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Jüdische Wochenschau · 1960-07-05 · 1792 (5.7.1960) · p. Seite 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1792 (5.7.1960)
Date
1960-07-05
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German, Spanish
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Martes, 5 de Julio de I960 L A SEMANA ISRAELITA eaEtamaaaaBHMMrf Afio XXI, — No. 1792 — 7 Ein Chalet im Galil roa HERBERT FREEDEN Auf den Bergen von Biria, fast 1.000 m hoch gegenüber Safad, steht seit kurzem ein Beobachtungsturm — an sich ein funktionelles Bauwerk, das der Verhütung von Waldbranden für das umliegende Gebiet dient, aber dieses Gebäude aus Holz, aus einheimischen Bäumen gezimmert, mit dunkelbraunem Firnis getönt, niacnt nicht nur iiusesrlicn den Eindruck eines Chalet. Tritt man in. den behaglich ausgestatteten Raum, so glaubt man in einer schweizer oder tiroler Sennhütte zu sein. Im Kamin flackert ein Holzfeuer — wenn auch nicht gerade an Chamsintagen, und der Blick aus den Fenstern oder gar eine Etage höher vom Aussichtsturm geht über die grossartige Berglandschaft des oberen Galil hinweg. Nicht weit davon, vtwas tiefer gelegen, sieht man wie eine kleine Festung ein paar Steinhäuser um einen quadratischen Hof gruppiert. Diese Häuser waren der Ausgangspunkt der Siedlung von Biria, das auf eine lange Geschichte zurückb/ckt. In der Zeit des zweiten Tem pels waren die Stätten um Safad herum, die „Töchter von Safad", unter ihnen auch Biria wegen ihrer Gelehrten berühmt, und vor mehr als 400 Jahren beendete hier Joseph Caro seinen „Sehulchan Aruch”. 1922 kam eine Gruppe von jüdischen Farmern und versuchte mit Hilfe von Baron Rothschild, die alte Siedlungstradition hier wieder aufzunehmen, aber die Bedingungen waren zu schwer, und sie gaben es auf. Erst 1945, als der KKL die Ländereien von Biria erwarb, wurde ein neuer Anfang gemacht. Eine Gruppe der religiösen Jugendbewegung Bne Akiva liess sich nieder und begann, ungefähr 3.000 Dunam von Stei nen zu säubern und mit Bäumen z-u bepflanzen. Eines Morgens jedoch, im Februar 1946, kam es zu jenen berüchtigten Zwischenfall: die britische Polizei machte in Biria eine Razzia, angeblich weil von dort Spuren in ein benachbartes arabisches Dorf führten, das in; der vorhergehenden Nacht i angegriffen worden war Nach eingehender Untersuchung fanden die Engländer ein paar Waffen und Hagana-Broschüren, und die ganze Gruppe — 20 junge Menschen im Alter von 16 bis 20 Jahren — wurden ins Gefängnis nach Akko gebracht Niemals vorher in der Siedlungsgeschichte von Erez. Irnich von der Polizei „geräumt" worden, Der Jischuv reagierte in einzigartiger Weise. Am 11. Adar, dem Tag der traditionellen Wallfahrt nach Tel Chaj, kamen Tausende von Menschen mit Rucksäcken 'auf dem Rücken, kletterten bei Nacht, im Regen und Hagel, die Berge hinauf nach Biria, schlugen dort Zelte auf und begannen, Bäume zu pflanzen. Was die britischen Soldaten, nur ein paar hundert Meter entfernt, im Morgengrauen entdeckten, war ein neues Zeltlager mit einer Fahne und einem grossen Transparent „Wir kamen zu bauen und zu pflanzen.” Die meisten verliessen noch am gleichen Tag den Ort, um in ihre Dörfer zurückzukehren, und 250 Männer blieben im Zeltlager. Am Abend machten die Engländer einen neuen Versuch, Biria den Juden zu entreissen; diesmal trafen die Soldaten mit Polizeiverstärkung ein und mit Tanks, die die Zelte und die frischen Selz linge plattrollten. Die Lesung des Jischuws war passiver Widerstand, und die 250 Männer, die sich flach auf die Erde legten, mussten einzeln aufgehoben und in die bereitstehenden Lastautos gebracht werden. Soba’d diese Lastautos fortgefahren waren, kamen Hunderte von Menschen aus Safaa und den Siedlungen, und wiederum begannen sie, Biria aufzubauen. Es war inzwischen Schabbat geworden, und mit der Genehmigung der Rabbiner von Safad wurde Brot gebacken, Essen gekocht, und! Autos wurden mobilisiert. ium Hilfe nach Biria zu bringen. Die britischen Soldaten begannen, Biria zu belagern Aber nach einer Weile gaben sie diese Aktion auf; Biria blieb jüdisch. Drei Monate später wut den die jungen Siedler des Bne Akiba-Bundes vor ein Militärgericht gestellt, und trotz der feurigen Verteidigungsrede des verstorbenen Raw Meir Bar Har. (Meir Berlin) blieben sie bis zum Sommer 1947 im Gefängnis. Im Unabhängigkeitskrieg wurde Biria zum Ziel von Angriffen syrischer Truppen und der Banden von Kaukji, und wiederum musste die Aufbauarbeit ruhen. Erst unmittelbar nach dem Krieg konnte mit systematischer Planung begonnen werden, und die Siedlung wurde zum Zentrum eines grossen Aufforstungs-Projektes, das s!ch. über 8.000 Dunam erstreckt und über 2 Millionen Bäume umfasst. Heute leben rael ist eine Siedlung gänz- Nasch schwerem Leiden verschied am 1. Juli im fast vollendeten 89. Lebensjahr unsere liebe Mutter, Grossmutter, Urgrossmutter, Schwiegermutter, Schwester und Tante, Frau Julia Ermann, geb. Thal Die trauernden Hinterbliebenen: ALBERTO DUBLON u. MARTHA, geb. ERMANN. Paraguay BERNARDO BAUM u. HEDWIG geb. ERMANN, Paraguay ADOLFO ERMANN u, Frau. USA. ARTURO ERMANN u. Frau, Buenos Aires MAX THAL. USA. Enkel und Urenkel Quilmes, Barrio Charrúa, Triunvirato, Chalet 15 Die Beerdigung hat bereits stattgefunden Kampf gegen „ Apartheid " Neue Oelleitung Toi Aviv. — Eine mie Oellbitung von dec syrischen Soeben hat Raw Ji/.chak Rabinowitz,, der Oberrabbi, ner der United Hebrew Con. gregation von Johannesburg und damit der führende jiidische Seelsorger in der ¡Südafrikanischen Union, be. ¡kannt gegeben, dass er sein Amt Ende dieses Jahres aufgeben und Südafrika verlas, sen wird. Damit hat ein Konflikt sein Ende gefunden, den Raw Rabinowita vor etwa einem Monat, kurz nach den ersten drastischen Massnahmen der Regierung von Pretoria gegen die Farbigen und den damit verbundenen blutigen Zwischenfällen, in seiner Synagoge heraufbeschwor, als er von der Kanzel heftig gegen diejenigen seiner Gemeindemitglieder und diejenigen anderen südafrikanischen Juden Stellung nahm, die sich zum regierungsamtlichen Credo von der Ueberlegenheit des weissen Mannes bekennen. Dr. Rabinowitz hatte damals wörtlich u. a. erklärt: „Das ist ein Irrglauben von Menschen, die sich gegen die jüdische Glaubenswahrheit wenden, dass Gott uns alle in Seinem Angesiéht geschaffen hat. Es ist eine völlig unhaltbare Doktrin; man kann nicht einfach deshalb von der Ueberlegenheit einer Gruppe sprechen, weil ihre Hautfarbe anders als die ihrer Mitbürger ist. Da uns dieser Götzendienst materiellen Nutzen bringt, haben viele von uns sich die Litanei von der .weissen Zivilisation’ und der .Bürde des weissen Mannes' zueigen gemacht: damit beten sie zu einem falschen Gott statt zu dem Gott, von dem wir als Juden Zeugnis ablegen müssen.” Auch unter den Amtskollegen des Oberrabbiners wurde diese Predigt lebhaft kritisiert — sei es mit gleichsam „grundsätzlichen” Argumenten, sei es aus rein opportunistischen Gründen beziehungsweise in der Sorge um den Status der siidafri- Einwohner von Tripolitanien im neuen Biria, das ungefähr 200 Meter von der alten Stätte entfernt ist. Das Symbol des Bewaldungsgebietes ist jener Bekanischen Juden für den Fall, dass sich ihre Repräsentanten den Reihen der Opposition gegen die Apartheid-Politik Dr. Verwörds anschliessen würden. Die Frage wurde vor allem aber zum Thema einer Sondersitzung des südafrikanisch-jüdischen Board of Deputies gemacht. Der Generalsekretär dieser Vertretungskörperschaft G. Saron, gab nach längerer Debatte zu, dass sich keine Formel für eine , gesamt - jüdische Stellungj nähme zur Apartheid finden lasse, weil die Meinungen darüber, „wie es zwischen den Schwarzen und Weissen in Südafrika zu einem dauernden Frieden kommen kann”, in jüdischen Kreisen zu geteilt sind. Deshalb Sei von den jüdischen Wortführern niemand befugt, für die Gesamtheit der Juden Südafrikas in dieser Sache Erklärungen abzugeben. Doch sei jeder Jude gehalten, „im Umkreis seines Alltags dafür zu sorgen, dass Härten ausgeglichen werden, menschliche Gesichtspunkte im Vordergrund stehen und die Verständigung zwischen allen Gruppen und Rassen in Südafrika gefördert wird.’ Raw Rabinowitz sah davon ab, sich zu dieser Erklärung zu äussern, mit der der Board of Deputies eindeutiger Stellungnahme in einer unleugbar schweren Lage ausgewichen ist, sondern beschränkte sich darauf, in einer neuen Predigt vorauszusagen, dass die Gesetze, die die südafrikanischen Farbigen diskriminieren, in absehbarer Zukunft fallen gelassen werden würden. Vielleicht trugen au diesem Optimismus auch die von zahlreichen jüdischen Körperschaften ausserhalb der Süd. afrikanischen Union gekommenen Proteste gegen die Regierungspolitik Dr. Verwörds bei. So sprach sich ..Ajex", die englisch-jüdische Vereinigung früherer Kriegsteilnehmer beiderlei Geschlechts, auf einer Sondersitzung unmissverständlich gegen „alle rassische und religiöse Untoleranz und damit gegen die Apartheid- Politik der südafrikanischen Regierung aus. Aehnliche Kritik erfolgte in Canberra mit dem Hinweis auch auf die antisemitische Haltung Dr. Verwörds, der einer Einwanderung von Juden neuerdings schikanöse Schwierigkeiten macht, im australischen Bundesparlament, und in einem kanadischen „Ausschuss i£ur Verlautbarung allgemeiner Besorgnis über die Vorgänge in Südafrika”. Diesem Ausschuss gehören in Toronto führende jüdische Rabbiner, jüdische Parlamentarier und Gemeindeführer an. Dass Oberrabbiner Rabino- Grenze nach dem Erdöfhafea Trípoli im Libanon w urde kürzlich von der fryq Petroleum Company in Dunst gestellt. Die Leistungsfähigkeit der Gesellschaft pro Jahr wurde damit von sieben auf .10,5 Millionen Tonnen erhöht. Im Gegensatz zur transarabischen Pipeline, die Saudiarabiens Oelfelder mit dem libanesischen Hafen Sidon verbindet und deren Jahreskapazität von 15 Millionen Tonnen kaum zur Hälfte ausgenutz; war, wur. de die Pipeline der' Iraq Petroleum Company bisher zu über 90 Prozent ausgenutzt. (AWZ) witz den Kampf jetzt auigegeben hat, entlastet die Juden Südafrikas momentan zweifellos in einer Situation, in der sie zwischen den Grundsätzen der Religion und Ethik, und ihrem Wunsch hin. und hergerissen werden, ihre öffentliche Stellung zu wahren. Aber erst die Zukunft wird lehren, ob dieser Sieg über die kompromisslosen Prinzipien des Oberrabbiners kein Pyrrhus-Sieg ist... ISRAEL - BRIEFMARKEN AN WIEDEHVERXAEUFER _ ALLE NEUAUSGA BEN ZUM OFFIZIELLEN PREIS Agencia Filatélica oficial del Estado de Israel, VIAMONTE 550, I/B — Buenos Aires, Rep Argentina jj ifrmpaña Unida pro Israel I Dein Beitrag für die m t» BV I ■ . I dem Berg. Darüber hinaus ist er zu einem Touristenzentrum geworden. In einem kleinen Café, aus gleichem Holz gezimmert, kann man nicht nur Erfrischungen bej kommen, sondern eine besondere Attraktign kaufen — Setzlinge von Bäumen, die man an Ort und Stelle selbst pflanzt. Der KKL, der dieses Projekt kürzlich initiert hat, stützt sich dabei auf die Weisen des Talmud, die da sagen, dass ganau so wie Er als erster nach der Schöpfung Bäume gepflanzt hat, so ist das erste, was man tun soll, wenn man nach Israel kommt, einen Baum zu pflanzen, denn es steht geschrieben „Wenn Ruins Land kommt, sollt Ihr allerlei Bäume pflanezn.” (Lev. 19/23). Die anderen beiden Zentren, in denen Besucher aus aller Welt, aber auch Israelis mit eigener Hand rrh diesem Schriftwort handeln kün-.en, und dafür ein besonderes Abzeichen erhalten, sind der Märtyrerwald bei Jerusalem und der Simchoniwald im Negew. Aber gerade hier oben auf den Bergen von Biria, mit dem Blick weit hinaus ins Galil, versteht man, was jeder einzelne Baum bedeutet und wie er hilft, dieses karstige Land wieder grün zu machen. noaone m bedeutet für ISRAEL: Siedlung Industrie Schulwesen Kulturarbeit Annahmestellen: COMITE CENTROEUROPEO der CAMPAÑA UNIDA PRO ISRAEL Sarmiento 2376, 3? — T. E. 47-3820 und sämtliche Sekretariate der angeschlossenen Organisationen und Gemeinden

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