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Jüdische Wochenschau · 1960-07-01 · 1791 (1.7.1960) · p. Seite 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1791 (1.7.1960)
Date
1960-07-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German, Spanish
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y >rDie GhtsmenaorerTe” im Deutschen Theater Nach der feierlich-ernsten Eröffnungsvorstellung mit .,Dsi Salzburger gross.* ’Welttheater“ brachte das Deutsche Theater als zweite Aufführung seines diesjiihri. gen Winterprogramms Ten. nessee Williams „Die Glasmenagerie“ und errang damit. einen volle; künftlerischen Erfolg. Dieser heute vielgespielte Autor, der nach dem Urteil der Kritik „einer der zwei o 'er drei dramatischen Dicht r ist, welche die junge Generation in Amer ica neben ziemlich viel Bühnenschriftstel.ern her. vecgebracht hat“, schuf hier ein Schauspiel, dessen eigentlicher dramatischer Inhalt nicht viel Höhepunkte aufweist, dafür aber seelische Konflikte zeigt, die sich für ein Familie ergeben, sie so tanz fern vor jeder Realität des Lebens ihr Dasein fristet. „Die Glasmenagerie ‘ spielt in der Sphäre der Erinne. rung und könnte völlig zeitlos dargestellt werden. Hier sind es die dreissiger Jahre mit ihren soizialen Problemen und den politischen Auswirkungen des spanischen Bürgerkrieges, die d*n äusseren Hintergrund des Dramas bilden: Eine kleinbürgerliche Frau, die von einer grossen Vitalität erfüllt ist, in einer Zeit zu leben wähnt, die nicht mehr existiert, in ihrer naiven Herzenseinfalt die beiden Kinder völlig nach ihrem Vorbild formen möchte, und die d.bei Zärtlichkeit empfindet. die aber immer Mitleid oder, Heiterkeit hervorrufen müssen. Ihre Tochter, durch ein Beinleiden von Kindheit an behindert, lebt nur in Illusionen und vermag nie, eine Beziehung zur Wirklichkeit herzustellen; und da ist ihr Bruder, ein kleiner, unzufriedener Ange. stellter, der einer bedriikkenden häuslichen Atmospüre entfliehen möchte, ein Opfer bedauerlicher Entwicklung, in welche ihn un. barmherzige Umrtände gebracht haben. Das ist die Familie, die, f vom lebenslustigen Vater früh verlassen, ein unglückliches Leben führt, aus welchem sieh jeder der drei Mitglieder heraussehnt. Und da ist die vierte Person des Dramas, ein netter, harmloser junger Mann, dessen Besuch in diesem Hause ein einmaliger bleiben muss, der nicht erfüllen kann, was man von ihm erhofft, aber durch die einfachen Wahrheiten, die er ausspricht, den beiden jungen Menschen. Bruder und Schwester, die Möglichkeit gibt, die Realität zu sehen und sich innerlich und vielleicht auch ausser lieh, von diesem Milieu loszureissen. Unter der ausgezeichneten Regie von Gert Haucke, welche die Enge dieses Hauses und die Unzufriedenheit seiner Bewohner überzeugend erstehen lässt, kommt ein wundervolles Zusammenspiel zustande, das dieses nicht übermässig inhaltsreiche Werk zu einem grossen künstlerischen Erlebnis werden lässt. In der Rolle der Mutter, die von der Idee besessen ist, das Leben der Kinder nach dem einstigen grösseren Stil ihrer südlichen Heimat bilden zu können, bietet Cissie Henckell eine überragende Leistung. Verzweiflung und unbeugsamer Wille, sich durchzusetzen, gelingen dieser Künstlerin so zu gestalten, dass der Zuschauer, der die Fehler dieser Frau erkennt, ihr absolutes Versagen, ja geradezu Erbarmen mit ihr empfindet. In Monica Bessler, der schüchternen Tochter Laura, hat man eine ausgezeichnete Darstellerin dieser Rolle gefunden, die in der Isolierung, der „Glasmenagerie”, lebt. Ihr Bruder Tom, von Frank Nelson gespielt, vermag aus dieser Rolle alles herauszuholen, was sie hergibt. Er ist auch der „Ansager”, der das Stück begleitende Erzähler, und man hat den Eindruck, dass erst diese Rolle dem Schauspieler die vollen Möglichkeiten zur MUSIK IN BUENOS AIRES AMIGOS DE LA MUSICA Last, not least, eröffneten die “Amigos” die Konzertsaison 1960. Der polnische Dirigent Stanislav Skrowaczewski, der im vorigen Jahr hier sein glanz-volles Debüt machte, leitete eine beschwingte, duftende und sehr ausgewogene „Euryanthe”-Ouvertüre (Weber), der die entzückende, nahezu unbekannte d-dur Symphonie von Luigi Cherubim folgte. Christian Ferras, der grosse französische Violinist den wir wiederholt zu bewundern Gelegenheit hatten, enttäuschte uns auch in dem Beethoven - Violin. Konzert nicht. Seine Hand ist noch fester, seine Expression noch inniger geworden. Die kleinsten Details dieser einmaligen Partitur werden von ihm devot wahrgenommen. Sein schlaekenreines Spial offenbarte sich ganz besonders in der hinrenssend ge spielten Kreisler-Kadenz. Skrowaczewski, der Ferras ein liebevoller und kongenialer Begleiter war, beschloss das schöne Konzert mit den polnischen Tänzen aus dem Ballet Ohant de la Terra“ seines Landsmannes nes Roman Palester. Dirigent, Solist und das wie immer sehr gute Orchester der Gesellschaft wurden Gegenstand langen, wohlverdienten Applauses. Reife des Ausdrucks erlangt hat, wie dies bei Gulda der Fall ist. Ueber den manuellen Virtuosen wollen wir kein Wort verlieren, zu makellos war von jehei seine Technik,, als dass es heule eines Extralobes bedürfe. Aber die Innigkeit, die Hingebung, das „sich ganz Versenken“ in Hayan (Sonate es-dur), in Mozart (Variationen. über „Unser dummer Pöbel meint“ und die b-dur Sonate K. V. 333t und in Schuberts a-moll Sonate lässt immer wieder aufs neue aufhorchen una bewundern. Gulda hatte spontanen und frer. 'sehen Applaus, den er wie stets bescheiden hinnahm. „Paradies und Feuerofen’’ Der deutsch-israelische Gedem der Welt nach Israel FRIEDRICH GULDA IM MOZARTEUM IFT BOLOGNE SUR MER 547 T. E, 88-9429 VIERNES Y SABADO 22 HORAS DOMINGO 18 HORAS ALTO PERU de ANDRES LIZZARAGA SABADO 17 hs. — DOMINGO 15 he, TEATRO PARA NIÑOS PLUFT, EL FANTASMITA Der jetzt 30jährige weltbekannte und weltberühmte Pianist ist einer der ganz wenigen, die hielten, was sie versprachen. Es ist schwer zu verstehen, wie es möglich ist, dass ein derart junger Künstler eine solc^° Entfaltung gibt. Wenn er zu Beginn, in der Einführung sagt: „Ein Zauberkünstler im Zirkus gibt Ihnen Illusionen unter dem Anschein der Wahrheit; ich gebe Ihnen Wahrheit in der freundlichen Maske der Illusion”, so ist hiermit Sinn und Zweck dieses Dramas vorweggenommen. Bleibt noch die Darstellung des „Fremden” Jim O'Connor, des „Besuchers” dieser Familie, z?u erwähnen, die durch Rolf Mörders eine sehr überzeugende Gestaltung erfährt. Langanhaltender Beifall am Schluss dankte Darstellern und Regisseur für diese Aufführung eines „Kammer, spiels”. C. W. FRIEDRICH GüiDi MIT DEM PHILHARMONI¬ SCHEN ORCHEteTER Es war, als hätte man einen Tizian in einen Woolworth.Rahmen. getan: so riesenhaft gre r klaffte die Lücke zwischen dem gottbegnadeten Friedrich Gulda und dem gegen die primitivsien Sitten musikalischer. Gescamacks verstossenden Philharmonischen Orchester. Der Künstler absolviert gerade im Colón einen vollständigen Zyklus der fünf Beethoven - Klavierkonzerte. Unter dem Nordamerikairer Robert Lawrence, einem zuverlässigen, nichtssagenden Dirigenten, der der. ersten Abend mit dem interessanten „Tryptic of New England” at der Feder von William Schumann einleitete und mit einer lärmenden „Francesca da Rimini“ von Tschsikowsky beschloss, spielte Gulda die Konzerte No. 1 c-dur op. 15 und 3 c.moll op. 37 derart grossartig dass die dauernden Mängel reiner Intoniaiion des Orchesters fast unbemerkt vergingen. Kein besseres Los erlitt der in Lettland geborene und in Kolumbien tätige Dirigent Olav Rocts, der eine völlig farblose Coriolan-Overtüre und eine kaum bessere „Leonore No. 3“ bot und voll zu tun hatte, um das Schlimmste im Orchester zu verhüten. Auch bei diesem zweiten Abend, in dem uns Gulda die Konzerte No. 2 es-dur op. 19 und No. 4 g-dur op. 58 gemessen Jiess, wurde durch die ei: malige Persönlichkeit des So&sten ' die qualitative Kluft zwischen ihm und dem Orchester glücklicherweise nicht so sehr offenbar. Das Spiel Guldas war derart vollendet, dass der Kritiker beschämt die Feder niederlegen und nichts als lauschen durfte. meinschaftsfilm “Regreso al Paraíso” ist der bis jetzt vielseitigste und an Informationen reichste Film, den wir über Israel zu sehen bek ommen haben. Der Film zeigt in schneller Bildfolge den Aufbau de-. Landes und die Verwandlung der brach liegenden Wüste in einen blühenden Garten. In schwerer Arbeit und nühseligem Schaffen haben h :• die Juden ein einzig; rt g dastehendes Kulturwerk vollbracht und haben auch moderne Städtg und Dörfer geschaffen, in denen heute schor* mehr als zwei Millionen Juden als freie Bürger an Fortschritt und Entwicklung . itarbeiten. Der Film führt uns vom Nomen über den Galil in die Städte und Kibbuzm bis hinunter über d-m Negew nach Elat und dem Ro en Meer, r o grosse Siedlungen entstanden sind, die in Kürze zu Städten und Industriezentren angewachsen sein werden. Wir sehen die Menschen, die aus allen Längeströmt sind und hier zu einem einzigen Volk nach einer zweitausendjährigen Galut zusammenwachsen. Wir erleben das Werden des Staates mit seiner Verwaltung, seinem Militär, den Verkehrsmitteln und Men. sehen, die in zwölf Jahren Mustc. Jiltlges geschaffen haben und sich auch gegen jeden Angriff zu vereidigen wissen, den man auf den Staat unternehmen will. Die Bilder des Streifens sind /on eii;er unglaublichen Schönheit und malerischen Tiefenwirkung. In zäher Kleinarbeit wurde hier e n Meisterwerk technisc er Filmkunst hergestellt, dass jeder von uns gesehen haben muss. Der Film wird allgemein mit Recht als d-r bisher beste beze'chnet und ist auch der erste Langspielfilm über Israel. Er ist in Spanisch synchronisiert, so dass es leicht ist. der Handlung zu folgen. Teatro Colón Neue Bücher Deutfches TMer HEUTE, Freitag, 1. JuB, um 19.45 Uhr im Teatro Odeon MONICA BESSLER — CISSIE HENCKELL ROLF MOELDERS und FRANK NELSON IN // Glasmenagerie // von TENNESSEE WILLIAMS Regie: GERT HAUCKE Weitere Vorstellungen: Sonnabend, 2. Juli, 20 Uhr — Sonntag, 3. JuB, 15.30 Uhr EOfTRITTSKARTEH m der Ttoaterkamc. Emexslda 397; Werktags von 10—12 und von 15—2b Uhr T*4. 45-351* PETER LUCAS GRAF UND STANISLAV HELLER IM MOZARTEUM Beide Künstler sind uns oestens bekannt: der schwer zer Flötist Graf und der tschechische Cembalist Heller. In ungetrübter Musizierfreude vereinigten sich? 1' die Solisten in der Sei: ate i I von Leonardo da Vinci § d-dur, der c-dur-Sonate von Mozart und der in e-moll von Johann Sebastian Bach. Peter Lucas Graf brillierte in Philipp Emanuel Bachs Sonate a-moll für Flöte allein, und Stanislaw Heller tat ein Gleiches in Haydns Cembalo-Sonate. Wir hörten ein. perfektes, reines und ¡freudiges Musizieren beider Künstler, die reichen und [Verdienten Beifall fanden. .Jorge DTJrbano leitete ¡den Abend mit Betrachten igen über „Klang und Farbe in der klassischen Kunst' | ein. c-n. Yad Vashem Studies, Band 1—3, Jerusalem, 1958/1959. In Jerusalem befindet s ch das Institut Jad Washem, das sich zur Aufgabe gestellt hat, dokumentierte Studien über die jüdische Katastrophe zu veröffentlichen. 3 Bände sind bereits in englischer Sprache erschienen und eine ganze Anzahl in Hebräisch. Nur mit Wehmut und Trauer liest man diese Bücher, die von den Massenerscoiessungen jüdischer Männer, Frauen und Kinder in Polen und Russland handeln, die von entmenschten deutschen und „kra'niscbf n Mördern niedergemacht wurden. Aber mit Stolz wird vor unseren Augen die jüdische Widerstandsbewegung lebendig, die unter den sehwie rigscen Verhältnissen entstand und dem Feinde m nchen Schaden zufftgte. Jedoch die Studien des Jad Waschern - Instituts haben nicht nur historischen Wert. Yad Waschern besitzt dokumentarisches Material über die Kriegsverbrecher, besonders auch über Eichmann, der sich bald zu verantworten haben w;rd. Die Jad Waschev-Stud en werden unter Leitung des ehemaligen Botschafters in Argentinien, Dr. Arie Kubovy herausgegeben. Sie verdienen weitgehende Beach. ung und auLierksames Studium. Dr. C. Vogel Sábado 2 a las 13 horas. Cuarto Concierto del Atx no a 8 de Grandes Solistas. Recital del violinista Evggiero Ricci. Programa: Sonata en si menor, K. 454, Moz-art; Sonata para violín, sólo, Bartók; Sonata en 1a mayor, “Kreutzer”, Bee hoyen. Al piano Leo Schwarz. — Sobrantes de abono en venta. Sábado 2, a las 21 horas. Primera Función de Abe no Popular. “La Boheme”, Puccini. Director de Orques a: Juan Emilio Martini. — Sobrantes de Abone en venta a partir del viernes lo de julio. Domingo 3, a las 10.30 hs. Segundo Concierto del A: ono a 6 Matinales. Orquesta Filarmónica de Buenos Aires. Director: Olav Rcots. Solista: Friedrich Gulda. — Obras de Ludwig van Beethoven. — Sobrantes de Abono en venta viernes lo de julio. Domingo 3, a las 17 ho”as. Función Extraordinaria Ko. 32 “La Boheme”, Puceini. Director de Orquesta: Juan Emnio Martini. Schüler-Vorstellungen. Rolf Liebermann als General-Intendant der H-miurger Staatsoper hat Schüler- Vorstellungen für Mittwochvormittag eingerichtet, an denen passende Opern den Zwölf- und Fünfzehnjährigen geboten werden. D>ese überraschende Neuerung wird noch durch Vorträge ergänzt, die Liebermann selber einige Tage vor der Aufführung für die jugend- ’ -r' ’ hält. n " 2 INES N. WORMS JOSE GOLDSCHMIDT laden hiermit zu ihrer am Sonntag, den 10. Juli I960 (15. Tamuz 5720) um 17 Uhr in der Synagoge „Ajdut Israel”, Moldes 2449, stattfindenden Trauung ein. Cramer 3403 Buenos Aires LU ACH (Kalender) Freitag, den 1. Juli Sonnabend, den 2. Juli Schabbat CHUKAT — Sonntag, den 3. Juli Montag, den 4. Juli Dienstag, den 5. Juli Mittwoch, den 6. Juli Donnerstag, den 7. Juli Freitag, den 8. Juli 6. Tamus 7. Tamus H Ltara: Richter XI 1 — 33 8. Tamas 9. Tamus 10. Tamus 11. Tamus 12. Tamus 13. Tamus Vie pr. pr. a¡ der ‘ nach in ijorf° ortiiod Vakf che® men im C und und nicht bei des die ihre 19U »atm liehe* stima nach dem gerade Gymn; fortzus Als solvi ste . (** V ER * K4

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