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Jüdische Wochenschau · 1960-07-08 · 1793 (8.7.1960) · p. Seite 4

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1793 (8.7.1960)
Date
1960-07-08
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German, Spanish
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4 — Viernes, t de Julio de 1960 LA SEJKAN^ ISRAELITA Año XXL — Ko. 1790 Vorbild menschlicher Grösse Der kürzliche Besuch David Len Gurions bei der belgischen Regierung und seine Begegnung mit der heute 84jährlgen Königin-Witwe Elisabeth von Belgien, der Grossmutter des regierenden König. Baudouin, geben Veranlassung, an aas segensreiene Wirken dieser hohen Dame, an ihr Ei..treten für die jüdische Sache bei vielen Gelegenheiten zu erin ner .. Königin Elisabeth, Witwe des Königs Albert I., der im ersten Weltkrieg die Seele des fischen Widerstandes geuesen ist und allzufrüh, auf einem Gebirgsausflug im Jahre 1934, verunglückte, war stets gleich ihrem Gatten eine Bewunderin der zier. _!'reuen Bestrebungen. Wiederholt machte Prof. Chaim Weizmann, damals Präsident der zionistischen Weltorganisation, von einer liebenswürdigen Einladung des belgischen Königspaares Gebrauch, in Brüssel oder ®uf dem Sommerschloss Laken zu erscheinen und die hohen Herrschaften vom Fortschritt des Aufbauwerkes in Palästina zu unterrichten. Dies geschah während. der zwanziger Jahre, als das werdende „jüdische Nationalheim” ganz besonders des Interesses der nichtjüdischen gebildeten Welt bedurfte. Und zu dieser gebildeten Welt gehörten Albert und Elisabeth von Belgien, die den Oberrabbmer häufig bei sich sahen, sich ernsthaft für die Bibelkunde und — was ganz selten in christlichen Kreisen ist — für Talmudwissenschaft und für Hebräisch erwärmten. Das Königspaar folgte hierbei einer in der belgischen Dynastie üblichen Tradition, der jüdischen Bevölkerung Sympathie zu bekunden, sie nahmen noch darüber hinaus wirkliche innere Anteilnahme am jüdischen Schicksal. Als dieses jüdische Schicksal im Sommer des Jahres 1940 begann, den Umfang und die Schrecken einer Tragödie anzunehmen, war es die damals nicht mehr junge Königin-Mutter, die nichts unversucht liess, um das traurige Los der belgischen Juden zu erleichtern. Hierüber gibt es zahlreiche authentische Beweise echter Hilfsbereitschaft, edelsten Menschentums und einer Unerschrockenheit, die auch vor keiner Schwierigkeit zurückwich. Die Königin machte nicht vor den Amtsräumen der Gestapo und der entmenschten SS . Banden, nicht vor kommandierenden Generälen und dem Nazi-Generalgouverneur Halt, wenn es galt, für jüdische Menschen, die von der Deportation bedroht waren, Aufschub zu gewinnen. Mitunter konnte ein solcher Aufschub die Rettung bedeuten, die Möglichkeit des Unter tauchens in die Illegalität. Wo Elisabeth nur die geringste Chance sah, Verfolgten zu helfen — und in der Mehr- Einladung zur Subskription! FLAVIUS JOSEPHUS Die jüdischen Altertümer (Uebersetzt und mit Einleitung und Anmerkungen versehen von Dr. H. CLEMENTZ 1 Bde. Kl. 8*1, 1, 646 Seiten, 2 Tafeln. II. 724 Seiten und 2 Tafeln auf holzfr. Papier, in Ganzleinen geb. DM 52.— Die „Jüdischen Altertümer” sind ein wichtiges Quellenwerk zur Erforschung der antiken Geschichte und ganz besonders zur Erkenntnis des nachbiblischen Judentums, seiner politischen Strömungen und religiöser Sekten sowie der Entstehung des Christentums. Die Funde am Toten Meer haben erneut die Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit seiner Schilderungen bestätigt. Die Werke des Flavius Josephus sind daher für jeden, der sich mit dem für uns wichtigsten Zeitabschnitt der älterer Geschichte beschätigen will, unentbehrlich. JAKOB LEVY Chaldäisches Wörterbuch über die TARGUMIM und einen grosser. Teil des rabbinischen Schrifttums 2 Teile in 1 Band. Le . 8?, VI. 429 -{- VIII, 595 Seiten (ca. 2.048 Spalten} — Mit Nachträgen von Leberecht Fleischer — Unveränderter Neudruck der dritten Auflage _ in Leinen geb. und auf holzfr. Papier gedruckt. Subskriptionspreis DM 130.— Nach Erscheinen (15. Sept. 1959) DM 145.— Dieses seit Jah en vergriffene und gesuchte Wörterbuch ist das bis jetzt erschöpfende Werk zur Erschliessung der jüdischen Bibelexegese. Früher erschienen: Geschichte des jüdischen Krieges FLAVIUS JOSEPHUS Uebersetzt und mit Einleitung und Anmerkungen versehen von Dr. H. CLEMENTZ Kl. 81?, 695 Seiten, 2 Karten auf holzfr. Papier in Leinen geb. DM 25.— Joseph Melzer Verlag, Koeln MOZARTSTRASSE 19 MUSIK IN BUENOS AIRES;; heit handelte es sieh um Juden, denen die Ausrottung bevorstand — griff sie ein, persönliche Unbequemlichkeiten, ja Gefahren, in keiner Weise beachtend. Selbst, wo alle Hoffnung vergeblich war, hatten die selbstlosen Bemühungen der Königin das unvergängliche Verdienst, gefährdeten Menschen in den bangsten Stunden ihres Lebens den Schimmer eines Glaubens an die Menschheit zurückzugeben. „Ein rettender Engel” wrurde sie von Juden und Nichtjuden genannt, eine echte Wohltäterin. Unseren Feinden verschlug es oft die Sprache, wenn die alte Dame energisch und zielbewusst zu Gunsten jüdischer Mitbürger, aber auch anderer Juden, gleichviel welcher Herkunft, auftrat. Die Nachkriegszeit sah Elisabeth von Belgien in unverminderter Aktivität bei zahlreichen Versuchen, Zerstörtes wiederaufzubauen, Kriegsschäden zu heilen, der neuen kleinen jüdischen Gemeinschaft bei der Wiedererrichtung von Synagogen, Schulen und sozialen Institutionen behilflich zu sein. Ihr Besuch in Israel im vergangenen Jahr war eine einzige Triumphfahrt durch jüdische Siedlungen und Städte, insbesondere dort, wo ehemalige belgische Juden ihrer Landesmutter in Dankbarkeit huldigten. Das jüdische Volk kennt in seiner leidensreichen Geschichte nicht allzu zahlreiche Beispiele solcher Selbstlosigkeit und Nächstenliebe bei so hochgestellten nicht j ii dischen Persönlichkeiten. Es wird Elisabeth von Belgien und der königlichen Haltung dieser wahren Fürstin immer dankbar gedenken. Möge diese wunderbare Frau noch erleben, dass der Weltfriede, ihr höchstes Lebensziel, überall gesichert sei. Curl Wilk IVRI GITLIS Der junge Israel-Geiger, der leider nur ein einziges Konzert gab, machte in der „Asociación de Conciertos de Cámara” sein argentinisches Debut. Der ausgezeichnete, temperamentvolle Violinist spielte, in vollendeter Zusammenarbeit mit Alfredo Rossi am Flügel, Beethovens Kreutzersonate, stürmisch, aber sehr musikalisch. Seine Bêla Bartok-Sonate (1944) für Violine solo, unerhört schwer zu meistern, fand in dem ungestümen Künstler einen idealen Interpreten, der zum Abschluss die langatmige César Franck- Sonate zum Gegenstand einer ausgewogenen Interpretation machte, wiederum von Rossi bestens sekundiert. Es gab langen, ehrlichen Applaus. Schade, dass man Gitlis nur einmal hören konnte. THEODORO FUCHS DIRI¬ GIERT ORQUESTA JUVENIL Der Dirigent, dem dieses, ursprünglich dem Staatsschreiben, wie Ricci dieses unglaublich schwer zu realisierende Opus (wir hörten es erst kürzlich von Ivri Gitlis) spielend bewältigte. Es ist bei Ricci eine Tradition, dass die Zugaben nicht ein Supplement sondern einen wesentlichen Bestandteil seiner Spielfolgen ausmachen. So ganz nebenbei spielte er die Bach-Cha conne aus der 2. Suite, unglaublich gelungene Paganini-Virtuosen-Stückchen und/ Piecen von Sarasate und Vivaldi-Corelli. Das volle Haus wollte sich nur schwer von Ricci und Schwarz trennen. Teatro Colón Hoy, Viernes 8, a las 18 hs. Función extraordinaria No. 33. Unico recital de la sopra no Martha Flowers. Obras de Bach, Ravel, Sauget, Gershwin, Lawrence, John, son, Werk y Bonds. — Al piano: Jorge Lechner. Platea $ 150. A las 21.30 horas: Cuarta Función del Abono a 5 Noc- ITALMAR Am 30. Juni begann das mächtige Turbinen - Schiff „Leonardo da Vinci” seine Jungfernfahrt nach New York. Es handelt sich um das grösste Schiff der italienischen Handelsflotte, das der Gesellschaft ITALIA gehört. Die Baukosten für diesen seit dem Krieg grössten in Italien gebauten Dampfer beliefen sich auf über 20 Millionen Dollar. In 521 Kabinen können mit dem neuen Schiff 1.300 Pasagiere befördert werden. Auch eine eigene Bildfunkanlage befindet sich an Bord. Die Filme, die in einem 300 Personen fassenden Saal vorgef ührt werden, sind auch in den Kabinen zu sehen. Luftkühlung, - luxuriöse Gesell schaftsräume, luftige Speisesäle, Aufenthaltsräume für Kinder, Schwimmbassins etc. sorgen für den Komfort der Passagiere. Selbst die Möglichkeit, Telefonverbindungen mit dem Festland herzustellen, ist vorhanden. rundfunk zugehörige und turnos (Ciclo Internacional de Ballet). Presentación bajo los auspicios de la Embajada de Francia de Liane Dayde-Michel Renault, -accm parlados por el Cuerpo de baile estable del Teatro Colón. Sábado 9, a las 21.30 hs. Función extraordinaria No. 34. Velada de Gala en Celebración del 144. Aniversario de la Declaración de la Independencia. “La Traviata”, de Verdi. — Debut de Anna Moffo y Flaviano Labo. Con: Serení, Rubens, Negreni, Bacciato, Boscheiti, Bandini, Gagliardo, De Vescovi. Director de Orquesta: Feruccio Calusio. Regisseur: F. Romito. Platea $ 500.—. Localidades en venta. Domingo 10, a las 10.30 Quinta función del Abono a Matinales. Orquesta Filarmónica de Buenos Aires. Director: Juan Emilio Martini. Solista: Ruggiero Ricci. — Sobrantes de Abono en venta hoy. Domingo 10, a las 18 horas: Quinta funciós del Abono a 6 Vespertinas Bajo los auspicios de la Dirección General de Relaciones Culturales de Francia, actuación de Liane i Dayde-Michel Renault, con später aus Ersparnisgründen aufgelöste Jugendor ehest er unendlich viel verdankt, leitete die Vereinigung im Rah. men der „Asociación áe Conciertos de Cámara”. Nach einem ausgeglichenen Vivaidi-Konzert c-dur, in dem besonders die Oboisten Leon Mames und Sofia Kcliren hervortraten, hörte, wir das Klavierkonzert vo. Karl Pihlipp Emanuel Bach, dessen Solopart von Antonio De Raco kundig betreut wurde. Die Moderne war mit dem Intermezzo (1951) von Marcelo Koc, Meditation über den St. Veits-Choral op. 35 von Jose Suk and dem Thema mit 4 Variationen (die vier Temperamente) von Paul Hindemith vertreten. Jede einzelne Komposition nahm unter dem überlegenen Taktstock von Fuchs Leben an, und seine ihm enthusiastisch folgend- Schar verhalf dem Konzert z-u vollem EAolg. Es ga\ vielen Beifall. RUGGIERO RICCI ist ein Zauberer auf der Violine. Sein umfassendes Repertoire erlaubt ihm dank seiner unerhörten Anpassungsfähigkeit und seinem Spitzen-Virtuosentum, jed~ einzelne Komposition stilg:- treu und im Sinne ihre; Schöpfers zu gestalten. Se> ebenso perfekter Mitarbeiter Leo Schwarz, den man nie genug loben kann, sekundierte ihm, wie immer, vö’ lig kongenial. Dies offenbarte sich speziell in Beetho vens Kreutzer-Sonate und in der Mozart-Sonate h-rnoil KV 454. Im Mittelpunkt dieses aussergewöhnlichen Konzert17 stand die Bela Bartok-Sonate für Violine solo. Es ist mit Worten schwer zu be- Literarische Notizen Ehren-Doktorate Das Hebrew Union Colle. ge von Los Angeles ehrte die drei führenden früher deut. sehen Rabbiner Rabbi Nussbäum (Temple Israel), Rabbi Sonderling (Fairfax Temple). Rabbi Brasch (Temple Ema^ nuel in Sidney) durch Verleihung von Ehrendoktoraten. Arthur Miller — deutsch Das Berliner Schlosspark- Theater bringt die deutschsprachige Erstaufführung von Arthur Millers „Zweimal Montag”. Zwei Preise Der Schriftsteller Hazaz und der Dichter Uri Zwi Grenberg erhielten 2 Preise von 2.500 IL vom Binjamin Dischon Memorial Fonds, der von Dr. Deutsch-Dischon in Erinnerung für seinen 1948 umgekommeren Bruder gegründet wurde. Der Journalist Cresky, der vor drei Jahren aus Polen ins Land gekommen ist und in der hebräischen Presse über das Leben der Immigranten im Lande schreibt, erhielt einen weiteren Preis in Höhe von 1.000 IL. Theodor Herzl-Feier Zum 100. Geburtstag von Theodor Herzl fand am 8. Mai in der Volksoper in Wien (Zweigbühne der Wiener Staatsoper) eine Festakademie statt, unter Mitwir. kung rominenter Kraft« der Staatsoper und des Burgthea, ters in Wien. Paul Erlich-Preis Für hervorragendem, wissenschaftliche Leistungen auf den Arbeitsgebieten Paul Ehrlichs erhielt im frankfurter Paul-Ehrlich-Institut Prof. Dr. Felix Haurowitz die Goldplakette des „Ludwig-Darmstädter- und Paul-Ehrlich - Preises“. Dr. Haurowitz stammt aus Prag, wo er 1922 promovierte. Zehn Jahre arbeitete und lehrte er in Istambul. Seit 1948 ist er an der India-Universität in Bloomington tätig. el Cuerpo de Baile Estable del Teatro Colón. Sobrantes de abono en venta desde hoy. I F T BOLOGNE SUR MER 547 T. E. 88-9420 VIERNES Y SABADO 22 HORAS DOMINGO 18 HORAS ALTO PERU de ANDRES LIZZARAGA SABADO 17 hs. — DOMINGO 15 hs. TEATRO PARA NIÑOS PLUFT, EL FANTASMITA Die BAR MIZWAH meines Sohnes JULIO ALBERTO findet am Sonnabend, den 16. Juli, in der Chaim Weiz. mann-Synagoge. Arcos 2319, statt. Eva Srulijes geb. Pless Empfang nach dem Gottesdienst in der Synagoge Buenos Aires, Beauchef 262 dp. A. LU AC H (Kalender) Tamus Tamus Freitag, den 8. Juli 13. Sonnabend, den 9. Juli 14. Schabbat BALAK — Haftara: Micha V 6 — VI 8 Argentinischer Nationalfeiertag Sonntag, den 10. Juli Montag, den 11. Juli Dienstag, den 12. Juli Fasten Schiw'a As?r b’Tamus Mittwoch, den 13. Juli Donnerstag, den 14. Juli Freitag, den 15. Juli Jahrzeitstag von Theodor Herzl und Ch. nabend, den 16. Juli Schabbat PINCHAS — Haft.: Yirmeyahu Sonntag, den 17. Juli Montag, den 18. Juli Dienstag, den 19. Juli 15. Tamus 17. Tamus 17. Tamus 18. Tamus 19. Tamus 20. Tamus N. Bialik 21. Tamus I 1 — II 3 22. Tamus 23. Tamus 24. Tamus

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