in Rheinland- Pfalz über 600 Bedienstete umfassen. Hinsichtlich der Reihenfolge der Bearbeitung von Ansprüchen teilte Skonieczny mit, dass Rheinlar d- Pfalz eine Dringlichkeitsstufe nach Alter, Katastrophenfällen und Schwerbeschädigten aufgestellt habe. Die W iedergutmachungs-Ansprüche aller über 70 Jahre alten Personen, die in aussereuropäischen Ländern leben seien bereits erfüllt worden, während zur Zeit die Altersgruppe von 65 Jahren an bearbeitet werde. Abschliessend versicherte er, dass alle Anstrengungen unternommen würden, bis zum Frühjahr 1963 die Wiedergutmachungs . Ansprüche zu regeln. Es müsse allerdings berücksichtigt werden dass erfahrungsgemäss in etwa fünfzehn Prozent der Fälle Widerspruch gegen die Entschädigungsbescheide bei den ordentlichen Gerichten eingelegt werden. Von den im Bundesgebiet bisher eingereichten 171 Klagen seien achtzig Prozent abgewiesen und zwanzig Prozent stattgegeben beziehungsweise ein Vergleich geschlossen worden. ( Panama entsendet Diplomaten Jerusalem. — Der erste diplomatische Gesandte aus Panama in Israel, Adolfo Arias Espinoza, überreichte dem Staatspräsidenten Ben Zwi seine Beglaubigungsschreiben als Botschafter und sprach den Wunsch für eine fruchtbare Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern, besonders auf technischem Gebiet, aus. Präsident Ben Zwi gab der gleichen Hoffnung Ausdruck. (ITA) ”¿-Tätigkeit der VAR (habe sich über Misshandlun. in den" letzten Monaten we j gen durch Wärter und Gesentlich zu genommen, nach- 'richtsbeamte beschwert, dem seit der Sinai-Kampag- . UTA)! Registro de la Propiedad Intelectual No. 656.635 ¡Impreso en la Imprenta POLIGLOTA Corrientes 3114 - t;• V,;_? ■:.5^V' í3W*:1:'í: A