Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1792 (5.7.1960)
- Date
- 1960-07-05
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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Marie*. 5 d» Julio de 1960 '’»//¿¿¿¿ÆZZWZÎUtà Jülren in Mainz * Rabbi ‘“»t. NEUFELD ci¡ wie und ein Ver- Die vréièn r® »escHossen, m diesem r :toss Segen sie -vurde mit werd ichwerem Bann (Cherem de ¡erS| c,n,3“ Üabbenu Gerschom) belegt. ineUhneB2 imit aüch da, Çütschland zn le S:a* Tel neu angeleg. Chachme Lo. .*• Zu ¿en Sie wirkt sich also noch bis ® ieute aus und hat in ihrer Wirksamkeit weit über ih. ren ursprünglicher Bereich linausgegriffen. Als die Juden Deutschlands seit Beginn der natioler gehört die aalsozaa^s‘*sc':ieri Verfolgun- Persönlichkeit “en in Scharen nach Palä- :homs. Jtina kamen, fanden sie dort Mine Grösse» ziele Juden aus Polen und Zeit lag das aussland> die> wie sie, in um des ¡¡¡di Ejoche lebten, aber sie fan. n Orient vor ^en auc^ Juden aus orienta- Babylonien teilen Ländern, besonders weiströmlani aus dem Jemen, die, wie ih- 'ionische Tal re Umwelt' mehrere Frauen;n und ungetiatlen- Bei Gründung des ahr 500 ahgf. Staates Israel wurde als ei. n, Dort wirk nes der ersten Gesetze vbm n Nachkom- Parlament, der Knesset, das mudvirfasser onim, die im nid ihre reli. Verbot der Vielweiberei beschlossen. Die bereits beste, frenden Ehen orientalischer n Entschei- J!"ucien brauchten nicht gelöst zu werden, aber hinfort durfte kein Jude mehr als eine Frau heiraten. Auch andere Verordnungen hat das Kollegium un. ter der Leitung von Rabbenu Gerschom getroffen, die bestimmt waren,' die Stellung und das Ansehen der. Frau zu heben. Nach biblischem Gesetz hat nur der Ehemann das Recht, der Frau den Scheidebrief zu geben, nicht umgekehrt, er kann auch nicht' von der Frau gezwungen werden, ihr den Scheidebrief zu geben, während sie gezwungen war, den Scheidebrief anzunehmen. Diese Bestimmungen hat Rabbenu Gerschom wesentlich in soweit gemildert, als die Frau nicht mehr gezwungen werden Wenn Juden ien Ländern religionsge- Eel hatten, sei ¡ei es im Kaso wandten Gelehrten im :eser Städte and waren ichen Ehren i nannte sie und ihre rer nannte ata, Fürsten r der Glana erblasste all- ■hnten Jahrdie geistige ui die neugemzstätten in i Deutschland;rschom war : kraft seiner kann, gegen ihren Willen den Scheidebrief anzuneh. men. Auch auf anderen Gebieten wirkte Rabbenu Gerschom. Bei dem Mangel an Handschriften bemühte er sich, korrekte Talmudexemplare herzustellen, und schrieb zusamm. i mit seinen vielen Schülern eigenhändig Talmudtexte nieder. Ferner schrieb e. einige historische Bücher eigenhändig ab, so das unter dem Namen Josippon bekannte Geschichtswerk, da3 bis zur Zerstörung des zweiten Tempels reicht und dem Flavius Josephus zugeschrieben wird. Auch als Verfasser religiöser Dichtungen, Piutim genannt, bewährte sich Gerschom. Am bekanntesten unter seinen vielen Bussgebeten und Klageliecern, die in das Gebetbuch Aufnahme fanden, ist das ergreifende Gebet Sechor Brith, welches am Rüsttage des Neujahrstages gesagt wird und diesem Tage den Namen gegeben hat. Ls beginnt mit den Worten Sechor Brith: Gedenke des Lundes mit Abraham und der Opferung Isaaks un<l führe die Gefangenen der Zelte Jakobs zurück und hilf uns um deines Namens willen. Einige Jahrhunderte später hatten die drei grossen Gemeinden des Mittelrheins, Speyer, Worms, Mainz (abgekürzt Schum) die Autorität, einschneidende Bestimmungen zu treffen. Niemals aber hat wieder ein einziger geistiger Führer oder ein Rabbinatskollegium die Autorität wie Rabbenu Gerschom besessen, in so einschneidender Weise Verordnungen zu treffen, Bestehendes weiter zu entwickeln, Neues zu schaffen. MUSIK IN BUENOS AIRES yOlL ¿SEB® 1, dep-2 "LA BOHEME" IM COLON Der Puccini-„Bestseller”, die meistgespielte Oper in aller Welt, ging in. der farblosen Regie von Felipe Romito wieder einmal über die Bretter, Puccinis Zuckerwas. sermusik, die zusammen mit dem rührseligen 'Libretto nach Henry Murger stets auf die Tränendrüsen drückt, wurde von dem temperamentvollen Dirigenten Juan Emilio Martini sehr zufriedenstellend musiziert, und das Colon-Orchester gab sich einigermassen Mühe. Ein Staraufgebot sorgte dafür, die Aufführung auf ein gutes Niveau zu stellen. Die Mimi Antonietta Stellas gab alles her, was die Rolle aufzuweisen hat, und stimmlich war sie, wenngleich oft zu dramatisch, voll auf der Höhe. Giuseppe Campora als Rodolph war ihr ebenbürtig, wenngleich er mehrmals Ermüdungs - Erscheinungen zeigte. Marcel wurde prachtvoll von Mario Sereni ge. sungen und gespielt, der seit seinem letzten Hiersein zu internationaler Grösse aufgerückt ist. Juan Zanin war ein korrekter Colline, und Gian-Piero Mastronei ein ebensolcher Schaunard. Olga Chelavine machte aus ihrer Musette wieder eine Glanzleistung, deren Walzer frenetischen Extrabeifall hatte. Tullio Bonis Colön-Chor gab besonders dem 2. Akt viel Leben. Es ist immer wieder ein Vergnügen, ihn zu hören. Es gab, wie immer bei „Boheme”, sehr reichen, zum grosen Teil wohlverdienten Applaus. PETER MAAG MIT STAAT. LICHEM RUNDFUNK. ORCHESTER Bei den traditionellen Konzerten in der Rechtsfakultät stellte sich ein für uns neuer Dirigent vor: der Schweizer Peter Maag. Vom ersten Augenblick an bestach dieser Vollblutmusiker durch unerhörte Musikalität, Sachlichkeit und reine, klare Zeichengebung. In den bisherigen drei Konzerten ging das Orchester, von einigen Ausnahmen im Blech abgesehen, willig auf den hervorragenden Orchester, leiter ein, der u. a. Beethovens „Achte”, Schumanns fast nie gehörte „Zweite”, Mozarts „Linzer” und vor allem Schuberts „Siebente” (mit der „himmlischen” Länge) zum Gegenstand ganz erstklassiger Wiedergaben machte. Die Argen rinier Ginastera X LA SEMANA ISRAELITA Año XXL — No. irti — S ine treue Freundin der Juden Die grosse schwedische Auswanderung.! welle gegen Ende des vorigen Jahrhunderts entsprang zwei ver. schiedenen Quellen. Einmal trieben die Schwierigkeiten der damals noch kaum industrialisierten Wirtschaft des Lands Kleinbauern und 'Landarbeiter über die Grenzen. Eine andere, durchaus nicht besitzlose Kategorie von Auswanderern war von anderen Motiven geleitet. Der schwedischen Staatskirche war wegen ihrer reaktionären Parteinahme in den damaligen Arbeitskämpfen eine starke Opposition erstanden, die in der Bildung verschiedenster Sekten Ausdruck fand, deren Vielfalt noch heute einen in die Augen fallenden Zug des Christentums in Schweden bildet. Die Anhänger dieser Sonderstrümungen sahen sich von den Gläubigen der herrschenden Kirche diffamiert und entschlossen sich z. T., in Jerusalem ein ihren Visionen entsprechendes neues Leben zu beginnen. Aufbruch und Schicksal dieser Sektierer bilden den Gegenstand des zweibändigen Romans „Jerusalem” der Nobelpreisträgerin Selma Lagerloef. Die Darstellung des schliesslich doch siegreichen Kampfes dieser Emigranten gegen die klimatischen, hygienischen, bürokratischen und die inneren gesellschaftlichen Schwierigkeiten be- (Sinfonía Elegiaca), A. Tauriello (Obertura Sinfónica) und López Buchardo (Escenas Argentinas) wiesen auf durchgeprobte und gut nachempfundene Wiedergaben hin. Zwei Glanzstücke: Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung” und Debussys „Das Meer”. Als Begleiter betreute Maag mit seinen Untergebenen die Pianistinnen Xiomara Audino und Elda Carella im Bach-Konzert für zwei Klaviere c-moll, in welchem die nervösen, aber gut spielenden Solistinnen in dem sympathischen schweizer Di. rigenten einen idealen Sekundanten hatten. Der Beifall war selbst für die applausfreudige Aula ungewöhnlich. CHRISTIAN FERRAS Der junge französische Violinist, der uns wiederholt besuchte und in den „Amigos de la Música” ein denkbar günstiges „come back” hatte, spielte im „Colón” und in der „Asociación Wagneriana” Beethovens Sonaten Nr. 8, op. 30, Nr. 3, g-dur und Nr. 9 (Kreutzer-Sonate), sowie Debussys Sonate g. moll und die Brahms-Sonate Nr. 3, op. 108, d-moll. Der Künstler, der in seinem reinem, gereiften Spiel von seinem kongenialen Pianisten Pierre Barbizet auswendig begleitet wurde, gab mit seinem Partner das Beste vom Besten. Allein bot er Bachs Partita Nr. 3 und die Chaconne aus der Partita Nr. 2, wobei sein schlackenloser, kultivierter Ton ganz besonders brillierte. Nicht minder vollendet er klangen die Bravourstücke: R'avels und Saint Saens’ Habaneras, die Tzigane von Ravel und der originelle „Le Boeuf sur le Toit” von Da. lius Milhaud. Beide Säle spendeten nichtendenwollenden Beifall und erzwangen sich mehrere Zugaben. c-n fasst sich nur wenig mit dem damals noch recht bescheidenen jüdischen Anteil an der Bevölkerung Palästinas. Aber wenn Juden auch nur episodische Rollen in diesen zwei Bänden spielen, so hat ihr Auftreten doch eine wesentliche Bedeutung für die Romanhandlung. Und gerade dieses Buch ist „Sophie Elkan, meinem Kameraden in Leben und Dichtung” gewidmet. Die Freundschaft mit dieser jüdischen Verfasserin historischer Romane war tatsächlich ein lebenslanger Austausch künstlerischer und menschlicher Werte. Die beiden Frauen wurden für einander die ersten Kritiker ihrer entstehenden Arbeiten; zwei Novellen der Lagerloef: „Onkel Rüben” und „Eine Gutshofsag ' schildern das Geschick naher Verwandter der jüdischen Freundin, und ein Kapitel ihres bezaubernden Märchenreisebuches für Kinder und Kinderfreunde „Nils Holgersson”, dieses Hohelied auf die schwedische Landschaft, spielt auf dem Herrensitz Naäs, wo die Dichterin häufig als Gast des Leiters der dortigen Kunstgewerbeschule, eines Onkels von Sophie Elkan, weilte. Ueberhaupt bot der Kreis um die Familie Elkan der sonst eher zurückgezogen lebenden Selma Lagerloef eine geistige Heimstätte. Denn Exodus"-Premiere Der „Exodus’-Film, dessen Aufnahmen in Haifa in vollem Gange*' sind, soll am 15. Dezember 1960 im Warner-Theater in New York ur. aufgeführt werden. Am 16. Dez-ember finden die ersten Aufführungen in Chikago und Hollywood statt. Goldmedaille Der Kaiser von Aethiopien hat Professdr Ullendorff, Manchester, eine Goldmedaille verliehen für sein jüngst publiziertes Werk über das äthiopische Volk. Prof. Ullendorf ist Professor für semitische Sprachen an der Universität Manchester. in Stockholm und Goeteborg unterhielten die jüdischen Patrizierfamilien noch in unseren Tagen mit der intellektuellen Elite Schwedens als Gäste jene Salons, die in dem Berli.. Rahel Varnhagens längst versunken waren. Durch den Einfluss dieses Freundeskreises gelang es Sophie Elkan, für die Dichterin ein Reisestipem.ium des Königsrausse zu e -wirken. Seitdem reisten die Freundinnen wieder und •wieder in die Welt, und eine dieser Fahrten brach’.e die beiden nach Palästina, wo die .idee zu Selma Lagerlcefs genialem Zeitbil . von Land und Leuten im Heiligen Land entstand. Im Gegensatz etwa, za Strindberg gilt die Prophetin Lagermef in ihrem Vaterlande. Das war nicht von Anbeginn so. Ihr „Goesta Berling" fand zunächst nur ziemlich laue Aufnahme, bis dis enthusiastische Rezension des dänischen Juden Georg Brandes, des grossen Historikers, diesem ihrem Meisterwerk in ganz Skandinavien Bahn brach. Schwedens bedeutendster in jüdischem Besitz befindlicher Verlag Albert Bonnier begann, ihre Novellen zu veröffentlichen, und hielt ihr seitdem als Herausgeber ihres gesamten Lebenswerkes die Treue. Dieses Treueverhältnis bestand auch zwischen der Dichterin und ihren jüdischen Freunden, ja — man darf sagen — zu den Juden überhaupt. Als die ersten „nichtarischen” Intellektuellen aus dem Dritten Reich nach Schweden flüchteten, prangte ihr prominenter Name an der Spitze des Aufrufs zur Schaffung eines Hilfsfonds für intellektuelle Flüchtlinge, und sie spendete den Erlös einer gerade erschienenen Novelle diesem Hilfswerk. Mehr noch: die schon gebrechliche alte Dame erkämpfte bei den Behörden für die Lyrikerin Nelly Sachs, die Rundfunkautorin Grete Berges, den Literaturhistoriker Professor Berendsohn und andere jüdische Schriftsteller und Künstler das rettende schwedische Einreise-Visum und, nicht zuletzt, wirtschaftliche Hilfe. Die braunen Henker re. vanchierten sich für diesen Einsatz der Dichterin zugunsten der Feinde dessen, was sie den europäischen Kulturkreis nannten, indem sie den Verkauf ihrer Schriften innerhalb Deutschlands verboten. Ihre Antwort an die Judenverfolger sollte eine Biographie der 1921 dahingegangenen Freundin Sophie Elkans werden. Aber nur wenige Kapitel wurden vollendet. Ein halbes Jahr nach Kriegsausbruch nahm der Tod der Achtzigjährigen cue Feder aus der Hand. Teatro Colón Hey martes 5, las 22 hs- Función Extraordinaria No. 33. Concierto Sinfónico auspiciado por la Embajada de Suiza, Intendencia Municipal, Honorable Consejo Delioerante, Radio Nacionaly Teatro Colón a total beneficio de los damnificados de Chile. Orquesta Sinfónica de Radio Nacional. Director: Peter Maag. Programa: Síntoma No. 38, en re mayor, K 504 “Praga”; Aaagio y Rondó, K. 617; Seis Danzas Alemanas, Mozart; Sinfonía No. 5, en do menor, op 67, Beethoven — Platea $ 100.—. Loe. en venta. Jueves 7, a las 18 horas. Quinto Concierto del Abono a ocho de Grandes Solistas. Reo. tal del pianista Friedrich Gulda y dei violinista Ruggiero Ricci. Sonatas de Beethoven y Brahms. — Sobrantes de Abono en venta hoy, martes. Viernes 8, a las 18 horas. Función Extraordinaria No. 34. Unico recital de la soprano Martha Flowers. Al piano: Jorge Lechner. — Platea $ 150.—. Loe. en venta ma¬ ñana miércoles. Viernes 8, a las 21.30 hs. Cuarta Función del Abono a Cinco Nocturnos (Cíelo Internacional de Ballett). Presentación bajo los auspicios de la Embajada de Francia de Liane Dayde-Micheli Renault, acompañados por el Cuerpo de Baile Estable del Teatro Colón. — Sobrantes da Abono en venta mañana, miércoles. ESTUDIO JURIDICO DfTERNAQOKAI í 9 Dr. Hardi Swarsensky ¡ Asuntos Europeos exclusivamente 1 I I Sprechstunden: Dienstag, Mittwoch u. Freitag v. 15—19 Uhr | 0 Dr. Günter Frey 0 0 0 Asuntos Argentinos y Sudamericanos TESTAMENTE - ERBSCHAFTSSACHEN! VERTRAEGE VERI ALTUNGEN BUEROZEIT: 10—12 und 15—18 Uhr 5 PUE VEREDON 2190 esq. Av. LAS HERAS - T. E. 83-2613 ¡J