Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1960-06-29 · 1799 (29.6.1960) · p. Seite 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1799 (29.6.1960)
Date
1960-06-29
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/9616703-9611224-9611718--0600-9611722
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

4 — Viernes. 29 de Julio de 1960 L A SEMANA . ft ISRAELITA Año XXI. — No 1799 MODERNES .SPIEL VOM HIOB” Die grosse biblische Dichtung von Hiob hat immer wieder Dichter und Philosophen zur Neu-Dichtung oder zur gedanklichen Stellungnahme angeregt. Uns Juden aus Deutschland hat von diesen vi-, .an Werken sicherlich Josef Roths unvergesslicher Roman „Hiob” am stärksten berührt. Ein modernes Theaterstück, das „Spiel vom Hiob” von Archibald Mackleish wird seit zwei Jahren ununterbrochen in New York aufgeführt. Man müsste sogar sagen, merkwürdigerweise; denn es handelt sich nicht um die sogenannten leichte Kost, die am Broadway Erfolg hat. sondern um ein sehr ernstes, würdiges, ideenreiches Problemstück, das hohe Anforderungen an den Zuschauer stellt. Die JKG, die damit ihrem Namen als „Kultur-Gesellschaft” Ehre machte, hatte die bonaerenser deutschsprachige Theatergruppe „Am runden Tisch” eingeladen, die wesentlichen Szenen dieses „Spiels” in ihrem Heim vorzulesen. Der Leiter der Truppe Dr. Szurmai gab die notwendigen Erklärun gen zum Verständnis der Szenen, die ohne Kürzung mit verteilten Rollen vorge lesen wurden und sogar ausgezeichnet, lebhaft und mit Teatro Colón Sábado 30, a las 18 horas: Octavo concierto del Abono 9 10 de Grandes Solistas. Presentación del pianista Claudio Arrau. En programa: 32 Variaciones en do menor y Sonata en la mayor, Op 101, Beethoven y obras de Brahms, Debussy, Liszt y Smétana. Sábado 30, a las 21.30 hs.: función Extraordinaria No. f?. Bajo los auspicios de la Dirección General de Relaciones Culturales de Fran $ia, espectáculo coreográfico fon Liane Dayde y Michel lult, con el Cuerpo de lile Estable del Teatro Colón. — Ballets: “El Lago de los Cisnes”; “Romeo y Julieta”; “Don Quijote”; “Danzas Polovteianas”, de “El Prínci pe Igor”. gelungenem Eindringen in den geistigen Gehalt des Werkes vorgelesen wurden. Man soll bei Amateuren, deren Namen dem grossen Publikum sowieso unbekannt sind, keine Namen nennen und keinen besonders hervorheben; es war eine Freude zu hören, mit welch ansprechender klarer Diktion diese jungen Menschen ihre Rollen in ausgezeichnetem Deutsch vorlasen. Eine Ausnahme sei nur zugunsten des Leiters Dr. Szurmai ge- 1 macht, der als Erklärer wirkte und mit jedem Wort bewies, — man muss mit seinem Standpunkt nicht im. mer einverstanden sein; aber gerade das ist ja der Sinn eines solchen Abends —, wie tief er mit den Problemen des Hiob verwachsen ist. Der Rezensent ist nicht so vermessen, eine Inhaltsangabe eines Werkes zu geben, das er nur teilweise kennt. Es genügt, dass es sich um das moderne Spiel eines frommen Mannes in Nordamerika handelt, der vom Autor übrigens nie als Jude bezeichnet wird, dem die Frau davonläuft, dessen Söhne im Koreakrieg fallen oder durch Unglück umkommen, dessen Tochter geschändet, dessen Haus durch Bomben zerstört wird und der all sein Geld verliert, bis in bitterster Armut sein von eiternden Wunden verschwärter Körper verzweifelt, nur nach etwas Ruhe zum Schlafen lechzt. Dieser moderne Hiob verliert auch im tiefsten Unglück — anders als der Hiob Roths — nie seinen frommen Glauben oder beginnt gar zu hadern. Das Interessante am Stück ist die Aufmachung. Zwei Schmierenkomödianten, von denen der eine Zeuserl, also Gott, und der andere den Leibhaftigen darstellen soll, aber keinen mittelalterlichen Satan, sodern einen sehr aufgeklärten Teufel nach dem Vorbild des Mephisto, spielen die Rolle des Chors in der griechischen Tragödie und greifen dauernd in die Diskussion ein, die von Hiob, seiner Frau, den Nachbarn um den „Tröstern” nach dem biblischen Juden sind nlchi anders ron HERBERT FREEDEN Man ist nicht mehr über, i Mittelstandes rascht, auf der Liste der ¡Jüdin ist, gibt amerikanischen „bestsellers“ jüdische Autoren und jüdische Themen zu finden: Wouks „Marjorie Morningstar“ und sein. Bekenntnisbuch „Dies ist mein Gott“; Harry Goidens „Nur in Amerika“ und „Für ganze zwei Cent“; Uris „Exodus“ und Levins „Eva“, Leo Röstens „Die Rückkehr von Hyman Kaplan" und Moss Harts „Erster Akt“ sind nur einige Titel, die den Buchmarkt beherrschen. Was ist geschehen? Die j üdische Leserschaft allein kann für diesen Erfolg nicht verantwortlich sein, zumindest nicht allein verantwortlich. Ihr Potential hat sich in den letzten zehn Jahren kaum vergrössert, bestimmt nicht in dem Masse, Massenauflagen bestimmen zu können. Ein neuer Faktor muss eingetreten sein: das allgemeine Publikum nimmt an jüdischen Themen Interesse. Warum? „Marjorie Morningstar“ ist ein „jüdischer“ Roman insofern, als seine Menschen Juden sind: aber das jüdische Milieu ist simplifiziert und verniedlicht, bar jeder Mystik und eigentlich ganz zufällig. Was Marjorie passiert, könnte jedem anderen amerikanischen Mädchen genau so passieren. Sie ist ein Typ des amerikanischen — dass sie Sprache zu sprechen, die er ihr nur eine . zu verstehen gewohnt Art von authentischem Hinj ist, dass ist das Geheimnis tergrund. ieder -”—' sehe Mittelstandsleser fühlt sich bei „Marjorie Morningstar” zu Hause — das Jüdische ist zu einem folkloristischen Teil der amerikanischen Szene geworden und hat damit seine Eigenart verloren, auch seine eigebröölerische, esoterische Art, Auf einer anderen Ebene hat „Dies ist mein Gott“ die gleiche Wirkung. Natürlich, man geht in die Synagoge statt in die Kirche, man isst verschiedene Speisen nicht und andere besonders zubereitet — aber das sind Aeusserlichkeiten. Im Grunde ist der Gott, von dem Wouk berichtet, von unserem garnicht verschieden, so denkt der nichtjüdische Leser; mehr noch: Wouk hat den Vorhang des Okkulten, Geheimnisvollen, des Anderssein von der jüdischen Religion weggezogen und sie für den amerikanischen Durchschnittsleser popularisierte Dieser Durchschnittsleser legt das Buch amerikani-! des Erfolges von Uris. Auch!in „Eva" zeigt Meyer Levin, ‘ dass die Juden zwar ein eigenes Schicksal haben mögen, dass sie aber Menschen sind wie ..Du und ich", und das einzig „Jüdische“ an der Titelheldin ist ihr Schicksal. | Mit den kleinen Geschichten von Harry Golden dagegen können sich alle Ein- Literarische Notizen Ersta uii ührung Anlässlich des 12jii hngen Bestehens des amsterüamer J üdischen Mannerchores wurde unter der Leitung des Komponisten erstmalig eiti neues Werk „Jiskor” von Hans Krieg (früher Breslau) aufgeführt. Diese Komposition für Männer- und Frauenchor, Sopran-, Alt- und Bass-Solo und Orchester hatte ausserordentlichen Erfolg, Der Aufführung wohnte der israelische Botschafter, wanderer, nicht nur die jüiH- A, Cidor, mit seiner Gat- •J;-. . - , ■ - . ' * 1 — 1,-,: T-,5„ . , _ dischen, identifizieren. Italiener und Polen Iren und Griechen werden finden, dass sie, oder ihre Eltern oder Grosseltern, Aehnliches erlebt haben und sie werden sogar eine Art Solidarität mit dem jüdischen Einwanderer fühlen. Und Harts „Erster .».kt“ ist die typische amerikanische „Erfolgsstory“, deren jüdische Lösung nicht ihre Allgemeingültigkeit beeinträchtigt. In all diesen Büchern tritt ein soziologisch interessanter Vorgang zutage: das Jüdische wird, gedanklich und erfahru. gsmässig, als inte-! graler Teil der amerikaniwahrscheinlich mit Erleichsehen Szene dargestellt, insterung aus der Hand: das (besondere des amerikani- Heute, 19 Uhr 45 im Teatro Odeon Zum goldenen Anker von MARCEL PAGNOL Regie: JACQUES ARNDT Weitere Vorstellungen: | Sonnabend 20 Uhr — Sonntag 15 Uhr 30 Eintrittskarten an der Theaterkasse, Esmeralda 367, Tel. 45-3591, Werktags von 10—12 und von 15' bis 20 Uhr <♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦< Vorbild, einem Sozialisten, einem Frommen und einem Psychoanalytiker bestritten wird. Wohl nur selten ist nach einem Theaterstück oder einer Vorlesung von den Hörern soviel und so ernst über den Inhalt des Stückes diskutiert worden wie hier, ui.d das war das Erfreulichste an diesem Abend. Leider war unter den nicht eben zahlreichen Anwesenden kein Anhänger der frommen. Richtung, welche kein Bi belwort geändert haben will, was der privaten Debatte sicherlich noch mehr Schwung gegeben hätte. Zur gleichen Zeit wie die ses „Spiel vom Hiob” kann man, ebenfalls in deutscher Sprache, die gleichfalls mo demisierte Fassung eines anderen grossen Werkes der Weltliteratur geniessen, des Hamlet, dessen Probleme allerdings viel schwerer zu \ erfassen sind und den Am Sonntag, den 14. Au- Durchschnitts - Zuschauer jgust, findet um 10 Uhr vornicht so persönlich als seine ¡mittags ein Klavierkonzert ITT BOLOGNE SUR MER 547 T. E. 88-9420 VIERNES Y SABADO 22 HORAS DOMINGO 18 HORAS ULTIMAS FUNCIONES ALTO PERU de ANDRES LIZZARAGA SABADO 17 hs. — DOMINGO 15 hs. TEATRO PARA NIÑOS PLUFT, EL FANTASMITA nächste Mal, wenn er seinen jüdischen Kollegen tr'fft, braucht er keine Scheu vor seinem religiöser Kult zu haben, denn er ist ein Kerl wie er selber. Ueber „Exodus“ ist viel geschrieben worden, deshalb hier nur eine Bemerkung: sein Erfolg geht darauf zurück, dass er Israel in die amerikanische Begriffssprache übersetzt, will sagen, in bekannten, akzeptierten Unterhaltungs-Kategorien verständlich macht. „Exodus“ mit seinen Helder und Heldinnen, Engeln und Teufeln fällt in die Welt der „Wild West“-Geschichten, über Israel mit dem Durchschnittsamerikaner in der sehen Mittelstandes. Es wird seiner Besonderheit entkleidet; was an „Geheimnis'* dagewesen sein sollte, wird enthüllt, was problematisch war, wird vereinfacht. Das im Pinskerschen Sinne „Gespenstische“ und Unheimliche der Judenfrage zerrinnt im Licht dieser Darstellungen, die, gewollt oder ungewollt, einen Schritt in der Amerikanisierung des amerikanischen Judentums darstellen, und zwar diesmal von den Amerikanern aus gesehen. Die Ziffern der „best sellers“ beweisen, was der amerikanische Leser denkt: die Juden sind garnicht anders! tin bei. Die gesamte massgebende Presse Hollands äusserte sich voll höchsten Lobes über das Werk und die Aufführung. Die beste Leistung Den „Klausner - Drama- Preis” für die beste schau, spielerische Leistung im Jahre 1959 erhielt die Schau. Spielerin Hanna Meron von der Habima. Uraufführung Fritz Hochwälder* „Schicksalskomödie“ wird, in der Inszenierung Leonhard Stekkels, im Theater in der Josefstadt in Wien in der kommenden Saison zur Uraufführung kommen. Filme in Israel Im Laufe des Jahres 1960 werden in Israel fünf Filme gedreht, vier durch amerikanische und einer durch einen französischen Produzenten. Die landschaftliche Schönheit und die biblische Vergangenheit des Landes üben auf Publikum und Produzenten einen l»esonderen Reiz aus. Um der Boykottierung ihrer Filme durch die arabischen Länder zu entgehen, haben die amerikanischen Film Produzenten das Staatsdepartement aufgefordert, geeignete offizielle Massnahmen zu ergreifen. I F T In dieser Woche wird „Alto Perú” von Andrés Lazarraga in spanischer Sprache anlässlich der Feiern der Mairevolution unter der Regie von Atualpa del Cioppo wie" holt. Die Vorstellungen finden am Freitag, Sonnabend und Sonntag statt. Die BAR MIZWA unseres Sohnes ROBERTO (Robij findet s. G. w. am Sonnabend, den 6. August, um 9 Uhr in der Chaim Weizmann-Synagoge, Arcos 2319, statt. ENRIQUE und ANNELIESE JAKOBI Empfang: Sonnabend nachmittags von 17 bis 21 Uhr. Olleros 2905 eigene Sache ergreifen, wie es beim Hiob der Fall ist. Trotzdem wäre bei solch einem wesentlichen Abend zu wünschen gewesen, dass auch nur fünf Prozent derer anwesend gewesen wären, die sich den Hamlet-Film ansehen werden. Dann wäre die JKG nämlich so überfüllt gewesen, wie sie es meist nur dann ist, wenn harmloses Kabarett geboten wird, was allerdings keineswegs gegen di JKG spricht, sondern nur gegen den Geschmack eines Teiles ihrer Mitglieder. Dr. Karl Kost der bekannten jüdischen Virtuosin Flora Nudelmann statt, das dem Komponisten Chopin gewidmet ist. Der Verkauf findet ab nächster Woche an der Theaterkasse statt. Am Sonnabend, um 1? Uhr und am Sonntag um 15 Uhr indet eine Vorstellung für Kinder mit der Aufführung des Stückes „Pflunft, el Fantasmita” von der brasilianischen Dichterin Maria Clara Machado unter der Regie von Jprdana Fain statt. Für die mir anlässlich meines 7 5. GEBURTSTAGES in so reichem Masse erwiesenen Aufmerksamkeiten danke ich auf diesem Wege herzlichst Vicente López A.vda. Maipú 1728, II, A Hedwig Juda Juli 1960 ISRAEL - BRIEFMARKEN AN WIEDERVERKAEUFER — ALLE NEU AUSGA¬ BEN ZUM OFFIZIELLEN PREIS Agencia Filatélica oficial del Estado de Israel, VIAMOnTE 550, I/B — Buenos Airee, Rejt. ArgeaüMi ijj 1 i WIE LIEGEN DIE FEIERTAGE DER JUEDISCHEN JAHRE 5720/21 Montag, den 1. August Dienstag, den 2. August Mittwoch, den 21. September Erew Tischa b’Aw Tischa b’Aw Erew Rosch Haschono 5721 Donnerstag, den 22. September Rosch Haschono 5721 Freitag, den 23. September 2. Tag Rosch Haschono Sonnabend, den 24. September Schabat Schuwoh Sonntag, den 25. September Freitag, den 30. September Sonnabend, den 1. Oktober Mittwoch, den 5. Oktober Donnerstag, den 6. Oktober Freitag, den 7. Oktober Sonnabend, den 8. Oktober Mittwoch, den 12. Oktober Donnerstag, den 13. Oktober Freitag, den 14. Oktober Zorn Gedaljah Erew Jom Kipur Jom Kipur Erew Sukot 1. Tag Sukot 2. Tag Sukot 1. Tag Chol Haiaocd Hoschano Rabo Schemini Azeret Simchat Tora

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.