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Jüdische Wochenschau · 1960-07-26 · 1798 (26.7.1960) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1798 (26.7.1960)
Date
1960-07-26
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German, Spanish
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Ein wahrhaftes Votkstheater * als Kunstwerk «»HaNu H PETOR «er Effekt, izen «fiisehe, Hache;, der Phö. et»a Sesaoite], £ kh* m nur etwa ^gestellt tfSEtfM fttt eben fl des neuen 3 Entwurf 1 Architekten fiauraann, e durch M9IL durch 0 Dr. Kad- Zu dieser ® Stadtver. Awiv einen hinzu. Das in Form eifHen, ähnhereits auf existierende Äes Glas, iner Weise fuseumsstyl n man von » wandert, sucher un. und die wertvollen ¡eschwächt iiüon wird ten haben, im stehen , sodass die itigkeit von achtet wer.;der Münze össerte Foaueren Stusein. Das 1’ hier keiiirden, denn id der Mei- Deutlichkeit eh verzerrte »nträchtigt n gibt es in ¿es Nahen ¡rait auch in osse Menge Ja den Zeiten Münzen 3 gang und mnte grosser Ausführung Eine Münze rt-j hindurch ihr Handelsichmal durch ersetzt. Die erwähnten;t nicht aus Iten des $ Juden w>‘! ein Acker- Volk, das ■ aus Tausch- Später waren Goldmasse, genannt Talent und Schekel, in Gebrauch, die mit einer kleinen tragwaren W age und Ge- Wichten abgewogen werden mussten. AUFKOMMEN DER PRAEGLNG Die ersten der -Geschichte bekannten Münzen wurden wahrscheinlich im Lande Ly. dia in Kleinasien, einem an Goldvorkommtn reichen Lande, geschlagen; später, im 7. Jahrhundert v.d.g.Z. erschienen Münzen auch in der griechischen Inselstadt Aegina. Doch die Bewohner des jüdischen Reiches, die damals nur spärliche Handelsb zziehungen mit dem Norden unterhielten, bedienten sich des geprägten Geldes erst, als die Assyrer zur Zeit des Königs Hesekia über ihr Land herfielen. Später lernten sie die Existenz und Verwendung der persischen Drachme als Gefangene in Babylonien kennen und unter Esra brachten sie ihre Geldsehätze in ihr Heimatland zurück. Auch in den kommenden Jahrhunderten war noch keine Münze im zweiten jüdischen Reich vorhanden. Im Lande wurden fremde Geldstücke aus Phönizien, Aegypten und Griechenland benutzt, die mit den wachsenden Handelsbeziehungen hereinkaroen. Da es in jenen Zeiten noch keine Banken gab, musste mar. Geld dauernd mit sich führen. War man in einer Notlage, so vergrub man die Münzen in der Erde Dies isrf auch -der Grund für die häufigen Münzemfande. di" heutzutage an »mtiken Stätten, wie z. B. Askalon und Cäsarea, gemacht werden. Die ersten jüdischen Münzen wurden während der Regierung von Simon Maccabäus geprägt — winzige Kupierstiicke, in einer ziem- Teatro Colón Jueves ¿8, a lac 18 horas: Función Extraordinaria No. 36. Recital del barítono Mcheurv Boatwrikht. Al piano Alfredo Rossi. Obras de; Hiindel, Mozart. Mahler, Pfitzner, Verdi, -Ravel, Fromtn, Copian. Dello Joio, Carpenter y “Negro Spirituals'\ Platea 130.— pesos. En venta desde hoy. Jueves 28, a las 21 horas: Cuarta función del Abono Nocturno. “La Gioconda”, de Poncielle. Director: Carlos F. Cillario. — Sobrantes de abono en venta desde hoy. Eröffnungseines Geschäftes JasL Y llumínocwMt .fgang s. steilberg inde unbekannten und dankt glichen Aufmerksamkeiten. .....—--— lieh primitiven, unroutinierten Ausführung. Mit der Zeit gewann die Münzprägung in Palästina an Sorgfalt, und es erschienen nun bereits auch Silbermünzen. Es ist interessant, dass diese jüdischen Geldstücke, im Gegensatz zu den fremden Münzen mit ihren Abbildern von Kaisern, Göttern, Königen und heidnischen Symbolen, nur landwirtschaftliche Bilder trugen wie den Lulaw, den Etrog, den Oelkrug. die W.'ntraube — getreu dem Gebot: „Du soRst Dir kein Bildnis machen...“ MUENZENSCHATZ ENTDECKT v In die Wende des ersten Jahrhunderts unserer Zeitrechnung gehört der Schatz von einigen tausend Münzen, der kürzlich in -der Nähe des Drusendoxfes Isfiye auf dem Karmel entdeckt wurde. Es sind römische Dinare und halbe Dinare, ebenso Münzen aus Tyrus, sogenannte tyrische Schekel oder Tetradrachmen. Wie Dr. Kadmon annimmt, handelt es ich um den Steuertribut der Juden von Antiochia zum jerusalemer Tempelschatz. Im Fal1 der Bedrohung durch die römischen Kohorten und die Blockierung der Landstrasse, die über den Karmel führte, musste die ganze Sammlung im Boden vergraben werden. Die Direktion des Museums hofft, dass sie nach beendetem Studium dieses Fundes, diese Münzen ihre Sammlung ein verleiben kann. j*u bis asm letzten Platz ausverkauften grossem Theater Alv-ear stellte sich eine neue Truppe vor, die ton der Kohilla subventioniert wird, um, wie Herr Lebendiger in Beiner Ansprache ausführte, wahrhafte Kunst auch ins Volk zu bringen, um in Clubs und Schulen Vorstellungen zu «eben. Die Juden von Puenor Aires massen diesem Ereignis so viel Wichtigkeit bei. dass ungefähr alles, was hier Namen hat (die deutsch Sprechenden fehlten leider völlig', sich zu dieser P-emiere einstellte. Im Theater bekam man ein gesc mackvoll gemachtes Programm, das u. a. in spanischer Sprache sehr ausführlich die Handlung eines jeden der drei Einakter schilderte, ein Verfahren, das besonders angenehm ist für Bes eher, c~' nicht so perfekt jiddisch sprechen, umd das immer dann anwendbar ist, wenn kein „spannendes” Moment ' dadurch vorzeitig verraten wird. So kannte man den Inhalt der Stücke schon vorher und konnte sich ganz dem gebo. tenen Spiel und seinen interessanten Einzelheiten widmen. Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen, sagt der Dichter. Deshalb sahen wir hier einen Einakter aus der argentinischen Pampa nahe einer jüdischen Kolonie (..Ein wundervoller Spaziergang” von BerlGrinberg), ein Stiiek aus dem heutigen kämpfenden Israel (..Unter dem Baum der Prophetin Deborah” von Ruth Soelitj und eine Szene aus den ersten Jahren des bol- Bchewistischen Russland („Auf dem Hofe von Raw Szemele” von Kulbak) Das Theater und seine Truppe bieten einige höchst positive Werfe. In erster Linie David Licht, seit Jahren hier bekannt als der bedeutendste in Buenos Aires wirkende Regisseur, ein Urteil, das der Kritiker nicht nur auf das jiddische Theater he. MUSIK IN BUENOS AIE ES n BEETHOVEN-ZYKLUS Es ist schon zur jährlichen Tradition geworden, dass das Streichquartett der „Asociación Wagneriana” (Isaac Weinstein, Alberto Varady, Francisco Molo und Jasé Puglisi) den kompletten Zyklus der Beethovenquartette absolvierte. Am zweiten dieser Abende hörten wir opus 18, Nr. 1, f-dur; opus 59, Nr. 2, e-moll und opus 135, f-dur. Wir können nur unsere Kritiken der vergangenen Jahre wiederholen, indem wir feststellen, dass das Zusammenspiel jener vier Instrumenlisten jedesmal perfekter, inniger und schöner wird. Die grosse - Hörergemeinschaft, die den Zyklus auch dieses Jahr wieder begleitet, legt am Ende des Konzertes durch langen Beifall Zeug, nis von seiner Zufriedenheit ab. ANDRE TSCHAIKOWSKY IM COLON Der 24jährige polnische Pianist machte sein argentinisches Debut unter einem denkbar günstigen Stern. Der junge Künstler bewies einen unerhörten Mut, sich für sein Entrée ein derart schweres Programm aufzuerlegen. Er begann das denkwürdige Konzert mit den 30 Goldberg - Variationen, die Johann Sebastian Bach vor rund 220 Jahren für Cembalo mit teils einer, teils zwei Klaviatur«! komponiert hat. Tschaikowsky spielte dieses schwere und lange Opus (freilich ohne Wiederholungen) in ausserordentlich tiefgebender, makelloser Weise und mit vom tiefer Musikalität zeugender Virtuosität. Er beherrscht sein Instrument wahrhaft spielend, und seine manuelle Technik ist ganz hervorragend. Der zweite Teil des Konzerts war Schubert (zwölf Händler) und Prokofieff (Sonate Nr. 7 b-dur) gewidmet, deren Andantimo caloroso von grossem Einfühlungsvermögen Beugte. Das mit Recht vor Begeisterung rasende Auditorium erzwang sich fünf Zugaben (Bach, Chopin, Beethoven, Mozart und Prokofieff), die von dem sympathischen Pianisten frei gebig gewährt wurden. Seinen weiteren Darbietungen sehen wir mit Erwartung entgegen. c-n schränkt, Sardern das in gleichem Masse Gültigkeit hat für Regisseure, die in spanischer oder deutscher Sprache inszenieren. Licht ist Thcater-besessei und er weiss. seifest in den kleinsten Szenen wirkliches und sehenswertes Theater zu gestalten. Sodann hat die Truppe einen dem Verfasser bisher unbekannten, sehr begabten und interessanten Bühnenbildner, Rat ner-Mirsky. Er füllt die riesige Bühne mit einigen durchaus realistischen und nicht etwa symbolischen Stücken, die auch auf einer kleinen Bühne ohne Behilfsmittel jederzeit aufgebaut werden können. Er baute uns einen Ziehbrunnen der Pampa auf, einen jüdischen Friedhof, eine Laube u. a. alles mit sparsamsten Mitteln, wobei er aber dennoch anschaulich das ganze Milieu zeichnete. Die Darsteller sind ausser zwei rühmlichst bekannten Berufsschauspielem Liebhaber, die aber, zum mindesten unter der meisterhaften Führung von David Licht, einer jeden Trupp! zur Ehre gereichen. An erster Stelle sei Golde Flami genannt, die nicht nur auf der jüdischen Bühne, sondern auch im hiesigen Film, im Teatro Cervantes und anderen spanischen Theatern in ersten Rollen aufgetretc.i ist. Mit ihrer klangschönen, tiefen und dunklen Stimme, nimmt sie sofort die Aufmerksamkeit gefangen. Es sei rühmend hervorgehoben, dass sie, die früher leicht zu grossen theatralischen Gesten neigte, nunmenr auf jeden billigen Effekt verzichtet und stimmlich und mimisch den Geh ,1t ihrer Rolle gestaltet. Jacobo Lev, früher ein bemerkenswerter Shylock und ein unvergesslicher Menachem Mendel, gibt drei ganz verschiedene Gestalten und zeichnet sie durch seine Sprachkunst und Beherrschung der Szene aus. Aber auch die Amateure, Itzjok Lijtenstein, David Chejovsky (der voriges Jahr im Scholem Aleijem höchst angenehm. auffiel), Jejeskel Milstein. Freidl Landan, David Schereschevsky und Peretz Szperling waren erstklassig. David Chejovsky stellte in seinen Don Felipe einen wirklich bodenständigen Gaucl.o dar, und Itzjok Lijtenstein fiel in drei grundverschiedenen Rollen durch seine Natürlichkeit und Vielseitigkeit angenehm auf, besonders als komischer, als Kapitän aufgetakelter Stoffverkäufer. Eine Unsitte lässt Theater von „volkstümlichen Eintrittspreisen” reden, wenn sie sich schämen, diese Preise namhaft zu machen. Das jüdische Volkstheater sagt in seinem Programm „Entrada General $ 20.—”. Und das ist wirklich ein grosses Wort für ein Volkstheater, dem man nur Erfolg und dauerndes Gedeihen wünschen kann. Dr. Karl Kost Premier® in Paris Jean Mercure wird im Petit Théâtre de Paris die Uraufführung „Si la foule nous voit ensemble” von Claude Bal inszenierett. ....ViTiYqirinriviYinftiMyiin^iuuuu; STATT KARTEN Für die uns erwiesenen Aufmerksamkeiten anlässlich unserer Vermählung danken wir allen Freunden und Bekannten aufs herzlichste. Dr. Ernesto Kohodziuski und Frau 7. ZI. auf Reisen. t *********** *1 Dr. Bruno Weil: Der Prozess des Hauptmanns Drc-vfus. _ Neue und crweiteite Ausgabe, erschienen im Ver. lag der Allgemeinen Wochen zeitung der Juden in Deutschland. Düsseldorf 1960. Das bekannte — man darf sagen, das berühmte — Buch Bruno Weils über den Prozess des unglücklichen französischen Hauptmanns Alfred Dreyfus liegt uns nun in einer sehr schönen neuen Ausgabe vor, die einen würdigen Rahmen für das Hauptwerk Bruno Weils bietet. Weil verwendet bei seiner Beweisführung für die Unschuld von Dreyfus, der bekanntlich degradiert und deportiert wurde, weil er Geheimnisse des Generalstabes den Deutschen ausgeliefert haben sollte im Gegensatz zu den meisten anderen Werke der schwer zu übersehe n Dreyfus-Literalur die deutschen Quellen, die keinen Zweifel an der Unschuld des Hauptmanns zulassen. Der Prozess selbst, der Frankreich auts tiefste erschütterte und beinahe zu einem Bürgerkrieg geführt hätte, braucht hier in seinen einz-elnen Phasen nicht dargestellt werden. Die Form der Schilderung, dem Autor meisterhaft gelungen, lässt den Leser erbeben und macht ihn zu einem Miterlebenden, der unmittelbar an diesem Geschehen teilnimmt. So war es in Wirklichkeit, dass letztlich die Person des unschuldig Verurteilten hinter den bewegenden Kräften im Kampf um Wahrheit, €(n3I® Freiheit und Gerechtigkeit zurücktrat, So widerfährt es auch jedem Leser, der von diesem Ringen mitgerissen wird. Die Rieh igkeit der Behauptung, dass das Leben selbst die ergreifendsten Romane schreibt, findet sich hier oestätigt. Die Affaire Dreyfus, der von hasserfüllten Ant.sermten geführte Kampf gegen einen einzelnem Juden, durch den alle Juden getroffen werden sollten, wurde in der Geschichte unseres Vol. kes zu einem entseneidenden Wendepunkt, weil es Herz-1 war, der in seinem jüdischen Stolz und Selbstbewusstsein getroffen wurde und auf dieses Gescheiten die Antwort gab: „Wir sind ein Volk”. So wurde der Fall Dreyfus der äussere Anlass für eine Entwicklung, die in unseren Tagen mit der Errichtung des Staates Israel abgeschlossen wurde. Wenn auch diese Seite der Affaire im Buch von Bruno Weil nicht in Erscheinung tritt, so wird doch der allgemein menschlich Gesichtspunkt dieses Falles hervorgehoben. Bruno Weil schliesst sein Buch mit der Bemerkung: „Die Affaire ist eine politische, eine nationale Angelegenheit gewesen. In ihren letzten Auswirkungen ist sie eine allgemeine Menschheitssache.” Das ist richtig denn der Ruf nach Gerechtigkeit den die Verteidiger von Dreyfus erhoben hatten, galten der grossen Idee der Wahrheit und dem Menschenrecht. — (Sw.) Einladung zur Subskription! FLAVIUS JOSEPHUS Die jüdischen Altertümer (Uebersetzt und mit Einleitung und Anmerkungen versehen von Dr H. CLEMENTZ! Bde. Kl. 8^, I, 646 Seiten. 2 Tafeln. II. 724 Seiten und 2 Tafeln auf holzfr Papier, in Ganzleinen geb. DM 52.— Die „Jüdischen Altertümer” sind ein wichtiges Quellenwerk zur Erforschun der antiken Geschichte und ganz oesonders zur Erkennten* des nachbiblischen Judentums, seiner politischen Strömungen und religiöser Sekten sowie der Entstehung des Christentums. Die Funde am Toten Meer haben erneut die Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit seiner Schilderungen bestätigt. Die Werke des Flavius Josephus sind daher für jeden, der sich mit dem für uns wichtigsten Zeitabschnitt der älterer Geschichte beschätigen will, unentbehrlich. JAKOB LEVY Chaldäisches Wörterbuch über die TARCUMIM und einen grosser. Teil des rabbinischen Schrifttums 2 Teile in 1 Band. Le .8?, VI. 429 VIII, 595 Seiten fca. 2.048 Spalten) — Mit Nachträgen von Leberecht Fleischer — Unveränderter Neudruck der dritten Aultage — In Leinen geb und auf holzfr. Papier gedruckt. Subskriptionspreis DM 130.— Nach Erscheinen (15. Sept. 1959) DM 145.— Dieses seit Jah en vergriffene und gesuchte Wörterbuch ist das bis jetzt erschöpfende Werk zur Erschliessung der jüdischen Bibelexegese. Früher erschienen: Geschichte des jüdischen Krieges FLAVIUS JOSEPHUS Uebersetzt und mit Einleitung und Anmerkungen versehen von Dr. H. CLEMENTZ Kl. 89, 695 Seiten, 2 Karten auf holzfr. Papier in Leinen geb. DM 25.— Joseph Melzer Verlag, Koelni MOZARTSTRASSE 13

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