Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1788 (22.6.1960)
- Date
- 1960-06-22
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German, Spanish
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PUEYRREDON 2190 — 1’ i*q. fa JfemjGiHJCiy&lAZÜ&Ci Año XXI. BUENOS AIRES MIERCOLES 22 DE JUNIO DE 1960 No. 1788 Verhandlung auf höchster Ebene Hallazgos Cerca de Massada Jerusalem. — En unas cavernas que dominan ei Mar Muerto, situadas a unos cinco kilómetros al Norte de Massada. fueron hallac-os dos fragmentos de rollos de pergamino escritos con caracteres similares a los de los Rollos del Mar Muerto. Ellos constituyen les primeros documentos escritos del fin de la era precristiana. o de los comienzos de la crísiia.na, que t an sido hallados en la parte israelí del desierto de Judá. Los hallazgos se deben a las actividades de una expedición de diez días a aquel sitio, realizada conjuntamente por la Universidad Hebrea, el Departamento Nacional de Antigüedades y la Sociedad Israelí de Exploraciones. Se había organizado a raíz de rumores según los cuales unos beduinos de Transjordania habían explorado la región en busca de fragmentos de rollos que pudieren vender a altísimo precio, que suele ofrecerse por ellos. Los dos fragmentos son de Exodo (versículos 1 a 10 y 11 a 16 del Cap. XIII). Otros hallazgos aclararon el hecho de que las cavernas habían servido de refugio a algunos de los rebeldes al finalizar el levantamiento de Bar Kojba. SCHLOMO S. TANGER Neue Funde bei Massada Jerusalem. — In einer der Höhlen, die über dem Toten Meer und ca. fünf Kilometer nördlich von Massada liegen, wurden zwei Fragmente von Pergamentrollen gefunden, die eine ähnliche Beschriftung wie die Toten-Meer-Rollen aufweisen. Sie stellen die ersten Dokumente aus der prächristlichen oder des Beginnes der christlichen Aera dar, die im israelischen Teil der jüdäischen Wüste gefunden wurden. Die Funde wurden von einer Expedition gemacht, die sich zehn Tage an disem Ort aufhielt. Diese wurde gemeinsam von der Hebräischen Universität, der» Staatsakt für Altertümer und der israelischen Gesellschaft für Forschungen durchgeführt und organisiert, als Gerüchte umliefen, nach denen einige Beduinen in. Transjordanien die Gegend nach Rollenfragmenten durchsucht hatten, die sie zu einem hohen Preis, wie er hierfür geboten zu werden pflegt, verkaufen könnten. Die zwei Fragmente sind aus Exodus (Vers 1 bi« 10 und 11 bis 16, 13. Kap.). Andere Funde weisen darauf hin, dass die Höhlen einigen der Rebellen bei Beendigung des Bar Kochba-Aufstandes als Zuflucht gedient haben. SCHLOMO S. TANGER Dr. FRONDIZI ANT¬ WORTET BEN GURION Jerusalem. — Der Präsident Argentiniens, Dr. Arturo Frondizi, antwortete Ben Gurion über den Fall Eichjnann. Wie es heisst, führt dieser Brief keine neuen Argumente an, die einen Ausweg aus dem Streitfall aufzeigen könnten, der zu der argentinischen Beschwerde vor ,.em Sicherheitsrat geführt hat. Das dem Aussenministeritim zugestellte Schreiben Dr. Frondizis wurde unverzüglich an Ministerpräsident Ben Gurion nach Paris weitergeleitet. Man nimmt an, dass der Brief keinen neuen Vorschlag enthält, der eine israelische Antwort erheischen würde. Die Veröffentlichung des Schreibens soll in Jerusalem und Buenos Aires gleichzeitig erfolgen. Inzwischen äusserten israe. lische Kreise, dass eine Zusammenkunft zwischen Frondizi und Ben Gurion noch Der Streit zwischen Argentinien und Israel über die Verhaftung und Verschleppung des Kriegsverbrechers Adolf Eichmann aus argentinischem Territorium durch „israelische Agenten” wird den Sicherheirtsrat der Vereinten Nationen beschäftigen, nachdem die argentinische Regierung die israelische Antwort nicht als ausreichend ansehen konnte. Damit hat Argentinien einen friedlichen Weg zur Klärung des Falles gewählt, nur fragt es sich, ob der Sicherheitsrat der UN, ein politisches Organ der Vereinten Nationen, die richtige Instanz ist, um diesen Fragenkreis zu entscheiden. Die Auseinandersetzung zwischen Argentinien und Israel, die sicherlich bereits in ihren Anfängen hätte vermieden werden können, hat inzwischen durch verschiedene Vorgänge eine Wendung genommen, die bedauerlich ist, aber doch zur Illustration des Falles nicht unwesentlich beiträgt. Argentinien hat sich in Das zweite U-Boot Haifa. — Das zweite U-Boot Israels, das den Namen „Rahaw” trägt, und in England gebaut wurde, lief in seinem neuen. Mutterhafen ein. wo es von dem Geheul der Sirenen begriisst wurde, die die Flotteneinheiten und alle im Hafen liegenden Pvr.Mt.nhrzeugo ertönen Hessen. — (ITA) immer im Bereich der Möglichkeiten liege, obwohl keine besonderen Vorbereitun. gen getroffen worden sind. Die Israelis machen das Zustandekommen eines solchen Treffens nicht von der Zurückziehung der argentinischen Beschwerde vor dem Sich' '-heitsrat abhängig. * HAMMARSKJÖLD WILL SICH NICHT AUESSERN UN. — Dag Hammarskjöld lehnte ab, sich über die Berechtigung der argentinischen Beschwerde zu äussern, und betonte, er spräche nur von der Kompetenz des Sicherheitsrates im vorliegenden Fall. Er fügte hinzu, der Sicherheitsrat sei zuständig, darüber zu urteilen, ob Israel durch den Abtransport Eichmanns die Souveränität Argentiniens verletzt habe. Die Ratssitzung wurde erst für diese Woche anberaumt, weil man hofft, der Streit könne inzwischen gütlich verschiedenen Erklärungen gegen den Vorwurf gewehrt, das „Paradies der Kriegsverbrecher” gewesen zu sein, wobei wir noch nicht einmal auf die heutige Situation eingehen wollen, obwohl auch hierzu manches zu sagen wäre. Allerdings ist bisher von argentinischer Seite das vorgelegte Material nicht widerlegt worden. Niemand hat bis heute bestritten, dass die in diesem Zusammenhang genannten Kriegsverbrecher nicht hier ansässig waren oder sind, dass sie nicht ohne jede Behinderung ihre Arbeitsplätze selbst in gehobenen Positionen ausfüllen dürfen, dass sie nicht in der Lage seien, völlig unbehindert ihre faschistische Propaganda und Politik zu betreiben. Immerhin dürfte die Reaktion auf die Verhaftung Eichmanns, die gewisse Kreise zu neuen Aktivitäten führte, eindeutig beweisen, dass selbst jetzt noch ein festes Nest nazistischer „Agenten” am Werk sind. Was ist eigentlich nach den letzten antisemitischen Exzessen geschehen, um diesen Leuten das Handwerk zu legen? Die uruguayische Polizei teilte zwar mit, dass sie die Verbindung mit den zuständigen Stellen in Argentinien aufgenommen habe, ohne dass seither irgendeine weitere Verlautbarung, zur Information der Oeffentliehkeit erfolgt ist. Auch die Stellungnahme der i-* Presse zu sehe i Vorfällen ist nicht verständlich. Man verurteilt in einigen Allgemelnplätzen beigelegt werden, möglicherweise durch eine persönliche Aussprache zwischen Dr. Frondizi und Ben Gurion, die sich beide gegenwärtig in Europa befinden. Hp —imarskjold verwies auf diese Hoffnung in einer Pressekonferenz, wobei er i bemerkte, das argentinische Verlangen nach Rückstellung Eichmanns sei eine „Prinzipienfrage”. * BEMUEHUNGEN UM SCHLICHTUNG UN. — Während die Bemühungen fortgesetzt wurden, zu einer Schlichtung der argentinisch-israelischen Differenzen über die Festnahme des Massenmörders Eichmann und der israelischen Weigerung, ihn zuriickzustellen, zu gelangen, hat der lateinamerikanische Block in seiner Gesamtheit festgestellt, dass die argentinische Beschwerde gegen Israel vor dem Sicherheitsrat gerechtfertigt ist. das Auftreten der Faschisten. Wenn man eine demokratische Zeitung wie „La Prensa” verfolgt, wird man feststellen, dass ihre Haltung reichlich lau ist. Dabei betrachtet sie sich selbst als einen Hort der Demokratie, die sie aber erst dann recht eigentlich verteidigt, wenn sie selbst in die Maschen der antidemokratischen, faschistischen Massnahmen gerät, wie dies bereits einmal in der Zeit des inzwischen .gestürzten Regimes’ der Fall gewesen ist. Demokratie kann aber nicht jeder auf eigene Faust betreiben. De. mokratie ist eine Idee, die man immer und überall leben und erleben muss, auch wenn man selbst von antidemokratischen Machenschaften nicht oder noch nicht betroffen worden ist. Bleiben wir bei dem Beispiel der einflussreichen und grossen argentinischen Presse. Untersuchen wir rückblickend ihre Haltung in der Zeit des Krieges und der Verfolgungen. Was hat diese Presse eigentlich dafür getan, um die Millionenmassen des Verfolgten, nicht nur der Juden, zu retten? Hatte sie Verständnis für die Lage, zeigte sie sich auf der Höhe der Situation und der ihr gestellten Aufgabe? Sine ira et studio, ohne jede Leidenschaftlichkeit, müssen wir zu unserem tiefen Bedauern feststellen, dass sie nichts oder fast nichts getan hat, um Einfluss auf eine ungl ückliche Einwaiid* ï tingspolitik zu nehmen, die deutlich sichtbar von antidemokratischen Elementen, bestimmt worden ist. Und dies in einem Augenblick, als das Nech einer einstündigen Sitzung der lateinamerikanischen Delegierten, bekannten sich die 20 anwesenden Repräsentanten einmütig zu der Auffassung, dass Argentiniens Beschwerde wegen der Verletzung seiner Souveränität durch die Festnahme Eichmanns „mit unerlaubten und heimlichen” Mitteln” gerechtfertigt sei. Eine Abstimmung wurde allerdings nicht durchgeführt. Der Chef der argentinischen Delegation, Dr. Mario Amadeo, setzte der Gruppe die ' Stellungnahme seiner Regierung auseinander und wiederholte im einzelnen seine Ausführungen, die er bei Unterbreitung der Klage vor dem Sicherheitsrat gemacht hatte. Einer der Dele. gierten, der offen der Hoffnung Ausdruck gab, der Streit könnte aus der Welt geschafft werden, ohne dass es zu einer öffentlichen Debatte im Sicherheitsrat käme, war Dr. José A. Corea aus Ekuador. Es stellte sich dabei heraus, dass Dr. Corea einer derjenigen ist, die sich am eifrigsten .darum bemühen, den argentinisch-israelischen Streit aus dem Forum der UN fernzuhalten. So konferierte er u. a. mit einigen der einflussreichsten europäischen Delegierten und ersuchte sie, auf Israel und Argentinien einzuwirken, da. mit diese Differenz stillschweigend und freundschaftlich geregelt werde. Aus vielen Quellen wurde der Zweifel laut, dass es nächste Woche* zu der anberaumten Ratssitzung kommen werde. Zahlreiche Delegierte sagen voraus, dass eine nochmalige Vertagung der Sitzung möglich sei oder 1 Zuschlägen des Eingangstores nach Argentinien den Tod von Tausenden bedeutete, was auch der hiesigen grossen Presse durchaus bekannt gewesen ist. Sicherlich wird durch diese Hinweise auf eine schwere demokratische Schuld nicht der Bruch territorialer Souveränität entschuldigt oder gemindert, wenn man zu der Ueberzeugung gelangen sollte, dass das Vorgehen „israelischer Kommandos” wirklich eine „Schuld” und dazu noch eine Schuld Israels sei. Aber es trägt doch nicht unbedeutend zur Charakterisierung derjenigen . bei, die heute wiederum schweigen oder aber einseitig einen legalistischen, rein formalen Standpunkt einneh. men. Die Situation wird auch dadurch nicht geändert, dass man darauf hinweisen könnte, dass Terror heute zu einem gangbaren Mittel der politischen Auseinandersetzungen in Argentinien ge. worden ist. Man kann aber nicht gegen diesen schrecklichen Terror, der das Leben des Landes und seiner ruhigen Bürger gefährdet, mit Krokodiistränen polemisieren, wenn man auf der an. deren Seite zulässt, dass die Lehrmeister der Terrormedass diese ganz abgesagt werden würde. Diese Gewährtsleute machten aus ihrer Hoffnung und ihrem Wunsch kein Hehl, dass die Sitzung abgesagt werden und die argentinische Be. sehwerde ai'chiviert werden dürfte, ohne dass es zu einer Debatte kommen würde. * ERKLAERUNG Dr. FRONDIZIS Rom. — Präsident Dr. Arturo Frondizi unterstrich erneut in einer Pressekonfe- (Fortsetzung auf Seite 3) thoden, nämlich die Nazis, ungehindert in Argentinien leben, dieselben Nazis, die man ins Land liess, als Juden keine Einwanderungserlaubnisse erhielten, nur weil sie Juden waren. Was haben die grossen, demokratischen Zeitungen damals gesagt oder geschrieben, wo haben sie damals einen Einfluss geltend gemacht, um diese un demokratische, gesetzwidrige Handhabung der Einwanderungs - Bestimmungen zu brandmarken? Die Henker fanden ein „Asyl”, aber die Opfer dieser gleichen Henker wurden nicht an 'Land gelassen... So wie einst die Deutschnationalen die Wegbereiter der Nazis und ihres Terrorregimes gewesen sind, so machen sich heute und machten sich gestern alle mitschuldig an der Radikalisierung der politischen Methoden, die in unserer Mitte täglich beobachtet werden können, die durch ihre reaktionäre Haltung, durch ihren versteckten Antisemitismus dieses Geschehen duldeten oder jetzt noch dulden. Mit gezählten Ausnahmen konnte man die argentinische Presse vergeblich daraufhin durchsuchen, ob und in welcher Form die antise. mitisehen Proklamationen und Demonstrationen abgelehnt worden sind. Ma» konnte sich nicht des Eindrucks erwehren, als w-oiltV man sagen, dass es sich hierbei um eine Reaktion auf einen rechtswidrigen Akt der angeblichen „israelischen Kommandos” handeln würde. Abgesehen davon, dass kein Jude in Argentinien von diesen Kommandos gewusst hat, und dass niemand bisher konkret behauptete, dass in Argentinien lebende Juden an der Verbringung Eichmanns nach Israel beteiligt gewesen seien, wäre auch eine solche Reaktionauf diesen Vorfall nichts anderes, als das iibliche Verfahren billiger antisemitischer Propaganda, einfach alle Juden für die Hand, lungsweise einiger verantwortlich zu machen. Wie weit die Verwirrung (Fortsetzung auf Seite 2) Solidarität mit Israel Montevideo. —- Der neue Botschafter Israels, Isaac Arkavi, überreichte dem Präsidenten Uruguays, Benito Nardone, seine Beglaubigungsschreiben. Nach Beendigung der Zeremonie kam es zu einer sehr herzlichen Unterhaltung in Gegenwart des Aussenministers und anderer hoher Beamter. Hierauf legte Arcavi am Denkmal von José Artigas eine Blumenspende nieder. Auf der Plaza Independencia hatte sich eine riesige Menschenmenge aus Mitgliedern der jüdischen Kollektivität eingefun-den, um ihrer Solidarität mit dem jti. dischen Volk nací, den hier verübten antisemitischen Attentaten de wonstrativ Avisdruck verleihen. (ITA) WIE ICH ES SEHE- Die UN sollen entscheiden _von JEHUDA GOTTHEIMER grossen, meist ¡iktiuniiren . argentinischen ’ den antisemiti-