Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1792 (5.7.1960)
- Date
- 1960-07-05
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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O 0) tZ-a FRANQUEO PAGADO Concesión 903 S S ü R » ç < o TARIFA REDUCIDA Concesión 1629 Ano XXI. BUENOS AIRES. MARTES 5 DE JULIO DE 1960 No. 1792 EL EJEMPLARA en toda la República Q * Buenos Aires PUEYRREDON 2190 1? iaq. T. E. 83 . 2613 Neue Waffen der Israel-Armee Unter den modernen Wafien und Kampfgeräten, die Zahal bei der diesjährigen Unabhängigkeitsparade in Haifa zum ersten Mal vorführte, befanden sich zwei neue Waffen gegen Tanks, die wohl schon seit gewisser- Zeit im Dienst stehen, aber jetzt zum ersten Mal der Oeffentlichkeit gezeigt wurden, und deren Bedeutung für die Landesverteidigung besonders wichtig ist. Es handelt sich um zwei Anti - Tank _ Waffen, die französische ferngelenkte Rakete S. L. 10 und das auf Jeep oder andere Kraftwagen gebaute amerikanische Geschütz ohne Rückstoss M. 106. Die Inbetriebnahme dieser beiden modernen Waffen durch Zahal ist umso wichtiger, da in den Armeen etwaiger Gegner Israels, d. h. hauptsächlich in den beiden Armeen der VAR an den Nord- und Süd-Grenzen, dem Ausbau der Panzerverbände besondere Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Die VAR verfügt heute über knapp 1.000 Panzer der verschiedensten Arten, vom amerikanischen Sherman und dem englischen Centurion (in besondere Einheiten gruppiert; bis zu dem russischen Stalin 3. T. 34 und letztens auch hochmoderne T. 54, wahrscheinlich einer der besten Panzer die heute im Dienst sind. Weiter hat die VAR eine nicht unbedeutende Anzahl von S. U. 100, d. s. sowjetische Tank-Zerstörer die eine sehr gefährliche Waffe sind. Der Panzer hat sich im zweiten Weltkrieg als entscheidend erwiesen, und die Verteidigung gegen einen Frontdurchbruch durch star¬ Kalibern von 37 bzw. 47 mm bis über 100 mm. Die Entwicklung der modernen Tanks führte jedoch dazu, dass die Panzerkraftzeuge mit immer stärkeren Geschützen bestückt wurden, die eine grössere Reichweite besassen, sodass immer stärkste Antitank - Kanonen erforderlich wurden. Eine andere Abwehrwaffe, die dann erfunden wurde, die ke Panzerverbände ist die schwierigste Aufgabe, die einem Heer zufallen kann. Welche Waffen können nun gegen Tanks verwendet werden? In den Kämpfen des zweiten Weltkrieges wurde dem Tank, der eine immer grös sere Rolle spielte, hauptsächlich eine Antitank-Artillerie gegenübergestellt, mit Bazooka, oder die deutsche Panzerfaust oder italienische Fiat-Bazooka, konnte erstens nur von geringen Entfernungen aus eingesetzt werden, andererseits war ihre Durchschlagskraft vjesentlich geringer als die der Geschosse von Antitank-Kanonen. Die nächste Stufe der Entwicklung der Antitank-Waffen waren sodann die von Zahal eingesetzten Geschütze ohne Rückstoss und die Antitank-Rakete. ungeschriebene Gesetz (Fortsetzung von Seite 1) res übergeben wurde, ersucht um Antwort auf die argentinische Note vom 8. Juni. Aus eingmeihten Quellen verlautet, füass Ben Gurion wahrscheinlich ein Schreiben verfassen dürfte, in dem er die schon ausgesprochenen Entschuldigungen wiederholt und unterstreicht, dass Israel den Fall jetzt für abgeschlossen hält. ■ MISSBRAUCH DIPLOMATISCHER ETHIK? Tel Aviv. — Israel hat bisher keine offizielle Note von Argentinien erhalten, aus der hervorginge, dass dieses Land zu seiner ursprünglichen Forderung auf Rückstellung Eichmanns zurücKgekehrt wäre. Sollten aber die Zeitungsnachrichten hierüber zutreffen, so wäre dies ein schwerer „Missbrauch der diplomatischen Ethik“, wie der Generaldirektor des Aussenministeriums Dr. Chaim Yachil in einer Pressekonferenz feststellte. Yachil hob hervor, wenn A rgentinien im Sicherheitsrat offen erklärt hätte, es betrachte die Rückgabe Eichmanns als ..angemessene Wiedergutmachung“, nicht a r die Entschuldisuivti- .n.’ls oder eine andere Fi . in der Entschädigung. so hätte es d c ben Stimmet-' nicht . n-iai'.cn. Die Westmächte hätten zugunsten des Antrags gestimmt, weil sie voraussetzten, dass dieser die Rückgabe Eichmanns nicht einschliesse, und aus dem gleichen Grunde hätten sich Russland und Polen der Stimme enthalten. Indem Yachil neuerlich unterstrich, er hoffe, es werde zu einem Kompromiss mit der argentinischen Regierung kommen, da Israel die freundschaftlichen Beziehungen mit Argentinien weiterzuführen wünscht, bemerkte er, Argentinien hätte sich darüber klar sein müssen, dass Israel Eächmann aburteilen werde, da es das einzige Land sei, welches ein moralisches Anrecht darauf habe, einen Menschen zu prozessieren, der des Mordes an sechs Millionen Juden angeklagt ist. ■ DAS UNGESCHRIEBENE GESETZ Montevideo. — Eine flammende und zu Herzen gehende Verteidigung der Position Israels im Fall Eichi.ann erschien in der Wochenzeitschrift “Marcha”, die der französische Dominikanerorden hier herausgibt. Hier wird die Frage gestellt, ob es unbedingt notwendig sei, das geschriebene Recht ohne Rücksichtnahme auf die ethischen Werte des ungeschriebenen Gesetzes zu achten. Es wird darauf verwiesen, dass man den geistigen Mut aufbringen müsse, den Weg des bequemen Denkens im Rahmen der Buchstaben des Gesetzes zu verlassen und auf das Gesetz der inneren Stimme im Menschen zu hören. Das Wort Ungerechtigkeit sei zu schwach, so betonen die Mönche, um die Naziverbrechen gegen die Juden zu kennzeichnen. Wenn Ben Gurion erklärt, jede israelische Familie habe zumindest ein Opfer der Naziverfolgungen zu beklagen, so müsse dieses Wort an das Weltgewissen rühren. Im weiteren fragen die Mönche: „Muss nicht ein juristisches Denken, das nur das positive Gesetz anerkennt, verknöchern und am Buchstaben kleben bleiben, weil das Gesetz schliesslich nur ein Mittel ist, um zur wahren Gerechtigkeit zu gelangen? Es darf jedoch nicht zu einem Zweck an sich, zu einem unberührbaren und heligen Symbol werden.“ Der Artikel schliesst mit Worten: „Soll das Gesetz schliesslich und endlich nicht ¡m Dienste des Menschen stehen?“ ■ UNTERSUCHUNGSHAFT VERLAENGERT ,Tel Aviv. — Die Untersuch u n «sh alt Eichinan ns wurde nochmals verlängert. Wie es heisst, wird die.Verlängerung automatisch solange wieder verfügt werden, bis der Prozess Endo dos Jahres beginnen wild. DIE S.S. 10-RAKETE Die von Frankreich entwickelte Rakete gilt heute als die hervorragendste Abwehrwaffe gegen Panzer, wurde von den meisten NA¬ TO-Staaten (Holland, Westdeutschland, Italien) übernommen und unlängst auch von den USA in Frankreich erworben. Die Waffe wurde 1954 entwickelt. Die S.S. 10 ist eine ferngelenkte Rakete, die fähig ist, Panzer mit einer Dicke von 450 mm zu zerschlagen. (Die Stalin 3-Tanks zum Beispiel haben eine Höchst-Panzerdicke von 200 mm). Die Rakete wird elektronisch ferngeleitet, ist äusserst „gehorsam”, und ihre Flugbahn kann in allen Richtungen bis zu 90 Grad verändert werden, sodass sie bei gut geschultem Bedienungspersonal ihr Ziel, den feindlichen Panzer, fast immer erreichen' wird. Man geht von der Annahme aus, dass unter Kampfbedingungen von 3 Raketen zwei ihr Ziel erreichen werden. Ein weiterer Vorteil der Rakete liegt in der Tatsache, dass sie hinter Deckung, — d. i. hinter einem Hügel, einem Wald, — d. h. ausserhalb der Sicht des Feindes, aufgestellt werden kann. Nur der Beobachter, der die Rakete zum Ziel lenkt, muss in Feindessicht sein (bis zu 300 Meter von der Raketen-Stellung entfernt). Die Rakete kann jedoch nur von einer Minimum - Entfernung von 500 Metern eingesetzt werden und hat eine Reichweite vo ca. 1.500 Meter. Ein weiterer grosser Vorteil der S.S. 10 ist ihre äusserste Beweglichkeit. Die Rakete kann, auf Jeeps oder andere Fahrzeuge montiert, befördert werden, aber es ist auch möglich, sie von zwei Soldaten über etwaige Geländehindernisse hinweg zu tragen. Sie wiegt insgesamt nur 15 Kilo, während der mit den Sprengstoffen beladene Kopf weitere 4 Kilo und die Verpackungkiste, die ebenfalls als Abschussrampe benutzt werden kann (aber nicht notwendig ist) 28 Kilo wiegt. Die Rakete erreicht, bei einer Fluggeschwindigkeit von ca. . 300 Stundenkilome-! fern nach ca. 20 Sekunden ¡ ihr Ziel, d. h. der feindliche Panzer hat keine Manövriermöglichkeit mehr, selbst wenn sein Fahrer die Rakete sieht, bevor sie einschlägt. Bei der bisherigen Waffenlechnik gilt die S.S. 10-Raki.'tc als die be. te Abwelirwaffe gegen Tanks. Auf dieser Waffe ruht auch ein grosser Teil der Landesverteidigung gegen die starken feindlichen Panzerverbände. KANONE ONHE RUECKSTOSS M. 106 Die von den USA entwikkeltc AnUtrnk-.Kanojie ohne Rückprall M. 106 ist eine Weiterentwicklung der ..Panzerfaust”, mit grösserer Wien wusste nichts davon?! Diese bemerkenswerte Meldung ging jüngst durch die Presse: „Passau, 4. März. Der Pclizeichef von Steyr (Oester, reich), Dr. Razesberger, wurde in Passau in einer nichtöffentlichen Sitzung von einem Richter des Westberliner Schwurgerichts vernommen. Razesberger, dem freies Geleit zugesichert worden war, sagte zu den Massenerschie. ssungen in der Ukraine aus, die zwei früheren Kriminal, beamten in Berlin zur Last gelegt werden. Der Polizeichef war 1942 als Leiter der SD-Dienststelle in Schitomir der Vorgesetzte der beiden Angeklagten, die sich auf Befehlsnotstand berufen. Razesberger gab an, dass ein Führerbefehl bestanden habe, nach dem alle russischen Juden zu töten seien.” Wir haben einmal gelesen, zweimal, ein drittes Mal... Der Mann, dem die deutschen Behörden das freie Ge. leit zugesichert haben, um seine Aussage zu erhalten, da er an den grausigen Morden der Juden als Vorgesetzter der beiden Unholde in „Befehlsnotstand” direkt beteiligt war und der 1942 Leiter der SD-Dienststelle in Schitomir war, die von allen Mordzentren des berüchtigten SD die berüchtigste war, ist heute offenbar, im Jahre 1960. Leiter der Polizei in der österreichischen Stadt Steyr, der höchste Polizeifunktiovär dieses Ortes und also ein hoher Funktionär im Beamtenstab der österreichischen Republik. .. Es ist so unglaublich, dass man fast an einen Irrtum glaut .n möchte, aber die Nachricht ist so klar abgefasst, dass ein Zweifel nicht möglich erscheint. Der Chef der Judenschlächter-Zentrale heute, 18 Jahre nach Schitomir, wiederum Chef der Polizei, der republikanischen Polize’ der österreichischen Bundesrepublik! Ein Mann, der hin. ter Gitter gehört und die öffentliche Ordnung in Steyi dirigiert. — Wir möchten auch nach Wien die nicht bescheidene Frage richten, ob sie es in dem Falle des Polizeidirektors Razesberger bei der bisherigen Massnahme der Suspendierung belassen will. Wann fliegt das Individuum endgültig aus seinem Posten? Und was geschieht mit dem Manne, der ihn als Poli. zcidirektor geduldet hat? Handelt er auch auf der Basis des „Befehlsnotstondes”? CHARLES ROESMER Durchschlagkraft, grösserer Reichweite und stärkerem Kaliber. Sie wird meistens aufs Jeeps oder andere Fahrzeuge montiert, mit einem Teleskop ausgerüstet und hat neben dem Kanonenrohr noch ein Kleingewehr, das erst einen Schuss auf den feindlichen Panzer abgibt, um genau festzustellen, ob das Ziel richtig anvisiert ist. Wenn der Gewehrschuss aufschlägt (wobei er eine weisse Rauchwolke aufsteigen lässt), wird der Kanonenschuss abgefeuert, der den feindlichen Panzer vernichtet. Das 106 mm-Geschoss kann einen Panzer von 400 bis 500 Millimeter und eine ungefähr doppelt so dicke Betonwand durchschlagen. Das Geschoss kann auch abgefeuert werden, während der Jeep, auf dem sich die Kanone befindet, in Bewegung ist. In diesem Fall beträgt seine Reichweite 1.000 bis 1.200 Meter, während sie von fester Stellung aus 1.400 bis 2,000 Meter beträgt Das Geschütz kann auch mit Leichtigkeit von der vier Mann zählenden Bedienungsmannschy ft abmontiert und über etwaige Terrain-Hindernisse geschleppt werden. Die Schussgeschwindigkeit kann bis zu 5 Geschossen in 30 Sekunden erreichen, doch muss dann etwas Zeit für die Abkühlung des Rohrs gelassen werden. Die normale .Schussgeschwindigkeit beträgt zwei Schüsse in der Minute. Dh‘ M. 106 ergänzt in der Wenige junge Menschen Berlin. — In ihrem Mitteilungsblatt vom März I960, veröffentlichte die jüdische Gemeinde Ostberlins eine Altersgliederung ihrer Mit. glieder. Danach befinden siGh unter den rund 1000 Gemeindemitgliedern lediglich 31 Personen im Alter bis zu 14 Jahren. Es handelt sich um 17 Jungen und 14 Mädchen. Die Altersgruppe von 15 i bis 20 Jahren umfasst nur 19 Mitglieder, davon acht männliche und elf weibli. che. Die Zahl der Juden, die heute das Alter von 21 bis 50 Jahren haben, beträgt nur 79 Männer und 93 Frauen. Den Hauptanteil der Gemeinde bilden schliesslich 765 über 50 Jahre alte Mit. glieder, von denen 312 Mänmr und 453 Frauen sind. (AWZ) Landesverteidigung gegen Panzer die E. S. 10 Rakete. Durch den Einsatz beider Waffen besitzt Zahal die Möglichkeit, gegen Panzeveinfiille zu kämpfen, da bei. de beweglich sind, mit verschiedenen Reichweiten, bei. de mit den modernsten Mitteln der heutigen Waffen* Technik ausgerüstet, und beide durchaus fähig, jedem Panzerangriff standzuhalten und die angreifenden Panzermassen zu zerschmettern,. M 1 Registro de la Propiedad Intelectual N* «24.070 Impreso en la imprenta POLIGLOTA — Corrientes 3H4