Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1798 (26.7.1960)
- Date
- 1960-07-26
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Año XXI. — No. 1738 — 7 Mart«. 16 de Julio de I960 er das Likom. zu kreem* i u e* Theodor Herzl GesellJd» PUEYRREDON 219« 1. St. T.E. 83 2613 DER 25. ZIONISTEN - KONGRESS Der 25. Zionistenkongress, der programmgemäss in Jerusalem a«n 27. Dezember ds. Js. zusammentreten wird, weicht, besonders in der Zusammensetzung, wesentlich von früheren Kongressen ab. Die neue Konstitution der Zionistischen Weltorganisation, die vom Aktions- Comité angenommen und kürzlich in Kraft trat, sieht vor, dass am Zionistenkongress nicht nur die von den zionistischen Parteien gewählten Delegierten teilnehmen, sondern auch Körperschaften wie die sogenannten „Mitglieds-Organisationen” und „Angeschlossene Organisationen”. Die Pflichten und Privilegien der Vertreter solcher Organisationen wurden in der Plenarsitzung der Exekutive der Jewish Agency im letzten Monat in Jerusalem festgelegt. | ZUSAMMENSETZUNG DES KONGRESSES Organisationen der ersten Art schliessen territoriale und interterritoriale Körperschaften ein,, die das „Jerusalem-Programm” der Zionistischen Weltorganisation Voll anerkennen und trotzdem gern ihre eigene spezielle Form und Struktur beibehalten wollen, Ihre Vertreter haben volles Stimmrecht. Die „Angeschlossenen Organisationen” schliessen territoriale wie interterritoriale Körperschaften ein, z. B. jüdische Weltorganisationen und Gemeinderäte, die den Eintritt in die Zionistische Weltorganisation erörtern und das „Jerusalem- Programm” anerkennen. Die Anzahl der Vertreter dieser Körperschaften wird nach der Wichtigkeit der Gemeinde oder Organisation, die sie vertreten, verschieden sein, aber sie werden am Kongress nur in beratender Eigenschaft teilnehmen. Um Werbungen für Parteien zu vermeiden, wird es solchen Delegationen nicht möglich sein, sich irgendeiner der politischen Parteien im Kongress anzuschliessen. Die „Beteiligung der „Befreundeten Organisationen” wird nur demonstrativer Natur sein. Diese Körperschaften werden, trotz-dem sie mit der Zionistischen Weltorganisation sympathisieren, ihr nicht offiziell beitreten. Sie werden dem Kongress Griisse übermitteln, und ihre Vertreter werden sowohl an den Plenarsitzungen wie an den Sitzungen der Comités als Beobachter teilnehmen. VORSCHLÄGE FUER DIE TAGESORDNUNG Die Tagesordnung für den Kongress wird noch festgelegt, aber Vorschläge sind bereits bei der kürzlichen Plenarsitzung der Exekutive der Jewish Agency gemacht Worden. Die drei Hauptgebiete sind folgende: 1. Die Lage des Diaspora- Judentums im Lichte der jei7jgen Veränderungen 2. Die Arbeit der Zionistischen Weltorganisation in Israel seit Bestehen des von einem Sonderkorrespondenten Staates und ihre Pläne für die Zukunft. 3. Der gegenwärtige Stand der zionistischen Bewegung und Besprecnung der Mittel und Wege zur Stärkung der Bewegung in der Diaspora. STAERKUNG DER BEWEGUNG Die Mittel und Wege zur Stärkung der zionistischen Bewegung in der Welt müssen von den Führern an der Spitze der Bewegung mit genauer Aufmerksamkeit behandelt werden. Er ist allen klar, dass es für den Zionismus notwendig ist, sein Kredo und die Pflichten seiner Mitglieder klar zu definieren. Das „Jerusalem- Programm” muss durch Festlegung zweier Prinzipien ergänzt werden: a) die Pflicht, zur Ali ja — einschl. der chaluzischen Alija — zu ermutigen, und b) die Pflicht, für Erlernung der hebräischen Sprache und für Verbreitung hebräischer Kultur sowie für jüdische Erziehung in der Diaspora zu sorgen. Bei Besprechung der Zukunft der zionistischen Bewegung steht natürlich der Stand der Bewegung in Nordamerika im Vordergrund. Die Frage ist, wie die Mitgliedschaft jener grössten jüdischen Gemeinschaft der Welt erweitert werden kann, und wie eine Stärkung des geistigen und organisatorischen Einflusses der zionistischen Bewegung im USA-Judentum möglich ist. Wenn wir über nordamerikanischen Zionismus sprechen, müssen wir uns immer die Tatsache vor Augen halten, dass die dortige jüdische Führerschaft fast gänzlich durch die Aufbringung der finanziellen Mittel für Israel durch die verschiedenen Finanzkanäle absorbiert ist, wie United Jewish Appeal, Development r Bond Drive, J. N. F., oder I durch andere Sonderaktio- | nen, die z. B. von der Hadassa, der Hebräischen Universität, dem Technikum, dem Weizmann-Institut usw. durchgefiihtr werden. Die Tatsache, dass die zionistischen Führer in USA mit Kampagnen zur Aufbringung von Geldern für Israel beschäftigt sind, hat einen nachteiligen Einfluss auf die spezielle Aufgabe, die zionistische Bewegung zu stärken. Soll dies erfolgen, so ist ein weitverzweigter Tätigkeitsplan für viele Jahre aufzustellen. Zweifellos wird sich der Kongress mit dem Entwurf für ein derartiges Arbeitsprogramm befassen. ALIJA AUS WESTLICHEN LAEUDERN Auch das Problem der Or. ganisierung der Alija aus den westlichen Ländern wird bei den Beratungen des Kongresses eines der Hauptthemien bilden. Die oberste Körperschaft der zionistischen Bewegung wird über die geeigneten Wege und Methoden zur Heranziehung einer grossen Zahl von I Einwanderern aus der westlichen Welt zu beraten ha- 1 ben, denn es ist klar dass (die persönliche Beteiligung ¡der Juden aus den freien Ländern eine entscheidende Rolle für Israels Zukunft spielen wird. Wahrscheinlich wird dem Kongress ein Vorschlag unterbreitet werden, ein zentrales Gremium zu ernennen, das sich mit der Einwanderung aus den westlichen Ländern befasst. Es ist verständlich, dass Juden der westlichen Welt, die sich wirtschaftlicher Prosperität' und persönlicher Freiheit in ihren Wohnländern erfreuen, durch nichts veranlasst werden können, nach Israel zu kommen, wenn nicht bei ihnen eine Vertiefung des jüdischen und zionistischen Bewusstseins einsetzt. Gleichgültig, in welchem Grade sich die Absorptions - Bedingungen in Israel bessern, nichts wird die Juden des Westens s<j sehr veranlassen, nach Israel zu übersiedeln, wie die tief verwurzelte Ueberzeugung. dass es die Pflicht eines jeden ist herzukommen, und dass nur Israel das Land ist, in das er gehen kann. Auch hier handelt es sich also wieder um das Problem des Einflusses zionistischer Ideologie auf die .jüdischen Gemeinden des Westens. Zu diesem Fragenkreis gehört auch das Problem der jüdischen Jugend. Viel ist bereits unternommen worden, um zionistischen Einfluss und zionistische Prinzipien in allgemein - jüdischen, nicht-zionistischen Jugendorganisationen zur Geltung zu bringen. Wir erinnern an die Hunderte von Jugendführern, die jährlich während der Sommerferien Israel besuchen, um an Seminaren teiilzunehmen, ebenso wie an die grosse Anzahl von Emissären, die in diesen Organisationen arbeiten. Aber es muss noch sehr viel getan werden, und die Arbeit wird durch Mangel an geeigneten Kräften und Mitteln aufgehalten. Dies ist ein weiteres Problem, das den Kongress sicher beschäftigen wird. ¡, Trotzdem die Beschaffung von Wohnungen für Neueinwanderer und die landwirtschaftliche Besiedlung im Budget der Jewish Agency Priorität gemessen,- ist es eine Notwendigkeit, grössere Summen für die Organisationsarbeit in der Diaspora zur Verfügung zu stellen, sowie für die Tätigkeit der Emissäre und für die Stärkung uni Ausbreitung jüdischer Erziehung. Der 25. Zionistenkongress wird die. Iser Frage ernsteste Aufmerksamkeit widmen miis- ‘ sen. NACHRICHTEN AUS ISRAEL LANDWIRTSCHAFTLICHE SCHULE Die landwirtschaftliche Schule im Jugenddorf Meir Schfeya wird in Bälde erweitert werden, nachdem sieh der Keren Kajemet grundsätzlich einverstanden erklärt hat, der Schule eine Fläche von weiteren 300 Dunanr Boden für ihre Wirtschaft zu überlassen. Die Schule beabsichtigt, dort Pflanzen anzubauen, die in den Bergen ohne Bewässerung gedeihen, sowie die Hühnerzucht zu verdoppeln. In der Schule befinden sich 240 Zöglinge, zum Teil in Volksschulklassen, zum Teil im Rahmen eines dreijährigen Mittelschulkurses. AUSFUHR NACH DEUTSCHLAND Die israelische Ausfuhr in die Bundesrepublik hat 1959 mehr als 15 Millionen Dollar gegenüber 11 Millionen 1958 betragen. Eine grosse Zunahme ist beim Industrie-Export, besonders bei der Ausfuhr von Konserven zu verzeichnen. Hier war der Wert der ausgefährten Industrieprodukte 4.300.000 Dollar. ELEKTRISCHER MIXER Ein elektrischer Mixer für Küche und Haushalt, erzeugt von der Firma „Kristall“, der mit den notwen¬ Juden aus Lateinamerika Es sind nicht mehr als 1,25 % des lateinamerikanit sehen Judentums nach Israel gewandert. Auch mit dem besten Willen ist es schwierig, diese Zahl als ausreichend zu betrachten. Dennoch muss man daran denken, dass bei entsprechender Alija der Juden der Vereinigten Staaten mehr als 65.000 Olim auc den USA eingetroffen seir. müssten — diese Erklärung eines der Repräsentanten der lateinamerikanischen Judenheit in Israel fasst die Situation in kurzen Worten. Die last 8000 lateinamerikanische Olim, die die Küste des Landes bis jetzt erreicht haben, sind alle zu einem konstruktiven Element geworden, das sich ohne jede Schwierigkeit aus eigener Kraft in den Wirtschafts¬ und Lebensprozess des Staates Israel eingeordnet hat. „Legenden“ gemäss kam der erste argentinische Oleh im Jahre 1904 ins Land. Er gehörte zu den Gründern des ersten Moschaw Owdim. Aber die, welche ihm folgten, sind kaum zu benennen. Erst am 13. Oktober 1945 brach der grosse Tag des lateinamerikanischen Zionismus, genauer gesagt, der chaluzischen Jugend an, als die Jewish Agency diesen Gruppen zehn Zertifikate zuteilte und die erste Gruppe von ..Meschuggenen“, wie man s.e damals nannte, i nach Palästina abreiste. Mit dem Ausbruch des Unabhängigkeitskrieges ging eine ■ Welle der Begeisterung durch die jüdische Jugend Lateinamerikas, irffd grosse Gruppen von Freiwilligen trafen in Israel ein, um im Zahal zu dienen und dem jüdischen Staat zu verteidigen. Im November 1948 trafen in Tel Aviv die Vertreter der lateinamerikanischen Judenheit im Lande zusammen, schufen eine Vereinigung und begannen Beratungen darüber, wie man die Einordnung der Jugendlichen, die sich schon sehr zahlreich im Lande befanden. in die Wege leiten könne. Trotz aller möglichen Beschlüsse konnte auch der neue organisatorische Rahmen nicht verhindern, dass ein seh’- beträchtlicher Teil der Freiwilligen nach beendetem Militärdienst Israel wieder verliess um zu ..den Fleischtöpfen“ Lateinamerikas zurückzukehren. Dagegen setzte nun aber die chaluzische Alija mit Macht ein. Dror, Haschomer Hazair und Hanoar Hazioni begänne: Menschen zu senden. 1949 ertstand der erste lateinamerikanische Kibbuz im Landessiiden, an der Grenze der Gazazone — Mefalsim, Gaasch, Ejn Haschloseha, Kissufim, Mewo Betar folgten. Lateinamerikaner bildeten die Mehrheit in vielen bereits bestehenden Siedlungen oder in solchen, die gerade entstanden.* Viele Orte gab es, in denen sie, gemeinsam mit anderen Einwanderergruppen, Ausgezeichnetes leisteten und leisten. In Or Haner und Uscha, in Bachan, Bror Chajil, Gat, Dwir, Jad Mordechai, Maabaroth, Mezer, Negba, Nir Jizchak, Saad Ewron, Ejn Hachoresch, Ejn Zurim, usw. sehen wir heute die lateinamerikanischen Jugendlichen an der Arbeit, hört man ihr singendes Hebräisch das sofort verrät, woher diese Menschen kommen. 40 Kibbuzim und Moschawim haben sie ihren Stempel aufgedrückt. Fast 4000 von ihnen leben in den Siedlungen, arbeiten in der Landwirtschaft, mehr als 400 in Beer Schewa und den anderen Orten des Negew. Fast 400 befinden sich in Kfar Argentina, heute Nir Zwi genannt, das als erste wahrhafte Mittelstands-Siedlung angelegt, jedem Siedler ein anständiges Wohnhaus, 28 Dunam Boden, darunter fünf Dunam Pardess bot und in dem man sich heute hauptsächlich mit Viehzucht Hühnerzucht und Zitrusfrüchten beschäftigt. 90 % der Bewohner dieses Ortes kommen, wie der Name sagt, aus Argentinien, aber es gibt auch einige, die aus den anderen Ländern Ibero- Amerikas stammen. 40 Aerzte kamen bisher aus Lateinamerika nach Israel. Der »llergrösste Teil von ihnen ging in den ersten Jahren nach ihrer Ankunft in den Negew. Wir finden in den Siedlungen und in digen . Bestandteilen zur Herstellung von Fru.htsüf. ten und zur Zubereitung von Gemüsesalaten au;gestattet ist, wurde auf der. Markt gebracht. EXPORT VON SPERR. PLATTEN Der Expert der dre: Sperrplatten _ Fabriken Im Lande ist um 30 %, vor. 2.800.000 Dollar 1953 zuf 3.800.000 Dollar 1959 ge-tilgen. Mengenmässig b.'trügt die Steigerung 33%, nämlich von 16.100 Kubikmeter auf 21.500 Kubikmeter. ANBAU VON TABAK 4000 Dunam Bocer. in Galiläa wurden kiirzl.ci umgepfliigt und für dss Pflanzen von Tabaksd.i ngen vorbereitet. Der Ta:akbau spielt in den Dö fern von Galiläa eine wichtige Rolle und bildet e nen wichtigen Einnahmeposten. Der Durchschnitt er rag war 70 Kilo pro Dur-'.m. Beer Schewa junge Mediziner in hingebungsvoller Arbeit beschäftigt, dort, wc soviele andere Olim es rundweg ablehnten zu arLe len. Einen nicht unbeträchtlichen Teil dieser jungen A.kademiker stellte Chile, das mit 650 Olim an dritter Stelle der Ursprungsländer der lateinamerikanischen Einwanderer steht. Uebr gms ist hier zu erwähnen, dass die chaluzische Jugendbewegung in Chile von einer Gründung mitteleuropäischer Jugendlicher ausg ng, die, kurz vor dem zweiten Weltkrieg in Chile eingetroffen, hier Ersatz für ihre Jugendbünde in Deutschland schufen und eine erstklassige Organisation auf bauten, dei die lateinamerikanische Alija viel verdankt. Nach den jungen Chaluzim aber kamen auch deren Eltern. Damit begann die Notwendigkeit, auch Arbeitsplä ze in den Städten zu schaffen. Grosse Gesellschaften entstanden, so die „Arpalsa“, welche die Wirtschaftsbeziehunger zwischen Israel und Lateinamerika fördert, und eir-“ Reihe von Tochtergesellschaften dieser Wirtschaftsorganisationen. Und dennoch wird noch viel zu wenig für die Intensivierung dieser Alija getan. Hier ist eine Judenheit, die erst in der zweiten, höchstens dritten Generation in diesen Ländern lebt, meistens sogar noch in der ersten. Die Assimilation ist noch nicht tief eingedrungen Die Verbindung mit dem Judentum ist tief und stark, die Liebe zu Israel echt. Mit einer ernsthaften Bearbeitung durch die geeigneten Behörden, mit wirklichem und ehrlichem Verständnis für die Probleme des Mittelstandes könnte hier eine Alija ins Land gebracht werden, die in kurzer Zelt die lateinamerikanische Bevölkerungsziffer' in Israel von 8000 verzehnfachen würde. r* t I;»