Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1793 (8.7.1960)
- Date
- 1960-07-08
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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TÄ SEMANA ISRAELI T A Año XXI. — Ho. 1793 — 5 “on i *e ¡¡her ipl*î£ Urci> Vep. ^^ton llos«Pa¡t "“¡S, -w Haza LriZ*i * Pfo* Djamil, Ponó^ Pisehoii sin«! BhuU. feskj, *sib amen ist ñittfej *en der hi(k on wet. TO ÎT î m am s, •or m Wiestakaliíwir. :te der gthea. >te Krutschew und die luden Der Besuch des sowjetrussischen Ministerpräsidenten in Oesterreich fällt in eine Zeit, da sich die Welt von dem Schock noch nicht erholt hat, den der Misserfolg der Pariser Gipfelkonferenz auslöste. Oesterreich selbst lebt in einer Atmosphäre der politischen und wirtschaftlichen Stabilisierung, auch sind die Beziehungen zu der Sowjetunion durchaus korrekt und soweit zufriedenstellend, so dass wesentliche Ehrgebnisse aus Besprechungen gar nicht zu erwarten sind. Als Möglichkeit könnte eine erhoffte Geste Krutschews gewertet werden, die noch bestehenden Restschulden Oesterreichs aus dem Staatsvertrag zu streic.ien. Dennoch mag der Monsterbesuch Krutschews, in dessen Gefolge zahlreiche hohe politische und wirtschaftliche i unktionäre der Sowjetunion sind, die überdies von einem Schwarm von Zeitungs-, Radio, und Fotoreportern begleitet werden, eine besondere Bedeutung für die Weltpolitik der kommenden Monate haben. Ist es doch das erste Mal, dass Krutschew nach seiner Torpedierung der Pariser Konferenz in einem westlichen Staat weilt und öffentlich spricht. Seine in östlichen Satellitenländem vorgetragenen zahlreichen und überaus scharfen Angriffe gegen die Vereinigten Staaten und auch gegen andere westliche Länder haben, vom Standpunkt der Weltpolitik gesehen, ein ganz anderes Gewicht, als Reden, die er in Oesterreich hält. Als mächtiger Lenker eines mächtigen Satellitenbundes, dessen Vorfeld Satellitenländer einnehmen, kann Krutschew Gelegenheit nehmen, in einem Land zu sprechen, das politisch, geistig und kulturell eindeutig von GEORG KUENSTLINGER dem Westen angehört. Als geschickter Taktiker wird er sicherlich in anderer Weise sprechen als etwa in Rumänien, da er ja gewiss besonders demonstrieren will, wie sehr die grosse Sowjetunion die eutralität des kleinen Oesterreichs respektiere. Man muss daher schon vorher annehmen, dass Krutschew nicht alle Vorwürfe wiederholt, die er in letzter Zeit von Moskau oder von Bukarest aus gegen den Westen schleuderte. Er dürfte sachlicher, aber umso deutlicher werden. Ueberdies hat er in der Zwischenzeit nachaenken können. Die grosse Zahl seiner Begleitung deutet aber klar darauf hin dass er seinen österreichischen Besuch optisch und akustisch für die ganze Welt untermalen will. Es wird — wie in allen Dingen der Sowjets — auch bei der österreichischen Reise zu einer grossen „Schau“ kommen. Die österreichischen Kommunister werden wohl eine Volksdemonstration vortäuschen wollen. Die wird für Krutschew nicht bedeutsam sein, denn man bedarf nicht einmal eines Geheimdienstes. glockner sind dazu geeignet. Krutschew wird seinen eigenen Sipfel bilden, von dem er aus agieren und sprechen kann. Wenn also auch für Oesterreich der Besuch des so wjetruss, sehen Ministerpräsidenten keine besonders interessanten Ergebnisse erwarten lässt, so ist er doch mit grösster Behutsamkeit zu . handeln. Zahlreiche Zeitungen, Organisationen und Stehen haben seit Wochen darauf hingewiesen, der Besuch Krutschews möge von den Oesterreichern m.t VY t»rae getragen werden. Das heisst mit allem Respekt vor einem ja doch Staatsocerbau j. (jedenfalls dem Führer eines Landes) aber ohne die sonst so übliche Schaulust, die der Oesterreicher bei jedem farbenprächtigen Ereignis an den Tag legt. Ein gewichtiges Wort sprachen hier die österreichischen Erzbischöfe und Bischöfe. In einem Hirtenbrief, der von allen Kanzeln verlesen wurde, ward erklärt, mar. dürfe der Regierung keinen Vorwurf wegen der Einladung des sowjetischen Sta: tsoberfcauptes machen, da Treffen zwium die geringfügige Robe sehen Staatsmännern notder Kommunisten in Oesterreich zu überblicken. Krut schew wird sich aber selbst in das Scheinwerferlicht stellen, um gerade am Beispiel eines so kleinen Landes wie Oesterreich seinen Friedenswillen zu demonstrieren. Ein Atout hat er sicherlich in der Hand: dass die Sowjetunion den Staatsvertrag bewilligte und die russischer Besätzungsarmeen zurückzogen Zu einer „kleinen Gipfelkonferenz" wird es nicht einmal in Oesterreich kommen. Nicht der Kahlenberg und nicht einmal der Gross- Restaurant »Paso’ ' ntrs Paso 452 (al fondo) — T. E. 87 9259 Unter Aufsicht des Vaad Harabonim der MITTAGS Kehilla * und ABENDTISCH i- Anrichten von kleinen Festlichkeiten $ und Banketten DAUNENDECKE! -gardinenI IMPORT. 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W. , hier über die Verfolgung der Religion in der Sowjetunion und in den kommunistischen Ländern gesagt wurde, ist allgemein gült.g, auch für uns Juden. Denken auch wir daran, dass trotz des kommunistischen Dogmas, niemand dürfe wegen seiner Religion verfolgt werden, doch tatsächlich und besonders in der stalinistischen Aera Juden aus ihren Stellungen in der Armee, in Aemtern und in allen möglichen Positio- I F T In dieser Woche wird „Al. to Peru’ von Andrés Lazarraga in spanischer Sprache anlässlich der Feiern der Mairevolution unter der Regie von Atualpa del Cioppo wie holt. Die Vorstellungen finden am Freitag, Sonnabend und Sonntag statt. —:o:— Am Montag wird eine Sondervorstellung für Journalisten, Schauspieler und Künstler veranstaltet, zu der alle Kollegen herzlich eingeladen sind, um die neue Ift- Inszenierung kenuenzuiernen. Beginn um 22 Uhr. Am Sonnabend, um 17 Uhr und am Sonntag um 15 Uhr „ndet eine Vorstellung für Kinder mit der Aufführung des Stückes „Pflunft, el Fantasmitá” von der brasilianischen Dichterin Maria Clara Machado unter der Regie von Jordana Fain statt. ( nen des öffentlichen Lebens „entfernt" wurden.Es könnte weitaus viel mehr und weitaus viel Deutlicheres gesagt werden — doch wollen wir hier nur unterstreichen, dass auch wir Juden (um das Wort der Katholiken zu variieren) einen schweigenden Tempel in der Sowjetunion haben. Wir Juden werden stets in Dankbarkeit daran denken, dass die Rote Armee mitgeholfen hat, den Nationalsozialismus zu zerschlagen, wir werden imtner anerkennen, dass viele Tausende von uns durch die Russen gerettet wurden — das enthebt uns aber nicht der Verpflichtung, an unsere Brüder in kommunistischer Ländern zu denken, deren Religionsausübung auch in der \era Krutschews stärksten Beschränkungen unterliegt. Das C -amrjudentum würde es begrüssen, wenn seinen Brüdern in der Sowjetunion und den volksdemokratischen Ländern die Beziehungen zu allen Teilen des jüdischen Volkes ermöglicht werden und denjenigen, die es wünschen, die Auswanderung gestattet wird. So ge-lernt es den Juden, sieh beirr. Besuch das sowjetrussischen Ministerpräsidenten mit der Würde zu benehmen, die dem ältesten Monotheismus der Welt entspricht. Rilter der Ehrenlegion Strassburg. — Der Oberrabbiner des französischen Departements Obereisass. Fuchs, ist zum Ritter der Ehrenlegion ernannt worden. Der Ausgezeichnete ist als guter Prediger bekannt und durch seine Hilfsbereitschaft überall beliebt. Er hatte die Nachfolge des Oberrabbiners Ernst Weill im Obereisass angetreten, dessen Sohn, Dr. Joseph Weill, heute Präsident des Israelitischen Konsistoriums in Strassburg ist. (AWZ) Die DAIA zum Fall Eichmann Die DAIA hat zum Fall Eichmann folgende Erklärung abgegeben: Der Fall des Kriegsverbrechers Adolf Eichmann, der die Ausrottungslager organisiert und die in ihnen Begangenen Massenmorde geleitet hat, erschüttert die jiidiscr.e Kollektivität Argentiniens wegen der aus ihm entstandenen Weiterungen. Die Juden Argentiniens, die einen unlöslichen Bestandteil der Bevölkerung des Landes bilden, sehen sich gehalten, öffentlich dem Gefühl Ausdruck zu verleihen, dass die verursaenten Meinungsverschiedenheiten zu einer Störung der herzlichen Beziehungen, die Argentinien und Israel ständig untemalten haben, führen könnten. Das Band der Freundschaft zwischen beiden Ländern und ihren Völkern stellt ein positives und fruchtbares Element für die internationale Zusacnmenaxbeit dar und erfüllt die jüdische Kollektivität des Landes mit Genugtuung und Stolz, Daher kann sie unmöglich am Ranne stehen, wenn auch nur eine blosse Möglichkeit vorhanden ist, dass dieser Geist der verständnisvollen Freundschaft, die bis heute die argentinisch-israelischen Beziehungen geleitet hat. auch nur die geringste Aenderung erfahren könnte. Die durch Naziopfer durchgeführte Ergreifung des Kriegsverbrechers Adolf Eichmann, der si-h der Recntsprechung des Nürnberger Gerichtes und fünfzehn Jahre lang der Aburteilung für seine direkte Beteiligung an Verbrechen entzogen hat, die in der Geschichte der Menschheit nicht ihresgleichen haben, kann keinen negativen Einfluss auf die normale Fortsetzung einer Freundschaft ausnben, die zwischen unseren beiden Ländern schon zur Tradition geworden ist. Das Leben unserer beiden Nationen gründet sich auf den gemeinsamen Anschluss an die Prinzipien, die ein Zusammenleben' der Menschen und Völker möglich machen, auf die Achtung vor dei menschlichen Persönlichkeit, und den moralischen Normen, auf denen die westliche Zivilisation beruht. Adolf Eichmarua verkörpert gerade das Gegenteil, und man kann sich daher nur schwer verstellen, dass der gegen ihn in Vorbereitung befindliche Prozess, wo er sich für die furchtbaren Verbrechen zu verantworten haben wird, die ihn zu einem Symbol für alles Verabscheuungswürdige stempeln, auch nur den leisesten Schatten auf die Beziehungen zwischen Argentinien and Israel werfen könnte. Angesichts der erwähnten Tatsachen spricht die jüdische Kollektivität Argentiniens durch die DAIA ihre wärmster. Wünsche aus, damit die moralische Urteilskraft und das Verständris für die grossen historischen Werte, die auf dem Spiel stehen, die Unstimmigkeiten tilgen mögen, die von einem menschlichen Gesichtspunkt aus nicht vorhanden sein können, so dass die befriedigende Lösung des jetzigen Problems dazu beitragen möge, die von der einen und der anderen Seite geknüpften festen Bande noch zu verstärken. Mum« _ WaWunaiuv JETZT AUCH IN BELGRANO CABILDO 774 an der Fed. Lacroze im Zentrum: SARMIENTO 1147 ESTUDIO JURÍDICO fTERNACIOSAl Dr. Har dl Swarsensky Asuntos Europeos exclusivamente Sprechstunden: Dienstag, Mittwoch u. Freitag v. IS—19 Uhr j Dr. Gunter Frey | Asuntos Argentinos y Sudamericanos i TESTAMENTE - ERBSCHAFTSSACHEN \ VERTRAEGE - VERWALTUNGEN Í- _ _ _! BUEROZEIT: 10—12 und 15—18 Uhr 0 PUEYRREDON 2190 esq. Av. LAS HERAS - T. E. 83-2613